60kWh und 340km Reichweite?

Re: 60kWh und 340km Reichweite?

Beitragvon twiker01 » Mo 5. Sep 2016, 19:47

Ich weiß, ich bin ein Exot, aber ich fahre mit fast 9 Jahren auch schon ziemlich lange elektrisch.

Natürlich soll und darf jeder für sich entscheiden, aber sinnlos einen Riesenakku rumzuschleppen ist nicht wirklich umweltfreundlich.

Schon der 8 kwh Akku meines Twike ist mindestens für 1 Million Kilometer gut und ich bin bisher erst rund 150.000 damit gefahren. Das TWIKE war das erste Elektrofahrzeug mit mehr Fahr- als Ladezeit.
Beim eSmart mit 22kw Lader ist das Verhältnis bereits rund 4 zu 1. Vorausgesetzt man fährt keine Autobahn, also 2 Stunden für 100 km Fahrt und dann die verbrauchten 12 kwh in gut 30 Minuten wieder aufgeladen. Das reicht gerade noch für eine Kaffeepause, beim Essen reduzieren wir bereits auf 12A (3x3kw=9kw) damit die Akku-voll-SMS nicht bereits kommt bevor das Essen auf dem Tisch steht. Und der Akku ist im Normalfall bereits für 3 Millionen Kilometer gut.

Das ist keine Theorie, sondern unsere jahrelange Erfahrung.

Wers schneller braucht sollte gut abwägen, ob eine schnelle Lademöglichkeit gegenüber der Ressourcenverschwendung nicht langfristig auch fürs eigene Gewissen besser ist.
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Re: 60kWh und 340km Reichweite?

Beitragvon DonDonaldi » Mo 5. Sep 2016, 20:43

twiker01 hat geschrieben:
Ich weiß, ich bin ein Exot, aber ich fahre mit fast 9 Jahren auch schon ziemlich lange elektrisch.

Natürlich soll und darf jeder für sich entscheiden, aber sinnlos einen Riesenakku rumzuschleppen ist nicht wirklich umweltfreundlich.

Schon der 8 kwh Akku meines Twike ist mindestens für 1 Million Kilometer gut und ich bin bisher erst rund 150.000 damit gefahren. Das TWIKE war das erste Elektrofahrzeug mit mehr Fahr- als Ladezeit.
Beim eSmart mit 22kw Lader ist das Verhältnis bereits rund 4 zu 1. Vorausgesetzt man fährt keine Autobahn, also 2 Stunden für 100 km Fahrt und dann die verbrauchten 12 kwh in gut 30 Minuten wieder aufgeladen. Das reicht gerade noch für eine Kaffeepause, beim Essen reduzieren wir bereits auf 12A (3x3kw=9kw) damit die Akku-voll-SMS nicht bereits kommt bevor das Essen auf dem Tisch steht. Und der Akku ist im Normalfall bereits für 3 Millionen Kilometer gut.

Das ist keine Theorie, sondern unsere jahrelange Erfahrung.

Wers schneller braucht sollte gut abwägen, ob eine schnelle Lademöglichkeit gegenüber der Ressourcenverschwendung nicht langfristig auch fürs eigene Gewissen besser ist.


Wenn man davon ausgeht das Du mit deinem Twike mit 8kWh 100km weit kommst würde das bei 1.000.000km rechnerisch ja 10.000 Ladezyklen bedeuten. Da wäre der Akku doch im Normalfall schon bis zu zwei mal komplett weg degradiert.
Und ein Twike bedeutet für die meisten viel zu viele Einschnitte.

Sicher sind 60kWh schon sehr viel und für viele Fahrprofile wohl zu viel, weil hier auch die kalendarische Degradation entscheidend(er) mit eingreifen dürfte. Aber es bedeutet auch bei 50% Degradation noch sehr gut im Alltag weg zu kommen. Wie sieht das dann beim Twike mit 4kWh aus?

Und schnell laden kann man bei Bedarf außerhalb. 3kWh reichen zu Hause bei Verbräuchen um 12-15 kWh/100km doch aus. Da kann man über Nacht bis zu 200km Reichweite schonend laden. Die Schnell Ladung zu Hause wäre für uns nicht wichtig. Die Infrastruktur wird jetzt weiter wachsen und damit auch die Möglichkeiten.

Bei 60 kWh läge auch unsere Höchstgrenze. Nur wenn man die jetzt quasi zum Preis eines 30er Leafs in etwa bekommen sollte empfänden wir es als bescheuert uns für 30 kWh zu entscheiden. Der Preis und auch ein bisschen die Ausstattung sind entscheidend. Das Rennen wird wohl zwischen Ioniq und Ampera entschieden.
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Re: 60kWh und 340km Reichweite?

