Mein erster Werkstattbesuch - alter Schwede!

Funktioniert dein Renault ZOE nicht wie er soll? Hier wird dir geholfen

Mein erster Werkstattbesuch - alter Schwede!

Beitragvon NoComment » Do 3. Nov 2016, 20:32

Hallo,

heute war ich mit unserer aus F importierten Zoe (war dort Vorführer, hatte 1500km nach 10 Monaten am Tacho) das erste Mal in der Werkstatt, eigentlich nur wegen dem Emblem/dem Rhombus, das/der abblätterte, aber in den zwei Wochen, bis das Teil da war kamen noch ein paar andere Dinge dazu:
- OBD-Stecker funktionierte nicht als meine Reifen-Werkstatt (wartet ca. 20 Zoes) die neuen Reifensensoren anlernen wollte - am Telefon hatte vorab der Renault-Werkstattchef ein klare Analyse: es liegt am Lesegerät der Werkstatt wo ich war, mein Einwand dass auch meine OBD-Dongle alle nicht mal Strom bekamen wurde einfach ignoriert
- Der mittlere hintere Gurt hält nicht in der Verkleidung, baumelt also immer wieder mal raus
- Der Akkustand war immer wieder mal bedenklich, die Reichweite nie wirklich berühmt, obwohl wie gesagt nur 1500km am Tacho waren als wir ihn heuer Ende Juni bekamen
- Die Heizleistung bzw. Kühlleistung kam mir trotz aller Rücksichtnahme auf div. Threads hier doch ein wenig schlecht vor

Nun gut, die Werkstatt macht sich an die Arbeit, ich hab dort gewartet bzw. selbst gearbeitet (Selbständig = selbst und ständig). Nach einer halben Stunde kommt der Werkstattchef grinsend und hält einen ODB-Stecker ohne jegliche Pins oder Kabel in der Hand, und sagt "Das sind halt schlamperte Hund " (sorry, wir leben in Österreich, bedeutet "schlampig") ", da hat der Typ in der Fertigung wohl auf die Schnelle nicht das Kabel mit Stecker im Kabelbaum hinterm Armaturenbrett gefunden und einfach einen OBD-Blindstecker reingesteckt, damit der Wagen durch die optische QS kommt". Ich hab geglaubt ich spinn! Der Wagen ist seit er gebaut wurde noch nie (funktionierend) am OBD-Stecker gehangen, denn der war gar nicht angeschlossen! Was hat bitte der Händler, bei dem die Zoe fast ein Jahr stand, mit der gemacht? Nix offenbar! Erfreulicherweise konnten sie den echten Stecker finden und nun funktioniert alles.
Nächstes Highlight: die geringe Heiz- und Kühlleistung hat einen Grund, nämlich ein leckes Ventil, aus dem das Gas langsam entweicht. So weit so gut, aber erneut der Chef: "Wir haben voriges Jahr schon so einen Fall und da ebenso das Teil bestellt, das ist aber bis heute nie gekommen." Ok, ich hab mal in mich hinein meditiert, weil sowas hab ich noch nie gehört. Offenbar hatte ich aber kein Pokerface, denn der Chef hat gleich nachgesetzt und gesagt, sie können aber ein Teil vom Clio bestellen und das stattdessen einbauen. Na wenigstens was.
Bezüglich des baumelnden mittleren Gurts: es wird ein Verkleidungsteil bestellt (wo der Bügel vom Gurt eingefädelt wird), aber man weiß nicht ob das überhaupt geliefert werden kann.

Also irgendwie bin ich jetzt schon ein wenig paff. Als Krönung hat der SoH-Check nur 85% ergeben, das deckt sich fast exakt mit dem Wert über den Showroom-Reset, und da ich nun endlich einen funktionierenden OBD-Stecker hab konnte ich endlich mit CanZE ran und er gibt ebenso 85% aus. Da sich der Wert beim Showroom-Reset seit der Übernahme (mit 1500km) nicht geändert hat war also der Akku schon so mies. Entweder hat der Händler in F das Auto komplett entladen lassen, oder auf 100% aufgeladen und lange im Sommer stehen lassen - so oder so sind 85% bei nun 13.000km schon echt mies. Meine Hoffnung, dass das bald auf unter 75% geht, am besten noch bevor wir das Upgrade auf die 41kWh machen, ist begrenzt....

