e-Up! zweckentfremden auf der Langstrecke… ;-)

Volkswagens erstes Blue-e-Motion Elektroauto auf Basis des up!

e-Up! zweckentfremden auf der Langstrecke… ;-)

Beitragvon rolfrenz » Di 16. Aug 2016, 18:50

Hier ein kleiner Erfahrungsbericht, nachdem ich das "Stadtauto" e-Up! wieder einmal für den schnellen Autobahn-Transfer zweckentfremdet habe.

Eckdaten zum Fahrzeug: 45.000 km / 2,5 Jahre alt. Eckdaten zur Route: 160 km, zu 90% Autobahn. 5 verschiedene CCS-Ladestellen auf der Strecke (und damit meine ich wirklich direkt an der Autobahn) schön verteilt, sodass man sich's aussuchen kann. Diesmal habe ich die genutzt, die schön in der Mitte nach ca. 85 km in der einen Richtung liegt.

Herausforderung war: Vollstrom auf der Autobahn unter Berücksichtigung der Geschwindigkeitsbeschränkungen, keine Einschränkung bei der Klima (AT: ca. 26-28 Grad Celsius - voller Sonnenschein). In Österreich also 135 km/h Tacho (= ca. 130 km/h real), wo es geht - dazwischen gibt es ein paar 100 km/h Beschränkungen - dort Tacho 110 (= ca. 105 km/h real).

Das Ergebnis in Zahlen:

Strecke hin (mit auf und ab, aber in Summe leichtes Gefälle ca. 300 hm) lt. BC
161 km, 1:36 h, ø 101 km/h, 14,5 kWh Verbrauch / 0,3 kWh AUX / 0,8 kWh Rekuperation > 14,0 kWh
Zwischenladung: von 29 auf 95% SOC 10,96 kWh in 19:54 Minuten

Strecke retour
162 km, 1:42 h, ø 95 km/h, 14,9 kWh Verbrauch / 0,4 kWh AUX / 0,6 kWh Rekuperation > 14,7 kWh
Zwischenladung: von 24 auf 96% SOC 12,01 kWh in 21:52 Minuten

Mein Fazit: So macht es auf der langen Strecke wirklich Spaß: Keine LKW-WIndschattenkämpfe, Schwitzen zum Stromsparen, etc. Wer die 20 Minuten Ladepause mental verkraftet und dafür weniger Luft verpestet (ist halt meine Situation derzeit, weil ich im anderen Fall den Dieselstinker nehmen müsste), kann auch in Ö mit dem e-Up! die Mittelstrecke fahren. Mit dem Alternativfahrzeug zwecks Zeitgewinn Tempo 200 ist ja bei uns nicht sehr lange möglich - der Führerschein ist dann relativ flott weg. Auch belegen die Zahlen, dass im Winter Frieren zur Reichweitenverlängerung ganz ok ist, im Sommer Schwitzen sich aber bei höheren Geschwindigkeiten nicht wirklich auszahlt.

Wer dann noch dazu nicht unbedingt am Anschlag fahren muss (und das muss ich nicht), hat dann z.B. mit Tempo 125 Tacho, also 120 real noch ein paar Reserven zusätzlich, spart auch das eine oder andere Minütchen beim Laden. Und was mich wirklich sehr erstaunt hat, ist der extrem niedrige Durchschnittsverbrauch bei diesen Geschwindigkeiten. Klar die Temperaturen waren günstig, die Strecke ist im Wesentlichen flach, aber trotzdem - das hätte ich dem Kleinen gar nicht zugetraut!

