10'000 km im i3 - meine Erfahrungen

10'000 km im i3 - meine Erfahrungen

Beitragvon beemercroft » Do 4. Jun 2015, 17:18

Ich fahre nun seit einer Weile einen BMW i3 REX Modelljahr 2015, mittlerweile sind rund 10'000 km auf der Uhr, davon 2'000 km mit REX. Alles in allem finde ich den i3 ein tolles Auto. Für mich ist klar, ich kaufe keinen Verbrenner mehr. Elektrofahrzeuge haben den Durchbruch geschafft, das zeigt sowohl das Model S wie auch der i3. Hier einige Aspekte, die mir aufgefallen sind:

Fahrdynamik
Der i3 macht Spass zu fahren. Ich hatte noch nie ein Auto, das so Spass gemacht hat. Tolle Beschleunigung 0-60, guter Durchzug 60-120. Sehr flink und dynamisch zu fahren. Ampelstarts machen Riesenspass, da lässt man fast jeden stehen, gerade letzhin einen in seinem Audi TT. :-)

Übersichtlichkeit
Neben dem Fahrspass war die Übersichtlichkeit des Autos einer Kaufgründe. Die Fenster sind schön gross, man hat eine hohe Sitzposition, sieht sehr gut raus. Kein Vergleich mit den Schiessscharten anderer Autos inkl. Tesla Model S. Toll gemacht. Auch die Kids sehe hinten gut nach draussen, dank den heruntergezogenen Heckfenstern.

Effizienz
Auf der Landstrasse bis 90 km/h ist der i3 sehr effizient. Wirklich erstaunlich, mit wie wenig Energie man da auskommt. Auf der Autobahn mit 120 km/h und schneller frage ich mich, was da falsch gelaufen ist. Ich bin sicher, das ginge bei so einem kleinen und leichten Auto besser als 20 KWh/100 km. Der Luftwiederstand wurde beim i3 wohl nicht besonders gut optimiert.

Sitze
Die Sitze sind recht bequem. Die Einstellmöglichkeiten sind aber begrenzt und ohne Elektrik auch nicht sonderlich gut einstellbar. Das macht es mühsam, das Fahrzeug zu zweit zu nutzen. Die fehlende Möglichkeit, elektrisch verstellbare Sitze mit Memory-Funktion zu ordern, passt für mich nicht zu einer Premium-Marke.

Platz
2 Erwachsene und zwei Kids haben gut Platz. Für den Familientagesausflug taugt der Wagen, sofern man keine Kinderwagen mehr mitführen muss. Für Familienferien wird es schwieriger, da ist der Kofferaum dann doch zu klein.

Abstands-Tempomat
Ich habe mir den "Driving Assistant Plus" gegönnt, weil nur mit diesem (teuren) Paket der Tempomat Stop&Go beherrscht. Im Vergleich zum Abstandsradar des Prius ist es genau das, was ihn besser macht - der grössere Geschwindigkeitsbereich von 0 - 140 km/h. Ansonsten ist der Tempomat keinen deut besser als der vom Toyota (Non-Premium). Der i3 hat ja die modernsten Assistenzsysteme von BMW eingebaut. Hier wird schon deutlich, wie weit der Weg zum autonomen Fahren noch ist. Klar, in einfachen Situationen funktioniert das System, auf der Autobahn bei dichtem Verkehr wird man entlastet. Das Ding kommt aber schnell an seine Grenzen. Gischt? "Gong" - das Ding schaltet aus und der Wagen bremst ab. Es braucht eine Weile, bis man das System dann wieder einschalten kann. Tunnelwand nahe an der Fahrbahn? "Gong" - das Ding schaltet aus und der Wagen bremst ab. Fahrzeug, das an der Fahrbahnseite in einer startenden Kurve steht? "Gong" - das Ding schaltet ab. Man muss weiter sehr konzentriert sein mit aktiviertem adaptivem Tempomaten, jederzeit besteht die Gefahr, dass der Gong kommt, und man wegen i3 der starken Rekurpation abbremst - das kann unter Umständen auch zu gefährlichen Situationen führen, wenn man nicht gleich wieder eingreift und das Tempo hält.

