Leaf Probefahrt

Leaf Probefahrt

Beitragvon ClarkKent » So 26. Apr 2015, 15:14

Ich interessiere mich schon seit sicher gut 10 Jahren für das Thema Elektromobilität, habe aber auf Grund meiner Reichweitenanforderung (täglich 120 km, davon 100 km Autobahn, 20 km Landstraße/Ortschaften) nie ein wirklich passendes Angebot gefunden. Ich möchte noch zusätzlich erwähnen, dass ich grundsätzlich kein Raser bin, also eher gemütlich fahre, ohne zu schleichen.

Vor einigen Tagen hatte ich durch Zufall erfahren, dass das ortsansässige Technikzentrum einen Nissan Leaf für Probefahrten zur Verfügung stellen kann. Somit hatte ich mir für letzten Freitag einen Termin dafür ausgemacht und bin die genannte Strecke damit gefahren (60 km in eine Richtung). Es war der Eco-Modus aktiviert und ich bin in meinem normalen, täglichen Fahrstil mit diesem Auto gefahren. Die gesamten 50 km Autobahn immer so um die 110 km/h (also "echte" 110 - mit separater Navigation am iPhone gemessen. Ist ca. 120 km/h am Tacho des Leaf) gefahren. Bis auf zwei kürzere Baustellenabschnitte, bei denen nur 80 km/h erlaubt war. Ortschaften und Landstrassen etwas unterhalb der erlaubten Geschwindigkeiten. Außentemperatur war so ca. 12 Grad, kein Regen, Sonnenschein. Abgefahren bin ich bei fast voller Aufladung (154 km Restkilometeranzeige, Batterie fast voll - nur der oberste Balken hat gefehlt), angekommen bin ich bis 99 km Restkilometeranzeige - wobei sich diese aber die letzten 5 km nicht verändert hat. Ich hab leider vergessen, die prozentuelle Batterieanzeige bei der Ankunft zu kontrollieren, wobei ich den Wagen danach ca. 3 Stunden am regulären 220V angesteckt hatte. Eigentlich hätte ich damit wieder problemlos zurückkommen sollen, wollte das Risiko aber nicht eingehen, außerdem wollte ich den Wagen noch mit einer Durchschnittsautofahrer-Methode beim Zurückfahren testen. Also unter österreichischer Durchschnittsautofahrer verstehe ich echte 130 km/h auf der Autobahn, Landstrasse/Ortschaften am Limit und Klima voll aufgedreht, Eco abgeschalten. Bin also mit 149 km Restkilometeranzeige und nur mit fehlendem ersten Balken der Batterieanzeige losgefahren. Die 50 km Autobahn bin ich mit Volldampf gefahren, also meistens stand am Tacho zwischen 135 und 148 km/h. Angekommen bin ich dann im Endeffekt mit 32 km Restkilometeranzeige, 4 Balken noch übrig (2 im hellen und 2 im roten Bereich). Ich glaube, dass das gar nicht schlecht war. Wäre ich mit der selben Methode zurückgefahren, wie ich die erste Strecke gefahren hatte, hätte ich wahrscheinlich wieder um die 80 - 90 km Restkilometeranzeige gehabt - denke ich mal.

Die Ausstattung und Fahrleistung des Nissan Leaf hat mich total begeistert! Ich denke mal, dass ich noch nie mit einem besseren Auto gefahren bin. Leise, kraftvoll, alle erdenklichen Annehmlichkeiten, groß genug um meine 1,95 m unterzubringen (sogar auf der Rückbank), Kofferraum vollkommen ausreichend (da auch die Rückbank umgelegt werden kann). Ich würde mal sagen, dass der Leaf von einem anderen regulären Verbrennungsmotor-Auto rein vom Komfort nicht zu unterscheiden ist (man denke mal, wie das vor 10 Jahren noch war!).

Trotzdem werde ich noch kein Elektroauto kaufen. Die Kilometerleistung ist mir noch zu unsicher, gerade bei den rund 35.000 km/Jahr, die ich damit fahren will und man damit rechnen muß, dass die Batterie degradieren wird. Mein Test war ja bei beinahe Idealbedingungen - bei den winterlichen Temperaturen, die bei uns meistens vorherrschen (meistens zwischen -5 und -10 Grad, manchmal sogar -15 Grad und viel Schnee) hätte ich schon arge Bauchschmerzen. Außerdem mag ich es im Auto nicht kalt - ich hasse Kälte! Klimaanlage muß nicht unbedingt sein, wenn, dann nur minimal (außer, es hat mal 40 Grad draussen). Ich hab mir jedenfalls den Vorsatz gemacht, dass ich ein Elektroauto kaufe, sobald die echte Reichweite 300 km beträgt. Also die echte Reichweite, nicht irgendein Normverbrauch. Dann hab ich Reserven und kann schon mal auf eine Ladung verzichten. An meiner Arbeitsstätte ist das Aufladen nicht immer problemlos möglich, da es massive Parkplatzprobleme gibt und ich baulichte Tätigkeiten bräuchte, um eine Steckdose außen auf der Hausmauer anbringen zu lassen - darum rechne ich nicht damit, immer laden zu können.

