ARD plusminus 4.10.2017

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Re: ARD plusminus 4.10.2017

Beitragvon zoppotrump » Do 5. Okt 2017, 08:39

Der Bericht ist in der Tat unfassbar :o

Da wird bei den Elektroautos kritisiert, dass es noch gar keinen grünen Strom gibt und die deshalb gar nicht umweltfreundlich seien. Beim Wasserstoffantrieb wird das gleiche Argument dann als positiver Faktor dargestellt, denn natürlich werde man dann den Strom aus regenerativen Energien nutzen.

Auch irgendwie schäbig ist, dass der Herr Professor Roland Baar aus Berlin im Beitrag als Professor für Fahrzeugantriebe vorgestellt wird. Sein Aufgabengebiet tatsächlich aber das Fachgebiet Verbrennungskraftmaschinen ist. Ein Schelm, der Böses denkt...
Das wäre in etwa so, als ob man den Metzger als Experten für Ernährung in einem Beitrag zu vegetarischer Ernährung vortellt und befragt.

Sorry, das grenzt schon an absichtlicher Falschdarstellung. :(
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Re: ARD plusminus 4.10.2017

Beitragvon Elektrolurch » Do 5. Okt 2017, 09:49

Als die mit Wasserstoff und Brennstoffzelle anfingen, hab ich mir diesen unfassbaren Müll noch 2 Minuten angesehen und dann abgeschaltet.

Hier gibt's die E-Mail-Kontaktadressen der Sendung: http://www.daserste.de/information/wirt ... index.html
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Re: ARD plusminus 4.10.2017

Beitragvon Solarstromer » Do 5. Okt 2017, 09:54

corwin42 hat geschrieben:
Die Kommentare auf deren Facebook Seite gehen schon gut Richtung Shitstorm.


Hier der Link dazu: http://www.facebook.com/plusminus.ARD
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Re: ARD plusminus 4.10.2017

Beitragvon T-Ioniq » Do 5. Okt 2017, 10:05

Tja LÜGENPRESSE damit man sich keine heute schon verfügbaren AUSLÄNDISCHEN E-Autos kauft.
Sondern wartet bis VW und CO soweit sind und auch was im Angebot haben.
So werden die Massen manipuliert. Ich möchte mir gar nicht vorstellen wie "neutral" die Presse bei anderen Themen ist in denen wir nicht so gut informiert sind.

Einfach selber ausprobieren und machen!


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Re: ARD plusminus 4.10.2017

Beitragvon PowerTower » Do 5. Okt 2017, 10:39

Es gibt auch Akkus mit seltenen Erden. Aber außer der LiFeYPO4 Reihe von Winston mit ein paar Prozentanteilen Yttrium fällt mir da im Moment kein anderer Hersteller ein. Und auch dort wird es ja nicht verbraucht, sondern bleibt dem Rohstoffkreislauf erhalten.
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Re: ARD plusminus 4.10.2017

Beitragvon Elektrolurch » Do 5. Okt 2017, 10:53

Offener Brief an plusminus (gesendet per E-Mail an plusminus@br.de, plusminus@hr-online.de, plusminus@mdr.de,
plusminus@ndr.de, plusminus@sr.de, plusminus@swr.de, plusminus@wdr.de):

Sehr geehrte Damen und Herren,

erst ungläubig, dann mit schierem Entsetzen habe ich Ihren plusminus-Beitrag „Der Traum vom Elektroauto“ in Ihrer Sendung am Mi, 04.10.2017 verfolgt. Unfassbar und erschütternd faktenfern, was Sie dort zusammenfabuliert haben, um Wasserstoff und Brennstoffzellenfahrzeuge als die bessere Alternative zu reinen Elektroautos (BEV) zu präsentieren.

Brennstoffzellenfahrzeuge sind ja ebenfalls Elektroautos - mit Brennstoffzelle als Range Extender. Sie benötigen zum Fahren einen Akku als Puffer, weil nur so die stark wechselnden Lastanforderungen bedient werden können. Die Brennstoffzelle lädt diesen Akku auf und fungiert so wie ein Verbrennungsmotor bei Hybridfahrzeugen. Auch Rekuperation, also die Rückgewinnung von Energie beim Bremsen, ist nur über den Pufferakku möglich.

In dem Moment, wo der „Pufferakku“ so viel Energie speichern kann, dass damit ähnliche Reichweiten wie mit einem Brennstoffzellen-Range Extender erzielt werden können, wird die Brennstoffzellentechnik - zumindest im Mobilsektor - obsolet. Und da sind wir schon jetzt: 500km echte Reichweite sind bei preislich vergleichbaren BEV bereits realisierbar.

