Geschäftsmodell Schnelllader

Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon Super-E » Do 21. Apr 2016, 16:41

die ganze Diskussion hat sich an dem Preismodell von Schnelladern professioneller Anbieter an Fernstraßen entzündet und darauf beziehe ich mich. 22kW hat nix mit Schnellader zu tun, sondern es geht hier um mindestens 43kW wenn nicht >100kW Leistung. Dafür muss man die nötigen Anschlüsse legen, für die Leistungsbereitstellung zahlen (zig zehntausende Euro pro Monat). Die Säulen müssen extrem robust sein, gut gewartet, etc. Wir reden hier nicht auch nicht von Hobby oder Crowdfunding systemen. Wenn das eine Firma macht, dann muss ein Planer beauftragt werden, der die nötigen Anträge stellt und eine Baufirma beanuftragt auch das kostet sicher im guten 5 stelligen Bereich. In DIESEM Szenario sind die Mehrkosten dann irgendwann irrelevant und ich hatte ja auch angedeutet, wie man diese Mehrkosten auch kompensieren könnte.

Für Gelegenheitslader und Installationen an der Wand vom Supermarkt, bei dem der Elektriker das einfach dranschraubt und man das ggf. nicht mal dem Energieversorger meldet, da geht es auch deutlich günstiger - richtig. Hier sind DC Lader eigentlich auch total fehl am Platz. Die will ich mit >150kW an der Autobahn sehen.
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Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon Tho » Do 21. Apr 2016, 16:46

Die Frage ist für mich und kam in diesem Beitrag auch bereits auf, ob DC Schnellader der richtig Weg sind, wenn AC Lader, 43kW oder mehr sich wesentlich preisweter realisieren lassen. Schließlich müssen die Kosten ja auf den abgegeben Strom umgelegt werden.
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Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon SL4E » Do 21. Apr 2016, 16:54

Tho hat geschrieben:
Die Frage ist für mich und kam in diesem Beitrag auch bereits auf, ob DC Schnellader der richtig Weg sind, (...)


Dann würde sich der heilige Musk ja auf einem Irrweg befinden. OMG :shock:
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Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon Tho » Do 21. Apr 2016, 16:59

Musk ist insofern auf dem richtigen Weg, dass er sich auch gleich um die Infrastruktur kümmert.
Als Paket ergibt das schon ein Konzept.
Aber Autos zu verkaufen und darauf zu hoffen, dass andere das Problem des Geschäftsmodell des Ladestationsbetrieb lösen, ist schon mutig und für den Kunden eher frustrierend und abschreckend.
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Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon Mei » Do 21. Apr 2016, 17:01

Tho hat geschrieben:
.... ob DC Schnellader der richtig Weg sind, wenn AC Lader, 43kW oder mehr sich wesentlich preisweter realisieren lassen. ....


Ja nun erklär mir das mal, wie ein 43kW AC Lader billiger sein soll als ein 43kW DC Lader ;)

Wobei bei jedem AC rein geht und DC raus kommt.

Oder kommt jetzt das Beispiel von der völlig überteuerten 2000€ Drehstromsteckdose mit Schütz?
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Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon Tho » Do 21. Apr 2016, 17:09

Es geht hier ums ein wirtschaftliches Geschäftsmodell. Eine Ladebox mit 43kW AC kann man als Betreiber relativ preiswert zur Verfügung stellen, wenn ich die Kosten auf die (derzeit geringe) Anzahl von Nutzern umlege, kommt dabei ein für beide Seiten tragbares Modell dabei heraus. Um die Wandlung AC/DC muss sich der Nutzer kümmern, sprich er bezahlts im Kaufpreis des Fahrzeugs.
Versuche ich als Betreiber ein tragfähiges Modell für den Stromverkauf für DC zu finden, gelingt es derzeit nicht. Da ist natürlich auch die Motivation gering DC Ladestationen zu betreiben. Investoren für eine langfristige Kalkulation, in der Hoffnung das in x-Jahren das Nutzungsvolumen drastisch steigt, in Zeiten des Quartalsdenkens zu finden gestaltet sich auch nicht leicht. (Problem der Energieversorger)
DC kann zur Zeit nur durch hohe staatliche Förderung oder im Paket mit dem Auto (sprich Betrieb der Infrastruktur durch Fahrzeughersteller als Grundlage zum Autoverkauf) gelingen.
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Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon Super-E » Do 21. Apr 2016, 17:18

