Welche Ladesäule?

Re: Welche Ladesäule?

Beitragvon Berndte » Fr 19. Aug 2016, 21:37

Und wer ist dann Zielgruppe deiner "Steckdöschen"?

Die von weiter her können es nicht sein, die müssten ja dann schon Stundenlang shoppen.
Und alle die gern umsonst laden wollen und den Stromanschluss als Service sehen? Die ziehen sich in der Stunde dann gerade mal 50-70 Cent rein.
Naja, wenn man zwei Stunden shoppen ist, hat man 100€ ausgegeben, aber Strom für nen Euro geschenkt bekommen.
Wenn man von weiter her kommt, oder nicht daheim laden kann und das somit mit dem wöchentlichen Einkauf super kombinieren kann, dem sei es nicht einmal vergönnt für den Strom zu zahlen, dafür aber auch volle Leistung zu laden?

Sehr sinniges Konzept! :roll: ... oder wolltest einfach nur ein wenig rumblubbern?
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Re: Welche Ladesäule?

Beitragvon Vanellus » Fr 19. Aug 2016, 21:50

Der Sinn deiner Rede erschließt sich mir nicht.
Von kostenlosem Laden war bislang nicht die Rede. Wenn ein Supermarkt das macht zur Kundenbindung, ist das natürlich ok.
22 kW schaden niemandem, nützen aber Leute, die auf der Durchreise sind, in hohem Maße. Natürlich nur, wenn das Autos das laden kann. Aber das sind mehrere tausend in DE.
Wieso kommen alle mit 120 km im Akku an? Wenn da im Ort jemand ist, der keine eigene Lademöglichkeit hat, ist der froh, dass er an einer 22 kW-Ladesäule eigene Elektromobilität erleben kann.
Der Rest ist mir unklar.
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Re: Welche Ladesäule?

Beitragvon mweisEl » Fr 19. Aug 2016, 21:54

Flymaik hat geschrieben:
Beim P&R / S-Bahn finde ich es nicht so gut. Hier würden dann wenige Pendler den ganzen Tag wenn sie bei der Arbeit sind die Plätze belegen und dazu könnten sie auch besser in der Nacht zu Hause laden.

Dann bleiben sie mangels Lademöglichkeit halt bei ihren Verbrennern und belegen die P&R-Parkplätze trotzdem den ganzen Tag.
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Re: Welche Ladesäule?

Beitragvon p.hase » Fr 19. Aug 2016, 22:30

Vanellus hat geschrieben:
Der Sinn deiner Rede erschließt sich mir nicht.
Von kostenlosem Laden war bislang nicht die Rede. Wenn ein Supermarkt das macht zur Kundenbindung, ist das natürlich ok.
22 kW schaden niemandem, nützen aber Leute, die auf der Durchreise sind, in hohem Maße. Natürlich nur, wenn das Autos das laden kann. Aber das sind mehrere tausend in DE.
Wieso kommen alle mit 120 km im Akku an? Wenn da im Ort jemand ist, der keine eigene Lademöglichkeit hat, ist der froh, dass er an einer 22 kW-Ladesäule eigene Elektromobilität erleben kann.
Der Rest ist mir unklar.

warum mit 120km? weil die leute die dort verkehren ums eck wohnen und den strom nicht nötig haben. sie kommen nur von weiters weg wenns was zu schnorren 24/7 gibt.

volker, gehts vielleicht nur um ein paar bürgermeister-bildchen?
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Re: Welche Ladesäule?

Beitragvon Alex1 » Fr 19. Aug 2016, 22:56

Also in unserem Dorf (1.700 EW) fallen mir 2 oder 3 Orte mit Geschäften ein, wo eine Säule sinnvoll wäre. Einer ist schon bestückt. Große Flächen der Gemeinde sind reine "Schlafstädte", meist mit Eigenheimen ohne weitere Infrastruktur.
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Welche Ladesäule?

Beitragvon p.hase » Fr 19. Aug 2016, 23:00

die schuko die es bei uns gab diente nur einem - dem hausmeister. der hatte sich einen smart für ein jahr geleast und jeden tag bei seinem arbeitgeber geschnorrt. zu veranstaltungen hat er den smart immer weggestellt damit es nicht auffiel, danach klemmte er wieder an. also nochmals - auf dem dorf braucht man sowas nicht. und wenn dann kolo.
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Re: Welche Ladesäule?

Beitragvon Michael70 » Fr 19. Aug 2016, 23:47

Hallo Volker,

die Örtlichkeiten kenne ich einigermaßen und möchte daher gerne meine Sichtweise darlegen.

