Rentabilität Ladesäulen

Re: Rentabilität Ladesäulen

Beitragvon Tho » Mo 21. Dez 2015, 16:55

Bei einer kleinen AC Säule zahle ich aber nicht nach Spitzenlast, sondern wie der Privatkunde daheim Grundgebühr und kWh.
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Re: Rentabilität Ladesäulen

Beitragvon bernd71 » Mo 21. Dez 2015, 19:33

gthoele hat geschrieben:
Die Berechnung mit den 5-7 Ladevorgängen am Tag am Schnellader (also nicht mit 3,7kW) ist öffentlich einsehbar und enthält keine Förderung. Aber natürlich verschiedene Annahmen, zum Beispiel einen Pauschalpreis pro Ladevorgang von 6,irgendwas €, einen günstigen Strompreis (wobei der wirklich nicht viel ausmacht), gewisse Lebensdauer der Säule ...


Bin ich der einzige, der durchschnittlich 7 Ladevorgänge pro Tag an einer Säule viel findet? Bis man das schafft dürften noch ein paar Jahre vergehen.
Bei einem Pauschalpreis von 7€ (mit oder ohne Umsatzsteuer?) soll der Strompreis keine (große) Rolle spielen? Wie viel KWh schätzt man denn im Mittel werden geladen? Auch sagt mir mein Gefühl (hab's nur überflogen), dass die Kosten zu optmistisch sind. Benötigt man überhaupt kein Personal? Sind die Aufstellungskosten wirklich komplett eingerechnet? Benötigt man noch Versicherungen (Haftpflicht, Vandalismus, ...)? Wie sieht es mit dem Lehrlaufverbrauch aus? Sind die Abbrechnungskosten einbezogen?
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Re: Rentabilität Ladesäulen

Beitragvon Spüli » Mo 21. Dez 2015, 20:03

Moin!
Am Schnelllader am Schloss in BS sollen jetzt 6500kWh in 5 Monaten durch gegangen sein. Das Ding hat absolute Citylage und wird auch von PHEV gerne genutzt.
Normale Typ2 Boxen dürften nur wenige derzeit über 1000 kWh im Jahr hinaus kommen.
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Re: Rentabilität Ladesäulen

Beitragvon Tho » Mo 21. Dez 2015, 20:22

Eine 2x22kW RWE Säule, die ich in der Nähe beobachte, ist nach 10 Monaten bei 2700kWh. :)
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Re: Rentabilität Ladesäulen

Beitragvon spark-ed » Mo 21. Dez 2015, 20:43

1234567890 hat geschrieben:
Die Berechnung im PDF ist falsch, der Student wusste offensichtlich nicht, dass Gewerbestrom anders abgerechnet wird als Privatstrom. Im TFF-Forum hat jemand mal die Energiekosten für einen Supercharger aufgeschlüsselt:

Beispiel EnBW
* 10,24/18,24cent/kWh innerhalb/außerhalb der Schwachlastzeit - ich rechne mit dem Mittelwert.
* 61,56 pro kW im Abrechnungszeitraum (z.B pro Monat)
* 972 € Jahresgrundgebühr (alles netto)

Mal angenommen, an einem Supercharger mit 8 Stellplätzen laden 1000 Model S im Monat im Schnitt 30kWh. Wenn mal alle 4 Supercharger voll ausgelastet sind, ziehen sie 4x150kVA auf der AC-Seite = 600kW.
Würde bei der EnBW also kosten
Strommenge 30.000 kWh * 14,24 cent/kWh = 4.272€
Spitzenlast 600kW * 61,56€ / kW = 36.936€
Grundgebühr / Monat = 81 €


Bei 18€ Umsatz/Ladung wären das also ca. 22.000 Euro Verlust im Monat. (18€, weil im PDF von 10 kWh/Ladung ausgegangen wird, die Supercharger-Rechung aber von 30 kWh aus geht.) Sieht für eine "kleine" Ladesäule natürlich etwas besser aus, aber mit 6€/ 10 kWh Ladung macht man da auch noch Verlust.