43kW sind in 3 Jahren Schnachlader...

eine 43kW A/C Säule ist deutlich billiger, aber der Betrieb ist es nicht. So lange Du davon ausgehst, dass das kaum was kostet sind Deine Schlussfolgerungen korrekt. Die Annahmen sind es nicht...
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Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon rolandp » Do 21. Apr 2016, 17:39

@ Super-E,

ich will jetzt auch einen 43 KW Schnachlader :-)

Zu dem Thema..AC Ladung wird es noch bei E-Autos geben da lieg ich schon 1,5m tiefer...es wird immer schneller, höher weiter geben bei technischen Dingen...aber das Netz ist nun mal AC und damit in jedem Haushalt verfügbar und fast Monopolfrei ;-)

Deshalb gibt es ja die CCS Norm und auch Tesla macht da mit..beide Welten helfen beim Laden...und ich finds witzig über ca. 5% der Autonutzung zu reden und über fehlende DC Ladung mit 100KWh+ zu jammern, wenn es außer Tesla kein Auto zur Zeit gibt das mehr als 30KWh (Leaf) Akku hat und damit bei 43KW AC in 40Min. wieder ca. 150K Reichweite hat...

Die Autos stehen 95% vom Tag und da reicht AC immer aus.

Es wird auch keinen Hersteller gegen der in 5 Jahren mehr als ca. 150KWh Akku ins Auto rein paken wird...das macht wirtschaftlich keinen Sinn und ist nur mehr Gewicht und bei 43KW AC wäre auch das Teil in ca. 4h voll.


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Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon graefe » Do 21. Apr 2016, 17:57

Tho hat geschrieben:
Es geht hier ums ein wirtschaftliches Geschäftsmodell. Eine Ladebox mit 43kW AC kann man als Betreiber relativ preiswert zur Verfügung stellen, wenn ich die Kosten auf die (derzeit geringe) Anzahl von Nutzern umlege, kommt dabei ein für beide Seiten tragbares Modell dabei heraus. Um die Wandlung AC/DC muss sich der Nutzer kümmern, sprich er bezahlts im Kaufpreis des Fahrzeugs.

Genau so ist es. Die AC-Boxen können für ein paar Hundert Euro und sogar von Laien zusammengeschustert werden, wie uns die Workshops und Crowdfunding-Projekte zeigen. Und jeder i3-, eGolf oder BED-Kunde würde sofort 2000€ für einen dreiphasigen Lader auf den Tisch legen um damit den Nutzwert des Autos dramatisch zu verbessern. (Ausgerechnet gab es diese Option aber nur bei einem City-Auto, nämlich dem Smart.)

Tesla kümmert sich selber um die Infrastruktur, a) weil sie sich das vom Käufer durch einen sehr hohen Kaufpreis bezahlen lassen und b) weil es für Tesla einfach überlebensnotwendig ist.

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Re: Geschäftsmodell Schnelllader

Beitragvon Tho » Do 21. Apr 2016, 17:58

Super-E hat geschrieben:
eine 43kW A/C Säule ist deutlich billiger, aber der Betrieb ist es nicht.

In welcher Höhe erwartest du denn Betriebskosten bei einer AC Lademöglichkeit ?
Die Netzanschlusskosten hast du so und so, die AC Ladung ist wesentlich weniger Komplex als CCS oder CHAdeMO, insofern sind auch die Entwicklungskosten der Ladelösung geringer.
Wenn eine 50kW DC Säule schon Ladekosten von 1,50kWh und mehr verursacht, was sollen dann 150kW und mehr kosten?
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