Standzeitverlust SOC

Re: Standzeitverlust SOC

Beitragvon twiker01 » Sa 5. Mär 2016, 21:41

Jedes SC hat Zugang zu sehr guten Schulungsunterlagen. Falls dort wirklich noch Defizite vorhanden sein sollten, dann darf man die Kollegen darauf hinweisen.

Die Differenzen, nicht die Absolutwerte, der Einzelspannungen lassen mit ganz schnellem, einfachem Test viele Mutmaßungen ausschließen.
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Re: Standzeitverlust SOC

Beitragvon Denise » Sa 12. Mär 2016, 16:40

Hallo,

:-) erst mal wieder vielen Dank für eure Antworten, Meinungen und Zeit, dass hilft mir das Ganze so ein bisschen zu verstehen und vielleicht beim anstehenden Werkstattbesuch ein bisschen mit fachzusimpeln...

@ twiker01: Das mit dem Vollladen zur Abfahrtzeit kann ich natürlich nicht machen, lade ja öffentlich und will mit meinem Smarti nicht die Ladesäule über Nacht blockieren.

Batterieprotokoll hab ich ja leider bei der Inspektion vor 2 Wochen nicht bekommen konnte auf Nachfragen auch nicht nachträglich ausgedruckt oder per Mail gesendet werden!? Daher gibt es jetzt am Di. einen zweiten Termin in der Werkstatt, mit dem Auftrag, sich diesmal mit meiner Fehlerbeschreibung zu beschäftigen, die Batterie durchzumessen und mir büddeschön dann auch ein Protokoll zu geben.

Die Bitte die 12 V Batterie (sie ist jetzt 2 Jahre alt) zu prüfen gab es bei der Inspektion auch, angeblich alles ok. Hab nicht ganz verstanden was ich da mit dem "Zigarettenanzüner" machen kann um das selber zu prüfen?

@ all: Das mit dem Sprung nach oben von 88 % auf 99 % SOC währe ja allein nicht so schlimm, leider fällt die SOC-Anzeige eben auch genauso schnell wieder ab. Wie geschrieben, am nächsten Morgen sind von den "angeblichen 99 % SOC" nur noch so 92 - 94 % da, fahre dann keinen Kilometer hab nur noch 85 %. Ab hier fällt die SOC-Anzeige dann so wie man es erwarten würde.

@ Spül: Dein Rat wäre es mit dem Wagen mal mehrfach hintereinander zu laden, fahren, laden, fahren... Immer fast leer fahren und dann voll laden oder reichen auch Teilzyklen? Das ganze währe ja eine Tagesaufgabe :cry:

Liebe grüße und schönes Wochenende...
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Re: Standzeitverlust SOC

Beitragvon TWIKER » Sa 12. Mär 2016, 19:58

Hallo Denise,

eine Fortsetzung des "spannenden" Threads am Dienstag hört sich gut an ;)

Da Dein Problem im Bereich der Vollladung liegt, sollte die Batterie in der Werkstatt auf jeden Fall vollgeladen werden und dann der Batterietest gemacht werden. Noch besser wäre es, wenn auch schon vor der Aufladung mit Deinem Ankunfts-SOC bereits ein solcher Batterietest gemacht wird. Also eine Vergleichsmöglichkeit teilgeladen - vollgeladen. Und lass Dir nichts von Kosten aufschwatzen. Das ist nur eine Diagnose um festzustellen, ob etwas repariert werden muss oder nicht. Das ist erst mal das Wichtigste.

Nun noch ein paar technische Zusätze, die sehr "schwammig" dargestellt sind, aber vielleicht ein wenig die Zusammenhänge besser aufzeigen. Nach der Volladung ist die Höhe der Spannung und die Homogenität der Zellen interessant. Die Ladeschlussspannung sollte beim 451er bei 391V liegen - je wärmer der Akku desto näher. Dividiert man 391V durch die 93 Zellen in Reihe dann entspricht das der Ladeschlussspannung von 4,2 Volt pro Zelle. Das ist für eine LiON-Zelle schon recht nahe am Maximum und daher sollte der 451er nicht dauernd vollgeladen rumstehen, weil dies die Alterung beschleunigt. Das war meine Anmerkung möglichst erst zur Abfahrtszeit aufzuladen. Das BMS schaltet die Ladung ab, wenn eine Zelle die 4,2V überschreitet. Wenn nun ein oder mehrere Zellen in dieser Situation noch deutlich unter 4,2V liegen, dann wird das Fahrzeug quasi nicht vollgeladen. Das Abfallen der Spannung unter 391V (bzw. 4,2V je Zelle) nach der Ladung ist aber prinzipbedingt ganz normal. Insbesondere bei kalten Zellen fällt diese Spannung ab, weil die Spannung bei Kälte und Last viel stärker einbricht und andererseits beim Laden viel stärker ansteigt. Das BMS schaltet also bei 93 * 4,2V bei Kälte sozusagen etwas früher ab, weil die Zellspannung durch die Ladung stärker als bei Wärme erhöht ist. Daher ist es normal, dass bei Kälte die Spannung nach einer Vollladung etwas geringer ist als bei warmer Batterie.

