PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

Beitragvon AndreasDEG » So 20. Dez 2015, 16:39

Hallo

2016 werden die Automobilhersteller viele neuen PHEV auf den Markt bringen. Von den Stückzahlen her werden diese wohl die reinen E-Autos bald in den Schatten stellen. Ich befürchte, dass diese Entwicklung eher schädlich ist.

1.
PHEV haben im NEFZ-Prüfzyklus einen sagenhaft geringen CO2-Ausstoß von teilweise <50 g/km. Diese Werte werden den Autoherstellern helfen, die strengen Vorgaben beim Flottenverbrauch (<95 gr ab 2020) zu erfüllen.
Dadurch haben die Automobilhersteller weniger Bedarf, praxistaugliche BEV zu entwickeln.

2.
PHEV können im rein elektrischen Betrieb nur ca. 30km zurücklegen, werden also wohl sehr oft im Verbrenner-Modus bewegt werden.
Die Erhöhung der rein elektrischen Reichweite ist jedoch nicht lukrativ: Es erhöht nur den Verkaufspreis, bingt aber nur wenig in der CO2-Bewertung im NEFZ-Zyklus. Geringerer Preis erhöht aber die Verkaufszahlen.

3.
In der Praxis werden die Verbrauchswerte bei weitem überschritten, ein SUV als PHEV schadet der Umwelt also mehr als ein "normaler" Golf.

4.
Wir brauchen einen Aufbau einer Schnellladeinfrastruktur entlang der Autobahn. Dies wird durch eine PHEV-Schwemme nicht gefördert. Lediglich an den Aldi-Parkplätzen dieser Welt werden diejenigen Ladesäulen blockiert, die für die BEV überlebensnotwendig sind.

Natürlich werden die PHEV z.B. die Fertigungskosten für die Akkus verringern. Trotzdem sollte der Gesetzgeber einschreiten, dass PHEV anhand ihres realisitischen CO2-Ausstosses bewertet werden. Dadurch würden reine E-Autos wieder interessanter für die Hersteller.

Gruß
Andreas
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Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

Beitragvon graefe » So 20. Dez 2015, 16:50

Hatten wir das Thema nicht schon mal? :D Sei's drum: Wenn ein durchschnittlicher Cayenne-Fahrer, um die Kinder zur Schule zu bringen, ins Büro und am WE in die Stadt zum Shoppen oder zum Golfclub zu fahren, dies dank Hybrid in Zukunft zu 100% elektrisch tut, dann ist das doch etwas Gutes. Und dass der Besitzer dafür einen SUV mit 8-Zyl.-Motor braucht, mit dem er theoretisch auch >500km mit 180km/h fahren kann, ist vermutlich in vielen Fällen eher ein psychologisches Problem.

Meines Erachtens ist PHEV eine notwendige Brückentechnologie hin zum reinen BEV.

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Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

Beitragvon sonnenschein » So 20. Dez 2015, 16:56

graefe hat geschrieben:

Meines Erachtens ist PHEV eine notwendige Brückentechnologie hin zum reinen BEV.



+1
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weil einem so viele entgegen kommen.
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Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

Beitragvon AndreasDEG » So 20. Dez 2015, 17:37

graefe hat geschrieben:

Meines Erachtens ist PHEV eine notwendige Brückentechnologie hin zum reinen BEV.

Graefe


Damit das möglich ist, müssten die Autohersteller mehr Aufwand treiben.

Beispiel, (sofern korrekt gegoogelt)
Outlander PHEV kann nur elektrisch heizen, wenn er an das Ladekabel angeschlossen ist - Heizen während der Fahrt bedeutet immer Verbrenner-Einsatz. Die Kinder im Winter auf dem Weg zum Kindergarten müssen wohl frieren.

Wie die Heizung bei den neuen PHEVs funktioniert, weiss ich nicht.

Gruß
Andreas
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Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

Beitragvon Cyberjack » So 20. Dez 2015, 18:53

Der Ampera kann rein elektrisch heizen, sowohl am Kabel, als auch Standalone.

Gibt's alles schon...

