Superladesäulen für Deutschland – Projekt SLAM

Re: Superladesäulen für Deutschland – Auto Bild von Heute

Beitragvon TeeKay » Fr 21. Mär 2014, 15:14

p.hase hat geschrieben:
denn es sind MEINE steuern die MICH immobil machen.


:applaus:
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Re: Superladesäulen für Deutschland – Auto Bild von Heute

Beitragvon Hasi16 » Fr 21. Mär 2014, 15:17

p.hase hat geschrieben:
das lager wird sich jetzt deutlich aufspalten, ich will dann auch keine i3-/golf-fahrer beim stammtisch sehen, die mir ins gesicht grinsen und sagen, daß sie jetzt omnimobil sind. ich mache am 31.03. eine weitere probefahrt mit dem i3, einfach so, um dem verkäufer dann im nachhinein zu sagen, daß ich unter diesen umständen die firma BMW nicht unterstützen kann. denn es sind MEINE steuern die MICH immobil machen.

Die Begründung von Teekay fand ich ja echt gut.
Du hättest lieber mal ein paar Minuten oder Stunden warten sollen, bevor du losgeschrieben hättest... Was du da los lässt passt nicht ganz so zu deiner "diskriminierungsfreien" Rhetorik!
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Re: Superladesäulen für Deutschland – Auto Bild von Heute

Beitragvon p.hase » Fr 21. Mär 2014, 15:30

macht nix, ich weiss, daß ich rhetorisch grottenschlecht bin und emotional handle. ich will TRIPLE-schnell-ladesäulen wie in der schweiz - für ALLE - sonst nix - wenn ich den kram schon mit meinen steuern bezahlen muss.

ich für meine person bin an fernreisen mit dem elektroauto 2-3x pro jahr gänzlich uninteressiert. es gibt mietwagenfirmen oder die NISSAN MOBI-card.
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Re: Superladesäulen für Deutschland – Auto Bild von Heute

Beitragvon p.hase » Fr 21. Mär 2014, 15:34

TeeKay hat geschrieben:
Hasi16 hat geschrieben:
Das bisherige Käufer das blöd finden ist klar - aber die Säulen sind halt mit nur einem DC-Stecker billiger als mit zweien. Und bei 400 Säulen macht das im Gesamtpreis was aus! Naja, mein Wagen wird kein Schnelllader haben, ich freue mich aber, wenn die Infrastruktur ausgebaut wird. Das nächste EAuto sollte irgendwann in 2017 auch den Langstreckenwagen ersetzen können - hoffe ich!


Das macht am Gesamtpreis etwas aus, beschneidet aber gleichzeitig den Kreis potentieller Nutzer und erschwert das Erreichen des BreakEven. Fakt ist, dass die Mehrzahl der heute fahrenden Autos Chademo- und 43kW-Typ2 kann, nur ein Bruchteil kann mit CCS laden. Die Säulen werden aber totsicher 22kW-Typ2 und CCS bekommen, obwohl der Staat mit drinhängt. Das heißt, er reinvestiert die üppigen Mehrwertsteuereinnahmen der Käufer von chademo-fähigen Fahrzeugen in eine Infrastruktur, die Menschen zugute kommt, die noch gar kein Elektroauto gekauft haben. Es ist Protektionismus in Reinform.

Der Verzicht auf Chademo hat auch gar nichts mit "Die anderen hatten ja drei Jahre Zeit" zu tun. Die Fördermittel werden von der Bundesregierung bzw. der von ihr beauftragten Agentur verteilt. Mit Ausnahme von Citroen Multicity kamen bislang ausschließlich Förderprojekte zum Zuge, die die Elektromobilität
1. Nicht voranbringen und
2. Auf die deutschen Hersteller zugeschnitten sind

Das kann man sich nun schönreden und sich der Argumentation der Bundesregierung anschließen. Von wegen europäische Standards (die erst auf Drängen eben dieser Regierung zustande kamen), "der Markt will es so" oder "ein zusätzliches Kabel für 2500 Euro pro Lader ist zu teuer, nachdem wir jetzt schon sinnlos Fördergelder in einer Höhe verteilte, für die wir 440.000 solcher Kabel kaufen könnten".

Wie man ein Ladenetz aufbaut, das erkennbar Elektromobilität fördern soll, zeigen die Niederlande, Dänemark und Norwegen. In den Niederlanden werden alle drei Schnellladestandards unterstützt. In Skandinavien immerhin alle DC-Standards. Wie man die Sache am besten angeht, wenn man die Elektromobilität gerade nicht fördern will, zeigt Deutschland. Hier werden Barrieren auf- statt abgebaut und Milliarden sinnlos verplempert. Oder halt, nicht sinnlos. Ihre erwünschte Wirkung erzielen die Fördergelder. Die erwünschte Wirkung ist aber nicht identisch mit der nach außen kommunizierten erwünschten Wirkung. Statt Förderung der Elektromobilität ist es plumpe Subventionierung der deutschen Großindustrie.

