"Es kommt bei E-Autos nicht auf die Reichweite an"

Re: "Es kommt bei E-Autos nicht auf die Reichweite an"

Beitragvon Karlsson » Di 21. Jun 2016, 16:57

AbRiNgOi hat geschrieben:
Was ist jetzt aber die richtige Größe? Weil wenn ich eine gewisse Ladeleistung habe ist die Batteriegröße wieder egal. Es ist wurscht ob ich alle 2 Stunden eine Pause von 30 Minuten mache oder ob ich alle 4 Stunden gleich ne Stunde stehen muss.

Heute muss ich aber bei meiner gewünschten Geschwindigkeit alle 45 Minuten stehen. Theoretisch vielleicht auch erst nach 60 Minuten, aber da steht dann garantiert keine Säule.
Selbst wennn die Ladeleistung viel höher wäre und die Infrastruktur viel besser, wäre das noch nervig.
Die Säulen anfahren ist oft mit Umwegen verbunden, das kostet noch extra Zeit. Und selbst wenn gar kein Umweg dabei ist, verliere ich Zeit durch an- und abstecken und die Legitimation. Das nervt einfach, ist für einen Erstwagen so für mich nicht tauglich. Hin und wieder mache ich das trotzdem, aber ich will nicht permanent darauf angewiesen sein.

Ich möchte mit 120km/h 300km im Winter fahren können, um dann nach 250km mit Reserve nachzuladen, was nicht über 30 Minuten dauern soll. Das ist für mich gerade noch akzeptabel. Das bedeutet dann in etwa also 60kWh und 100kW Ladung.
Die 100kW Ladung wäre auch beim 30kWh Akku nicht so richtig gesund. Ich denke schon, dass man unter 2C bleiben sollte. Sprich das Konzept kleiner Akku aber viel Ladeleistung würde auch gar nicht wirklich funktionieren.

Viel wichtiger ist für mich aber, dass ich bei 60kWh nur noch eine Hand mal im Jahr zwischenladen müsste und ich den Rest des Jahres mit 11kW auskäme. Wahrscheinlich sogar mit nur 3,7kW.
Man bräuchte also gar nicht so gewaltig viel Infrastruktur. Am ehesten bräuchten die Laternenparker noch welche, die Besitzer einer eigenen Steckdose aber nur selten. Die Laternenparker bräuchten auch ohnehin größere Akkus, wenn sie nicht nebenbei laden können, sondern sich stets Zeit dafür nehmen müssen.

Zu Leaf 30kWh vs 60kWh - der wäre mir als Erstwagen auch halt zu klein, solange sie den nicht als Kombi anbieten. Und für den Zweitwagen würde mir auch ein Smart Forfour mit nutzbaren 25kWh reichen.
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Beitragvon solar man » Di 21. Jun 2016, 17:24

AbRiNgOi hat geschrieben:
Zu viel gequatscht, wurscht, senden....

:D ...aber ein gutes Statement!

Irgendwann wird dann auch die technische Umsetzung sehr teuer. Grössere Batterien mit höherer Ladeleistung verlangen auch nach Ladesäulen mit mehr Leistung. Denn wer will schon auf einer Raststätte auf der Autobahn länger als eine 1/2 Stunde verweilen. Ausser es ist gerade Mittagszeit, doch dann wird es garantiert an der Anzahl Ladesäulen mangeln.

Ich denke die ideale Batteriegrösse für "Alltag und Langstrecke" wird um die 40-50kWh liegen. Dann wird das Elektroauto definitiv die Alternative zum Verbrenner, vorausgesetzt die Ladeinfrastruktur steht. Kleine Stadtflitzer mit 30kWh Batterien werden für viele Pendler genügen, was ja heute schon erreicht ist.

Mit 50kW DC Ladesäulen in den Städten und auf dem Land ist der Elektronaut auch gut in "Notfällen" bedient.
Maximale Ladezeit und Stromabgabe bis 30 Minuten. Im Notfall (Bsp.Schwiegermutter steht am Bahnhof, Akku ist fast leer) soll innert 30 Minuten, egal wo man sich befindet ca. 100km nachgeladen werden können.

Entlang der Autobahn- und Schnellstrassen dürfen die DC Ladesäulen auch gut 150kW Ladeleistung abgeben.
Maximale Ladezeit und Stromabgabe bis 30-45 Minuten.

