Kurzschluß und Knall

Funktioniert dein Renault ZOE nicht wie er soll? Hier wird dir geholfen

Re: Kurzschluß und Knall

Beitragvon energieingenieur » Fr 27. Jun 2014, 15:46

bm3, danke für das Update. Ich war mir auch nicht sicher, ob das so stimmt. Habe die Aussagen von Mennekes und Renault nicht selbst nachgeprüft. Deine Aussage klingt auch recht plausibel. Vor allem, dass allein das Fahrzeug die Stromanforderung entscheidet.

Trotzdem würde mich mal interessieren, an welchen Ladestationen die ZOEs abgebruzelt sind... (Alter, Hersteller, etc.)
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Re: Kurzschluß und Knall

Beitragvon mlie » Fr 27. Jun 2014, 18:27

Energieingenieur, du belastet Renault gerade unwahrscheinlich schwer:

Renault WEIß, dass es Ladesäulen gibt, die falsch oder eher nicht zum ZOE kompatibel kommunizieren, weil man die "alte Norm" der Kommunikation nicht implementiert hat.
Anstelle nun das Timing im eigenen Produkt zu reparieren oder Conti ihr Gefrickel vor die Füße zu werfen und auf Nachbesserung zu drängen, wird die Verantwortung und Kosten für die Fehlerbeseitigung auf den Ladepunktbetreiber geschoben. Es ist damit grob fahrlässig, dieses Produkt auf den Markt zu bringen, wenn eine bekannte Fehlfunktion da ist.

Niemand käme auf die Idee, eine Lok auf die Schiene zu setzen, die an jeden 10.000. Bahnübergang die Schranken oben lässt. Und wenn dann ein passierendes Auto gerammt wurde, wird gesagt, dass der Bahnübergang nicht DB-Ready ist, aber auf Kulanzbasis wird das Blech an der Lok wieder geradegedengelt. (Ich weiß, nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich)

Ich kann verstehen, dass solche Fehler bei der Produktentwicklung bei Conti nicht auftreten und erst "im Feld" bemerkt werden. Dann muss da aber hurtig eine Rückrufaktion losgehen und die Firmware angepasst werden.
Das zugrundeliegende Problem scheint aber tiefer, nämlich die unzuverlässige 1/3Phasenumschaltung. Leider liegt mir kein Schaltbild vor, aber scheinbar wurde ein einfaches Relais/Gleichrichtereinheit weggespart, und die Umschaltung erfolgt über eine Verbindung von N zu L2 bei 1ph-Betrieb. Das das bei einem Defekt des Relais oder dessen Ansteuerung recht laut knallt, erleben wir nun häufiger.
Vorschlag: Im Prinzip muss entweder für 1Ph-Betrieb ein Extraladegerät mit 13A/3,0kW eingebaut werden (könnte man gleich kombinieren mit 7m Schukospiralkabel a la Twizy) oder es muss zuverlässig dieser Fehler verhindert werder - wie, das ist Aufgabe von hochbezahlten Ingenieuren. Das Extraladegerät würde bei Serie auch nicht allzuteuer sein und viel Ärger sparen, gerade bei Stichwort "Effizienz im unteren Lastbereich".

Unabhängig davon, um hier noch was Produktives darzustellen: Der Superbummseffekt trat an einer
- 22kW KeBa Wallbox auf, welche im November 2012 bei Conrad Elektronik bezogen wurde.
- Die Netzimpedanz war relativ gering.
- Der Firmwarestand ist mir nicht bekannt,
- der Firmwarestand der "superbumms-ZOE" auch nicht, aber das könntest du vielleicht in Erfahrung bringen.

Vorher hatte eine ZOE von Mohaa vollkommen problemlos geladen, mit derselben Wallbox und mit noch niedrigerer Netzimpedanz. Spannung bei mir um 238V, da nah am Trafo.

Vielleicht sollte man diese Angaben auslagern und in einem anderen Tröt sammeln?
Zuletzt geändert von mlie am Fr 27. Jun 2014, 19:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kurzschluß und Knall

Beitragvon TeeKay » Fr 27. Jun 2014, 19:43

Ich seh das wie mlie. Wenn es verschiedene Standards gibt, dann muss das Produkt bei sicherheitsrelevanten Punkten mit dem niedrigsten am Markt verfügbaren Standard kompatibel sein oder die Ladung bei allen Versionen < dem des Autos die Ladung generell verweigern.

mlies Zugbeispiel passt ganz gut. Es gibt verschiedene Zugsicherungssysteme auf dem Markt. Sehr alte, und sehr neue. Ein neuer ICE Velaro beherrscht sowohl neue als auch alte Systeme. Eine Lok Baujahr 1990 beherrscht nur die alten Systeme. Ein ICE kann sowohl auf Strecken mit dem neuen als auch alten System fahren, eine Lok Baujahr 1990 darf aber nicht auf die Strecken mit dem neuen System. Wenn Renault nicht zuverlässig ausschließen kann, dass seine neue Lok auf alten Strecken fährt, müssen sie eben beide Systeme berücksichtigen.

