KIA Soul EV aus Sicht eines BMW i3 Fahrers

KIA Soul EV aus Sicht eines BMW i3 Fahrers

Beitragvon pheck » Fr 25. Nov 2016, 23:45

Hallo zusammen,

gleich vorneweg - es geht hier nicht um ein Soul EV Bashing - das Auto wird, sofern alles klappt, neben dem i3 unser zweites E-Auto werden.

Zu meinen Erfahrungen: Ich fahre seit 26 Monaten einen BMW i3 BEV als Firmenfahrzeug - im August nächsten Jahres läuft das Leasing aus, dann wechsele ich auf das neue i3 Modell und habe dann ähnlich Reichweiten wie jetzt der Soul EV.

Aktuell haben wir privat einen KIA Sportage geleased, dieser läuft eigentlich noch 1,5 Jahre. Allerdings sprechen einige Gründe dafür, den Leasingvertrag zu beenden und statt dessen den Soul EV zu leasen:

- Das Auto, hauptsächlich von meiner Frau genutzt, ist ihr einfach zu groß
- Der Sportage ist ein Diesel und verbraucht mehr als erwartet. Ausserdem ist man in den heutigen Zeiten als Dieselfahrer nicht gut gelitten
- Wir können jederzeit sehr flexibel auf einen Verbrenner im Lufthansa Car Pool zurückgreifen - lediglich eine 20 min. Fahrt zum Flughafen Frankfurt ist dazu nötig. Somit entfällt dann auch das Problem, kein Auto für längere Fahrten (ohne die Mühen einer Zwischenladung) mehr zur Verfügung zu haben.

Heute haben wir daher den Soul EV in Frankfurt mal Probe gefahren. Hier meine Eindrücke:

Der Wagen ist sehr gut ausgestattet und hat einen ansprechenden, wenn auch nicht so luftigen und futuristischen Innenraum wie der i3. Die Beschleunigung ist OK, allerdings (natürlich) nicht mit dem i3 zu vergleichen. Insgesamt hatte ich vom Exterieur und Interieur einen sehr guten Eindruck. Teschnisch ist das Auto auf der Höhe der Zeit, die Klimatisierung ist wesentlich effektiver als beim i3. Auch das beheizbare Lenkrad vermisse ich schmerzlich beim i3. Insgesammt macht das Auto einen sehr wertigen Eindruch und scheint gut durchdacht zu sein.

Die Rekuperation war die große Enttäuschung - die vom i3 gewohnte "One-Padel-Operation" ist nicht machbar. Die Bremswirkung ist sehr schwach (und ja, Wahlhebel war auf "B" gestellt :D ) und bremst den Wagen nicht zum Stillstand, Apropos Stillstand - sehr überrascht hat mich, dass man immer auf der Bremse stehen muss, da ansonsten der Wagen einfach weiterfährt! Das ist beim BMW besser gelöst. Ich bin in etwa die gleiche Strecke gefahren, die ich auch jeden Tage zur Arbeit pendele - beim I3 benutze ich die Bremse eigentlich gar nicht, beim Soul EV musste ich sie sehr oft in Anspruch nehmen. Weiterer Wehrmutstropfen ist das Fehlen eines Typ2 Ladesteckers und einem entsprechenden Ladens mit 22 kW. OK - da ist BMW auch nicht viel besser, aber der hat in der neuen Version wenigstens 3-phasiges Laden mit 11 kW. In 95% der Fälle wird das aber wohl eher nicht ins Gewicht fallen, da eine Ladung an der heimischen 22 kW Ladesäule auch über Nacht problemlos machbar sein wird.

Meine Frau war auch sehr angetan - jetzt müssen wir nur noch finanziell die Konditionen mit KIA klären und dann wird dann der Wechsel hoffentlich bald vollzogen sein - und wir fahren (dank Ökostrom zuhause) dann komplett klimaneutral mit zwei E-Autos!

Berichte hier im Thread dann über den Fortgang!

Ciao Peter
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Beitragvon Karlsson » Sa 26. Nov 2016, 01:40

Die starke Reku ist doch nur Gewöhnung. Ich würde die durchaus gern ganz ausstellen können. Mit dem Brempedal wird ja auch zunächst nur rekuperiert.
Ebenfalls das anfahren wenn man von der Bremse geht, das ist halt traditionell so bei Automatik Fahrzeugen. Würde ich nicht als Nachteile sehen.
Die Typ 1 Buchse ist halt etwas doof wegen festen Typ 2 Steckern an Säulen und fehlender Verriegelung.
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Re: KIA Soul EV aus Sicht eines BMW i3 Fahrers

Beitragvon Solarstromer » Sa 26. Nov 2016, 06:50

pheck hat geschrieben:
Die Beschleunigung ist OK, allerdings (natürlich) nicht mit dem i3 zu vergleichen.

