Supercharger "for free - forever" auch beim Model3?

Sollen Supercharger grundsätzlich kostenlos bleiben

Ja. Das Konzept lässt sich dem Bedarf angepasst beliebig ausbauen
45
42%
Nein. Es sollte Superchargernutzung als kostenpflichtige Option geben (wie seinerzeit ModelS 60)
27
25%
Nein. Unterhalb ModelS sollten nutzungsabhängige Kosten für Superchargernutzung eingeführt werden.
34
32%
 
Abstimmungen insgesamt : 106

Re: Supercharger "for free - forever" auch beim Model3?

Beitragvon J_T_Kirk » Fr 3. Jun 2016, 14:00

Selbst bei Stromkosten von 15c/kWh für Tesla müsste der M3 Kunde erstmal mindestens 83.000 km fahren um 2500 EUR Aufpreis für die Superchargernutzung "herausgefahren" zu haben. Bei nur 3ct/kWh wären es sogar 415000 km. D.h., für Tesla macht es im Durchschnitt aller Käufer vermutlich immer Sinn die Supercharger "Flatoption" anzubieten, wobei sie den Aufpreis an der durchschnittlichen Fahrleistung der Kunden (wissen sie ja genau) und den Stromkosten orientieren werden. Warum sollten sie sich deshalb mit einem nicht notwendigen Abrechnungssystem rumplagen?

Auch halte ich die regelmäßige Nutzung eines Superchargers für das Laden um die Ecke nicht für verwerflich, da ich dafür ja als Kunde mit einer einmaligen Flatrate bezahlt habe. Wenn der Anbieter (hier Tesla) ein anderes Geschäftsmodell im Sinne hat oder wünscht muss er halt die Nutzung auch dementsprechend begrenzen. Das will Tesla aber definitiv bisher nicht. Meines Wissens musste bisher kein Teslakunde unterschreiben, dass er die Supercharger nur fürs Laden unterwegs nutzen wird.

Was die "Gerechtigkeit" bei Flatrates angeht halte ich diese Frage für müssig. Wenn ich mich als Kunde entscheide eine solche zu kaufen sind mir die Bedingungen bewusst. Und wenn ich sie dann nicht nutzte brauche ich mich auch nicht über die Quersubventionierung anderer Kunden, die diese intensiv nutzen, zu beklagen.

Das Argument, dass mehr gefahren wird, wenn die Energie "scheinbar kostenlos" bzw. zu einem festen Preis unbegrenzt zur Verfügung steht ist zwar nicht von der Hand zu weisen, das wird aber nur einen kleinen Teil der Teslafahrer betreffen. Und mit zunehmendem Anteil an regenerativer Energieerzeugung wird dieses Argument immer unwichtiger.
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Re: Supercharger "for free - forever" auch beim Model3?

Beitragvon Kellergeist2 » Fr 3. Jun 2016, 15:18

Von den 2.500,- € wird aber nicht nur der Strom bezahlt, sondern auch der Ausbau des SuC-Netzwerks finanziert.
Ein 8er-SuC kostet komplett ca. 250.000,- € bis er ans Netz gehen kann.
Tesla muss also erstmal 100 Fahrzeuge verkaufen, um die Kosten für den Bau eines SuC-Standort wieder reinzubekommen.

Aktuell gibt es 643 SuC weltweit.
Die erste 64.300 verkauften Tesla decken also gerade mal die Baukosten für die bisherigen SuC ab.
Da Tesla sein SuC-Netzwerk bis Ende 2017 verdoppeln will, bedarf es also weiterer 64.300 verkaufter Fahrzeuge.
Somit sind die Einnahmen aus der SuC-Flat der ersten 128.600 Fahrzeuge für den Aufbau des SuC-Netzwerks verbraucht.
Strom und Wartung ist damit noch nicht finanziert.
Okay, Tesla nennt die Kosten des SuC-Netz ja auch ihr "Werbe-Budget", von daher kann man die Stromkosten als "Werbungskosten" ausbuchen.