Beitragvon zuhörer » Mo 5. Sep 2016, 21:59

Beisst Euch doch nicht an den 60kWh fest - in ein paar Jahren wird man darüber lachen.
Bill Gates hat mal gesagt: "64kByte RAM sind genug!" Heute hat jedes billig-Smartphone 1/2 Gigabyte oder mehr.

Ich denke, die Oberklasse wird langfristig so bei 150kWh einpendeln, die Mittelkasse bei 70-90kWh.
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Re: 60kWh und 340km Reichweite?

Beitragvon Priusfahrer » Di 6. Sep 2016, 06:32

zuhörer hat geschrieben:
Ich denke, die Oberklasse wird langfristig so bei 150kWh einpendeln, die Mittelkasse bei 70-90kWh.


Ja so ähnlich erwarte ich das auch. Und von Riesenakku mitschleppen kann keine Rede sein.

Im Zuge der Weiterentwicklung werden die Kapazitäten weiter steigen, ohne das sich das Gewicht oder die Baumaße nennenswert erhöhen. Eher im Gegenteil. Die Leistungselektronik, die Motoren, die Ladegeräte und so weiter werden immer kleiner und leichter. Bei einem größeren Akku, der weniger Innenwiderstand und somit weniger Verluste aufweist, kann auf eine aktive Kühlung verzichtet werden. Die geringeren Verluste treten nicht nur beim Laden und Entladen auf, sondern auch bei der Rekuperation. Daher kommt man mit einem doppelt so großen Akku oft mehr als doppelt so weit, selbst wenn sich das Fahrzeuggewicht dadurch leicht erhöht hat.

Ich kann es sehr wohl mit meinem Gewissen vereinbaren einen größeren Akku zu fahren, der effizienter ist als ein kleinerer Akku. Zude dem muss dieser seltener geladen werden, was ggf. auch weniger Umwege zu Ladesäulen bedeuten kann. Und für Langstrecken muss ich mir dann keinen Verbrenner ausleihen.

Also auch aus Umweltsicht ist ein größerer Akku ein deutliches Plus!
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Re: 60kWh und 340km Reichweite?

Beitragvon EVduck » Di 6. Sep 2016, 08:10

Super-E hat geschrieben:
Es gibt mittlerweile mehr CCS als Tesla SC und es werden jeden Tag mehr

So lügt man mit Statistik. Ein paar Fragen dazu:

1. Wieviele redundante CCS Anschlüsse pro Standort?
2. Wieviele davon sind >= 50kW?
3. Wieviele davon sind als Netz strategisch an Autobahnen aufgestellt?
Und nun die Masterfrage:
* Wieviele davon >100kW?
Und als letztes die Gretchenfrage:
* Wieviele sind 100% verläßlich?
eMobilität: Wer will findet Wege, wer nicht will, der findet Gründe
eFahrzeug: Zoe Intens perlweiß
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Re: 60kWh und 340km Reichweite?

Beitragvon DonDonaldi » Di 6. Sep 2016, 11:12

zuhörer hat geschrieben:
Beisst Euch doch nicht an den 60kWh fest - in ein paar Jahren wird man darüber lachen.
Bill Gates hat mal gesagt: "64kByte RAM sind genug!" Heute hat jedes billig-Smartphone 1/2 Gigabyte oder mehr.

Ich denke, die Oberklasse wird langfristig so bei 150kWh einpendeln, die Mittelkasse bei 70-90kWh.


Aber wie sinnvoll ist ein am Ende zu großer Akku?
Bei 150 kWh wären selbst bei einem hohen durchschnittlichem Verbrauch von 25 KWh/ 100km locker 600km Reichweite drin.
Und 1000 Ladezyklen sind ja eher schon das Minimum. Also kommt man mindestens auf 600.000km. Wer fährt das bzw. wie lange benötigen die Allermeisten um das abzufahren?
Und das bedeutet doch das viel Speicher sinnlos durch die kalendarische Alterung verloren geht. Ich würde schon bei der Größe auf die individuellen Bedürfnisse achten. 60 kWh beim Ampera empfinden wir zumindest als sehr viel. Wenn sich unser Fahrprofil von derzeit ca. 30.000 km pro Jahr ändert dann wären die 60 kWh wohl auch auf einen Schlag überdimensioniert.
Bei einer Jahreslaufleistung von nur noch 10.000km und bei einem Verbrauch von 18 kWh/ 100km (da vermuten wir den Ampera) kämen wir per annum auf 30 Ladezyklen. Nach 10 Jahren wären wir bei 300! Aber wie viel hätte uns dann schon die kalendarische Alterung geraubt?
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Re: 60kWh und 340km Reichweite?

Beitragvon Justus65 » Di 6. Sep 2016, 12:31

DonDonaldi hat geschrieben:
Und zwar realistisch und nicht lt. NEFZ. Dann reicht auch eine Phase mit 6,6kw.
Der Bolt soll ja laut Opel vom Ampera was die Reichweite angeht übertroffen werden. Wie geht das wenn der Akku angeblich ja kleiner soll?


