Ladeleistung-Äquivalent zu Kraftstoff-Tankstellen

Re: Ladeleistung-Äquivalent zu Kraftstoff-Tankstellen

Beitragvon Rudi L. » Mo 6. Jun 2016, 13:52

Vanellus hat geschrieben:
Rudi: Deine Welt scheint aus 700 km-Fahrten an einem Stück (wenn's passte) bestanden zu haben.


Das tut sie ab und zu heute noch. Wäre es regelmäßig, ich würde keinen Tesla fahren.

Ich versuche Stadt zu Stadt Verbindungen auch meistens mit dem Zug zu erledigen, weil ich kein Bock auf die Autofahrerei habe, da man nicht immer zügig vorankommt und das nervt. Auf innerdeutsche Flüge verzichte ich seit längerem, weil ich das nicht mitmachen will.

Letztens aber bin ich mit einem Verbrenner ab Füssen die A7 hoch in vier Stunden, bei leerer Autobahn, das waren knapp 600km und es war nicht anstrengend. Da ist so manche Stop an Go Fahrerei schlimmer.

Wenn das die Elektroautos irgendwann auch können, ich würde es begrüßen. Wird auch so kommen, schon alleine wegen der Akzeptanz und es steht ja alles noch am Anfang.
Rudi L.
 

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Re: Ladeleistung-Äquivalent zu Kraftstoff-Tankstellen

Beitragvon Kellergeist2 » Mo 6. Jun 2016, 14:20

Ich habe schon vor der Zeit meiner Elektromobilität immer alle 250-300 km eine kurze Pause eingelegt.
Bei richtig langen Strecken (1.000 km) wurde nach ca. 500 km eine längere Pause eingelegt.
Falls ich nicht alleine unterwegs war, wurde da dann auch Fahrerwechsel gemacht.

Von daher sind die Pausen für mich keine nennenswerte Umstellung, sie dauern jetzt halt (dank Supercharger) nur ein klein wenig länger.

Ich habe meinen Tesla jetzt seit etwas über 8 Monaten und seid dem bisher noch keine Fahrt gehabt, welche eine Zwischenladung erforderlich gemacht hätte.
Dennoch habe ich die Möglichkeiten genutzt und meine Raucherpausen einfach am Supercharger eingelegt, denn wenn ich sowieso für fünf Minuten anhalte, dann kann der Wagen in der kurzen Zeit auch etwas nachladen.
Ein bisschen Reserve im Akku hat noch nie geschadet, denn wer weiß schon, wie die Ladesituation am Ziel wirklich aussieht.
(Defekt, Zugeparkt, Belegt, ...)

Um die ursprüngliche Theorie in diesem Thread mal weiterzuspinnen:
Unter der theoretischen Annahme, dass ein Tesla-Akku durchgängig mit 120 kW geladen werden könnte:
Theorie.png

Es würde also 5,91 MW Leistung erfordern, um in der gleichen Zeit 100 km Reichweite nachzuladen, wie zum nachtanken benötigt würde.
Das entspräche bei einem Tesla Model S 90 65,64 C.
Um den Akku mit dem gleichen Verhältnis wie beim kleinsten Tesla (S 60) zu laden, müsste der Akku 2,95 MWh Kapazität haben.

Fazit:
Man bräuchte ein kleines Kraftwerk und einen gigantischen Akku, um diese Ladegeschwindigkeit erreichen zu können.
Im LKW-Bereich gibt es ja bereits 300 kWh-Akkus, doch selbst dort würde dann mit ~20 C geladen werden.
Das hält kein Akku aus.
Gruß, Kellergeist2
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Re: Ladeleistung-Äquivalent zu Kraftstoff-Tankstellen

Beitragvon i300 » Mo 6. Jun 2016, 18:14

Nochmals: WOZU muss es so schnell gehen wie beim Verbrenner? 400km in 15 min. können niemanden wirklich stören, es sei denn er sucht krampfhaft Argumente für den Status Quo. Genauso könnte man den Sound eines Klappenauspuff, das Schütteln beim Anlassen usw. fordern. Wie TeeKay sagte - es muss/kann garnicht 'jeder' überzeugt werden.. :roll:
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Re: Ladeleistung-Äquivalent zu Kraftstoff-Tankstellen

Beitragvon Rudi L. » Mo 6. Jun 2016, 18:26

400km in 15 Minuten wäre ja schon ein gewaltiger Fortschritt
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Re: Ladeleistung-Äquivalent zu Kraftstoff-Tankstellen

Beitragvon Elektro-Bob » Mo 6. Jun 2016, 18:45

Ich versuchs mal mit einer einfachen Rechnung ohne Excel:

Ausgangspunkt: die 0,53 l / s stimmen:

1 l entspricht 10 kWh, dann sind das 5,3kWh/s oder 19.080 kWh/h = 19.080 kW = 19,1 MW.

