Blitzschlag

Taugt der i3 als Faradayscher Käfig?

Beitragvon TESLAficionado » So 21. Apr 2013, 19:30

Hi Leute,

Weiss einer von euch ob das i3 Karbon-Live Modul (Frame) einen Blitz standhält wie ein normales Stahl, Alu-Frame? des weiteren besteht ja die Außenhaut des i3 aus Kunststoff-Teilen, die auf den Rahmen „geklickt“ oder geschraubt werden. Irgendwie hätte ich in einem i3 ein flaues Gefühl bei einem üblen Gewitter, zumindest solange bis das geklärt wurde...

Was ist eure Meinung dazu?

Hier noch ein gutes Bild vom Dachabschnitt des i3:

http://www.bimmertoday.de/2011/08/01/me ... tzelle-01/

An und für sich tolles Auto & Technik...

Grüsse
TA
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Beitragvon wasserkocher » So 21. Apr 2013, 22:22

Aus dem Bauch heraus würde ich sagen - ja. Carbonfasern leiten auch Strom, könnte also funktionieren.
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Re: Taugt der i3 als Faradayscher Käfig?

Beitragvon TESLAficionado » Mo 22. Apr 2013, 00:14

bin dann auch googeln und bin auf das gestossen (Boeing Dreamliner / Karbonrumpf):

http://www.pm-magazin.de/a/wie-lange-hält-dieses-flugzeug

"So fragen Skeptiker, was denn bei einem Blitzschlag passiert, wo doch der Kunststoffjet keinen schützenden Faraday’schen Käfig bildet. Boeing antwortet darauf, dass der Rumpf in ein Gewebe aus Kupferdrähten gehüllt ist – ob das ausreicht, muss sich noch erweisen."

ob beim i3 auch diese Kupferdrähte drin sind? Scheinbar traut Boeing selber "Karbon only" nicht.... ok ein Flugzeug bekommt wohl eher mal einen Blitz ab. Trozdem ich würde gerne den i3 mal in einem Blitzlabor sehen ;)
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Re: Taugt der i3 als Faradayscher Käfig?

Beitragvon Guy » Mo 22. Apr 2013, 17:44

Warum sollte er denn nicht taugen?

Für einen Faradayschen Kafig braucht es ein mehr oder weniger geschlossenes Gebilde aus leitfähigem Material.

Kohlenstofffasern liegen etwa bei 1,6*10^-5 Ohm*m, zum Vergleich: Kupfer hat einen spezifischen Widerstand von 1,678*10^-8, Eisen von 1*10-7 Ohm*m. Kleiner ist hierbei besser. Generell spricht man ab einem spezifischen Widerstand von weniger als 10^-4 Ohm*m von einem Leiter.

http://de.wikipedia.org/wiki/Spezifischer_Widerstand
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Re: Taugt der i3 als Faradayscher Käfig?

Beitragvon TESLAficionado » Di 23. Apr 2013, 06:56

Vielen dank für die Antworten. Das mit der Leitfähigkeit stimmt schon - also sollte das Konzept funktionieren. Es sind halt immer diese (Laien) Fragen die auftauchen wenn etwas Neues im Massenmarkt auftaucht (Supersport/schönwetter :) Autos mal ausgenommen)

Werde den i3 sicher probefahren, heute ist aber zuerst mal der Leaf dran! :D Freue mich wahnsinnig darauf das erste mal elektrisch unterwegs zu sein! Habe auch einen Arbeitskollegen überreden könnnen mitzukommen. Die eMobilität ist die Zukunft, davon bin ich überzeugt.

Grüsse
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Re: Taugt der i3 als Faradayscher Käfig?

Beitragvon liftboy » Di 23. Apr 2013, 08:38

Guy hat geschrieben:
Warum sollte er denn nicht taugen?

Für einen Faradayschen Kafig braucht es ein mehr oder weniger geschlossenes Gebilde aus leitfähigem Material.

