Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

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Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon flechtlicht » Sa 30. Dez 2017, 11:06

Wenn wir unsern Strom farbig machen, wird unsere Zukunft bunt sein.

http://www.fr.de/wirtschaft/crowdfundin ... -a-1267472
Das lustige Grüppchen erinnert sympathisch ans vergnügte Trüppchen vom Sion.
Das kleine Beispiel wirft übrigens 7% p.a ab und ist bereits überzeichnet.

Nachdem wir mühelos eine mächtige Stromleitung von der Nordsee bis zu den Alpen legen, könnten wir auch ohne große Probleme die doppelte Länge hinten dran hängen und kommen dann entweder über Frankreich, Spanien, Gibraltar nach Marokko oder aber über Österreich, Italien, Sizilien, Tunesien bis mitten nach Algerien.
Ja und dann? - geht's erst richtig los mit Fotovoltaik.
Wir erobern Afrika, aber diesmal richtig - mit Herz und Strom.

Bekanntermaßen scheint dort die Sonne nicht nur zur Sommerszeit,
nein, sondern auch im Winter, wenn's bei uns schneit.
Wir brauchen dann keine Wintervorräte an Energie mehr einlagern, die kommt nämlich täglich frisch zum Sonnenaufgang mit Vogelgezwitscher auf unseren Frühstückstisch und in unsere Elektroautos, die wir auch tagsüber an nahezu jedem beliebigen Ort ans zunächst Afropaweite Stromnetz klinken.
Schier unendliche Energie für alle, wie sie einst von der Kernkraft erhofft wurde.
Simple Nachtspeicheröfen könnten eine ungeahnte Wiederbelebung erfahren.
Das alles für, mein Gott wie peinlich, ein klein bischen Liebe und Freundschaft unter bunten Schwestern und Brüdern.
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Beitragvon tomas-b » Sa 30. Dez 2017, 11:20

Erstmal braucht Afrika den Strom selbst, aber das ist ein sehr schönes Konzept.

Und bevor wir den Strom aus Afrika holen, könnten wir auch erst einmal in Europa eine gesamtheitliche Energiepolitik anstreben.
Ich finde es zwar gut, wenn sich jemand in Deutschland eine Solarzelle aufs Dach setzt, aber im Prinzip ist die Förderung dafür zum Teil verschwendet. Die gleiche PV-Anlage, montiert in Griechenland, Italien oder Spanien würde einen wesentlich höheren Ertrag liefern. Und ungenutzte und unbewohnte Inseln gibt es im Mittelmehr auch zur Genüge.

Damit hätten dann auch genau die wirtschaftsschwächsten Länder in der EU einen richtigen Exportschlager und eine Chance, sich aus eigener Kraft zu sanieren. Statt Euro-Rettungsschirm also lieber eine ordentliche Anschubfinanzierung zum Energieversorger von Europa...
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon Schneemann » Sa 30. Dez 2017, 12:47

Diese Idee beschreibt der leider viel zu früh verstorbene Hermann Scheer auch in seinem Buch "Der energetische Imperativ". Auf der einen Seite sicher sinnvoll, da dort genug Sonnenstrom zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite aber auch fragwürdig, warum Energie um die halbe Welt transportiert werden muss, wenn sie doch überall in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht. Diese Konstellation fördert unweigerlich Abhängigkeiten und damit Preisspekulation und wechselnde Bezugsbedingungen.
Energie umgibt uns alle in Form von Sonne und Wind und sollte von allen Menschen zu gleichen Bedigungen bezogen werden können. Das würde eine Menge Stress vermeiden.
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon flechtlicht » Sa 30. Dez 2017, 12:59

Der Strom ist in erster Linie schon für Afrika gedacht aber das was da nebenbei noch abfällt wird uns doppelt und dreifach genügen.
Die südlichen Teile Europas sind selbstverständlich mit im Boot, für unsere gesamt Energieversorgung im Winter geht's aber Gott sei Dank nur mit einem vereinten AfrikaEuropa, spätere Erweiterungen erwünscht.
Die Lösung unserer Energieprobleme ist dabei nicht das Ziel, die fällt uns lediglich in den Schoss für die überfällige Handreichung von Angesicht zu Angesicht. Das Nutzen der Erneuerbaren im eigenen Land gehört unbedingt dazu, damit hat es ja auch einmal angefangen. Wir haben zur Abwechslung mal ordentlich was gut gemacht.

Das Elektroauto wird sehr viel mehr sein als ein Elektroauto.
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon SirTwist » Sa 30. Dez 2017, 13:02

Schneemann hat geschrieben:
Auf der anderen Seite aber auch fragwürdig, warum Energie um die halbe Welt transportiert werden muss, wenn sie doch überall in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht.


Das ist ja wohl genau nicht der Fall, sonst wäre Süddeutschland nicht von einer Stromknappheit bedroht und es gäbe weder Öltanker noch Gaspipelines.