Nun denn, ich bin ein wenig schockiert über die Erlebnisse! Habt Ihr ähnliches erlebt?
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Re: Mein erster Werkstattbesuch - alter Schwede!

Beitragvon novalek » Do 3. Nov 2016, 21:34

Sagen wir es einfach - der Wagen war sicherlich ein Ersatzteil-Spender im Zentral-Massiv, für CIOs, ZOEs etc. So macht man das auf dem Land ....das hat was für sich.
Das Verfahren ist deswegen ja auch recht sicher, es gilt französisches Recht - und Renault wird das Problem schon per Garantie richten.
Ansich müßte Renault bei der Akku-Gesundheit bestens informiert sein, wenn es sich um einen Leih-Akku handelt.
Bei Kaufakkus hätte man schlechte Karten.
Geht man von der Idee eines Ersatzteilspenders aus, kann man nur hoffen, daß alle Elektrik-Komponenten im ursprünglich gelieferten Zustand sind.
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Re: Mein erster Werkstattbesuch - alter Schwede!

Beitragvon e-mike » Do 3. Nov 2016, 21:43

Das mit dem "es gilt französisches Recht" stimmt nur bedingt. In Europa gibt es einheitlich geregelte Verbrauchergesetze.

Diese besagen z.B. dass sich beim Verkauf eines Autos (aber auch anderer Waren) an einen ausländischen (EU) Privatkunden der Gerichtsstand an den Wohnort des Privatkunden verlagert. Wenn Du also rechtlich gegen der Händler vorgehen willst, hätte er massive Nachteile.

Deine Geschichte klingt aber echt abenteuerlich. Du kannst mir gerne mal den Namen des Franz. Händler per PN zusenden. Vielleicht kann ich Dir irgendwie helfen.
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Re: Mein erster Werkstattbesuch - alter Schwede!

Beitragvon NoComment » Fr 4. Nov 2016, 08:12

Danke fürs Feedback. Ich habe den Wagen nicht bei einem Händler in F gekauft, sondern bei einem befreundeten Unternehmer hier in AT (eigentlich ist es ein Mietkauf), der den Wagen (und viele andere) importiert hat. Das ist auch nicht das Problem oder Teil des Problems. Ich hab auch kein Bedürfnis, irgendwen zu klagen oder unter Druck zu setzen, weder in F noch in AT, mich verwundert einfach die Qualität, die hinter solchen Ereignissen steht - wie kann ein Auto, bei dem der OBD-Stecker nicht funktioniert weil nicht angeschlossen, jemals aus einer Fabrik raus fahren? Wo hängt sich die QS zum Schluss an, wenn nicht am OBD-Stecker, um rauszufinden dass das Häusl überhaupt funktioniert und alle Steuergeräte die Signale von den vielen Sensoren empfangen? Und offenbar sieht es mit Ersatzteillieferungen nicht besonders gut aus bei der Zoe. Da das Auto ja noch unter Garantie/Gewährleistung steht sehe ich da auch keine Problem dass die Sachen nicht vollständig repariert werden.

Mich hätte einfach nur interessiert ob das unter Einzelfall einzuordnen ist oder auch andere solche Erfahrungen, vor allem mit der Ersatzteilbeschaffung, gemacht haben.
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Re: Mein erster Werkstattbesuch - alter Schwede!

Beitragvon Mimer » Fr 4. Nov 2016, 08:35

NoComment hat geschrieben:
Mich hätte einfach nur interessiert ob das unter Einzelfall einzuordnen ist oder auch andere solche Erfahrungen, vor allem mit der Ersatzteilbeschaffung, gemacht haben.