Die Untergrenze ist eigentlich viel wichtiger, würde ich bei Dir aber zunächst außen vor lassen. Aber es wäre durchaus interessant, einen Batterietest auch bei 0% SOC zu machen um zu sehen, wie weit dabei die Spannungen der einzelnen Zellen absinken. Hier ist aber eine große Sicherheit einkalkuliert. Bei typischen 339V (0% SOC) ergibt sich noch eine Zellspannung von 3,64V. Da ist noch viel Luft nach unten bis zur Entladeschlussspannung von rund 2,5V. Darunter kann man die Zelle allerdings auch wegwerfen. Daher die notwendige Luft nach unten, damit der Kleine auch mal ein paar Wochen bei 0% SOC noch herumstehen kann ohne dass die Batterie einen Schaden nimmt. Sollte man aber tunlichst vermeiden, weil auch die Alterung schon vorher deutlich ansteigt.

Damit Du Dir nicht nur das Protokoll mit dem SOC-Wert andrehen lässt habe ich anbei ein solches Protokoll angehängt. Das ist ein reales Fahrzeug, aber NICHT vom Fahrzeug meiner Frau, unmittelbar nach einer Vollladung. Die Batterie war damals gut drei Jahre alt und noch in "mittelprächtigem" Zustand. Nach der Vollladung zeigt dieser auch nur 97,8% SOC an (z.B. Seite 4). Die Gesamtspannung lag nach der Vollladung bei 387V anstatt 391V. Das Fahrzeug stand einfach viel zu viel herum, was man schon am Kilometerstand sieht, nur rund 5.000 km pro Jahr. Unmittelbar vor der Messung wurde das Fahrzeug von 0% SOC vollgeladen - und stand davor längere Zeit mit 0% herum - sträflich, deshalb gemessen. Allerdings war es auch damals im Januar ziemlich kalt. Leider wird aber die Temperatur der Batterie im Protokoll nicht mit ausgegeben.

Dann noch kurz zu meinen Tipp der groben Kontrolle der 12V-Batterie über den Zigarettenanzünder. Das ist aber unnötig, da Du ja geschrieben hast, dass die 12V-Batterie getestet wurde und auch erst 2 Jahre alt ist. Wenn es Dich trotzdem interessiert: So ein kleiner Spannnungsanzeiger kostet nur 2-3 Euro. Den steckst Du in den Zigarettenanzünder und schaltest die Zündung ein (Stufe1 genügt). Dann siehst Du kurz die Spannung der 12V-Batterie (z.B. 11,5 ist schlecht oder 12,5 ist gut). Die Spannung steigt aber ganz schnell auf rund 14V, weil dann der DC-DC-Wandler die 12V-Spannung aus dem Hochvoltnetz versorgt. Das ist natürlich kein richtiger Test, aber der Vorteil liegt darin, dass dies wirklich Jeder und Jede hinbekommt und zumindest besser als gar nichts ist. Hier ein Link auf so eine Mini-Testanzeige bei Amazon:

http://www.amazon.de/Demarkt-Zigarettenanz%C3%BCnder-Batterie-Spannungsanzeige-Voltmeter/dp/B00KW5UP8K/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1457801150&sr=8-1&keywords=12v+zigarettenanz%C3%BCnder+spannungsanzeige
Dateianhänge
Batterietest-Smart-Beispiel-100%SOC.pdf
Beispielprotokoll Smart Batterietest
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Re: Standzeitverlust SOC

Beitragvon odyssey » Sa 12. Mär 2016, 23:09

@Denise: ich bin auch sehr gespannt, was bei einer hoffentlich ausführlichen Diagnose dann festgestellt wird. Halte uns bitte auf dem Laufenden...

@TWIKER: schön, hier auch mal weitere, reale Prüfdaten zu sehen! Danke :!:
Nur habe ich ein Problem, aus den Zellspannungen direkt einen "Verschleiß" der HV-Battrie abzuleiten. Insgesamt liegen 68% der Zellen in einem Korridor von ±3,27 mV. Das gesamte Delta (min, max) liegt bei 27 mV - und ich glaube damit gibt sich das BMS einfach zufrieden. Ich habe noch mal das Protokoll vom ersten Service (von 2014) durchgesehen: Sigma (68%) = 3,36 mV und ein Delta von 19 mV. Bei der Kapazitätsmessung waren noch 52,1 Ah da.