Preisgünstige Destinationparkplätze in Parkhäusern und öffentliche Parkplätze genügen AC Ladestellen mit fixem Ladekabel Typ2 und Typ1 mit Ladeleistung 3-7kW einphasig. Gilt auch beim Arbeitgeber oder auch Zuhause.

Das Konzept mit 3 Phasen Drehstromladen (ZOE etc.) ist perfekt, wo Ladewüste herrscht. Sollte weiterhin an zukünftige Schnelladesäulen beibehalten werden (Triplelader AC/DC). Das Beschleunigte Laden wird wahrscheinlich an Bedeutung verlieren, sobald genügend Schnellladestationen angeboten werden.

Damit genügend Destinationsladeparkplätze entstehen, muss in den Normen einen gewisse Anzahl beim Bau neuer Parkplätzen und nach einer Übergangszeit auch bei allen Bestehenden verlangt und überprüft werden.
In der Schweiz gibt es die Norm SN 640 291a des VSS. http://ibapwww.epfl.ch/Etudiant/projets/2008-2009/Normes/Normes%20vss/640291a%20-%20Stationnement.pdf

Doch wer macht Druck auf die Verbände?
Ich spüre ein Bedürfnis, dass wir Elektromobilisten uns europaweit zusammenschliessen sollten.
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Re: "Es kommt bei E-Autos nicht auf die Reichweite an"

Beitragvon drilling » Di 21. Jun 2016, 17:35

Karlsson hat geschrieben:
Zu Leaf 30kWh vs 60kWh - der wäre mir als Erstwagen auch halt zu klein, solange sie den nicht als Kombi anbieten. Und für den Zweitwagen würde mir auch ein Smart Forfour mit nutzbaren 25kWh reichen.


Der Leaf war nur ein Beispiel, jedes EAuto sollte mit unterschiedlichen Akku-Größen angeboten werden.

Um unser Erstauto zu ersetzen müßte es auch ein ca. 4,50 Meter langer Kombi mit AHK mit 60 KWh und 500 kg Zuladung zu einem bezahlbaren Preis (<30.000 Euro inkl. Akku) sein.
Als Zweitauto reicht uns der Drilling mit seinen 16 KWh vollkommen, und der ist auch sonst in jeder Hinsicht für uns das ideale Kurzstrecken Zweitauto (Wendigkeit, kompakte Größe und trotzdem viel Platz).
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Re: "Es kommt bei E-Autos nicht auf die Reichweite an"

Beitragvon Michael_Ohl » Di 21. Jun 2016, 18:02

Interessant finde ich, das es mich früher bei meinem Sportwagen nicht interessiert hat, das die Reichweite bei etwa 250 km lag. Da waren dann die 55 Liter Super gelenkt. Nur gab an alle 40 km an der AB eine Schnellademöglichkeit die völlig Barrierefrei war, mit Bargeld, EC und Kreditkarte funktionierte und sicher 24/7 verfügbar war. Die sehr seltenen Störungen wurden auch immer zeitnah beseitigt, betraf fast nie mehr als einen der vielen Ladepunkte und das ganze dauerte in der Regel selten mehr als 10 Minuten. Reichweite ist nicht alles und man muss heute auch nicht mehr am Stück 250 kmh fahren können. Aber bei 120kmh etwa 250km weit und dann in 20 Minuten wider Ladung für über 200 km sicher an der AB nehmen zu können wäre für mich schon eine Voraussetzung für erfolgreiche E-Automobilität.

mfg
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Re: "Es kommt bei E-Autos nicht auf die Reichweite an"

Beitragvon Karlsson » Di 21. Jun 2016, 21:10

Michael_Ohl hat geschrieben:
Nur gab an alle 40 km an der AB eine Schnellademöglichkeit die völlig Barrierefrei war

Auf meinem Weg zur Arbeit hab ich auf 8km 7 Tankstellen. Einen meiner letzten Tankvorgänge habe ich gestopt - waren 4 Minuten von anhalten bis losfahren.