M.
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Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

Beitragvon ganderpe » So 20. Dez 2015, 18:56

elektrisch heizen ist eh nicht sinvoll. wenn die verbrenner abwärme genutzt wird ist die effizienz vermutlich besser als mit kohlekraftwerk hergestellter strom.
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Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

Beitragvon Kim » So 20. Dez 2015, 19:12

Man sollte einfach das Auto kaufen, das zum Nutzerprofil passt.

Bei mir passt der Outlander PHEV in jeglicher Hinsicht (Reichweite, Grösse rezipro. zum Geschlecht, Allrad, Dichte der Lade-/ Schnellladestationen) wie ein massgeschneiderter Handschuh.

Mein Profil nach +17.500km (und nicht ein durchschnittlich Angenommenes)Deinem Startpost gegenübergestellt:

zu 1.) ich fahr die letzten 17.500+ km mit 10gr (arbeite aber daran, wieder auf 9gr runterzukommen)
zu 2.) jetzt im Winter bin ich bei 50km, sonst komme ich auf 60km
zu 3.) bei mir eher das genaue Gegenteil
zu 4.) Falsch. Es muss sowohl an den Autobahnen wie auch sonst überall wesentlich mehr Schnell-/Ladestellen geben.
Es müssen schnellstens mindestens so viele Lade- wie Tanksäulen an die Strassen...!

Auch der Outi lässt jederzeit vorheizen solange er noch >15% nutzbar im Akku hat. Nur der Fluence lies sich nur heizen wenn er voll UND am Stecker war.
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Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

Beitragvon graefe » So 20. Dez 2015, 19:32

ganderpe hat geschrieben:
elektrisch heizen ist eh nicht sinvoll. wenn die verbrenner abwärme genutzt wird ist die effizienz vermutlich besser als mit kohlekraftwerk hergestellter strom.

Sehe ich auch so. Das Verbrennen von Benzin zur Wärmegewinnung dürfte doch 100% effizient sein. Ich wundere mich, warum Elektroautos keine Benzin-Zusatzheizung haben, damit nicht 4000W hochwertiger Strom der Mini-Batterie zum heizen vergeudet wird.

@Kim: Vermutlich tue ich ausgerechnet Dir Unrecht, aber ein SUV ist heute in der Regel ein Prestigeobjekt und eine völlig unnötige Energieverschwendung, egal wie er angetrieben wird und egal ob er von Tesla oder Mitsubishi kommt.

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Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

Beitragvon Maverick78 » Mo 21. Dez 2015, 08:18

graefe hat geschrieben:
Hatten wir das Thema nicht schon mal? :D Sei's drum: Wenn ein durchschnittlicher Cayenne-Fahrer, um die Kinder zur Schule zu bringen, ins Büro und am WE in die Stadt zum Shoppen oder zum Golfclub zu fahren, dies dank Hybrid in Zukunft zu 100% elektrisch tut, dann ist das doch etwas Gutes. Und dass der Besitzer dafür einen SUV mit 8-Zyl.-Motor braucht, mit dem er theoretisch auch >500km mit 180km/h fahren kann, ist vermutlich in vielen Fällen eher ein psychologisches Problem.

Meines Erachtens ist PHEV eine notwendige Brückentechnologie hin zum reinen BEV.

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Genau, eine notwendige Brückentechnologie, auch um die Hemmschwelle im Kopf zu überwinden.
Ich sehe dies nicht nur bei den "Cayenne"-Fahrer so. VIele Außendienstmitarbeiter haben nicht das Budget um sich einen Tesla MS zu gönnen. Lieber akzeptiere ich es, das sie auf der Autobahn mit Verbrenner fahren und dafür z.b. in der Stadt elektrisch. Zumindest solange, bis es bezahlbare BEV mit entsprechenden Reichweiten gibt.
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Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

Beitragvon eDEVIL » Mo 21. Dez 2015, 09:14

Die Krückentechnologie wird kostenmässig aber nicht lange die Nase vorn haben.

40 kwh + kompakter rex wäre heute schon machbar in "Vertretergrösse"
303,8km Q210 ZOE ohne Nachladen oder schieben 8-)
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
"Online" heißt es nicht, das ich auch hier im Forum bin, sondern nur das einer meiner PCs oder mobilgeräte online ist.
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