Daß das EV viel effizienter mit der kWh umgeht, und ich deshalb diese hohe Ladeleistung gar nicht brauche, bleibt hier unberücksichtigt.
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Re: Ladeleistung-Äquivalent zu Kraftstoff-Tankstellen

Beitragvon TobsCA! » Mo 6. Jun 2016, 18:57

So jetzt noch mein Argument/Meinung:

Während der ganzen Zeit in der ich keine 700km fahre spare ich ja Zeit.
Ich habe früher meisst alle 2 Wochen getankt.
Das konnte je nach Preis auch länger dauern. Das spare ich mir jetzt !

Im Jahr dann ca. 4,5h die ich nicht an der Tanke verbringe.

Dann dauert vielleicht die 700km Strecke länger, aber übers Jahr gesehen habe ich immernoch Zeit gespaart !


Vielleicht ist das ein Argument das funktioniert ?


MfG
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Re: Ladeleistung-Äquivalent zu Kraftstoff-Tankstellen

Beitragvon Robert » Mo 6. Jun 2016, 19:16

Wer 800 km am Stück mit einem Auto fahren möchte soll sich etwas Luxuriöses von Mercedes oder BMW kaufen.
Bei so einer Entfernung denke ich schon ans Fliegen bzw strebe ich die Bahn an.
Wie viel Spass macht dein Auto ?
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Re: Ladeleistung-Äquivalent zu Kraftstoff-Tankstellen

Beitragvon Kellergeist2 » Mo 6. Jun 2016, 19:21

i300 hat geschrieben:
Nochmals: WOZU muss es so schnell gehen wie beim Verbrenner?
Kellergeist2 hat geschrieben:
Ich habe schon vor der Zeit meiner Elektromobilität immer alle 250-300 km eine kurze Pause eingelegt.
Kellergeist2 hat geschrieben:
Ich habe meinen Tesla jetzt seit etwas über 8 Monaten und seid dem bisher noch keine Fahrt gehabt, welche eine Zwischenladung erforderlich gemacht hätte.

Wer zuhause aufladen kann, der schafft normalerweise 90-95% seiner Fahrten ganz ohne Zwischenladung - auch ohne Tesla.
Jedes heute erhältliche BEV hat mittlerweile mehr realistische Reichweite als der durchschnittliche deutsche Autofahrer pro Tag fährt.
Auf der Langstrecke bedarf es zur Zeit noch eines Tesla, um ohne nennenswerten Zeitverlust am Ziel anzukommen.
Der verantwortungsvolle Autofahrer macht nämlich sowieso regelmäßig Pausen.
Wer mit Kind und Kegel in den Urlaub fährt, der macht zwangsweise zwischendurch Pausen ("Papa, ich muss mal!")
Und dann ist - dank Supercharger - der Akku eher vollgeladen, als die Familie wieder abfahrtbereit ist.

Aber es gibt ein Licht am Horizont:
Auch CHAdeMO und CCS sollen demnächst auf 150 kW aufgerüstet werden, dann braucht es nur noch "kompatible" BEVs, welche diese Leistung auch nutzen können.
Mit dem Ampera-e und dem Model 3 werden hoffentlich auch die anderen Hersteller endlich wach und liefern etwas in der Art.

Ein BEV muss also gar nicht in 5 Minuten vollgeladen werden können, sondern nur während der ohnehin nötigen Pausen genügend Reichweite bis zur nächsten Pause nachladen können.
Die "termingestressten" Vertreter, welche mal eben ohne Pause von Hamburg nach München durchkacheln sollten mal über ihren Fahrstil sowie das Gefährdungspotential nachdenken, aber das wäre hier jetzt viel zu offtopic.
Gruß, Kellergeist2
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Re: Ladeleistung-Äquivalent zu Kraftstoff-Tankstellen

Beitragvon Rudi L. » Mo 6. Jun 2016, 19:43

Wenn es Dir zuviel offtopic ist warum dann diese dumme Bemerkung?
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Re: Ladeleistung-Äquivalent zu Kraftstoff-Tankstellen

Beitragvon i300 » Mo 6. Jun 2016, 20:13

TobsCA! hat geschrieben:
So jetzt noch mein Argument/Meinung:
Im Jahr dann ca. 4,5h die ich nicht an der Tanke verbringe.
Vielleicht ist das ein Argument das funktioniert ?
MfG

Durchaus ein Argument- ich brauche übrigens regelmäßig länger zum Bezahlen als für's Tanken (max.9liter). Beim Laden ist das nicht so und wird auch mit 400kW-Lader so bleiben.. Ich finde es meist sehr lästig nach dem unangenehmen Tankvorgang noch in den 'Laden' mit der brühwürstchenkochwasserduftgeschwängerten Luft zu müssen...
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