Ja, verglichen mit dem Leaf oder I-MiEV ist die Beschleunigung eher wie bei einem Verbrenner. Wobei man sagen muss, dass als Standard immer der Eco Mode aktiv ist. Wenn man den ausschaltet, wirds etwas besser. Damit der Soul richtig abgeht muss man Eco abschalten und das Fahrpedal ganz durchdrücken.


pheck hat geschrieben:
Die Rekuperation war die große Enttäuschung - die vom i3 gewohnte "One-Padel-Operation" ist nicht machbar. Die Bremswirkung ist sehr schwach (und ja, Wahlhebel war auf "B" gestellt :D ) und bremst den Wagen nicht zum Stillstand, Apropos Stillstand - sehr überrascht hat mich, dass man immer auf der Bremse stehen muss, da ansonsten der Wagen einfach weiterfährt!

Im Vergleich zu Japan Leaf ist die Rekuperation in Stellung B sehr stark. Und merklich stärker wie beim I-MiEV. Dass man auf der Bremse stehen muss, ist bei den allermeisten EVs so. Da ist BMW die Ausnahme.
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Re: KIA Soul EV aus Sicht eines BMW i3 Fahrers

Beitragvon Smartpanel » Sa 26. Nov 2016, 09:04

Ich finde die Rekuperation des Soul ausreichend - drei Stufen, die stärkste ist "B".
Rekuperationsleistung bis zu 40kW, mit Bremse antippen bis 81kW.
Bei mehr als ca. 20kW Reku gehen in Stufe "B" die Bremslichter an, in den anderen Stufen nicht.

Ich empfinde es als Vorteil dass der Soul beim Loslassen des Strompedals nicht ganz anhält.
Beim Heranfahren an eine rote Ampel rekuperiert er bis ca. Tempo 8 km/h, danach rollt man mit diesem Tempo bis zur Anhaltelinie oder den davor wartenden Fahrzeugen.
Ist fußentlastend. Man geht runter vom Potentiometer, rekuperiert bis 8 km/h, rollt die restlichen Meter hin und nimmt erst ganz am Ende wieder den Fuß für das Bremspedal her.

Ich bin vor dem Kauf des Soul den i3 probegefahren, das mit dem Stromfuß hinrobben zum Stauende hat mich gestört. Ist vielleicht aber auch nur Gewöhnung.
Im Fahrbetrieb selbst ist One-Pedal-Fahren ähnlich wie beim i3 möglich, in Stufe "B" beim Soul.
Ist für die Mitfahrer faszinierend - manche sagen Gummibandeffekt - keinerlei Lastwechselreaktionen.
Gummibandeffekt ist beim i3 leistungsbedingt natürlich noch schöner
Diesel Weg wird kein leichter sein ...
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Re: KIA Soul EV aus Sicht eines BMW i3 Fahrers

Beitragvon graefe » Sa 26. Nov 2016, 10:09

Es mag der traditionellen Automatik-Erfahrung entsprechen, dass ein Auto mit Automatikgetriebe immer fährt, weil der Drehmomentwandler eben nicht auskuppeln kann. Warum an solchen alten Zöpfen festhalten? Logisch ist das auch nicht, dass ein Auto fährt, obwohl man gar keine Energie gibt. Und es ist auch nicht angenehm, das Auto an der Ampel ständig festhalten bzw. manuell aus- und später wieder ein"kuppeln" zu müssen. Das Halten würde ich mir beim i3 fast noch stärker wünschen (und glaube auch, dass das in früheren Softwareversionen stärker war). Ich mag es jedenfalls sehr, dass ich das Bremspedal kaum noch benutzen muss. Erstmal an One-Pedal gewöhnt kenne ich niemanden, der wieder zurück wollte.
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Re: KIA Soul EV aus Sicht eines BMW i3 Fahrers

Beitragvon Simon1982 » Sa 26. Nov 2016, 10:19

graefe hat geschrieben:
Es mag der traditionellen Automatik-Erfahrung entsprechen, dass ein Auto mit Automatikgetriebe immer fährt (...)


Unser Passat mit DSG hat eine Auto-Hold Taste. Ist sie aktiviert, dann bleibt das Fahrzeug stehen und rollt nicht. Ist sie deaktiviert, dann verhält sich das Auto so wie man es von einem konventionellen Automatikfahrzeug gewohnt ist.

Finde das sehr praktisch, dann kann ich selbst entscheiden was mir besser gefällt (ich bevorzuge an der Ampel Auto-Hold und beim einparken konventionell).
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