Ich bin mir sicher, jeder Richter in Deutschland sähe das genauso. Es ist einem privaten Normalnutzer weder zumutbar noch möglich herauszufinden, ob jede genutzte Lademöglichkeit dem vom Zoe benötigten Standard entspricht. Zum Beispiel meine Mennekes Ladesäule vor der Haustür akzeptiert keine 16A-Kabel am 32A-Anschluss. Soweit ich informiert bin, ist das ein Problem mit der alten Firmware auf der Ladesäule. Ich kann also annehmen, dass die Säule tendenziell auf einem alten Stand ist. Aber wie sollte meine 60 jährige Mutter das wissen? Vattenfall Hotline anrufen? Haha, das hab ich einmal Sonntags morgen gemacht. Da geht jemand ran, der hörbar gerade dem Bett entsteigt und von mir geweckt wurde. Der wird mit Sicherheit wissen, was ich von ihm will.
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Re: Kurzschluß und Knall

Beitragvon MarkusD » Fr 27. Jun 2014, 20:34

TeeKay hat geschrieben:
..., eine Lok Baujahr 1990 darf aber nicht auf die Strecken mit dem neuen System.
Doch, auf Sicht fahren, also maximal 40km/h (glaube ich, können auch nur 20km/h sein).
Übertragen auf E-Fahrzeuge: Schuko-Ladung mit maximal 10A.

Aber an sich müßte das ein Grund für einen Rückruf sein, um die ZOEs entsprechend umzurüsten.
Es betrifft zwar nicht die Sicherheit beim Fahren, aber bei verklebten Schützen ist mit den möglichen Lichtbögen auch nicht zu spaßen. In den meisten Fällen mag das nur Sachschaden ergeben, aber wehe, wenn einmal nicht.

Gruß
Markus
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Re: Kurzschluß und Knall

Beitragvon Gigafarad » Fr 7. Okt 2016, 07:49

Schon bisschen älter hier, aber das Problem passt vielleicht. Ich fahre ja eine R240, dem Strang hier entnehme ich aber, dass das obige Problem ein Conti-Problem ist. Egal, vielleicht passt es ja doch:

Ich habe vorgestern abend an einer EnBW-Säule in Stgt-Sillenbuch geladen, was nicht funktioniert hat, an beiden 22kW-Dosen nicht ("Kabel prüfen" sagt Zoe). Nachdem ich beide Seiten probiert hatte, waren beide Ladedeckel gesperrt und die Säule sagte "beide Ladestellen belegt" :-D Ok, dann ist die Säule wohl hin, dachte ich, und fuhr nach hause. Natürlich gleich eine Störung im GE-Verzeichnis gemeldet. Daheim an die Bettermann-Box gesteckt und *zack* war die Leitungssicherung raus (3x32A). Am nächsten Tag nochmal probiert, dasselbe. Habe auch den Notziegel versucht, dann steht die Zoe auf "Batterieladung unmöglich" bis zum nächsten Einschlafen. Dann verschwindet die Nachricht, es geht aber immer noch nicht. Die Sicherung bleibt drin beim Ziegel.

Damit ich auch ein Ersatzfahrzeug kriege, hab ich den Wagen per Assistence zum Händler fahren lassen (so ein Schwachsinn! Da muss einer aus 35km Entfernung anrücken um mein Auto ins 3km entfernte Autohaus zu fahren. Aber wenn ich es nicht so mache, darf ich den Ersatzwagen selber blechen! Ahrg!). Jetzt schauen wir mal was rauskommt. Aber wenn die Sicherung fliegt, dann ist wohl der Lader hin (Kurzschluss). Wenigstens tut die Bettermann-Kiste noch, den Ersatzwagen kann sie problemlos laden *Puhh*. Kabel kanns auch nicht sein, sonst würde der Ziegel ja funktionieren.

Ich halte das Forum auf dem Laufenden, was herauskommt. Vor allem interessiert mich die Ursache, ob das die EnBW-Station war oder der blanke Zufall.

Liebe Grüße an die Gemeinde,
Roland
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Re: Kurzschluß und Knall

Beitragvon STEN » Fr 7. Okt 2016, 09:44

Da kleben wohl die Relais, die die Umschaltung zw. 1-phasigem und 3-phasigem Ladebetrieb
vornehmen.