One-Pedal-Feeling
One Pedal Feeling - sprich, man muss immer das Pedal drücken, um die Geschwindkeit halten zu können, ist grundsätzlich eine gute Sache. Man gewöhnt sich schnell daran und schätzt es, praktisch alle Fahrsituationen mit einem Pedal meistern zu können. Die Bremse brauch man eigentlich nicht mehr. Trotzdem gibt es zwischendurch mal Situationen, wo ich es gern anders hätte, z.B. manchmal auf der Autobahn mit ausgeschaltetem Tempomaten. Es sollte individuell einstellbar sein.

LED Scheinwerfer
Die LED Scheinwerfer sind toll. Sehr gute Ausleuchtung - das Fernlicht braucht man eigentlich fast nie mehr. Schade, dass der i3 keinen Fernlichtassistenten hat, der das Fernlicht abstellt, wenn ein anderes Fahrzeug entgegen kommt. Die Hardware dazu (Kamera & Frontradar) hätte der i3. Das ist das schöne bei Tesla, die liefern solche coole Features einfach per Software nach - bei BMW wird man wohl für teures Geld einen neuen Wagen mit entsprechender Zusatzoption kaufen müssen.

Intelligenter Notruf
Braucht es das? Hier scheint BMW etwas stark risikoorientiert unterwegs zu sein. Automatischer Notruf, Abschleppservice, Rabatte bei der Verbrenner-Miete? Als der Verkäufer mir diese Funktionen vorgestellt hat, kam ich ins Grübeln. Wozu braucht man das beim einem BMW? Ich bin mit meinem Lexus und Toyota noch nie liegengeblieben, hatte auch noch nie den Bedarf, ein anderes Auto zu mieten, weil meins offenbar etwas nicht kann. Statt Geld, Entwicklungszeit und Energie in Themen zu investieren, in denen das Fahrzeug potentiell versagt, würde man stattdessen wohl eher das Fahrzeug besser machen, oder? Immerhin, der Knopf ist cool gelöst, so mit Abdeckklappe. Man fühlt sich etwas wie ein Pilot im Flugzeug. Trotzdem unnütz und Ressourcenverschwendung.

Dämmung
Bis 80 km/h ist die Geräuschkulisse toll, kein Wunder ohne Verbrenner. Auf der Autobahn finde ich die i3 dagegen eher wieder laut, und es pfeift zu den Fenstern rein. Etwas mehr Dämmung und bessere Fensterabdeckung wäre hier wohl angebracht für eine Marke, die "Premium" sein will.

Klimaanlage
Die Klimaanlage erscheint mir zu schwach dimensioniert. Wenn die Sonne noch reinscheint, so richtig angenehm kühl wird es nicht. Und auf MAX A/C ist der Lärm ja ohrenbetäubend. Das ginge wohl besser.

Schiebedach
Das Schiebedach ist eine sinnvolle Option. Das Raumgefühl wird besser. Man kann direkt unters Rotlicht fahren und sieht die Ampel durchs Dach. Das Glasdach lässt sich aber nicht ganz nach hinten schieben, nur etwa zur Hälfte. Das ist dämlich gelöst und ginge besser. Die Unterteilung nach Fahrer/Beifahrer fand ich zuerst merkwürdig. Wozu muss man das machen, wenn man mit Kohlefaser doch so eine robuste Konstruktion hat? Es hat aber den Vorteil, dass der Fahrer und der Beifahrer die Sonnenblende getrennt schliessen können nach eigenem Gusto. Die Unterteilung find ich mittlerweile sogar nett, so targa-mässig. Stören tut aber, dass man das Dachfenster nicht voll öffnen kann.

Navi
Das neue Business-Navi ist kleiner als in der 2013er-Version ausgelieferte Standard-Navi. Es sind ansonsten die gleichen Infos drauf - vom Nutzwert her ist es fast identisch. Optisch ist der grosse Bildschirm natürlich schöner als der neue Business-Bildschirm, der von einem Plastikrahmen eingefasst ist. Ich weiss nicht, ob diese Pfenning-Fuchserei für eine Premium-Marke wirklich adäquat ist. Andere Hersteller, z.B. Tesla, verbessern ihre Fahrzeuge mit der Zeit. BMW macht sie schlechter. Komischer Ansatz.