So, nun allen viel Spaß beim Testen, falls ihr es auch ausprobieren möchtet (und natürlich die entsprechende CCS-Infrastruktur entlang der Autobahn habt - sonst ist es mit dem 3,7 kW Lader eher öd… ;-)
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Re: e-Up! zweckentfremden auf der Langstrecke… ;-)

Beitragvon PowerTower » Mi 17. Aug 2016, 06:18

Prinzipiell sehe ich solchen Fahrten sehr entspannt entgegen. Dass der e-up! in kürzester Zeit viele Kilometer in den Akku schieben kann, ist mittlerweile bekannt. Es gibt daher nur eine echte Herausforderung auf längeren Strecken und das ist das Vorhandensein einer zuverlässig nutzbaren Schnellladeinfrastruktur. Kann das nicht garantiert werden, versaut es unter Umständen die ganze Reise. Dazu gehört auch Redundanz. Ich mag die von Allego bestückten Rasthöfe, an denen gleich vier Schnellladestationen stehen. Da macht es nichts, wenn einer belegt ist, einer defekt ist und der dritte meine Karte ablehnt. Irgendwie wird man dort schon Strom bekommen.

Daher resultiert auch, dass es keine Reichweitenangst geben kann, denn die Reichweite meines Fahrzeugs ist mir in allen Situationen gut bekannt. Aber die Ladesäulenangst, die fährt anno 2016 in Deutschland tatsächlich noch mit. So ist es auch an diversen Stellen im Forum beschrieben. Bei gleich fünf Schnellladern verteilt auf einer 160 km Strecke ist das wahrscheinlich sehr entspannt. 8-)

Aus persönlicher Erfahrung mit Li-Ion Akkus versuche ich es dennoch mit den Schnellladungen nicht zu übertreiben, zumal der e-up! nach meinem Kenntnisstand über keine Akkukühlung verfügt. Habe ich die Wahl zwischen einem 20 und einem 50 kW DC Lader, würde ich je nach Situation den 20er bevorzugen. Dann dauert das Laden zwar 5 Minuten länger, weil die 10-15 zusätzlichen kW in der Spitze gekappt werden, der Akku wird aber nicht so gestresst.

Die 550 km Route von Radebeul nach Heddesheim wollen meine Freundin und ich dennoch dieses Jahr in Angriff nehmen. Hinter dem sächsischen Horizont sieht es ja ganz gut aus mit den Lademöglichkeiten. Je nachdem wie gut dieser Trip funktioniert werden wird dann entscheiden, ob wir den Spaß mit dem e-up! einmal jährlich wiederholen, oder ob wir nicht doch lieber wieder mit der Bahn fahren. Für die 300 km in den Urlaub sehe ich allerdings gar keine Probleme, das ging auch schon zu Think-Zeiten ganz gut. ;)
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Re: e-Up! zweckentfremden auf der Langstrecke… ;-)

Beitragvon dedetto » Mi 17. Aug 2016, 07:39

Hallo.
Ich pendel z.Z. häufig zwischen Augsburg und Füssen. Die heimische Ladesäule hat unser e-UP! das letzte mal vor 400km genutzt.Geladen wird wo es halt geht. Mal zwischendurch mit CCS, mal beim einkaufen mit Schuko. Irgendwas geht immer, auch ohne Typ2. Das Kabel habe ich gar nicht mit.
Da ich die zuverlässigen und häufig sogar kostenlosen Ladestellen kenne versaue ich mir grade den Durchschnittsverbrauch. Immer zügig und vollgepackt ins Allgäu, da steht dann i.d.R. eine 12 vor dem Komma. Zu Hause auf den Innerortsstrecken ist man z.Z. immer unter 10. Dort ist der Akku nach 80km immer noch halbvoll ind die Reise ins Allgäu kann jederzeit beginnen.
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Re: e-Up! zweckentfremden auf der Langstrecke… ;-)

Beitragvon RG_ZW_UP » Fr 19. Aug 2016, 21:00

Hallo rolfrenz,
Vielen Dank für deinen Beitrag.
Ich pendelte täglich 40 km einfache Entfernung zur Arbeit und bekomme im September meinen E-UP. Ich freue mich schon drauf, bin bisher jedoch davon ausgegangen mit max. 90 km auf der Autobahn unterwegs zu sein.
Dein Bericht lässt mich hoffen auch in Zukunft mit meiner bevorzugten Geschwindigkeit zwischen 100 und 110 km fahren zu können ohne Angst liegen zu bleiben.