Zum Thema Ersatzteilbeschaffung bei Renault:
ich habe diesen Sommer über 5 1/2 (fünfeinhalb) Wochen auf ein Ersatzteil ("Gleichrichter") warten müssen für mein Zoe R240.
Insgesamt (Werkstatt hat den Einbau nicht hinbekommen) war das Auto 7 Wochen weg. Finde ich untragbar. Diese Erfahrung hat mein Verhältnis zu Renault deutlich abgekühlt.
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Re: Mein erster Werkstattbesuch - alter Schwede!

Beitragvon energieingenieur » Fr 4. Nov 2016, 09:29

Den SoH kann die Werkstatt so schnell nicht ermitteln. Der SoH-Wert im CanBUS ist ein errechneter Wert auf Basis verschiedener Parameter und hat nichts mit der tatsächlichen Akkukapazität zu tun. Um den echten SoH zu ermitteln, muss der Akku im Labor vermessen werden.
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Re: Mein erster Werkstattbesuch - alter Schwede!

Beitragvon energieingenieur » Fr 4. Nov 2016, 09:35

NoComment hat geschrieben:
Mich hätte einfach nur interessiert ob das unter Einzelfall einzuordnen ist oder auch andere solche Erfahrungen, vor allem mit der Ersatzteilbeschaffung, gemacht haben.


Ich habe mit meiner Renault-Werkstatt sehr positive Erfahrungen gemacht. Ich war von dem Motorproblem der aller ersten ZOE-Generation betroffen. Der komplette Motorentausch hat grad mal einen Tag gedauert. Die Kompetenz der Werkstätten für den Bereich Elektrofahrzeuge streut aber recht groß. Es gibt welche, die dazu keine Ahnung haben und an Strom lieber gar nicht ranwollen und es gibt welche, wo die Kunden über 200km Anfahrt in Kauf nehmen, weil die Mechaniker da so gut sind und sich mit den Elektrofahrzeugen gut auskennen.

Für die schleppende Ersatzteilbeschaffung kann dir Werkstatt nichts. Wenn Renault das Teil nicht liefern kann, was soll die Werkstatt da machen? Ist für die ja auch blöd.
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Re: Mein erster Werkstattbesuch - alter Schwede!

Beitragvon NoComment » Fr 4. Nov 2016, 14:34

Mit der Werkstatt hab ich auch kein Problem. Die bemühen sich so gut sie eben können. Die machen auch für österreichische Verhältnisse viele Zoes, die wissen was sie tun, so ist zumindest meine Wahrnehmung.

Dass der SoH nur ein Rechenwert ist ist mir bekannt (Telematik-Studium), reicht mir (und wohl auch allen anderen) aber aus um die praktische Leistungsfähigkeit zu ermitteln. Immerhin wird auch nach diesem Wert der Austausch gemacht (wenn auch mit einem definierten Verfahren, wie der Akku davor zu behandeln ist). Nachdem unserer aber auch beim Balancing sehr sehr lange braucht (3-4h sind keine Seltenheit NACHDEM 99% erreicht wurden) und da Energiemengen rein gehen, die wohl nur in Wärme umgesetzt werden (mehrere kWh für diese 3-4h Balancing), und auch CanZE sowohl Zellen im roten Spannungsbereich (hohe Spannung) als auch im schlechten (niedrig) nach dem Laden anzeigt hat der Akku sicherlich mal was abbekommen.
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Re: Mein erster Werkstattbesuch - alter Schwede!

Beitragvon Twister » Fr 4. Nov 2016, 16:39

Das mit den leeren OBD Steckern kommt leider sehr oft bei franz. Importfahrzeugen vor...
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Re: Mein erster Werkstattbesuch - alter Schwede!

Beitragvon novalek » Fr 4. Nov 2016, 17:50

Twister hat geschrieben:
sehr oft bei franz. Importfahrzeugen vor...
Wäre ja schön, wenn das Nähkästchen ein wenig mehr geöffnet würde - warum ? Wie kommt Patric denn an den CAN-Bus, um Fehler auszulesen oder was einzustellen ?
Oder werden die Teile vom Importeur gleich auf dem grauen Markt eingelagert ?
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