Ausrede "Abrechnung" oder wirklich schwierig?

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Ausrede "Abrechnung" oder wirklich schwierig?

Beitragvon Tompressor » Mi 1. Nov 2017, 21:27

Hallo

Ich benötige mal Hilfe von Leuten, die sich damit auskennen. Und zwar versuche ich unsere örtlichen Stadtwerke dazu zu bewegen, sich ein wenig für Elektromobilität zu interessieren. Ist ein städtisches Unternehmen, Beamte, langsam, uninteressiert usw. Ihr wisst was ich meine. Ich hatte es aber schon geschafft, zumindest über einen Stadtrat das Thema mal bei einem Ausschuss zu thematisieren. Dort wurde dem Stadtrat gesagt, es wäre grundsätzlich möglich, aber die Abrechnung der Stromgebühren für die Nutzer wäre unheimlich kompliziert und viel zu viel Aufwand. Damit war das Thema für die anderen Ausschussmitglieder vom Tisch.

Es wurde nicht begründet oder ähnliches. Aber mal abgesehen davon, dass man ja die Abrechnung einen der bekannten Unternehmen machen zu lassen (könnte ja z. B. Plussurfing oder dergleichen tun). Was ist daran denn schwierig? Ladekarten auszugeben und abrechnen? Das sind Stadtwerke, die machen doch das in anderer Form auch schon. Hat jemand von Euch hierzu Erfahrungen? Oder zumindest städtische Beispiele wo das ganz gut kappt? Ich habe ganz gute Kontakte um einen zweiten Versuch zu realisieren. Da möchte ich aber auf solche fadenscheinigen Argumente vorbereitet sein.
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Beitragvon cpeter » Do 2. Nov 2017, 08:03

Ich denke, am schnellsten geht es mit einem Abrechnungsdienstleister, z.B.

https://beenergised.com/enterprise-de
http://www.enio-management.com/kompetenzen/ladestellenmanagement-fuer-profis/

Enio bietet übrigens auch eine Ladesäulen-Abrechnung an, wo man einfach mit der Bankomatkarte bzw. Kreditkarte bezahlen kann (natürlich auch trotzdem mit Ladekarte). Oder auch Bezahlung über den Scan eines QR Codes.
Seit 01/2017 Nissan Leaf Tekna 30 kWh mit 6,6 kW AC Lader
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Re: Ausrede "Abrechnung" oder wirklich schwierig?

Beitragvon Major Tom » Do 2. Nov 2017, 08:10

Was ist daran denn schwierig? Ladekarten auszugeben und abrechnen?

Im Prinzip ist das nicht schwierig. Es kann nur nicht betriebswirtschaftlich abgebildet werden. Wenn die Stadtwerke dazu eine Kostenrechnung machen, dann ergibt das Beträge, die nicht vertretbar sind.

Das Ganze funktioniert nur, wenn der politische Wille vorhanden ist. Dann können die Kosten nämlich als Invest in die Zukunft verkauft werden.

Warum müssen es die Stadtwerke sein? Was sagt denn die Stadtverwaltung dazu? Die Ansichten von Stadt und Stadtwerken müssen nicht immer identisch sein. :shock:
ciao
Tom
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Re: Ausrede "Abrechnung" oder wirklich schwierig?

Beitragvon Nichtraucher » Do 2. Nov 2017, 08:18

Hallo Tompressor,

wie cpeter schon geschrieben hat, gibt es Abrechnungsdienstleiter welche die Abrechnung übernehmen.
Manche machen nur die Dienstleistung, andere bieten auch gleich die passende Ladestations-Hardware mit an (z.B. NewMotion).

Und dann gibt es noch welche, denen brauchst Du nur einen attraktiven Standort anbieten und sie stellen auf eigene Kosten dort eine Ladestation hin (z.B. Symcharge http://www.symcharge.de/).

Letztere Optionen sind z.B. interessant für die Stadt, wenn die Stadt will, aber die Stadtwerke nicht mitziehen.
Und wenn es erst einmal nur als Drohkulisse dient. Stadt und Stadtwerke haben mitunter unterschiedliche Interessenlagen, bzw. sind ganz einfach unterschiedlich weit (Edit: wie MajorTom auch schon gerade geschrieben hat; d.h. klemme Dich an die dran die wollen).

Auch Energieversorger bieten verschiedene Modelle an (teils mit, teils ohne Kostenbeteiligung).

Wenn man will, geht eine ganze Menge. Das ist der eigentliche Knackpunkt. Wenn man will geht es, wenn man nicht will ist es wirklich schwierig.

Das wertvollste sind derzeit die Standorte für die Ladestationen.

