EV-Förderstart in D: zu wenig Ladesäulen

Re: EV-Förderstart in D: zu wenig Ladesäulen

Beitragvon E03 » Mi 2. Mär 2016, 10:45

Für eine nennenswerte Verbreitung von Elektroautos sind meiner Ansicht nach zwei wesentliche Voraussetzungen erforderlich und sinnvoll:

Elektroautos müssen mindestens so praktisch verwendbar wie Verbrenner sein.
Die Gesamtkosten eines Elektroautos dürfen keinesfalls über denen von Verbrennern liegen.

Daher werden EVs Akkugrößen zwischen 50 und 150kWh haben müssen. Die Aufladung wird zu 90% mit Leistungen um 5kW an Stellen erfolgen, an denen das Auto lange steht. Nach 8 Stunden sind so immerhin 200km im Akku, die für die allermeisten Anwendungsfälle ausreichend sind. Man wird also derartige Ladepunkte in großer Zahl an Wohnorten, Arbeitsplätzen und sonstigen Dauerparkplätzen einrichten müssen und wahrscheinlich dafür mindestens einen gesetzlichen Duldungszwang ausüben sowie massiv bürokratische Hürden abbauen müssen.

Für Spontan- und Fernfahrten werden ausschließlich Schnelladeplätze für gelegentliche Nutzung an strategisch geschickten Stellen errichtet werden müssen. Bei der Anlage muß eine perspektivische Ladeleistung von mindestens 400km pro halbe Stunde und eine zahlenmäßige Erweiterung der einzelnen Ladepunkte am Ladeplatz vorgesehen werden.

Der jetzige Ausbau mit 22kW-Säulen mit Ladeleistungen um 100km pro Stunde im öffentlichen Raum mit massiven Zugangsbeschränkungen und teilweise absurden Abrechnungsmodalitäten ist daher nicht brauchbar, denn außer uns paar Nerds wird unter diesen Vorausetzungen niemand auch nur einen Gedanken an den Umstieg zum EV verschwenden.

Ladepunkte sollten grundsätzlich mit fest angebauten Ladekabeln nach einheitlicher Norm ausgestattet sein, es bringt schließlich auch niemand seinen eigenen Zapfschlauch mit an die Tanke.

Abrechnungstechnisch sollte das Auto selbst, ähnlich wie Handys, durch Anstecken des Ladesteckers die kWh-genaue (monatliche) Abrechnung länderübergreifend generieren ohne proprietäre Zugangsbeschränkungen wie derzeit. Viele vorhandene EVs könnten das jetzt schon...

Für ein solches Ziel hilft freilich das unter der Mehrheit der Menschen verbreitete klein-klein-Denken nichts, da hilft bei allen Verantwortlichen nur, dieses Ziel klar vor Augen zu haben und konsequent zu verfolgen. Sofern man das wirklich will...
:) 2014er e-Golf seit Oktober 2015 :)
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Re: EV-Förderstart in D: zu wenig Ladesäulen

Beitragvon Priusfahrer » Mi 2. Mär 2016, 19:54

E03 hat geschrieben:
Sofern man das wirklich will...


Und genau da liegt die Ladesäule begraben.

Da nimmt man einige € in die Hand uns läßt da mal einige Leute einfach machen. Diese wittern ihre Chance und wollen das Rad neu erfinden und fabrizieren das, was wir derzeit an den Straßen sehen. Nämlich Mist.

Und da die Entscheider davon noch weniger Ahnung haben und die Anderen (außer Tesla) es genauso blödsinnig machen, haben die keinen Grund mal auf den Tisch zu hauen, dass es so nicht geht.

Erst wenn die Zahl der EV´s deutlich höher ist und langsam auch in den obersten Etagen klar wird, was da auf der Straße eigentlich abgeht, wird sich was ändern, so man denn wirklich will.
Wer eher bremst fährt länger schnell (ohne nachzuladen)
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