REX
Der REX ist die einzige Must-Have-Option bei diesem Auto. Ohne REX hätte ich viele Fahrten nicht gemacht und wäre wohl auch schon mehrfach liegengeblieben. Die elektrische Reichweite alleine ist einfach zu gering für ein Alltagsauto. Ein Auto, dass keine Spontanfahrten zulässt, wäre untauglich für mich.
Das Rasenmäherknattern ist ok. Die nötige intensive Kühlung des REX nach dem Gebrauch ist nicht gerade vertrauenserweckend. Ansonsten muss man sich einfach angewöhnen, den REX bei Langstreckenfahrten manuell vorher zuzuschalten, ansonsten wird man das Tempo ab 120 km/h auf der Autobahn nicht halten können. Auf der Autobahn nuckelt der i3 ja auch im REX-Modus dauernd von der Batterie, weil die Leistung des REX für Autobahntempo nicht ausreicht. Gerade auf der Deutschen Autobahn ist man mit 120 km/h ja ein Hindernis, 140 km/h sind da fast schon Pflicht. Und bei diesen Tempi ist nix mit "Ladezustand halten".

Langstreckentauglichkeit
Ja, es geht. Mehr aber auch nicht. Der Tank mit 9l Tankinhalt ist ein Witz. Mit einem 20l-Tank wäre das Fahrzeug viel viel besser auf der Langstrecke, dann könnte man auch 400 km am Stück auf der Autobahn fahren. Bequem ist der Wagen, aber alle 100 km an die Tanke zu fahren, ist nun wirklich nicht toll, vor allem wenn man in Ländern mit geringer Tankstellendichte unterwegs ist. Bei Langstreckenfahrten hatte ich immer noch einen Reservekanister dabei, sonst hätte ich auch mit REX Reichweitenangst gehabt. In D sind es auf der Autobahn nicht selten 20-30 km bis zur nächsten Tankstelle, und man will ja nicht alle 50 km tanken, sondern die geringe REX-Reichweite einigermassen ausnutzen. Hier hat BMW nicht kundenfreundlich gehandelt, Platz für einen etwas grösseren Tank wär ja durchaus vorhanden gewesen.

Frunk / vorderer Kofferraum
Beim vorderen Kofferraum wäre wohl mehr dringelegen. Da hat es nebendran unter der Abdeckung freien Raum. Alles in allem finde ich den Frunk zu klein für all die Kabel/Adapter etc., die man bei einem e-Auto so mitführen muss. Zudem kommt beim REX ja vernüftigerweise noch der Reservekanister dazu, der da hineinpassen muss. Das geht vermutlich besser.

Türen
Die Türen schliessen schlecht. Oft kommt es vor, dass ich entweder die hintere oder die vordere Türe nochmal mit Anlauf schliessen muss. Das Türkonzept an sich hat Vor- und Nachteile. Ok ist es, wenn auf der Seite genug Platz ist. Sicher besser, als wenn der i3 nur zwei Türen hätte. In einer normalen Parklücke ist es einfach nur Quatsch. Man schliesst sich resp. die hinteren Passagiere quasi zwischen den Türen ein und muss die hintere Türe wieder schliessen, damit der Passagier nach vorne kommt, dann wieder öffnen, um die Türen endgültig zu schliessen. Wieso wollen diese Elektroautobauer immer das Türenproblem lösen? Auch aufs Model X müssen wir ein Jahr länger warten, weil Herr Musk meinte, man müsse die Türen neu erfinden. Der i3 wäre Overall wohl mit normalen Türen genauso gut geworden.
Merkwürdig ist die Fenstersteuerung. Wozu öffnet sich das Fenster der Fahrertür leicht nach dem Öffnen und schliesst sich nach dem Schliessen? Da scheint etwas nicht ganz gepasst zu haben - wirklich vertrauenserweckend ist diese Lösung nicht.

Optik
Der i3 sieht gut aus, vor allem von vorne. Grimmig, schwarze Motorhabe (sonst nur Tunig-Zubehör!). Auch von hinten ist er nicht schlecht gelungen, mit der schwarzen Abdeckung über den Rücklichtern. Etwas hochbeinig allerdings. Nicht sehr gelungen ist die Seitenlinie mit den Fenstern. Da war die Studie schon viel schöner.

