T&R: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon Hasi16 » Mi 3. Dez 2014, 16:47

Ich bin froh, wenn sich von staatlicher Seite überhaupt was tut. Merkel hat wenigsten schon zugegeben, dass es bisher zu wenig war. Eine Erkenntnis, die man von ihr selten hört.

Und wenn es nur eine Säule pro Autobahnraststätte gibt - so what? Wenn die Auslastung wirklich hoch sein wird, dann kann man 1. neue daneben stellen und 2. lohnt es sich dann auch.

Viele Grüße
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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon TeeKay » Mi 3. Dez 2014, 17:33

Ach Hasi16, tu doch nicht so, als wäre das mit der einen Säule nicht schon ausgiebig in Deutschland erforscht worden. Guck dir mal die A9 oder die A1 an. Da gibt es bereits eine Säule alle 80km. Es fährt dort trotzdem niemand bei Verstand mit dem Elektroauto lang, weil die Säulen permanent defekt sind, sich keine Sau darum kümmert und es keine Alternative für Schnarchlader gibt. Schlägt ein Nissan Leaf, ein e-Golf, ein i3 ohne REX an so einer einzelnen, defekten Säule auf, dann kann man alle Termine des Tages absagen.

Es wird daher an solchen Routen mit einem einzigen Lader alle 80km (und mehr lässt die von Dobrindt geplante Anzahl kaum zu) niemals zu einer Nachfrage kommen, nach deren Feststellung man eine zweite Säule aufstellt. Nachfrage wird generiert durch garantierte Lademöglichkeit. Das schafft man entweder durch redunante Ladesäulen oder einen Abstand von 10, 20km zwischen den Säulen.

Gezählt wurden die Ladungen und Probleme mit DC-Ladung
Tecklenburger Land Ost: 2,8 Punkte, 5 gemeldete Probleme bei 9 gemeldeten Ladeversuchen
Tecklenburger Land West: 3,9 Punkte, 4 gemeldete Probleme bei 10 gemeldeten Ladeversuchen
Grundbergsee Nord: 4 Punkte, 1 gemeldete Probleme bei 12 gemeldeten Ladeversuchen
Grundbergsee Süd: 4,8 Punkte, 1 gemeldete Probleme bei 10 gemeldeten Ladeversuchen
Wildeshausen Süd: 4,7 Punkte, 1 gemeldete Probleme bei 11 gemeldeten Ladeversuchen
Linthe: 2,4 Punkte, 7 gemeldete Probleme bei 14 gemeldeten Ladeversuchen
Dessau: 4,1 Punkte, 1 Problem bei 4 gemeldeten Ladeversuchen
Schkeudtz: 3 Punkte, 1 Problem bei 15 gemeldeten Ladeversuchen
Hermsdorf: 4 Punkte, keine Probleme
Selbitz: 4,3 Punkte, keine Probleme mit DC
Himmelkron: 3,1 Punkte, keine Probleme mit DC
Lauf: 5 Punkte, keine Probleme
Ingolstadt: 3,9 Punkte, 3 Probleme bei 13 gemeldeten Ladeversuchen
Schweitenkirchen: 4,3 Punkte, 1 Problem bei 6 gemeldeten Ladeversuchen

Und das sind die stark subventionierten Bundessäulen gewesen - alle sind sie eher Anwärter für die Flop 10 als die Top 10 des Verzeichnisses. Welcher Irre würde es denn bitte wagen, bei so einer Katastrophen-Infrastruktur eine Route über einen dieser Lader zu planen? Die gemeldeten Probleme geben das Bild ja nicht einmal vollständig wieder, weil die Säulen teils monatelang defekt waren und es daher auch monatelang gar nicht erst Ladeversuche gab. Ein einziger defekter Lader auf der Route reicht, um die gesamte Route zu entwerten. Niemand fährt von Schkeudtz Richtung Ingolstadt, wenn er weiß, dass in Himmelkron die Säule defekt ist.