Um das Netzwerk aber auch weiterhin auszubauen, benötigt man auch weiterhin viel Geld.
Würden alle M3-Fahrer anstelle der SuC-Flat ein Pay-per-Use-Tarif (0,50 € / kWh) nehmen, dann müssten für einen einzigen neuen Standort 500.000 kWh verkauft werden.
Gehen wir von einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 15.000 km und einem Verbrauch von 20 kWh/100 km aus, dann entspricht das einem Jahresbedarf von 3.000 kWh pro Fahrzeug.
Es bedarf also 167 Model 3, die ein Jahr lang ihren gesamten Strom ausschließlich am SuC für 0,50 € / kWh beziehen, um einen SuC-Standort zu finanzieren.
Tesla geht beim Model S jedoch von einer SuC-Nutzung von max. 30% aus.
Somit bedarf es 557 Model 3, also der 5,5-fachen Anzahl Fahrzeugen gegenüber der Finanzierung per Flat.
Gruß, Kellergeist2
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Re: Supercharger "for free - forever" auch beim Model3?

Beitragvon Lenzano » Di 7. Jun 2016, 16:05

Krasse Rechnung.
Ich würde für meinen Strom schon zahlen, mach ich ja heute auch so. Der SUC wäre gute 20km weg.
Perfekt auf einer Reiseroute, aber nicht um im Flatrate-Tarif den normalen Fahrtstrom aufzunehmen.
Die die in der Nähe wohnen - für die wäre das denkbar. Aber ich würde an der Stelle sicher massiv drauf zahlen.
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Re: Supercharger "for free - forever" auch beim Model3?

Beitragvon TeeKay » Di 7. Jun 2016, 17:19

Kellergeist2 hat geschrieben:
Würden alle M3-Fahrer anstelle der SuC-Flat ein Pay-per-Use-Tarif (0,50 € / kWh) nehmen, dann müssten für einen einzigen neuen Standort 500.000 kWh verkauft werden.

In Nörre Alslev wurden an einem Wochenende im Juli 2015 an einem provisorischen 4er SuC rund 2500kWh geladen.

Am kostenlosen DBT-Schnelllader bei der CEZ Zentrale in Prag stehen rund 80.000kWh auf dem Zähler. Nicht alle Ladesäulen werden so kümmerlich genutzt wie Bürgermeister-AC-Säulen auf dem Land.

Was sind da schon 167 Model 3? 2020 will Tesla alle 31,54 Sekunden ein Model 3 produzieren, wenn sie 24/7 das ganze Jahr durchproduzieren. Wenn sie in einer 8h-Schicht an 280 Werktagen arbeiten, dann alle 8,06 Sekunden. 167 Tesla sind also die Produktion von 22,5 bis 88 Minuten.
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Re: Supercharger "for free - forever" auch beim Model3?

Beitragvon Karlsson » Mi 8. Jun 2016, 22:58

Also brauchen sie mindestens 3 Linien, die alle richtig brummen.

TeeKay hat geschrieben:
Nicht alle Ladesäulen werden so kümmerlich genutzt wie Bürgermeister-AC-Säulen auf dem Land.

Drum glaube ich auch, dass sich langfristig damit Geld verdienen lässt, auch ohne Mondpreise.
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Re: Supercharger "for free - forever" auch beim Model3?

Beitragvon Sheldon » Do 9. Jun 2016, 22:59

harlem24 hat geschrieben:
Mal ganz ehrlich, hat wirklich jemand damit gerechnet, dass die die gleiche Masche abziehen wie beim MS?
Ist beim halben Kaufpreis irgendwie nicht machbar, oder?
Und wenn sich der Preis im Rahmen des damaligen Aufpreises beim MS 60 einpendelt, dann kann imho auch niemand beschweren.


Isso. Aber was Solls... Die Leute wollen ja am liebsten alles umsonst. Selbst ein Model S gebraucht für den Preis eines M3 wird zu unendlichen unlogischen Diskussionen führen.
Bin zwar Befürworter eines M3, aber leider muss ich sagen, wenn 2017 die lokalen Preise bekannt gegeben werden, höre ich schon das genöle hier. Die ersten haben bei ihrem Model3 noch nicht die Kennzeichen drauf geschraubt, da startet schon das Gebrauchtwagenthema.
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Re: Supercharger "for free - forever" auch beim Model3?

Beitragvon Karlsson » Do 9. Jun 2016, 23:31

Jipp, als Gebrauchtwagen wäre er vielleicht eine Überlegung wert. Dann ab 2023. Aber Vorfreude ist ja die schönste Freude :lol:
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