Laden
Das Laden ist einfach und funktioniert weitgehend problemlos. Mein Fahrzeug hat den schlüssellosen Zugang. Der nützt mir leider wenig, weil ich, um das Ladekabel abzuziehen, trotzdem den Schlüssel hervorkramen muss, um die Entriegelung zu lösen. Das ist dämlich gelöst, das Fahrzeug erkennt ja, dass ich in der Nähe stehe, und die Software könnte in diesem Fall die Verriegelung des Ladekabels lösen. Das in der CH mitgelieferte Ladekabel lädt nur mit 7.5 Ampere. Das ist ein Witz. Als erstes musste ich mir ein gescheites Ladekabel kaufen - nämlich jenes von Volvo. Das lädt mit 16 Ampére, damit ist die Ladezeit erträglich. Wieso man bei einem Elektroauto 3-phasiges Laden weglässt, versteht wohl niemand. Das ist doch eine der günstigsten zu realisierende Lademöglichkeit, eine CEE16-Dose zu installieren schafft jeder Elektriker. Ich will keine proprietäre Wallbox oder sonstiger fahrzeugspezifischer Kling-Ping. CEE16 oder CEE32 und gut ist.

App
Die App ist nicht sonderlich gut gemacht. Unnütze Screens (diese komische Effizienz-Grafik, was soll das? Mich interessiert das nicht) sorgen dafür, dass die wirklich sinnvollen Funktionen (Timer, Remote-Klima, Statistik) schwer zugänglich sind. Ausserdem verliert die App die Anmeldedaten, ich musste schon mehrfach wieder mit dem Passwort einloggen und auch noch einen neuen Code eingeben. Nervig. Was mir fehlt ist die Möglichkeit, auf dem Handy einen Ort in Google Maps zu suchen und dies als Ziel ins Navi zu übertragen.

Bedienung
Die Bedienung des Fahrzeugs finde ich mässig. Der Regensensor muss bei jeder Fahrt aktiviert werden, der Tempomat muss jedes mal eingeschaltet werden (wieso zur Aktivierung nicht bloss das Setzen der Geschwindigkeit ausreicht?), zum Ausschalten muss man den Stop-Knopf mehrfach mit/ohne Bremse drücken, sonst dudelt das Radio weiter, viele Einstellungen werden gar nicht im persönlichen Schlüsselprofil abgelegt. Offenbar sind ja alle BMW diesbezüglich nicht fertig gedacht und auf Knöpfchen-Drück-Orgien ausgelegt.

Kofferraum
Eine per Fernbedienung elektrisch öffnende / schliessende Heckklappe fehlt für ein Premiumfahrzeug. Das hat schon mein 10jähriger Lexus. Ist schon ein Rückschritt, sich wieder die Hände schmutzig zu machen, wenn man an den Kofferraum will ...

Anhängerkupplung
Mir fehlt die Möglichkeit, eine Anhängerkupplung mit Zuglast für den i3 zu bestellen. Dann würde ich wohl gleich noch einen zweiten i3 kaufen. Pech für BMW, dann wird der Zweitwagen wohl ein Model X.

BMW
Der i3 ist der erste BMW - und wohl auch der einzige, den ich mir je kaufen würde. Ich wüsste nicht im Traum, wieso ich mir einen Verbrenner-BMW kaufen sollte. "Mindset", CH-Wucher-Preise, Optionspolitik, Behinderung von Parallelimporten, etc.. Wirklich sympatisch ist mir die Firma nicht. Umso erstaunlicher ist es, dass es in so einem Old-School-Autokonzern möglich war, einem Designteam weitgehend freie Hand für den i3 zu geben.

Fazit
Ich würde den i3 nicht mehr hergeben. Perfekt ist er bei weitem nicht. Aber das Grundkonzept überzeugt. Die Vorteile des Elektroantriebs sind so gross, dass man einige Unzulänglichkeiten in der praktischen Umsetzung wegstecken kann. Endlich ein bezahlbares Elektroauto mit guter Technik- und Luxusausstattung, das dank dem REX auch langstreckentauglich ist. Am Ende war der REX das matchentscheidende Argument für den i3. Eine tolle Lösung für die aktuelle Batteriesituation.
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Re: 10'000 km im i3 - meine Erfahrungen

Beitragvon Hamburger Jung » Do 4. Jun 2015, 17:48

Moin,

toller Bericht, ich habe aber zwei Anmerkungen.