Vorab für alle Nicht-Kenner der Gegend: Der Landkreis Böblingen ist sehr wirtschaftskräftig. Es fahren hier überdurchschnittlich viele EV rum und demnächst insbesondere auch sehr viele PHEV (Nähe zu Mercedes, Porsche, Bosch, Bertrandt). Etwa 10km entfernt in den großen Städten Böblingen und Sindelfingen existieren zahlreiche Lademöglichkeiten: Typ2 EnBW, Mc Donalds und Landratsamt sowie kostenlose 20 kW-Tripplecharger bei Aldi und IKEA, allerdings an Geschäftszeiten gebunden. Die EnBW plant außerdem beim Breuningerland Sindelfingen eine Schnellladestation zu errichten (Tripple?, 24/7?). Am Schnittpunkt A8/A81 in Leonberg gibt es außerdem einen Tesla Supercharger. In der angefragten Gemeinde selbst und in den Nachbarkommunen gibt es keine öffentlichen Ladesäulen. Lediglich die genannte Drehstromkiste und in der kleinen Nachbarstadt 2 kommunale Schuko-Ladepunkte. Auch die wenige Kilometer entfernte A81-Raststätte hat keine Ladesäulen und ist nicht in den aktuellen Ausbauplänen von Tank & Rast enthalten.

Als Prämisse für neue Standorte in deiner Gemeinde muss gelten, dass sich die Planung am größten Bedarf orientieren muss. Eine wenig genutzte Lademöglichkeit wäre ein Fehlinvestition. Als überschaubaren Horizent setze ich hierbei auf die nächsten 2-3 Jahre. Alles was bezüglich Marktanteilen und Technik (Fahrzeuge, Infrastruktur) danach kommt, wäre Glaskugellesen.

In den Mittelpunkt meiner Überlegungen stelle ich also die Nutzer und ihre Bedürfnisse. Aus der durchschnittlichen Verweildauer in Abhängigkeit vom Standort ergeben sich die benötigten Anschlussleistungen.

Die Nutzerkreise – sortiert nach Verweildauer – sind:
• Durchreisende auf der A81, Pause ½ bis 1 h. Dafür sind Tripplecharger mit 50 kW nötig, im absoluten Minimum Typ2 mit 22 kW. Toiletten und Snacks/Getränke sollten auch vorhanden sein.
• Zunehmende Zahl von Ortsansässigen ohne Heimlademöglichkeit. Also während kurzfristiger Erledigungen (Einkauf, Arzt, Bank, Café/Bäcker) ≤ 2h. Braucht mind. 11 kW, besser 22 kW. Oder über Nacht mit ≤3,7 kW.
• Auswärtige Besucher sowie Ortsansässige mit Verweilzeit > 2h, z.B. Geschäftstermin oder Sportstätten. Dafür reichen 11 kW.
• Einzelne S-Bahn-Pendler über viele Stunden, vorwiegend tagsüber. Steckdose oder Typ2 mit ≤3,7 kW reicht. Anmerkung: Welcher S-Bahnfahrer hat/will überhaupt ein EV oder PHEV? Am P&R in Böblingen habe ich jedenfalls noch nie ein Fahrzeug laden sehen. Typ2 ist seit Ewigkeiten defekt und die Schukos sind eine Insellösung mit einer Ladekarte der Stadtwerke Sindelfingen.
• Eventuell 1-2 Kommunalfahrzeuge über viele Stunden, vorwiegend nachts. Steckdose oder Typ2 mit ≤3,7kW reicht.
In der gleichen Reihenfolge sehe ich auch die Dringlichkeit, neue Lademöglichkeiten zu schaffen.

Eher kaum zu den Nutzern sind zu zählen:
• Mercedes- und Porsche-Dienstwagenfahrer, denn die laden im Werk
• Fahrzeuge der Großbäckerei: Hier wäre eine betriebseigene Lademöglichkeit für PKW sinnvoll, mittelfristig auch für die 7,5t-Verteiler-LKW. Die Belieferung der Stuttgarter Filialen trotz Feinstaub-Fahrverbot wäre ein großer Wettbewerbsvorteil!
• Durchreisende mit großem Akku, also Ampera-E, ZOE 2017 oder Tesla – hält in Leonberg, Vöhringen oder gar nicht ;-)

Welche Standorte kommen jeweils infrage?
• Bereich Tankstelle/Sternerestaurant/Großbäckerei mit 43/50kW-Schnelllader: ideal für Durchreisende, gut auch für Ortsansässige.
• Ortskern/Rathaus oder Supermärkte mit 11-22 kW: primär für Ortsansässige, eventuell auch für Durchreisende
• Bereich Sportstätten / Ingenieurdienstleister mit ≥ 11 kW primär für Geschäftsleute und Sportler. Zeitlich (Arbeit/Freizeit) eine prima Kombination, eventuell auch für Durchreisende geeignet
• P&R-Parkplatz in Ortskernnähe mit:
≤3,7 kW tagsüber für S-Bahnpendler, nachts für Kommunalfahrzeuge. Ergänzen sich ebenfalls prima über den Tag.
≥ 11 kW primär für Ortsansässige, eventuell auch für Durchreisende
• In Wohnvierteln mit ≤3,7 kW ideal für Personen ohne eigene Lademöglichkeit.