Also mein Ziel: Leaf-ähnliches Fahrzeug (Ausstattungs- und Komforttechnisch), 300 echte km Reichweite, wenn möglich Allrad - und das für maximal 30.000 Euronen (von mir aus schon rabattiert).
ClarkKent
 
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Re: Leaf Probefahrt

Beitragvon e-lectrified » So 26. Apr 2015, 15:22

Probier mal den Soul EV von KIA - ich denke der könnte dir das nötige bisschen Extra-Sicherheit geben ohne große Komfort-Einbußen, etc. .
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Re: Leaf Probefahrt

Beitragvon ClarkKent » So 26. Apr 2015, 15:33

Hatte ich sowieso vor. Allerdings ist die Reichweite ja nur marginal höher. Ich denke mal, es ist wirklich besser, auf die nächste Generation zu warten - mein jetziger Wagen hält wahrscheinlich noch für diese Zeit. 300 km - dann gibts kein Hindernis mehr...
ClarkKent
 
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Re: Leaf Probefahrt

Beitragvon e-lectrified » So 26. Apr 2015, 16:55

Das sehe ich etwas anders. Ganz wichtig ist beim Soul EV die Reichweitenstabilität im Winter, die andere BEVs leider nicht aufweisen. Zudem ist die Praxisreichweite im Sommer auch deutlich höher als die der Konkurrenten. Hier darf man den NEFZ-Werten eine nicht zu große Bedeutung beimessen.

Aber natürlich kann ich verstehen, wenn du sagst, dass dir 300 km sicherer vorkommen - mach dir aber erst einmal ein Bild vom Soul EV.
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Re: Leaf Probefahrt

Beitragvon landwirt29 » So 26. Apr 2015, 17:12

Hallo clarkkent,

willkommen hier im Forum!
Ich hab auch vor einigen Wochen den Leaf getestet, war recht angetan von ihm - obwohl ich mir derzeit auch noch kein Elektroauto kaufen werden.

ClarkKent hat geschrieben:
Vor einigen Tagen hatte ich durch Zufall erfahren, dass das ortsansässige Technikzentrum einen Nissan Leaf für Probefahrten zur Verfügung stellen kann.

Würdest du uns verraten, wo das Technikzentrum ist, wo man Probefahrten mit dem Leaf machen kann?

35.000 km/Jahr ist schon eine anständige Fahrleistung. Sind das bei dir rein private Fahrten (inkl. Weg zur Arbeit) oder hast du da auch dienstliche Fahrten eingerechnet?
Wie ich sehe, bist du die Hinfahrt wirklich sehr ökonomisch gefahren - so wie es die meisten E-Auto-Fahrer auch machen. Interessant wäre hierbei noch zu wissen, was der Leaf an realem Durchschnittverbrauch bei dir angezeigt hat.
Mit deiner Testfahrt hast du sehr anschaulich gezeigt, wie sich der Verbrauch unterscheidet, wenn man hin zu höheren Geschwindigkeiten tendiert (wobei das Höhenprofil hier vernachlässigt wurde).

ClarkKent hat geschrieben:
Also die echte Reichweite, nicht irgendein Normverbrauch. Dann hab ich Reserven und kann schon mal auf eine Ladung verzichten. An meiner Arbeitsstätte ist das Aufladen nicht immer problemlos möglich, da es massive Parkplatzprobleme gibt und ich baulichte Tätigkeiten bräuchte, um eine Steckdose außen auf der Hausmauer anbringen zu lassen - darum rechne ich nicht damit, immer laden zu können.