Hallo Zusammen,

nachdem ich die Seite nun schon ein paar Monate verfolge, habe ich mich nun entschlossen mich aktiv an den Diskussionen zu beteiligen. Derzeit fahre ich noch einen Verbrenner, mein nächstes Auto soll aber ein Stromer sein (bei erträglichem Preis-Leistungs-Verhältnis). Der Ampera E steht auf meiner Liste ganz oben, einen 1-Phasen-Lader erachte ich jedoch nicht als ausreichend. Wir leben in einer Kleinstadt mit ländlicher/kleinstädtischer Umgebung. CCS-Ladesäulen sind hier und auf unseren bevorzugten Fahrstrecken eher nicht zu finden, Typ 2 mit 11 bzw. 22 kW aber sehr wohl. Wir unternehmen öfter Ausflüge, bei denen auch der Ampera E an seine Reichweitengrenze kommen dürfte. Da an den Wanderparkplätzen keine Ladestationen zu finden sind und wohl auch in Zukunft dort keine aufgebaut werden, wäre es zu begrüßen, wenn man auf dem Rückweg in einer Ortschaft mit Ladestation während eines Essens oder eines Kaffees in 1 - 2 Stunden die noch benötigten 100km nachladen könnte, um sicher nach Hause zu kommen. Einphasig ist das in der Zeit nicht zu machen. Und nach 5 - 6 Stunden wandern habe ich keine Lust nochmals 4 - 5 Stunden auf eine Schnarchladung zu warten bis ich nach Hause fahren kann. Zudem rechnen viele Ladestationen nach einem Zeittarif ab, wobei der umgerechnete kWh-Preis auf die von der Säule maximal lieferbaren kW abgestimmt ist. Wenn das Auto das nicht kann, zahlt man utopische kWh-Preise. Wer sein Haus nicht mit 32A absichern kann, sondern nur mit 16A, der braucht dann fast 20 Stunden bis der Akku voll ist. Das Auto steht und fällt mit dem 3-Phasen-Lader.
Noch stinkt es hinten.
Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben. (Albert Einstein)
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Re: 60kWh und 340km Reichweite?

Beitragvon Priusfahrer » Di 6. Sep 2016, 12:49

DonDonaldi hat geschrieben:
Aber wie sinnvoll ist ein am Ende zu großer Akku?


1. Mehr Effizienz und dadurch geringerer Verbrauch
2. Weniger Liegebleibeangst bei Ausflügen oder Urlaubsfahrten
3. Im Winter oder Sommer in längeren Staus kann man die Heizung oder Klima laufen lassen.
4. Auch nach 10 Jahren bei 20% Kapazitätsrückgang noch ausreichend Reichweite
5. Höherer Wiederverkaufswert

Hab ich noch was vergessen?
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Re: 60kWh und 340km Reichweite?

Beitragvon Beetle » Di 6. Sep 2016, 12:59

Das für mich wichtigste: Durchschnittstempo Ich bin mit größerem Akku an den meisten Zielen genau so
schnell wie meine Frau mit ihrem Diesel, weil ich zb. für 500km nur einmal eine halbe Stunde Ladeweile mache
statt fünfmal wie mit dem Leaf.

Die halbe Stunde Pause macht meine Frau auch, weil sie einmal tanken und dreimal aufs Klo muss während der 500km.


Das Argument "Och, lass uns den Corsa nehmen, dann sind wir viel schneller da" hat dann einfach kein Gewicht mehr.
meine eMobil-Historie: Elektroskate ES600 -> Citroën Saxo electrique -> Renault Fluence ZE -> Nissan Leaf -> als nächstes: Opel Ampera-E???
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Re: 60kWh und 340km Reichweite?

Beitragvon DonDonaldi » Di 6. Sep 2016, 13:55

Priusfahrer hat geschrieben:
1. Mehr Effizienz und dadurch geringerer Verbrauch
2. Weniger Liegebleibeangst bei Ausflügen oder Urlaubsfahrten
3. Im Winter oder Sommer in längeren Staus kann man die Heizung oder Klima laufen lassen.
4. Auch nach 10 Jahren bei 20% Kapazitätsrückgang noch ausreichend Reichweite
5. Höherer Wiederverkaufswert

Hab ich noch was vergessen?


Warum ist ein größerer Akku effizienter? Also per se?
Liegenbleibeangst ist relativ. Bei den meisten unbegründet und auch mit 60 kWh kann ich liegen bleiben.
Bei 60 kWh kann ich auch Heizung oder Klima laufen lassen.
Ja das mit der Degradation ist dann ein Vorteil keine Frage.
Ich weiß nicht, ob man ein E-Auto nach 10-12 Jahren wirklich noch verkaufen kann. Die Entwicklung gerade preislich ist dafür m.E. viel zu schnell.
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