Die dazu passenden Partner sind ganz unterschiedlich an den Kosten für Installation und Betrieb beteiligt:
1. Für schnelle (und sauteure) Tripplecharger: Allego oder EnBW machen alles in Eigenregie. Eventuell mit einmaligem Zuschuss von Gemeinde, Gewerbe(-verein) oder Bürgerinitiative.
2. Crowdfunding-Box mit 43 kW: Anschaffung durch GE-Community, alles andere zulasten Gemeinde, Gewerbeverein oder Bürgerinitiative. Ideal nur für ZOE Q210 und BYD e6, allen anderen E-Auto-Fahrer nützt das nicht wirklich.
3. Für Typ2-Ladesäulen mit 11-22 kW:
a) Energieversorger EnBW oder ENCW in Eigenregie, eventuell mit Zuschuss.
b) TheNewMotion für Stromkosten und Abrechnung. Gemeinde, Gewerbe(-verein) oder Bürgerinitiative für Anschaffung, Installation und Instandhaltung.
c) Zwei (!) TESLA Destination-Charger, davon einer mit Typ2 für andere E-Fahrzeuge. Vollständig zu Lasten Gemeinde, Gewerbe(-verein) oder Bürgerinitiative.
4. Ladepunkte mit ≤3,7 kW wie z.B. auf dem Flugfeld Böblingen oder EnBW-Laternensäule: Ebenfalls vollständig zu Lasten Gemeinde, Gewerbe(-verein) oder Bürgerinitiative.
5. Großbäckerei / Tankstelle / Sternerestaurant: Verhandlungssache … Leistung sollte jedenfalls ausreichend vorhanden sein.

Fazit:
Diese Kombinationen erscheinen mir daher am sinnvollsten:
• Tripplecharger im Bereich Tankstelle / Großbäckerei / Sternerestaurant von EnBW oder Allego. Alnsonsten 43kW-AC-Crowdfunding-Box.
• 11-22 KW im Ortskern oder an der S-Bahn von EnBW, ENCW oder TNM. Das hält die lokalen Kosten im Rahmen.
• Einfache Ladepunkte mit ≤3,7 kW im Wohnviertel, kommunal gestemmt.

Viele Grüße
Michael
ZOE Intens in arktis-weiß, EZ 19.03.2015
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Re: Welche Ladesäule?

Beitragvon volker » Sa 20. Aug 2016, 11:23

Vielen Dank für die Beiträge bisher!

Mein Wunsch wäre, dass die Diskussion noch weiter läuft und vielleicht noch neue Aspekte hoch kommen. Sonntag werde ich dann eine Lagekarte zeichnen und die verschiedenen Ladestrategien einzeichnen.

Volker
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Re: Welche Ladesäule?

Beitragvon Volker.Berlin » Sa 20. Aug 2016, 13:04

Eine Möglichkeit für Hardware wäre Ebee. Die Stärke von Ebee sind recht kompakte und preiswerte öffentliche (Witterung, Vandalismus) Ladepunkte bis 22 kW. Für die Abrechnung wurden schon verschiedenste Konzepte realisiert, von App und RFID bis hin zu einer zentralen Steuerung per Parkscheinautomat.

Allerdings kommt man mit Ebee erst ins Gespräch, wenn gewisse Stückzahlen im Raum stehen. Alternativ kann man z.B. mit der Inselwerke eG sprechen. Die haben ein Gesamtpaket durchgerechnet und bieten einen Ebee-Ladepunkt inklusive Beschaffung, Installation, Wartung und Abrechnung per PlugSurfing zum monatlichen Fixpreis an (je nach Situation vor Ort und Förderung von Bund oder Land in der Größenordnung von 50-100 Euro). Das ist sehr interessant für Gewerbetreibende oder Gemeinden, weil sich die Fixkosten gut budgetieren lassen.

Ich persönlich bin sehr überzeugt von dieser Art der Kalkulation, weil der Betreiber sich über jeden Nutzer der Station ehrlich freuen kann, ohne Beigeschmack. In einer Konstellation, in der jeder einzelne Nutzer Kosten verursacht, besteht ja doch leicht die Gefahr, dass die Ladestation fürs Image gebaut, aber dann vom Betreiber gern vernachlässigt wird.

Die Inselwerke sind zwar bisher schwerpunktmäßig in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass sie ihre Ladestationen auch in anderen Bundesländern anbieten, oder dass eine örtliche Genossenschaft das Modell "kopiert". Voraussetzung für letzteres wären aber wiederum gewisse Stückzahlen. Für eine handvoll Installationen funktioniert das nicht, weil Stückzahlen sowohl für gute Preise bei der Hardware als auch für den Zugang zu bestimmten Fördermitteln Voraussetzung sind.

Wenn das für dich interessant klingt, ruf mich gern mal an!
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Re: Welche Ladesäule?

Beitragvon Flymaik » Sa 20. Aug 2016, 19:19

... vielleicht wäre auch mal die Technologie von Straßenlampen als Ladestation nicht so schlecht für den Ortskern oder im Wohngebiet. Dort gibt es einige sehr gut gelegene Parkplätze mit Straßenlaternen die man nutzen könnte. Das Projekt gibt es unter anderem schon in Leipzig und München. Siehe diesen kurzen Bericht:

http://m.heise.de/newsticker/meldung/Le ... 94086.html

Grüße

Flymaik
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