Aktuell läd meiner noch bis auf 100% voll. Nach 30min habe ich bei den aktuellen Temperaturen (< 5°C) nur 386V Gesamtspannung. SOC sinkt bei der Fahrt von den 100% normal ab. Das Delta nach dem Balancen ist ~25 mV.

Frage: welcher Zeitraum lag zwischen Ende der Ladung und dem Erstellen des Protokolls?

Hier mal die Daten visualisiert:
Deine Messung:
2012-11_49,8Ah.png

Meiner nach dem ersten Service (Nov. 2014):
2013-09_52,1Ah.png
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Re: Standzeitverlust SOC

Beitragvon Denise » So 20. Mär 2016, 17:55

Hallo,

zum aktuellen Stand der Dinge:

Mit dem Ladegerät ist wohl alles in Ordnung, Smarti hat nun auch ein Softwareupdate bekommen (warum das nicht der Jahresinspektion passiert ist weis ich nicht). Man hat nun festgestellt, dass an meiner Fehlerbeschreibung wohl was dran sein könnte (na ja, als Frau wird man eben nicht immer gleich ernst genommen, ganz besonders beim Thema Werkstatt und Auto). Aktuelle Feststellung der Werkstatt, Batterie ist laut Diagnosetool oder was auch immer, voll geladen, es werden auch 100 % SOC angezeigt und 145 km Reichweite, allerdings sind nur knapp über 80 % "Strom" ? "KW" ? (ich weis den genauen Wortlaut leider nicht mehr) drin. Auto muss nun erstmal in der Werkstatt bleiben und man stimmt sich zu allen weiteren Schritten mit dem "Werk" ab, ggf. muss die batterie ausgetauscht werden, das dauert wohl wenigstens 2 Wochen.
Bis dahin fahre ich einen 453er Smart Benziner... ihr glaubt gar nicht wie schrecklich dieser Rückschritt ins Ölzeitalter ist :cry:
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Re: Standzeitverlust SOC

Beitragvon Denise » So 20. Mär 2016, 17:59

... und dann auch noch mit Schlaltgetriebe... mir fehlt mein kleiner so... :cry:
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Re: Standzeitverlust SOC

Beitragvon twiker01 » So 20. Mär 2016, 20:24

Hallo Denise, danke für das Update. Jetzt wäre es umso interessanter ein Batterieprotokoll zu bekommen. Ich glaube aber nicht, dass man Dir das freiwillig gibt. Für diese Transparenz wären hier aber bestimmt alle dankbar. Vielleicht könnest Du hartnäckig darauf bestehen? Wenigstens die Frage, ob Zellen komplett ausgefallen oder nur degradiert sind und wieviel betroffen sind, sollten die Kollegen beantworten.
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Re: Standzeitverlust SOC

Beitragvon Denise » So 27. Mär 2016, 18:49

Hallo,

nun ist alles mit dem Akku in Ordnung, allerdings ist noch nicht klar, warum die Verluste im Stand auftreten. In der letzten Woche wurde nun mal das Radio abgeklemmt, das war es aber nicht. Na ja, ich hoffe mal das sich da in der Diagnosegeschwindigkeit noch etwas tut, eine elektrische Komponente pro Woche ist dann ja doch nicht so viel.

Hier dann mal das Wartungsprotokoll der HV-Batterie (17.03.2016 / 16972 km / 90,7 % SOC / 46,6 Ah):
Dateianhänge
HV-Batterie 17.03.2016 - 16972 km.pdf
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Re: Standzeitverlust SOC

Beitragvon Denise » So 27. Mär 2016, 18:56

In der Balkengraphik sieht das dann so aus:
Dateianhänge
Balkengraphik 17.03.16 - 16972 km.JPG
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Re: Standzeitverlust SOC

Beitragvon odyssey » So 27. Mär 2016, 21:20

Hallo Denise,

vielen Dank für die ausführlichen Daten und die Zellübersicht. Wie ich schon vermutet habe scheint sich das BMS mit einem Unterschied von ca. 25mV zufrieden zu geben. Ca. 90% (bei 46,6 Ah) wären nach zwei Jahren wirklich heftig! Lieder kann ich wirklich nicht sagen, wie genau die Messung der Gesamtkapazität zu beurteilen ist?! Die Außentemperatur hat sicherlich einen Einfluß auf das Messergebnis. Meiner ermittelte sehr stabil ~51 Ah bei Temperaturen <8°C. Gestern habe bei 15°C (Wagen stand in der "prallen" Sonne und war auch aufgewärmt) eine maximale Kapazität von 57 Ah ausgelesen - wer's glaubt :lol: !

Mal sehen, was sie noch finden?! Bei 90% Restkapazität wird Daimler sicher keinen Austausch-Akku spendieren.

Bitte halte uns weiter auf dem Laufenden...
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