Die von Ihnen postulierten „Nachteile“ von reinen Elektrofahrzeugen gelten also auch für Brennstoffzellenfahrzeuge - und dazu kommen dann noch die erheblichen Nachteile dieser speziellen Technologie:

  • extrem schlechter Wirkungsgrad der Gesamtenergiekette (nur 10-13%)
  • Brennstoffzellen benötigen Platin
  • Hochdrucktanks im Fahrzeug (800bar)
  • extrem teure Infrastruktur (eine H2-Tankstelle kostet 1 Mio €)
  • Technologiekette mit vielen aufwändigen Zwischenschritten
Oh, den letzten Punkt führen Sie ja als Vorteil an. Aufwendige Technik = Arbeitsplätze. Mit dieser Logik wäre es allerdings konsequent, verpflichtend den Faustkeil als einziges in Deutschland zugelassenes Werkzeug wieder einzuführen.

Und woher kommt eigentlich der Wasserstoff?

So viele Möglichkeiten gibt es da nämlich nicht, eigentlich sind es nur zwei:

  • Wasserstoff wird per Dampfreformierung aus Erdgas (Methan) gewonnen.
  • Wasserstoff wird per Elektrolyse aus (sauberem!) Wasser erzeugt.
Bei Methode 1 fällt genausoviel CO2 an wie bei der direkten Verbrennung des Methans. Keine wirklich gute Idee, wenn man Wasserstoff als klimafreundlichen Kraftstoff etablieren will. Da ist es technologisch erheblich einfacher, das Methan in Ottomotoren direkt zu verbrennen.

Methode 2 ist extrem energieintensiv: Für die Elektrolyse braucht man jede Menge elektrischen Strom. Also sind die nächsten wichtigen Fragen:

Woher kommt der Strom? Wieviel Strom braucht man? Wie effizient wird der Strom genutzt?

Weil die Wasserstofftechnologie viele technische Zwischenschritte erfordert, die bestenfalls jeweils einen Wirkungsgrad von 50-60% bei der Energieumwandlung aufweisen, fällt der Gesamtwirkungsgrad (als Produkt der Wirkungsgrade aller Teilprozesse) auf skandalöse 10-13%. Das heißt: von 100% eingesetzter Primärenergie gehen rund 90% verloren, bevor sie in Wasserstoffautos letztlich als Bewegungsenergie zur Verfügung steht.

Bis wir im Überfluss erneuerbarer Energien schwelgen, ist es viel klüger, da um Größenordnungen effizienter (und damit umweltfreundlicher), Elektroenergie in Akkus zu speichern und in reinen Elektroautos in Mobilität umzusetzen. Es ist viel effizienter, es ist viel billiger, es ist technologisch viel einfacher umzusetzen. Nicht zuletzt die Kosten für die erforderliche Infrastruktur (Ladestationen) sind geradezu lächerlich gering im Vergleich zu der für Wasserstoffautos.

Eine Technologie wie den Wasserstoffantrieb, die 90% Energie verschwendet, ernsthaft als umweltfreundlich etablieren zu wollen, ist ein Skandal, der den Vergleich mit dem Abgasbetrug von VW nicht zu scheuen braucht.

Zum Weiterlesen:


Mit freundlichen Grüßen,
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Re: ARD plusminus 4.10.2017

Beitragvon zoppotrump » Do 5. Okt 2017, 12:43

@ Elektrolurch: Hier wird das Beschwerdeverfahren erläutert: http://www.hr-rundfunkrat.de/beschwerde ... n-104.html
Vielleicht auf eine Kopie dorthin?
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Re: ARD plusminus 4.10.2017

Beitragvon cybercop2001 » Do 5. Okt 2017, 15:07

Ich finde den Beitrag gar nicht mehr auf der Facebook Seite. Haben die den gelöscht?

Ach so, ist das der erste? Offiziell heist der Beitrag ja "Der Traum vom Elektroauto".
Zuletzt geändert von cybercop2001 am Do 5. Okt 2017, 15:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: ARD plusminus 4.10.2017

Beitragvon Elektrolurch » Do 5. Okt 2017, 15:47

@zoppotrump: Danke für den Hinweis! Eine Beschwerde ist vielleicht ein wenig stark, ich habe noch eine Kopie an den Hörer- und Zuschauerservice geschickt (hzs@hr.de). Jetzt warte ich erstmal auf Reaktionen.
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Re: ARD plusminus 4.10.2017

Beitragvon Vanellus » Do 5. Okt 2017, 15:58

Spaßbremse hat geschrieben:
Habe ich auch gesehen. Einfach nur peinlich.
Dafür heute morgen in den Kieler Nachrichten: Schleswig-Holstein hat 2016 55% des Stromverbrauchs aus Erneuerbaren erzeugt. :clap:


Nein falsch. Habe ich auch gelesen.
55% des in Schleswig-Holstein produzierten Stroms wurden aus Erneuerbaren produziert (ein AKW läuft noch).
Aber: 114% des in SH verbrauchten Stroms kann durch Strom aus Erneuerbaren in SH produziert, abgedeckt werden. SH ist Stromexportland.
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