Auch bei Tesla gibt es mal defekte Lader. Das hält aber keinen einzigen Tesla-Fahrer von der Fahrt ab, weil es pro Standort stets immer mindestens einen weiteren Lader gibt, meistens sogar 3-7 weitere.
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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon tom » Mi 3. Dez 2014, 17:43

TeeKay hat geschrieben:
...
Es wird daher an solchen Routen mit einem einzigen Lader alle 80km (und mehr lässt die von Dobrindt geplante Anzahl kaum zu) niemals zu einer Nachfrage kommen, nach deren Feststellung man eine zweite Säule aufstellt. Nachfrage wird generiert durch garantierte Lademöglichkeit. Das schafft man entweder durch redunante Ladesäulen oder einen Abstand von 10, 20km zwischen den Säulen.

Aber haargenau! :thumb: :thumb: :thumb:
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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon ATLAN » Mi 3. Dez 2014, 18:39

TeeKay hat geschrieben:
ABB hatte so etwas ähnliches wie den SuC ja bereits: Einen Gleichrichterkasten für 100kW und eine kleine, dünne Säule so groß wie eine RWE-AC-Säule mit 2 Chademo-Steckern.


http://www.goingelectric.de/stromtankst ... -248/1327/

Das ist so eine, wahrscheinliche die einzige dieser Art in AT

MfG Rudolf
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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon Hasi16 » Mi 3. Dez 2014, 19:12

TeeKay hat geschrieben:
Ach Hasi16, tu doch nicht so, als wäre das mit der einen Säule nicht schon ausgiebig in Deutschland erforscht worden. Guck dir mal die A9 oder die A1 an. Da gibt es bereits eine Säule alle 80km. Es fährt dort trotzdem niemand bei Verstand mit dem Elektroauto lang, weil die Säulen permanent defekt sind, sich keine Sau darum kümmert und es keine Alternative für Schnarchlader gibt.

Jetzt denkst du aber nicht in die Zukunft, wie du es selber noch gefordert hast. In drei bis vier Jahren werde alle aktuellen EVs Reichweiten von 160 km (und mehr) reale Reichweite haben. Dann ist es kein Problem, wenn mal wirklich eine Säule defekt ist.
Schau dir mal die Situation vor zwei Jahren an: Da gab es viele dieser Säulen noch gar nicht. Ich finde, dass die Situation sich echt wesentlich verbessert. Aber an der knappen Reichweite diese EV-Generation hängt halt vieles... das wird aber in anderen Thread tot-diskutiert.

Viele Grüße
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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon TeeKay » Mi 3. Dez 2014, 20:27

Doch, es ist auch dann noch ein Problem. Das Durchschnittstempo wird entscheidend reduziert, wenn ich jede auf der Route liegende Ladesäule ansteuern und auch laden muss, weil es ja sein könnte, dass die nächste EINE Lademöglichkeit defekt ist. Am schnellsten ist eine Schnellladung, wenn ich von 0 weg lade. Lade ich ab 50% SOC; ist es keine Schnellladung mehr. Dazu kommen An- und Abfahrt, was auch bei auf Raststätten gelegenen Säulen Zeit kostet.

Im TFF gibts bereits einen Thread: Supercharger Skipping - das absichtliche Auslassen von auf der Route gelegenen Superchargern, um schneller voranzukommen. Du stellst nun das deutsche Gegenkonzept vor: Die Zwangsladung an jeder auf der Route gelegenen Ladesäule.
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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon e-lectrified » Mi 3. Dez 2014, 20:38

JuergenII hat geschrieben:
Begründung?


Das ist ja gerade der Witz - eine vernünftige Begründung kann mein bescheidenes kleines Gehirn (und bevor du loslegst: ich habe ein Studium damit abgeschlossen!) leider nicht erfassen, weil es keine gibt! Verweigerer und Blockiermotorenwerke machen halt lieber Verbrenner, egal, ob es Sinn macht oder nicht.
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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon eDEVIL » Mi 3. Dez 2014, 21:51

TeeKay hat geschrieben:
Welcher Irre würde es denn bitte wagen, bei so einer Katastrophen-Infrastruktur eine Route über einen dieser Lader zu planen? Die gemeldeten Probleme geben das Bild ja nicht einmal vollständig wieder, weil die Säulen teils monatelang defekt waren und es daher auch monatelang gar nicht erst Ladeversuche gab.