Als Bereitsteller eines Standortes sollte man sich hinsichtlich der Preise die dann zum Laden verlangt werden ein Mitspracherecht einräumen. Schließlich möchte man ja auch, dass die Ladestation auch oft zum Laden genutzt wird.

viele liebe Grüße

Klaus
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Re: Ausrede "Abrechnung" oder wirklich schwierig?

Beitragvon Spüli » Do 2. Nov 2017, 08:22

Moin!
Grundsätzlich ist das mit der Abrechnung kein Thema für eine Stadtverwaltung. Aber genau dafür gibt es ja Dienstleiter, die diesen Part übernehmen. Damit hat man das mit dem Roaming auch gleich in den Griff bekommen.

Die Stadtwerke Hannover (Enercity) haben sich zum Beispiel bei NewMotion eingeklinkt. Die Stadt Braunschweig ist noch auf der Suche nach einem Interessenten, der die Ladetechnik komplett betreiben möchte.

Man muß also klar trennen zwischen dem Aufbau der Ladetechnik, dem Betrieb/Wartung und der Abrechnung. Ich denke es wird in den meisten Fällen schlau sein, wenn die Politik/Verwaltung den Weg ebnet, sich aber vom Betrieb fern hält.
Gruß Ingo
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Re: Ausrede "Abrechnung" oder wirklich schwierig?

Beitragvon Tompressor » Do 2. Nov 2017, 08:54

Na ja, die Stadtwerke sind eben meiner Meinung nach dafür gut geeignet. Verkaufen ja ohnehin Strom an Privathaushalte, betreiben bei uns auch schon zwei normale Typ2 Ladesäulen (kostenloser Strom) und kündigen seit Jahren an einen Schnelllader aufzustellen. Da glaube ich nicht mehr an kostenlosen Strom bei der Investition. (Die Typ2 Säulen hat ein privater Spender bezahlt).

Ich bin ja der Meinung, dass jedes Elektroauto und der Strom den es benötigt sind ein zusätzliches Geschäft für den Stromverkäufer. Egal wie klein die Einzelbeträge sind, insgesamt ist es ja eine Steigerung des Umsatzes. Ich bin so naiv zu glauben, dass es für die Abrechnung eine Software gibt (die gekauft werden muss) und nicht viel manueller Aufwand für die Abrechnung entsteht. Also ich sage mal, in einer privaten Wirtschaft wäre es nicht so viel Aufwand wie bei unseren Stadtwerken. Die machen jedes Jahr sechsstelligen Verlust mit den Bäderbetrieben in der Stadt. Da dürfte ein Abrechnungsmehraufwand nicht mehr ins Gewicht fallen.
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Re: Ausrede "Abrechnung" oder wirklich schwierig?

Beitragvon St3ps » So 5. Nov 2017, 10:43

Abrechnung schwierig? Aber Parkuhren schaffen se hinzustellen, sogar da, wo es total sinnfrei ist und nur die Kasse (durch Anwohnerparkausweie) zu füllen gilt. xD
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Re: Ausrede "Abrechnung" oder wirklich schwierig?

Beitragvon flechtlicht » So 5. Nov 2017, 18:02

Mach ihnen klar, dass die Aufteilung des Marktes begonnen hat, Schell kauft TNM. Wenn sie als Kommune einen Teil des Kuchens abhaben wollen, sollten sie nicht warten bis die großen Konzerne wieder die Spielregeln bestimmen. Empfehl ihnen auch, bei Neubau oder Sanierung von Wohnstraßen zahlreiche Stromübergabe Punkte vorzusehen. So haben sie ein kostbares Pfund in ihrer Hand.
S☀️nne tanken - Si☀️n fahren
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Re: Ausrede "Abrechnung" oder wirklich schwierig?

Beitragvon GuidoVR » So 5. Nov 2017, 19:48

Die Stadtwerkeunion Nordhessen - SUN - geben eine Ladekarte mit einer Flatrate heraus. Meine Spekulation:
Durch die Flat spart die SUN sich die Abrechnung/Buchhaltung, Personal und Abrechnungsservice. Ich vermute das die Verluste beim Strom da nicht so sehr ins Gewicht fallen. Wenn man bedenkt, dass die SUN geschätzte 500.000 Kunden hat und höchstens 200 Ladekarten heraus gegeben haben, werden die Kosten des Stroms wohl unbemerkt umgelegt werden können. Meines Wissen sind die Ladestationen alle gefördert. Trotzdem habe die Stadtwerke ihren Einfluss gesichert.
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Re: Ausrede "Abrechnung" oder wirklich schwierig?

Beitragvon Fidel » So 5. Nov 2017, 20:59

Die SUN sind aber auch im Ladenetz und die Ladesäulen sind durchaus an ein Abrechnungssystem angebunden.
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