Es wäre trotzdem nervig, alle 100km tanken zu müssen.
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Re: "Es kommt bei E-Autos nicht auf die Reichweite an"

Beitragvon herrmann-s » Di 21. Jun 2016, 21:55

auf 8km 7 tankstellen das ist doch schon ziemlich sinnfrei oder?
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Re: "Es kommt bei E-Autos nicht auf die Reichweite an"

Beitragvon fdl1409 » Mi 22. Jun 2016, 07:13

Das E-Auto wird sich erst voll durchsetzen bei bezahlbaren 500km Reichweite plus gut ausgebauter schneller Ladeinfrastruktur.
Ja, für sehr viele Fahrer wäre viel weniger ausreichend. Das ist aber nicht der Punkt. Entscheidend ist das Gefühl der Käufer, nicht die Logik. Wer braucht denn wirklich 300 PS? 60 wären ausreichend. Wer braucht einen Pickup oder einen Geländewagen? Die werden so wenig bzw. so selten wirklich gebraucht wie 500km Reichweite. Ein Hersteller der diese Modelle nicht anbietet kann aber nicht überleben oder nur als Nische. Mit den heutigen Reichweiten würde das Elektroauto bei einem Marktanteil unter 10% bleiben. Jeder Kilometer mehr bringt Marktanteil. Zum Glück sind die Preise sehr schnell auf dem Weg nach unten und die Reichweiten auf dem Weg nach oben. In 2-3 Jahren werden 300km Reichweite Standard, und ich hoffe dass es nicht länger als 5-10 Jahre dauert, bis Autos mit 500km Reichweite bezahlbar sind.

Grüße
Frank
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Re: "Es kommt bei E-Autos nicht auf die Reichweite an"

Beitragvon eDEVIL » Mi 22. Jun 2016, 08:42

TomZ hat geschrieben:
Schafft Unzufriedenheit wenn man zuwenig hat (um seine täglichen/wöchentlichen Fahrten zu absolvieren), aber ein deutliches Überangebot erzeugt keine Erhöhung der Zufriedenheit.

mag sein, aber deutliches Überangebot liegt bei mir gefühlt bei ZOE bei 120 kwh und beim Model S bei 200 kwh

Mit nem Model S würde ich gern eine Reisegeschwindigkeit von 180 fahren können, wenn ich spät Abends unterwegs
ZOE wäre 150 Reisegeschwindigkeit ausreichend.

Eine 30min pause alle 3h dürfte etwas das sein, was der "gemeine" Verbrennerfahrer akzeptieren würde d.h. beim Model S wären das 190 kwh wenn man ein LAdefenster mit 10-80 % Rechnet und 400KWp Ladeleistung.
ZOE dann analog 110 kwh und 250KWp Ladeleistung.

Alternativ Brainwashing für die Masse oder auf die nächste Generation Mensch hoffen.

Greenhorn hat geschrieben:
eDevil will jemand vom BER abholen. Der Brüller.

Bis der 80 kwh Akku im ZOE standard ist, ist auch der BER fertig :lol:
303,8km Q210 ZOE ohne Nachladen oder schieben 8-)
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
"Online" heißt es nicht, das ich auch hier im Forum bin, sondern nur das einer meiner PCs oder mobilgeräte online ist.
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Re: "Es kommt bei E-Autos nicht auf die Reichweite an"

Beitragvon Karlsson » Mi 22. Jun 2016, 13:08

Mit der 30 min Pause nach 3h passt das beim Tesla doch heute schon, nur halt nicht mit 180km/h.

Aber lass noch das 120km/h Tempolimit kommen, dann ist alles in Butter.
Ein kleineres Auto sollte dann die gleiche Reichweite mit weniger Akku hinkriegen.

Also für meine Wünsche bräuchte man keine neuen Superzellen, das sollte auch mit dem heutigen Stand der Technik gehen.
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Re: "Es kommt bei E-Autos nicht auf die Reichweite an"

Beitragvon Basslo » Mi 22. Jun 2016, 13:52

180 km/h Schnitt über 3h und das eventuell spät abends?
klingt nicht sehr nach entspannter Fahrt :)
Würde ich jetzt nicht so als Auslegungskriterium für den Akku heranziehen :D

Ich finde dass 400 km Reichweite mit einer guten Schnellladestruktur an der Autobahn völlig ausreichend ist. Wenn ich bei einer 800km Strecke 2 mal zu je 15 min Nachladen muss, wäre das kein Abstrich zum Verbrenner-Fahren.
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