Grüße aus der Pfalz
Reiner
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Re: e-Up! zweckentfremden auf der Langstrecke… ;-)

Beitragvon rolfrenz » Sa 20. Aug 2016, 21:58

Hallo Reiner,

nach meinen Erfahrungen sollte das im Sommer klappen, wenn es flach ist. Im Winter wird es je nach Temperatur und Schneelage, sowie der persönlichen Temperaturfestigkeit eher 90-100 km/h werden, wenn du die 80 km schaffen willst.

lg und noch viel schöne Vorfreude auf deinen e-Up!
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Re: e-Up! zweckentfremden auf der Langstrecke… ;-)

Beitragvon RG_ZW_UP » So 21. Aug 2016, 09:47

Die Vorfreude habe ich. Zähle jeden Tag.
Je mehr ich im Forum über den E-Up lese, desto überzeugter bin ich genau das richte E-Autos für meinen Bedarf ausgesucht zu haben.
Ich wollte ja erst einen ION kaufen, wegen dem günstigeren Preis und weil ich mir den mal bei Flinkster zwei mal gemietet hatte. Beim 1. Versuch auf meiner Pendelstrecke habe ich diese nicht geschafft (es hätte vielleicht knapp gelangt aber als E-Auto-Unerfahrener hatte ich Angst vorm liegenbleiben und die Batterie war nicht zu 100% gefüllt). Beim 2. Versuch war die Batterie voll und ich hatte die 80 km mit 15 km Restreichweite geschafft. Das war allerdings im Sommer.
Das es im Winter mit der Reichweite eng wird hab ich mir gedacht und deshalb schon jetzt probiert mit LKW-Geschwindigkeit zu fahren. Auch das geht. Wenn man Vorausschauend fährt und den Rückspiegel im Auge behält, dann ist man für die anderen Verkehrsteilnehmer auch kein Hindernis.
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Re: e-Up! zweckentfremden auf der Langstrecke… ;-)

Beitragvon AndiH » Mi 7. Sep 2016, 15:12

RG_ZW_UP hat geschrieben:
Hallo rolfrenz,
Vielen Dank für deinen Beitrag.
Ich pendelte täglich 40 km einfache Entfernung zur Arbeit und bekomme im September meinen E-UP. Ich freue mich schon drauf, bin bisher jedoch davon ausgegangen mit max. 90 km auf der Autobahn unterwegs zu sein.
Dein Bericht lässt mich hoffen auch in Zukunft mit meiner bevorzugten Geschwindigkeit zwischen 100 und 110 km fahren zu können ohne Angst liegen zu bleiben.

Grüße aus der Pfalz
Reiner


Ich pendle täglich > 30km einfache Entfernung mit ca. 75% Autobahn Anteil. Im Sommer bei zügiger Fahrweise komme ich damit bei hin und zurück auf etwas mehr als halbvoll (Akkuanzeige links). Im Winter bei gemäßigtem Tempo mit Heizung etc. auf etwas weniger als halbvoll. Zumindest mit neuwertigem Akku solltest du deine 80km auch im Winter mit Heizung schaffen.

Gruß & Viel Spaß

Andi
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Re: e-Up! zweckentfremden auf der Langstrecke… ;-)

Beitragvon BiEmDablju » Mi 7. Sep 2016, 15:26

Hey rolfrenz,

Du hast nicht zufällig ein UU Kennzeichen? :D
Öhm... Strom in Ohm?! =D
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Re: e-Up! zweckentfremden auf der Langstrecke… ;-)

Beitragvon rolfrenz » Sa 10. Sep 2016, 18:58

Nein, ein SL...

lg
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Re: e-Up! zweckentfremden auf der Langstrecke… ;-)

Beitragvon BiEmDablju » Sa 10. Sep 2016, 19:51

Oh der Herr wohlt also ums Eck ;-)
Öhm... Strom in Ohm?! =D
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