Die Spitzenlast wird aber nicht monatlich in der Höhe liegen. Die Größenordnung passt für jährliche Abrechnung pro kW Viertelstundenwert.
Damit läge der Sockelbetrag bei 600kW * 61,56€/kW/12 = € 3078,-
Insgesamt belaufen sich die Kosten bei den angegebenen Werten und 30.000kWh Umsatz pro Monat auf €7431,-
Denen gegenüber stehen €18.000,- brutto als Einnahme

Hört sich soweit ganz gut an. Allerdings steht der Sache ein entsprechend hoher Anfangsinvest gegenüber (Man munkelt €250.000,- für einen 8er Supercharger, was ich inkl. Planung, Trafostation und Tiefbauarbeiten extrem günstig fände)
Dazu kommen laufende Kosten durch Vandalismus und unsachgemäßen Umgang sowie normale Wartung und Reparaturen

Dann muss man erstmal 1000Leute pro Monat finden die gewillt sind €18,- für 30kWh zu bezahlen...
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Re: Rentabilität Ladesäulen

Beitragvon ecopowerprofi » Mo 21. Dez 2015, 21:22

spark-ed hat geschrieben:
Dann muss man erstmal 1000Leute pro Monat finden die gewillt sind €18,- für 30kWh zu bezahlen...

Da wirst Du keine finden. Das wäre doppelt so teuer wie Benzin auch wenn man den WG vom Verbrennungsmotor mit 15% ansetzt.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Rentabilität Ladesäulen

Beitragvon Hasi16 » Mi 23. Dez 2015, 10:39

Hmmm, ich hatte mal bei der EWE was von 6000 € für eine AC-Ladesäule (2*22) gehört, bei der Hamburger Energie hatte der Senat mal von durchschnittlich 5000 € pro Säule gesprochen.
Wenn man von durchschnittlichen Wartungskosten und Abschreibungen von jeweils 500 € ausgeht, dann müssen pro Jahr ja "nur" 1000 € eingefahren werden.
Das müsste doch mit 10000 kWh/Jahr zu machen sein, oder?
Viele schimpfen in Hamburg zwar über DriveNow, aber die Wagen verbrauchen 4000 kWh/Jahr. Da müsste doch schon eine gute "Grundlast" für die Rentabilität da sein. Die Standzeiten von den Autos sind nach meiner Beobachtung nicht so lange, die werden eigentlich spätestens nach 2 Stunden wieder gebucht.

Viele Grüße
Hasi
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Re: Rentabilität Ladesäulen

Beitragvon TeeKay » Mi 23. Dez 2015, 12:55

bernd71 hat geschrieben:
Wie viel KWh schätzt man denn im Mittel werden geladen?

In Estland sind es an den 165 Schnellladern im Durchschnitt 8-9kWh. Die haben aber auch Preismodelle, die kurze Zwischenladungen ermöglichen. Wenn ich pauschal pro Ladung 6 Euro nehme, werde ich vor allem Kunden bekommen, die soviel Strom wie möglich abnehmen und nicht wie in Estland auch mal nach 10min wieder gehen.
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Re: Rentabilität Ladesäulen

Beitragvon TeeKay » Mi 23. Dez 2015, 12:57

Hasi16 hat geschrieben:
Hmmm, ich hatte mal bei der EWE was von 6000 € für eine AC-Ladesäule (2*22) gehört, bei der Hamburger Energie hatte der Senat mal von durchschnittlich 5000 € pro Säule gesprochen.

Unmöglich. In Hamburg stehen Mennekes-Säulen. Selbst die billigsten Mennekes mit 3,7kW und Schlüsselschalter kosten schon mehr als 5.000 Euro. Da ist dann noch kein Tiefbau bei, kein Netzanschluss, keine 22kW, keine RFID- und SMS-Freischaltung, keine Steuerzentrale und nichts. Die teuersten Säulen von Mennekes, wie sie in Hamburg verwendet werden, kosten nach meiner Erinnerung mehr als 15.000 Euro. Nur die Säule auf der Palette. Ohne Bau, ohne Steuerzentrale. Im Vergleich zu RWE ist Mennekes richtig teuer.
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Re: Rentabilität Ladesäulen

Beitragvon Tho » Mi 23. Dez 2015, 13:22

Wenn die Realisierung eines Ladepunktes soviel Geld verschlingt, dann kann der nie wirtschaftlich werden.
Ich denke der Ansatz als Betreiber sollte sein, die Kosten der Realisierung möglichst gering zu halten und auf "Schnickschnack" weitestgehend zu verzichten. Denn was will der Kunde? Einfach nur laden. Da reicht die Hardware a la TNM...
Zuletzt geändert von Tho am Mi 23. Dez 2015, 13:46, insgesamt 1-mal geändert.
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