Er hat keinen "Radar", sondern steuert alles über die Camera. Das sich das System gerne mal verabschiedet, stimmt.
Inzwischen kenne ich aber die Situationen, so dass das selten unerwartet einsetzt.

Zur Not kann man das System ja auch ausschalten und wie einen normalen Tempomaten weiterfahren.

Zum entriegeln des Ladesteckers brauchst Du den Schlüssel nicht. Oder Moment.... Ich habe Comfort schließen, da brauche ich nur einmal am Türgriff auf und zu machen. Wenn man das nicht hat, dann braucht man wohl doch den Schlüssel, oder?

Den Prius hatte ich vorher auch. 2012er Facelift Model und für mich das beste Auto, nein das zuverlässigste, was ich je hatte.
Also von den Verbrenner wohlgemerkt her :-)

Lg HH Jung
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Re: 10'000 km im i3 - meine Erfahrungen

Beitragvon Algo » Do 4. Jun 2015, 18:05

Huch ich hab ja auch schon über 1.000 km drauf ... Wahnsinn wie schnell das geht.

Schöner Bericht, wobei der REX so ziemlich das einzige Feature war, was bei mir feststand das ich garantiert NICHT brauchen werde :D.
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Re: 10'000 km im i3 - meine Erfahrungen

Beitragvon TOMbola » Do 4. Jun 2015, 18:31

Weshalb ist eigentlich so schwer zu begreifen, dass der i3 KEIN(!) Langstreckenfahrzeug ist?!? Ich bin jetzt auch um 10.000km innerhalb drei Monaten täglich unterwegs, mir hat der Rex noch nie gefehlt, ich hab nämlich keinen und das ist auch gut so.
i3 BEV Weiss 02/2015; E3DC - PV-Speicheranlage 6,8kWp/9,2kWh LiOn Panasonic-Speicher; Wallbox E3DC 22KW Überschussladung EV
SW: I001-16-07-506
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Re: 10'000 km im i3 - meine Erfahrungen

Beitragvon Lindum Thalia » Fr 5. Jun 2015, 08:09

Toller Bericht , aber warum man einen REX braucht erschließt sich mir nicht , ich habe jetz seit dem 13 März 9.000 km auf meinem i3 ohne Rex und fahre ganz entspannt von einer CCS zur anderen durch ganz D , weil es soviel Spaß macht. Die el.Sitzverstellung bringen nur mehr Gewicht u fehlt mir nicht. Anders der nicht vorhandene ( Dreiphasenlader ) würde das Cruisen durch die Lande noch entspannter machen. Aber so ein tolles Fahrzeug , mit dem man immer nur fahren möchte..
BMW i 3 BEV ,37000 km in 13 Monaten null Problemo
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Re: 10'000 km im i3 - meine Erfahrungen

Beitragvon Hasi16 » Fr 5. Jun 2015, 08:17

Och Leute, bitte keine Rex-Diskussion. Lieber 20 % Rex-Anteil als 100 % Verbrenner! ;)

Aber zwei Anmerkungen habe ich trotzdem:
- Wir haben einen Kinderwagen gefunden, der sehr gut in der Kofferraum rein passt - hab ich hier auch mal nen Thread mit Fotos zu aufgemacht. Also mit (einem) Baby ist das kein Thema!
- Der intelligente NOTruf ist nur für den NOTfall gedacht. Bei einem Unfall wird er automatisch ausgeführt. Die Pannenhilfe ist im Menü zu finden. Und ich habe schon festgestellt, dass auch der i3 nicht vorm Nagel im Reifen gefeit ist. Dank der Funktion hat BMW mich gleich geortet und den Pannenwagen geschickt.

Viele Grüße
Hasi16
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Re: 10'000 km im i3 - meine Erfahrungen

Beitragvon goldhamster » Fr 5. Jun 2015, 08:21

TOMbola hat geschrieben:
Weshalb ist eigentlich so schwer zu begreifen, dass der i3 KEIN(!) Langstreckenfahrzeug ist?!?