Passiert immer dann, wenn irgendwann mal die L2 gefehlt hat, die ZOE dann auf 1-phasigen Betrieb umschaltet, und
dabei intern die L2 und L3 auf N verbindet. Das knallt dann ein wenig, und es sind neue Relais in der ZOE fällig.
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Re: Kurzschluß und Knall

Beitragvon kaiuwe » Fr 7. Okt 2016, 10:34

STEN hat geschrieben:
...Passiert immer dann, wenn irgendwann mal die L2 gefehlt hat, die ZOE dann auf 1-phasigen Betrieb umschaltet, und
dabei intern die L2 und L3 auf N verbindet. Das knallt dann ein wenig, und es sind neue Relais in der ZOE fällig.


Nur mal so aus Interesse: warum verbindet die Zoe überhaupt L2 und L3 mit N ?
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Re: Kurzschluß und Knall

Beitragvon bm3 » Fr 7. Okt 2016, 11:02

Da musst du wohl die Entwickler des Ladegerätes fragen,das wurde nach meinem Eindruck jedenfalls, zumindest anfänglich bei Conti wohl "mit der schnellen Nadel" zusammengestrickt. So wurde die interne Verschaltung hier im Forum jedenfalls mal gemessen, wahrscheinlich dann weniger Aufwand im Ladegerät. Könnte es auch sein dass die Zoe bei einphasigem Laden L1, L2 und L3 miteinander verbindet um sicher zu gehen das die eine Phase auch bei ihr ankommt ? Dann würde es bei Drehstrom nämlich auch gewaltig krachen. Hier wurde auch mal so ein Prinzipschaltbild des Zoe-Ladegerätes gepostet.
Ein Fehlerschwachpunkt wird aber immer die interne Umschaltung zwischen einphasigem und dreiphasigem Laden in einem Ladegerät, egal welchem, bleiben.
Der neue Fall hier ist aber aussagekräftig. In dieser beschriebenen fehlerhaften internen Konstellation löst die Zoe dann die Sicherungen beliebig vieler Wallboxen aus und meist stellen die sich nicht von alleine wieder zurück sondern jemand beim Ladestellenbetreiber muss zur Ladestelle fahren und manuell die Sicherungen wieder einschalten. Wer ist nun prinzipiell für den verursachten Aufwand haftbar ? Doch bestimmt zu allerletzt der Ladestellenbetreiber, der müsste seinen Aufwand , im Gegenteil, eigentlich von jemandem erstattet bekommen ?
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Re: Kurzschluß und Knall

Beitragvon EVduck » Fr 7. Okt 2016, 11:03

Um einphasig zu laden. Ist ein wenig (nun sagen wir mal:) ungewöhnlich implementiert. Möglicherweise konnte Conti so ein paar Cent sparen.
Edith sagt: Zweiter...
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eFahrzeug: Zoe Intens perlweiß
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Re: Kurzschluß und Knall

Beitragvon Gigafarad » Fr 7. Okt 2016, 11:13

STEN hat geschrieben:
Da kleben wohl die Relais, die die Umschaltung zw. 1-phasigem und 3-phasigem Ladebetrieb
vornehmen.

Passiert immer dann, wenn irgendwann mal die L2 gefehlt hat, die ZOE dann auf 1-phasigen Betrieb umschaltet, und
dabei intern die L2 und L3 auf N verbindet. Das knallt dann ein wenig, und es sind neue Relais in der ZOE fällig.


Danke für die Info. Klingt abenteuerlich, was Renault da geschaltet hat. Der einzige Ort, wo L2 je gefehlt haben kann, muss dann wohl die EnBW-Säule von vorgestern (2016-10-05 gegen 21:00) gewesen sein. Davor ging's und danach nicht mehr. Der Bettermann-Kiste vertraue ich eigentlich, und die hängt direkt (über eigenem FI und Automat) parallel an meinem Hausanschluss.
Nur: geknallt hat es bei mir nicht, komischerweise. Nur das "klack" der Relais habe ich gehört (und das Licht in der Garage erlosch :) )
Übrigens: ich habe keinen Conti-Motor, ich fahre R240. Also vielleicht ein neues Problem...

So einfach scheint das Problem nicht zu sein. Ich habe heute vormittag schon zwei SMS bekommen "Durch einen Fehler im Fahrzeug oder in der Ladestation wurde der Ladevorgang unerwartet beendet.". Die Werkstatt scheint schon zu schwitzen. Gottseidank hab ich einen Ersatz-Zoe bekommen und keinen Twingo oder sowas.
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