Ich und mein Sa war im A... Kam dan halb durchgefroren zur Notzwischnenladung bei Julian an und war dann erst krz vor dem Schlafen gehen zu Hause an, obwohl ich ein termin geplatzt ist und ich nur an zwei von 6 geplanten Schnelladern geladen habe.

wa shabe ich dagegen gestern in Wittenberg erlebt? Privater denkt mit und bietet mir seine extra mit dem Holzofen auf 22°C geheizte Bastelagrage an, wo der Durchgefrorene Leaf sich ermal aufwärme kann. Selbst 3h später war es noch eisig kalt, wenn man in der Garage in den Leaf gestiegen ist.

Da Schlimme ist ja, das man sich Null drauf verlassen kann bzw. keine INfos bekommt, ob die Mistdinge gerade noch fnktionstüchtig sind. Den stromlosen Lader in Linthe hätte man ja aus der Ferne entsprechen erkennen müssen...
War nur fatal, das ich ich Wollin nur bis 70% geladen hatte, weil ja 17KW so lahm ist und in Linthe 50KW gehen. Shclußenldich waren es dann Stundenlang 3,7KW, nachdem ich wie ein wahnsinniger ohne Heizng mit 70 halb auf de Standstreifen gefahren bin.
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"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon ZoePionierin » Mi 3. Dez 2014, 21:53

Deswegen werden diese Säule auch zum Verrotten verurteilt sein. Zum einen kann nur ein Teil der Fahrzeuge dort laden und die können nicht sicher sein, dass sie dort auch Strom bekommen. Auch mit 22kW Typ 2 Säulen sollte man immer noch eine Alternative in Restreichweite haben. Selbst RWE und EnBW haben keine proaktive Online-Überwachung der Säulen. Das heißt den Defekt meldet der Kunde. Und der kann dann auch mal ein paar Wochen warten, bis die Säule repariert ist.

Schaut man zu Unternehmen, die Geld damit verdienen wollen, sieht das anders aus. Da ist eine Uptime möglichst Nahe an 100 Prozent das A und O. Weil der Imageschaden für die jungen Firmen fatal wäre. Und dank Twitter, Facebook und auch der Foren weiß es sofort die ganze Gemeinde, wenn ein Anbieter unzuverlässig ist.

Wir leben im Jahr 2014, da sollte es möglich sein, dass sich eine defekte Ladesäule im Backend meldet und sagt "Ugh, mir ist gar nicht tssssspfffffpeng pieeeeeeeep..." und der Servicetechniker vom Partnerelektriker vor Ort arlamiert wird, sich in seinen Kangoo Z.E. oder eNV-200 schwingt und die Säule wieder heile macht.

Manchmal habe ich echt Zweifel, dass Deutschland ein Land der Ingenieure und Innovationen ist und komme mir vor wie in einem Entwicklungsland.

Aber hier ist ja auch erst in zwei Jahren W-LAN in Fernzügen technisch möglich...
Renault ZOE Juni 2013 bis April 2016: 65.000 Kilometer
Fahre: Seit April 2016: Tesla Model S 70D Obsidian Black
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Re: Dobrindt: 400 Schnelllader an dt. Raststätten

Beitragvon Hasi16 » Mi 3. Dez 2014, 23:04

e-lectrified hat geschrieben:
Verweigerer und Blockiermotorenwerke machen halt lieber Verbrenner, egal, ob es Sinn macht oder nicht.


Deine Aussagen zeugen nicht von einem erfolgreichen Uni-Abschluss. Deine Aussagen sind in fasst jedem Post voller Vorurteile, Missgunst und Unterstellungen. Willkommen auf meiner Ignore-Liste.
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