Erstaunlich: Zeitung berichtet über defekte Ladesäule

Erstaunlich: Zeitung berichtet über defekte Ladesäule

Beitragvon rolandk » Fr 15. Apr 2016, 08:30

Heute in der Wümmezeitung (Regionalausgabe für Lilienthal des Weser-Kurier):

Ladesäule beschädigt: Erst mal kein Saft mehr für Stromer

Nicht irritieren lassen, der Text mit der kaputten Ladesäule kommt nach dem Kuhstall-Bericht.

Ladesäule beschädigt: Erst mal kein Saft mehr für Stromer

Die Stromtankstelle für Elektroautos an der Bahnhofstraße ist außer Betrieb – und wird es mutmaßlich auch die nächsten drei bis vier Wochen bleiben. Die Ladesäule sei am verkaufsoffenen Sonntag von einem unbekannten Auto angefahren und so schwer beschädigt worden, dass sie abgeschaltet werden musste, sagt Klaus Brinkmann, Energieberater der Stadtwerke Osterholz als Betreiber der Ladestation.

„Obwohl wir zum Schutz massive Granitpoller haben einbauen lassen, ist das Gerät am Fuß abgebrochen“, so Brinkmann auf Anfrage. Die Stadtwerke bemühten sich um Ersatz, was aber leider nicht so einfach sei. Fahrer von Elektroautos müssten sich in der Zwischenzeit zur neuen Ladestation am Falkenberger Kreuz bemühen. Die werde zwar vom Verkehrsverbund VBN betrieben, sei aber dennoch mit den Ladekarten der Stadtwerke Osterholz nutzbar. Das gleiche gelte für die neue VBN-Ladestation an der Volksbank in Grasberg. Die Nutzung der eigenen sowie auch der VBN-Lader bleibe einstweilen kostenlos. Ladekarten der SWB werden an den VBN-Säulen nicht akzeptiert – aus Datenschutzgründen, wie eine Nachfrage ergab.

Die defekte Ladesäule an der Bahnhofstraße in Lilienthal soll durch eine baugleiche ersetzt werden. Das bedeutet, dass dort Schnellladen nach dem neuen CCS-Standard für deutsche Strom-Autos wie VW e-Golf oder BMW i3 weiterhin nicht möglich sein wird.

„Diese CCS-Ladestationen sind sehr teuer“, sagt Brinkmann. Dafür seien zu wenige Autos dieses Typs unterwegs. Die Stadtwerke Osterholz hätten bislang nur eine Ladekarte an einen e-Golf-Fahrer ausgegeben. Dafür aber schon für drei Tesla, fünf Renault und drei Opel Ampera. Insgesamt seien 35 Ladekarten vergeben worden, mit denen sich die Stromtankstellen der Stadtwerke aktivieren lassen.
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Beitragvon E03 » Fr 15. Apr 2016, 09:17

Die defekte Ladesäule an der Bahnhofstraße in Lilienthal soll durch eine baugleiche ersetzt werden. Das bedeutet, dass dort Schnellladen nach dem neuen CCS-Standard für deutsche Strom-Autos wie VW e-Golf oder BMW i3 weiterhin nicht möglich sein wird.


Lerneffekt gleich null, wieder nur ein sinnarmer AC-Lader mit proprietärer Ladekarte...
:) 2014er e-Golf seit Oktober 2015 :)
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Re: Erstaunlich: Zeitung berichtet über defekte Ladesäule

Beitragvon rolandk » Fr 15. Apr 2016, 09:49

Was heißt hier Lerneffekt? Du kannst ja gerne den fehlenden Betrag für 'ne CCS Ladestation sammeln gehen. Wenn Du den fehlenden Satz mit zitiert hättest, wüßtest Du, warum dort keine DC-Ladestation entsteht. Ich bin froh, das dort wenigstens AC zur Verfügung steht. Und selbst der wurde gerne auf Dauer auch von E-Golfern genutzt.

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Re: Erstaunlich: Zeitung berichtet über defekte Ladesäule

Beitragvon e-future » Fr 15. Apr 2016, 23:45

Das Argument in dem Artikel ist aber ganz, ganz schwach. Altes Henne oder Ei Problem. Mit dieser Denke ändert sich nie etwas, wenn man nur darauf wartet, dass mehr Autos mit Schnelllademöglichkeit kommen werden. Ein stimmiges Zukunftskonzept geht ja gerade nicht vom Status quo aus, sondern antizipiert die zukünftige Entwicklung und schafft die Infrastruktur, die benötigt wird, um die E-Mobilität voranzubringen.
E03 liegt daher absolut richtig.
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Re: Erstaunlich: Zeitung berichtet über defekte Ladesäule

Beitragvon rolandk » Sa 16. Apr 2016, 00:09

e-future hat geschrieben:
Das Argument in dem Artikel ist aber ganz, ganz schwach. Altes Henne oder Ei Problem. Mit dieser Denke ändert sich nie etwas, wenn man nur darauf wartet, dass mehr Autos mit Schnelllademöglichkeit kommen werden. Ein stimmiges Zukunftskonzept geht ja gerade nicht vom Status quo aus, sondern antizipiert die zukünftige Entwicklung und schafft die Infrastruktur, die benötigt wird, um die E-Mobilität voranzubringen.
E03 liegt daher absolut richtig.


Nein, tut er nicht. Und zwar deswegen weil diese Aussage von einem Mitarbeiter von einem Stadtwerkebetreiber kommt. Du hast durchaus recht, das der erfolgreiche Einsatz von E-Fahrzeugen natürlich Lademöglichkeiten bedingt. Aber aus welchem Grund sollte das ein Energieversorgungsunternehmen oder auch z.B. der Staat/Kommunen tun?

