Geschäftsmodell Schnelllader

Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon Wolfgang VX-1 » Do 21. Apr 2016, 18:31

rolandp hat geschrieben:
Die Autos stehen 95% vom Tag und da reicht AC immer aus.

Und für die, die die verbliebenen 5% auch mal geblockt mit Langstrecken füllen wollen, machen die DC-Lader Sinn. Sie erfordern (fast) nur eine Anschlussdose am Auto und nicht die für 43 oder mehr kW-AC-Ladung erforderliche Technik in Form von Ladern = Kosten und Gewicht.
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Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon TeeKay » Do 21. Apr 2016, 19:02

Der Zoe ist jetzt nicht schwerer und teurer, trotz 43kW-Ladung. Da mit steigender Batteriegröße auch die Motorleistung zunehmen kann, könnte ein Zoe mit 90kWh-Batterie und größerem Motor auch mit 90kW an AC laden. Das wär dann mit der bislang genutzten Batteriechemie im Zoe sogar schneller als Tesla mit 118kW SuCs und der nur lahm zu ladenden Batteriechemie.
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Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon graefe » Do 21. Apr 2016, 19:03

Wolfgang VX-1 hat geschrieben:
rolandp hat geschrieben:
Die Autos stehen 95% vom Tag und da reicht AC immer aus.

Und für die, die die verbliebenen 5% auch mal geblockt mit Langstrecken füllen wollen, machen die DC-Lader Sinn. Sie erfordern (fast) nur eine Anschlussdose am Auto und nicht die für 43 oder mehr kW-AC-Ladung erforderliche Technik in Form von Ladern = Kosten und Gewicht.

Der 22kW-Brusa-Lader vom Smart wiegt meines Wissens ca. 2kg. Er wird von Daimler für 2000€ verkauft - für das Geld bekommt man ganze 2000kWh am DC-Lader, womit man 10000km weit kommt.
D.h. bei einem AC-Verkaufspreis von 0,35€/kWh fährt man ab 20000km bereits günstiger und hat zudem einen materiellen und praktischen Mehrwert.

Jetzt erklär mir nochmal, inwiefern heute (!) DC-Lader im Auto einem dreiphasigen AC-Lader überlegen sind.

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Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon Berndte » Do 21. Apr 2016, 19:10

Es tut echt weh hier lesen zu müssen, wie viele technische Fehler in den Diskussionsketten sind.
Hier schreiben Leute einen Quark zusammen ohne auch nur den Funken technisches Verständnis von Ladetechniken, Kosten, Gewichten, etc. zu haben.
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Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon TeeKay » Do 21. Apr 2016, 19:15

graefe hat geschrieben:
Der 22kW-Brusa-Lader vom Smart wiegt meines Wissens ca. 2kg. Er wird von Daimler für 2000€ verkauft -

Es sind 12kg und er kostete 3060 Euro inkl. Wegfall des 3,7kW-Gerätes. Ich würd also eher mit 4.000 Euro kalkulieren.

@Berndte: Schön gepoltert mit soviel Nutzwert für den Thread. Welche Ahnung müsste man denn haben?
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Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon Berndte » Do 21. Apr 2016, 19:23

Zum Beispiel immer wieder der Blödsinn, dass die 43kW Lademöglichkeit ja so schwer, so teuer und so fehleranfällig ist.
Genauso, dass Netzanschlusskosten sooo extrem teuer sind. Klar, vielleicht für den Endkunden ;).
Aber wenn der Netzbetreiber ausbaut, dann kostet das nur einen Bruchteil.
Es ist ja auch völlig wurscht, ob ich für einen AC oder DC Lader die Zuleitung legen muss.
Logischerweise ist der Betrieb einer AC Lademöglichkeit um Längen günstiger als DC mit der eingebauten Leistungselektronik.
Schon mal die Kosten allein für die ABB Triplewartungen gesehen :shock:

Ich finde es aber echt erstaunlich, wie die echten Fachleute hier immer wieder gegen das Stammtischgeblubber ankämpfen.
Mir fehlt dazu langsam die Kraft....

... my2cents

@ Teekay: Hattest du nicht mal irgendwo solch ein Geschäftsmodell genau durchgerechnet?
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Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon TeeKay » Do 21. Apr 2016, 19:45

@Berndte: Hatte ich. Ich hatte auch von einem Netzbetreiber, der Ladesäulen betreibt, seine Kalkulation bekommen.

Der kam aber auf Netzbezugskosten von fast 40 Cent pro kWh bezogen auf einen 50kW Lader (Netzbezug maximal 55kW) mit 365 Ladungen pro Jahr a 25kWh.

Bei 40% Subventionen für die Baukosten (SLAM für Großunternehmen) kam er auf einen negativen Deckungsbeitrag von 48 Cent pro kWh bei einem Verkaufspreis von 35 Cent pro kWh. Bei obigem Nutzungsszenario müsste der Preis pro kWh also bei 83 Cent für Kostendeckung liegen. Das ist zufällig der Preis, den man bei Clever zahlt, den man früher bei Fastned zahlen sollte und den jetzt auch alle über ihren tollen 50 Cent Minutentarif wollen.

Ich kann mir nur immer wieder wiederholen: Schnelllader werden erst profitabel, wenn die Zahl der Ladungen massiv steigt UND pro Ladung deutlich mehr Energie verkauft werden kann. Bei 2000 Ladungen pro Jahr und 38kWh pro Auto (das ist wohl so in etwa die durchschnittliche Bezugsmenge am Supercharger) macht man bei 35 Cent Verkaufspreis 0,5 Cent Gewinn.

Oder anders gerechnet: Bei 40 Cent pro kWh wären es 4,7 Cent Gewinn pro kWh bei 40% Subvention der Baukosten.

Angesichts dieser Zahlen ist für mich völlig klar, dass es nur einen Weg geben kann: Die Preise für die Schnellladung müssen noch eine ganze Weile günstig bleiben, damit sich ein Markt entwickeln kann. Auch mit 50 Cent pro kWh werden Allego und Co nicht glücklich werden. Warum also einen Markt abwürgen? Gerade in Deutschland, wo hohe Ladekosten nicht durch günstige Autopreise gegenfinanziert werden können, wie es in Norwegen oder Dänemark möglich ist, kann man diese Preise einfach nicht verlangen.

Würde Tesla 35 Cent pro kWh für die SuCs nehmen, wäre man vermutlich schon heute mit den SuCs profitabel unterwegs. Ein Supercharger in der dänischen Provinz brachte es im Juli 2015 auf rund 800kWh pro Tag. Macht pro Stall und Jahr fast 150.000kWh bei 75.000 Euro Baukosten. Wenn ich in die Kalkulation die Netznutzungspreise für Mittelspannung des Netzbetreibers für 265kW Peak eintrage, Subventionen streiche, komm ich bei 35 Cent pro kWh auf 1,4 Cent Gewinn. Nicht viel, aber selbst mässig genutzter 265kW-Supercharger wäre schon im Jahr 2015 damit selbst tragend.
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