Ich bin mir sicher, ein privater, unabhängiger Investor hätte im Interesse der Kundenkreismaximierung wie in anderen Ländern alle Standards unterstützt und hätte gleichzeitig keine Unterstützung des Staates erhalten. Bei meinen Kalkulationen zum Aufbau von Schnellladern auf der Achse Erzgebirge-Ostsee spielte der Verzicht auf einen der drei Standards zugunsten geringerer Kaufpreise jedenfalls keine Rolle. Ein solcher Verzicht erscheint mir geradezu absurd zu sein, wenn man die Infrastruktur maximal auslasten möchte, was für den profitablen Betrieb notwendig ist.


+1
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Re: Superladesäulen für Deutschland – Auto Bild von Heute

Beitragvon lingley » Fr 21. Mär 2014, 15:38

bm3 hat geschrieben:
...ich denke auch, die machen erstmal wieder eine Pilotprojekt über ein paar Jahre mit nur 10 Ladesäulen aber ner Menge an Personalaufwand, viel Tam-tam und Geld, danach legen sie die Pilotsäulen wieder still. :mrgreen: ...

Klaus trifft, wie fast immer, mit dem Ladestecker direkt in die Säule :mrgreen:

Nur frage ich mich gerade ...
Hinter dem Projekt SLAM (SchnellLAdenetz für Metropolregionen) stehen unter anderem die Autohersteller BMW, Daimler, der Volkswagen-Konzern und Ford, das Bundeswirtschaftsministerium sowie ein großer Investor.

... wer der große Investor sein soll der da schwer Geld verdienen will ?
Microsoft ?
Warren Buffet ?
Hedgefonds ?

Als Steuerzahler übernehmen wir dann gerne das Verlustrisiko, nachdem der Investor die Förder Mios aus dem Land buchsiert hat.
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Re: Superladesäulen für Deutschland – Auto Bild von Heute

Beitragvon TeeKay » Fr 21. Mär 2014, 15:59

Je nach Förderanteil wird es vermutlich gar nicht so schwer sein, Geld zu verdienen. Bei angenommenen 45.000 Euro Baukosten pro 50kW-Säule würde man bei 1.000 Ladungen pro Jahr, die durchschnittlich 10kWh aufnehmen und 30min dauern, beim DC-Tarif von The New Motion etwa 1.000 Euro jährlich verdienen.

Die 45.000 Euro sind aber die Baukosten, wenn ich drei Säulen abnehme und an die 8.000 Euro für den Netzzugang bezahlen muss. Bei 400 Stück ergeben sich ganz andere Verhandlungsspielräume mit dem Säulen-Hersteller und den Netzbetreibern. Nehmen wir mal an, dass sie die Teile für 30.000 bekommen (Nissan verkauft seine Chademo-Only-Stationen für 10.000 Euro - der Preis zeigt, was mit Masse machbar ist). Dann wären wir bei 2.500 Euro Jahresgewinn bei 1.000 Ladungen. Übernimmt nun noch der Staat 10.000 Euro der Baukosten, sind wir bei Investitionskosten von 20.000 Euro bei 3.500 Euro Jahresgewinn.

Nun finanziere ich 90% fremd - am besten noch mit 1%-Förderkredit der KfW. Aber rechnen wir mal konservativ mit 5% Fremdkapitalzins. Dann bleiben mir bei 1.000 Ladungen im Jahr und 2.000 Euro Eigenkapital-Investition 1.212 Euro übrig. Also eine Eigenkapitalrendite von 60% pro Jahr! Ich bin mir sicher, es fände sich problemlos ein Hedgefondsmanager, der dieses begrenzte Risiko eingeht und 1.000.000 Euro Eigenkapital gibt, um die 400 Lader aufzustellen.

1.000 Ladungen pro Jahr bedeutet 2,74 Ladungen pro Tag. Das mag jetzt noch ambitioniert sein. Aber schauen wir drei Jahre in die Zukunft, halte ich solche Zahlen für durchaus machbar.
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Re: Superladesäulen für Deutschland – Auto Bild von Heute

Beitragvon LeafVille » Fr 21. Mär 2014, 19:12

Leute, beruhigt euch wieder. Niemand weiß welche Stecker die Stationen haben werden. Die einzige Quelle ist aktuell ein Artikel der BILD-Zeitung...