Wie können z.B. deutsche Autohersteller nur so dumm sein und ihre eigene Infrastruktur nicht nutzen um genau diese Probleme zu lösen? Da haben sie sogar Tesla gegenüber einen Vorteil und nutzen ihn nicht.

Jedem kleinen Händler wird vorgeschrieben, welche Fliesen der Ausstellungsraum zu haben hat, aber bei den Händlern vernünftige Ladetechnik (24/7 barrierefrei) vorzuhalten klappt nicht. Und wenn da tatsächlich etwas hingeschraubt wird sind das Ladestellen mit einer Kapazität von zwei Schukosteckdosen, sie sind nicht 24/7 erreichbar oder sie sind nicht barrierfrei erreichbar. Wie soll das klappen?

Und wie geschrieben, das ist NICHT die Aufgabe von Stadtwerken. Wenn sie es machen, OK.... aber mal als Vergleich, wer verkauft eigentlich Benzin und wer betreibt die Infrastruktur dahinter? Der Staat? Aber beim Strom soll das so sein?

Natürlich verkaufen die Autohändler kein Benzin, aber wenn's sonst niemand machen würde, müßten sie es auch machen....

Schließlich wollen sie ihre Autos doch verkaufen, oder etwa nicht? (die Frage war rethorisch gemeint)

Gruß
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Re: Erstaunlich: Zeitung berichtet über defekte Ladesäule

Beitragvon ATLAN » Sa 16. Apr 2016, 08:41

rolandk hat geschrieben:
Jedem kleinen Händler wird vorgeschrieben, welche Fliesen der Ausstellungsraum zu haben hat, aber bei den Händlern vernünftige Ladetechnik (24/7 barrierefrei) vorzuhalten klappt nicht. Und wenn da tatsächlich etwas hingeschraubt wird sind das Ladestellen mit einer Kapazität von zwei Schukosteckdosen, sie sind nicht 24/7 erreichbar oder sie sind nicht barrierfrei erreichbar. Wie soll das klappen?


+1000, gilt aber leider für alle alteingesessenen Marken, ausnahmen bestätigen die Regel.. :(

Insbesonders Renault hätte hier vor 4 Jahren mit einer 22/43kW Infrastrukturwelle bei den Vertragswerkstätten / Händlern vorpreschen können und hätte quasi über Nacht ein EU-Weites Schnelladenetz zum Wurststullenpreis aufbauen können. :roll:

MfG Rudolf
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Re: Erstaunlich: Zeitung berichtet über defekte Ladesäule

Beitragvon TeeKay » Sa 16. Apr 2016, 08:50

Die Stadtwerke Greifswald schafften es auch, 2 Schnelllader zu installieren und bearbeiten immer wieder die Stadtwerke in Nachbar-Kommunen, es ihnen doch gleich zu tun (ohne Erfolg bisher). Zusätzlich fahren die Stadtwerke schon seit etlichen Jahren mehrere EV im täglichen Einsatz und testen sogar einen Batteriespeicher an der Hauptverwaltung. Man findet schon Budget für sowas, wenn man will.
https://www.facebook.com/ElektroautoImAlltag/
Projekt Stromspeicher im Selbstbau mit BMW i3 & Passat GTE Batterien: http://www.stromspeicher.blog/
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Re: Erstaunlich: Zeitung berichtet über defekte Ladesäule

Beitragvon rolandk » Sa 16. Apr 2016, 10:39

TeeKay hat geschrieben:
Man findet schon Budget für sowas, wenn man will.


Ist durchaus richtig und ich finde das auch gut. Letztlich ist es aber nicht deren Aufgabe. Die sollen die Infrastruktur zur Verfügung stellen, damit Haushalte, Firmen und auch Ladestationen zu ihrem Strom kommen. Mehr nicht. Jede weitere Aktion (auch Batteriespeicher für Haushalte) gehen letztlich zu Kosten der Allgemeinheit und unterstützt im Grunde genommen nur einzelne Personen/Firmen.

Ich persönlich sehe das nicht Sinne der Aufgaben eines EnergieVERSORGUNGSunternehmens. Wenn sowas nicht auf Kosten der Allegemeinheit geht, ist es super, ansonsten halte ich sowas unfair. Das können andere Firmen/Unternehmen machen. Und letztlich machen das ja auch andere Firmen, aber warum soll deren Vertriebsweg über die EVUs gehen? Das sollten die örtlichen Elektriker machen.

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Re: Erstaunlich: Zeitung berichtet über defekte Ladesäule

Beitragvon lingley » Sa 16. Apr 2016, 10:49

Rudolf +10k
Renault hätte z.B. mit der Batteriemiete des Kunden sogar die Mittel ein Renaulteigenes AC Netz herzustellen und zu betreiben. Die Hoffnung darauf hatte ich zuletzt 2013, jeder weiß was daraus geworden ist ...
lingley
 

Re: Erstaunlich: Zeitung berichtet über defekte Ladesäule

Beitragvon Vanellus » Sa 16. Apr 2016, 12:58

Also in Schleswig-Holstein haben die Renault-Händler Süverkrüp und Lüdemann & Sens, bzw. Lüdemann & Zankel an mehreren Standorten in SH 24/7 zugängliche 11/22/43 kW zum freien Laden.
War aber wohl deren Privat-Initiative.
Zoe Zen seit 10.7.2013, perlmuttweiß
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