Kohlenstofffasern liegen etwa bei 1,6*10^-5 Ohm*m, zum Vergleich: Kupfer hat einen spezifischen Widerstand von 1,678*10^-8, Eisen von 1*10-7 Ohm*m. Kleiner ist hierbei besser. Generell spricht man ab einem spezifischen Widerstand von weniger als 10^-4 Ohm*m von einem Leiter.

http://de.wikipedia.org/wiki/Spezifischer_Widerstand


Sorry Guy, aber kann es sein, dass da ein Fehler vorliegt? Kupfer hat laut Wiki 1,678*10hoch−2, also 0,01678 (Ohm * mm²/m) und Kohlenstoff 3,5*10hoch1, also 35 und damit mehr als 200 mal schlechter! Auch dein Eisenwert stimmt m. E. nicht, der liegt bei 1*10hoch-1, nicht 1*10-7.
Gruß Uli
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Re: Taugt der i3 als Faradayscher Käfig?

Beitragvon Guy » Di 23. Apr 2013, 08:55

Nein, wir haben beide recht. Das ist ja nur eine Frage der Einheiten.

Deine Werte sind in Ohm * mm²/m, ich habe sie als Ohm*m angegeben. Da 1 Ohm * mm²/m = 10^-6 Ohm*m, sind die Werte identisch.

Wikipedia gibt für Kohlenstofffasern 1,6*10^-5 Ohm*m an.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstofffaser
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Re: Taugt der i3 als Faradayscher Käfig?

Beitragvon Desti » Di 23. Apr 2013, 18:46

TESLAficionado hat geschrieben:
Hi Leute,

Weiss einer von euch ob das i3 Karbon-Live Modul (Frame) einen Blitz standhält wie ein normales Stahl, Alu-Frame? des weiteren besteht ja die Außenhaut des i3 aus Kunststoff-Teilen, die auf den Rahmen „geklickt“ oder geschraubt werden. Irgendwie hätte ich in einem i3 ein flaues Gefühl bei einem üblen Gewitter, zumindest solange bis das geklärt wurde...

Was ist eure Meinung dazu?

Hier noch ein gutes Bild vom Dachabschnitt des i3:

http://www.bimmertoday.de/2011/08/01/me ... tzelle-01/

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Grüsse
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Die Wahrscheinlichkeit im Auto tatsächlich von einem Blitz getroffen zu werden ist extrem gering und Angst davor zu haben völlig unbegründet. Bei einem Gewitter sind die Windböen, die Äste, Bäume, Gartenschirme und Baugerüste auf die Straße blaßen können, millionenfach gefährlicher. Dazu kann der Starkregen auch an sonst vermeintlich sicheren Stellen schnell Aquaplaning verursachen.
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Re: Taugt der i3 als Faradayscher Käfig?

Beitragvon liftboy » Mi 24. Apr 2013, 06:10

Grundsätzlich gebe ich dir Recht, doch auf einem freien Feld (z. B. Parkplatz) ohne ein Haus, einen Baum oder sonstiges über mir hilft nur der Faradaysche Käfig. Wenn dieser gewährleistet ist, bin ich in einem Fahrzeug fast 100 % sicher gegen den Blitz.
Gruß Uli
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Re: Taugt der i3 als Faradayscher Käfig?

Beitragvon RegEnFan » Sa 15. Jun 2013, 20:00

Ihr habt ja sicher recht, dass Carbon ein guter Leiter ist, der Hacken an der ganzen Sache ist aber, nur die Fäden der Armierung sind aus Carbon. Das Kunstharz, das alles zusammenhält leitet meiner Meinung nach keinen Strom.
Außerdem ist ja nur die "Statik" aus CFK. Die ganze Verkleidung die an dem CFK Rahmen hängt ist meines Wissens aus Thermoplasten und die leiten sicher keinen Strom.
Also ich würde einen Test im Faradayschen Käfig unter Hochspannung, wie er täglich im Deutschen Museum gezeigt wird, nicht mit einem i3 machen, von einem Blitz ganz zu schweigen.
40 qm Solarthermie mit 10,5m3 Pufferspreicher. 26,6 kWp Photovoltaik mit 16,2 kWh LiIon-Speicher.
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