KEIN rationaler Investor würde eine konventionelle Tankstelle ohne Benzin-Zapfsäulen und nur mit Diesel machen. Genauso wird auch kein Investor ein Schnelladenetz ohne Chademo machen.
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Re: Superladesäulen für Deutschland – Auto Bild von Heute

Beitragvon volt12 » Fr 21. Mär 2014, 19:39

Google spuckt nichts aus - ausser den erwähnten Link auf die AB:

Netz von Superladesäulen für E-Autos

Das Netz an Ladesäulen für Elektroautos soll dichter werden. Beim SLAM-Projekt planen mehrerer Autohersteller, das Verkehrsministerium sowie ein Großinvestor bundesweit 400 Schnellladesäulen...


Ist das momentan nur ein Gerücht der AB oder ein beschlossenes Projekt?

Da viele Partner dranhängen müsste doch bald eine offizielle Seite mit Infos kommen, vielleicht im April gemäss AB:

Weil für SLAM Steuergeld fließt, wird das Projekt wissenschaftlich von der Hochschule in Aachen untersucht. Startschuss ist die Hannover-Messe Anfang April


Auf jeden Fall scheint endlich etwas zu gehen bei DC-Stationen.

PS: Unschön einzig wenn man Chademo nichts ins Boot holen kann oder will.
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Re: Superladesäulen für Deutschland – Auto Bild von Heute

Beitragvon TeeKay » Fr 21. Mär 2014, 20:53

Chademo hat auf der Hannover Messe einen Gemeinschaftsstand mit ver. Säulenherstellern. Chademo würde sicher gern. Wäre ihnen Deutschland egal, bräuchten sie keinen Messeauftritt.
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Re: Superladesäulen für Deutschland – Auto Bild von Heute

Beitragvon Marcel_S » Fr 21. Mär 2014, 22:34

So, jetzt mach ich es mal ein wenig provokant (ich fände nämlich diesen reinen CCS-Ansatz sehr gut):

1.) warum ein kombinierter Chademo- und CCS-Lader? Natürlich gibt es DC-Ladestationen mit je einem Schlauch für CCS und Chademo. Nur: was ist, wenn zwei CCS-Autos oder zwei Chademo-Wagen daherkommen? Man könnte an dieser Säule zwar zwei Fahrzeuge laden, hat aber leider die falschen Stecker verbaut. Man reduziert also die nutzbare Kapazität der Säule durch die "falschen" Kabel. Konsequenterweise müsste man also pro Ladepunkt sowohl ein CCS wie auch ein Chademo-Kabel montieren.

2.) Es macht keinen Sinn, an eine 60kE _Schnell_-Ladesäule einen Typ2-Socket zu montieren, solange noch eine Menge einphasige Typ2 Fahrzeuge a la Renault Kangoo auf der Strasse sind. Da verparkt dann ein Kommunalfahrzeug aus Bad Sammelsurium vier Stunden eine sündteure Ladesäule, um gerademal 10 kW zu laden. Also verbaut man entweder Typ2 Sockets, die nur bei dreiphasigen Fahrzeugen freischalten oder man lässt diesen Socket weg. Für alte einphasige Fahrzeige kann man ja eine Typ 2 Ladeäule (meinetwegen auch mit Schuko, CEE16, etc.) daneben hinbauen (und in ein paar Jahren wieder abbauen).

3.) Zurück zu Chademo: warum diese mistige Parallelführung? Ja, es gibt derzeit viel mehr Chademo-Fahrzeuge als CCS-Fahrzeuge auf Europas Strassen (es gab auch mal mehr Kutschen als Autos auf ebendiesen Straßen), es wird aber (durch diese Aktion und dem Markteintritt der in Europa führenden deutschen Autohersteller) zu einer Marktbereinigung kommen. Das wird m.M.n. damit beginnen, dass "asiatische" Fahrzeuge in Europa optional mit CCS-Socket geordert werden können und wohl darin enden, dass diese asiatischen Fahrzeuge dann in Europa standardmäßig mit CCS ausgeliefert werden. Wo ist denn das Problem? In der Endfertigung der Fahrzeuge abhängig vom Zielland einen anderen Socket montieren und die Ladesteuerungsfirmware entsprechend anpassen ist für Autohersteller, die seit jeher diverse nationale Normen erfüllen müssen, nichts neues.
Und die Chademo-Bestandskunden? Naja, nach 10 Jahren werden deren Fahrzeuge auch mal vom Markt sein. Bis dahin werden bereits bestehende Chademo Lader weiterhin verfügbar sein und diese zusätzlich in den nächsten paar Jahren noch durch kombinierte Chademo/CCS DC Lader ergänzt werden. Also würde ich mir dahingehend keine Sorgen machen

So, das ist jetzt mal meine Meinung und ich bin über Euer Feedback gespannt.

lg
Marcel
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