Woher kommt diese Aussage, dass Energie überall in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht?
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon spark-ed » Sa 30. Dez 2017, 13:14

Die Sache mit den Containern klingt sehr schlüssig.
Man hat alles in einem System: den Transportbehälter für das gesamte Material, eine Aufbaufertige Montageplattform.
Das minimiert die Vorbereitung und Logistik vor Ort. Gerade in den Gebieten, wo diese Teile zum Einsatz kommen können oft keine triviale Aufgabe.

Das sieht nach einer ca. 30-40kWp Anlage aus. Wieviel bekommt man da im Jahr heraus? In Niger bestimmt 2000-2500kWh/kWp? Kann der Ertrag in einer so einer kleinen Versorgungsinsel überhaupt genutzt werden?
Als Impfzelle auf jeden Fall ein sehr begrüßenswertes Projekt.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/ma ... a-102.html

Interessante Ansichten zum Thema Strom aus der Wüste: Interview zwischen Prof. Dr. Harald Lesch und Dr. Franz Trieb vom DLR.
https://youtu.be/0NPbNpNCD1s
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon flechtlicht » Sa 30. Dez 2017, 14:37

Damit das ganze die gewünschte Dimension bekommt sind natürlich Fabriken notwendig, die von Afrikanern gebaut mit afrikanischen Arbeitern Solarmodule, Wechselrichter, Elektronik, Kabel und vieles mehr herstellen.
Unter Begleitung europäischer und asiatischer Freunde, und diesmal wirklicher Freunde, werden sie einen für alle Menschen, nicht nur Afrikaner, lebenswerten Kontinent hervorbringen der mehr Zu als Abwanderung erfahren wird.

Und Elektroautos bauen und fahren sie natürlich auch. Den Afrosion zum Beispiel, in freundlicher Zusammenarbeit mit Sono Motors :P
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon Schneemann » Sa 30. Dez 2017, 15:35

SirTwist hat geschrieben:

Das ist ja wohl genau nicht der Fall, sonst wäre Süddeutschland nicht von einer Stromknappheit bedroht und es gäbe weder Öltanker noch Gaspipelines.

Woher kommt diese Aussage, dass Energie überall in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht?


Auch in Süddeutschland scheint die Sonne und weht der Wind. Einzig der politische Wind der innovativen Technik hat dort ziemliche Flaute.
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon Themse » Sa 30. Dez 2017, 15:44

Für jeden, der eins und eins zusammenzählen kann ist es klar, dass in sonnenreichen Ländern
Stromerzeugung mit Solarkraftwerken natürlich die Gelegenheit ist,
ein günstige, stabile und emmissionsfreie Stromerzeugung aufzubauen,
ohne Abhängigkeiten von Brennstoffen und deren Preisen.

Umso erstaunlicher ist es, dass in wenigen dieser Länder dieses Potential wirklich genutzt wird ?
Weiterhin gibt es besonders in Afrika viele Regionen, die keine bzw. keine stabile Stromversorgung haben.
Wenn diese Länder nicht von sich aus die solare Stromversorgung ausbauen,
sind Projekte wie die Solarcontainer von Africa Greentec natürlich eine idealer Einstieg.

Angesichts der Größe des Problems jedoch nur ein klitzekleines Tröpflein auf einen riesigen heißen Stein :-(
Aber vielleicht kommt durch solche Projekte ja eine Lawine ins Rollen
und ein Boom entsteht, wie zur Zeit in China, wo 2017 mehr Solarkraftwerke zugebaut wurden,
als der Gesamtbestand im Energiewendeland Deutschland !
Bis jedoch Afrika überschüssigen Solarstrom nach Europa liefern kann, werden noch Jahrzehnte vergehen.
Davon abgesehen produziern neue Solar- und Windstromanlagen auch in Europa inzwischen günstiger Strom,
als alle anderen Stromerzeugungsarten, 2017 über 40 % des Stromverbrauchs in Deutschland :o

Der Umstieg auf Elektomobilität ist natürlich weltweit die logische Konsequenz.
Sion reserviert am10.9.2017
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Re: Afrika, Eauto und unsere Stromversorgung

Beitragvon Alex1 » Sa 30. Dez 2017, 16:44

Es scheint in Afrika mindestens genauso hohe Hürden geben wie bei uns. Ein Beispiel aus der Vergangenheit:

Siemens wollte am Victoriasee ein super Projekt aufbauen: Die Fischer fischen bei Nacht mit ihren Petroleumlampen. Siemens bot ihnen Solarkollektoren, Speicher und Lampen für ein komplettes System. Ohne Investition, abzahlbar mit ihren Erträgen. Das Projekt scheiterte.

Grund: Die Verflechtungen zwischen den verschiedenen Händlern (v.A. des Petroleums) waren so stark, dass die neue Technologie keine Chance hatte.

Es braucht also tatsächlich viele kleine engagierte Grüppchen, die in enger Partnerschaft mit den Einheimischen sowas langsam aufbauen.

Wer nicht so viel Engagement aufbringen kann, kann das ganz elegant anonym über https://www.atmosfair.de/de/klimaschutzprojekte tun.
Herzliche Grüße
Alex
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Echten Ökostrom: http://www.ews-schoenau.de/ Fast Alternativlos.
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