Ich denke auch, dass es wichtig ist, dass man an seiner Arbeitsstätte laden kann. Überhaupt wenn der Wagen dort mehrere Stunden bloß herumsteht und die Zeit dadurch gut genutzt wäre.
Beim Leaf ist halt die Ladeleistung nicht gerade überragend - je nach Modell 3,7 oder 6,6 kW. Chademo gibt es nicht überall, ist bei weiteren Strecken (über 100 km) beim Leaf aber fast ein Muss. Mir persönlich wäre es dann auch nicht mehr so wichtig, ob diese Chademo-Ladestation nur 11 oder 22 kW hergibt. Ist ja meist nur, um sich noch ein paar zusätzliche "sichere" Kilometer Reichweite zu holen.
Das wäre auf jeden Fall bei mir ausreichend - ist aber jedenfalls abhängig vom persönlich Fahrprofil und von den persönlichen Anforderungen.
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Re: Leaf Probefahrt

Beitragvon Zoelibat » So 26. Apr 2015, 17:24

e-lectrified hat geschrieben:
Das sehe ich etwas anders. Ganz wichtig ist beim Soul EV die Reichweitenstabilität im Winter, die andere BEVs leider nicht aufweisen. Zudem ist die Praxisreichweite im Sommer auch deutlich höher als die der Konkurrenten. Hier darf man den NEFZ-Werten eine nicht zu große Bedeutung beimessen.

Aber natürlich kann ich verstehen, wenn du sagst, dass dir 300 km sicherer vorkommen - mach dir aber erst einmal ein Bild vom Soul EV.

Hier stimme ich überein. Würde den Soul testen.
Durch Batterieheizung und Gimmicks wie Driver-only-Heizung fährst du mit dem im Winter einige Extra-km.
Hier könnte Ihre Werbung stehen! :D
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Re: Leaf Probefahrt

Beitragvon Kelomat » So 26. Apr 2015, 18:49

ClarkKent hat geschrieben:
Mein Test war ja bei beinahe Idealbedingungen - bei den winterlichen Temperaturen, die bei uns meistens vorherrschen (meistens zwischen -5 und -10 Grad, manchmal sogar -15 Grad und viel Schnee) hätte ich schon arge Bauchschmerzen. Außerdem mag ich es im Auto nicht kalt - ich hasse Kälte! Klimaanlage muß nicht unbedingt sein, wenn, dann nur minimal (außer, es hat mal 40 Grad draussen).


Ich würde dir eine Probefahrt in den Wintermonaten empfehlen aber bitte mit einem Euro Leaf (BJ ab 2013) denn der hat eine Wärmepumpenheizung.

Mein Leaf hat die leider nicht und deswegen frisst mich im Winter die Heizung arm ;)
Hauptauto: Nissan Leaf 2012er mit isolierter Heizung
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Sonst keine fossile Dreckschleuder zur Fortbewegung ;)

Strom kommt von der PV-Anlage ca. 15kW mit Speicher im Keller
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Re: Leaf Probefahrt

Beitragvon Greenhorn » So 26. Apr 2015, 20:41

Bei 60 Km eine Strecke mit Nachladen auf der Arbeit musst Du dir absolut keine Gedanken machen.
Wenn ich bei Minustemperaturen die Heizung an mache (nicht die ganze Klimaautomatik) Lüftung auf 1 wird es selbst im Eco Modus warm genug. Der BC zeigt dann ohne Heizung +11Km. Das ist fast vernachlässigbar. Vor allem, wenn Du dann vorgeheizt losfahren kannst.
Wirkliche Reichweitenfresser sind Nasse Straße und Gegenwind. Heizung macht sich bei Wärmepumpe wenig bemerkbar.
Gruß Bernd

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„Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende" (Oscar Wilde)
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Re: Leaf Probefahrt

Beitragvon Leaf-2015-03 » Di 28. Apr 2015, 20:32

Ich fahre ca. 70 KM (eine Strecke) zur Arbeit und selbst mit 80 % Ladung ist das nie ein Problem gewesen. Autobahntempo 100 - 110 (laut Tacho) ohne Windschatten. Heute morgen, -1 Grad, 4 Mann im Auto, Heizung auf 16 Grad, relativ ebenes Gelände, trocken, bei Ankunft noch 23 % im Tank. Rückweg: 11 Grad, 100 (laut Tacho), stürmisch mit 72 % gestartet und wieder mit 23 % zuhause angekommen.
Dabei plane ich aber ca. 20.000 KM/Jahr - schließlich fährt man ja in einer Fahrgemeinschaft, da es geselliger und umweltfreundlicher ist. Ich verstehe die vielen Einzelfahrer nicht - mit ein bisschen Planung sollten es mehr schaffen, eine Fahrgemeinschaft zu bilden - das ist aber ein anderes Thema ;)
Bisher bin ich 2700 KM mit meinem Leaf gefahren und gebe Ihn nicht mehr her :D
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Re: Leaf Probefahrt

Beitragvon fbitc » Di 28. Apr 2015, 21:54

was sagen denn deine Mitfahrer zum Fahrgefühl?
Grüße Frank
--
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April 2016 -> VW Golf 7 Variant, 1.6TDI
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