Weil es da rein gar nichts zu begreifen gibt: Der i3 ist ein Automobil, mit dem zumindest beemercroft und ich (und wohl noch andere mehr, wenn ich mir die Erfahrungsberichte im Forum zu Langstreckenfahrten mit dem i3 ins Gedächtnis rufe) gerne Langstrecken fahren möchten, und zwar…
…unabhängig davon, als was der Hersteller dieses Auto verkauft, …
…unabhängig davon, ob Du diesem Produktkonzept folgst, …
…unabhängig davon, ob auf der gewünschten Strecke CCS-Ladestationen stehen, an denen man dann rund eine halbe Stunde für schätzungsweise weitere 100 km ladewarten darf, und…
…unabhängig davon, dass man sich für Langstrecken ein größeres Auto mieten kann, weil man nun mal gerne im eigenen Auto unterwegs sein möchte.

Und der i3 REx ist nun mal langstreckentauglich, wenn man mit Geschwindigkeiten um die 110 Stundenkilometern leben kann und bereit ist, für diese Langstrecke längst verblichene prähistorische Lebewesen zu verfeuern.

Ich bin jetzt auch um 10.000km innerhalb drei Monaten täglich unterwegs, mir hat der Rex noch nie gefehlt, ich hab nämlich keinen und das ist auch gut so.

Das ist doch klasse für Dich und es sei Dir von Herzen gegönnt, dass Deine automobile Wahl Deine Bedürfnisse erfüllt, aber hat es angesichts soviel Sonnenscheins in Deinem Leben wirklich Not getan, andere Menschen, die andere Bedürfnisse als Du haben und diese auch auf andere Arten befriedigen als Du die Deinen, diesbezüglich als "schwer von Begriff" zu bezeichnen?

Hasi16 hat geschrieben:
Lieber 20 % Rex-Anteil als 100 % Verbrenner! ;)

*unterstreich*, *hervorheb*, *zustimm*
goldhamster
 
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Re: 10'000 km im i3 - meine Erfahrungen

Beitragvon Schibulski » Fr 5. Jun 2015, 09:02

Diese "Rex für und wider" Diskussion ist echt ausgeritten (vielleicht sollte man einen Extra Thread als Dauerspielwiese einrichten). Meines Erachtens ist da alles mehrfach gesagt worden - und jeder darf gern akzeptieren, dass die Welt kein Eintopf ist. Die gegensätzlichen Anforderungen und Standpunkte zeigen doch nur, dass BMW richtig liegt, indem 2 Varianten angeboten werden. Ich habe jedenfalls genau die für mich richtige gewählt ;)
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Re: 10'000 km im i3 - meine Erfahrungen

Beitragvon graefe » Fr 5. Jun 2015, 09:06

beemercroft hat geschrieben:
Effizienz
Auf der Landstrasse bis 90 km/h ist der i3 sehr effizient. Wirklich erstaunlich, mit wie wenig Energie man da auskommt. Auf der Autobahn mit 120 km/h und schneller frage ich mich, was da falsch gelaufen ist. Ich bin sicher, das ginge bei so einem kleinen und leichten Auto besser als 20 KWh/100 km. Der Luftwiederstand wurde beim i3 wohl nicht besonders gut optimiert.

Die Stirnfläche des i3 dürfte in der Tat recht groß sein. Aber den größeren Anteil am hohen Verbrauch spielt die Physik: es ist für Verbrennerfahrer, die es gewohnt sind, dass die meiste Energie in Wärme verloren geht, immer eine neue Erfahrung, dass der Verbrauch mit der Geschwibdigkeit im Quadrat wächst. Das werden die BMW-Ingenieure auch nicht ändern.

One-Pedal-Feeling
One Pedal Feeling - sprich, man muss immer das Pedal drücken, um die Geschwindkeit halten zu können, ist grundsätzlich eine gute Sache.

Finde ich auch gut. Zu bemängeln wäre, dass der Segelpunkt am Pedal haptisch nicht zu erfassen ist (z.B. über einen Widerstand), sondern nur mit Blick auf die Poweranzeige.

Schiebedach
Das Schiebedach ist eine sinnvolle Option. Das Raumgefühl wird besser. rer und der Beifahrer die Sonnenblende getrennt schliessen können nach eigenem Gusto. Die Unterteilung find ich mittlerweile sogar nett.

Naja, diese beiden Luken als Panoramadach zu verkaufen... Meine Frage: nimmt das Schiebedach eigentlich Kopffreiheit?

Navi
Das neue Business-Navi ist kleiner als in der 2013er-Version ausgelieferte Standard-Navi. Es sind ansonsten die gleichen Infos drauf - vom Nutzwert her ist es fast identisch. Optisch ist der grosse Bildschirm natürlich schöner als der neue Business-Bildschirm, der von einem Plastikrahmen eingefasst ist. Ich weiss nicht, ob diese Pfenning-Fuchserei für eine Premium-Marke wirklich adäquat ist. Andere Hersteller, z.B. Tesla, verbessern ihre Fahrzeuge mit der Zeit. BMW macht sie schlechter. Komischer Ansatz.


Absolut peinliche Aufpreispolitik, für ein größeres Display 1000€ zu nehmen. Apropos: die Darstellung des Navis und generell die die Bedienoberfläche des i3 finde ich sehr verspielt und insofern Möchtegern-modern. Da könnte BMW gut mal etwas z.B. bei Apple abgucken.

REX
Der REX ist die einzige Must-Have-Option bei diesem Auto. Ohne REX hätte ich viele Fahrten nicht gemacht und wäre wohl auch schon mehrfach liegengeblieben. Die elektrische Reichweite alleine ist einfach zu gering für ein Alltagsauto. Ein Auto, dass keine Spontanfahrten zulässt, wäre untauglich für mich.


Nun, eine persönliche Frage. Ich würde ihn nich haben wollen. Aber dafür sind Optionen ja da: Um das Fahrzeug den persönlichen Bedürfnissen anzupassen.

Das Türkonzept an sich hat Vor- und Nachteile. ... Wieso wollen diese Elektroautobauer immer das Türenproblem lösen? ...
Merkwürdig ist die Fenstersteuerung. Wozu öffnet sich das Fenster der Fahrertür leicht nach dem Öffnen und schliesst sich nach dem Schliessen? Da scheint etwas nicht ganz gepasst zu haben - wirklich vertrauenserweckend ist diese Lösung nicht.

Die BMW-Leute wollten eben alles anders machen. Das kann dann schon mal krampfig sein.
Das mit dem Öffnen der Scheiben haben auch alle Mercedes mit rahmenlosen Fenstern, vermutlich damit sie nicht ständig durch den Luftdruck beim Öffnen und Schließen gebogen werden.

Optik
Der i3 sieht gut aus, vor allem von vorne.

Ich finds eher krampfig, wenn etwas gemacht, damit es Hauptsache "anders" ist. Ich finde das Design ist einfach "zu viel". Muss den unbedingt der Rahmen der Nebelkeuchten vorne noch ein eigenes Design bekommen? Und wofür sind die völlig unmotivierten Knicke in der Fensterlinie? Mit dem Leitsatz "Form follows function" hat das nichts mehr zu tun. Aber das ist ein generelles Problem des zeitgenössischen Designs.

Laden
Wieso man bei einem Elektroauto 3-phasiges Laden weglässt, versteht wohl niemand.

So ist es: einfach unverständlich. 22kW wäre Pflicht gewesen, 43kW nett.

App
Die App ist nicht sonderlich gut gemacht. Unnütze Screens (diese komische Effizienz-Grafik, was soll das? Mich interessiert das nicht) sorgen dafür, dass die wirklich sinnvollen Funktionen (Timer, Remote-Klima, Statistik) schwer zugänglich sind.

s.o. Die Bedeutung eines GUIs und die Schwierigkeit der Umsetzung wurde schon von manchem Ingenieur unterschätzt.

Fazit
Ich würde den i3 nicht mehr hergeben. Perfekt ist er bei weitem nicht. Aber das Grundkonzept überzeugt. Die Vorteile des Elektroantriebs sind so gross, dass man einige Unzulänglichkeiten in der praktischen Umsetzung wegstecken kann.

So sehe ich das auch.
Bei dem sehr hohen Kaufpreis und der sich rasch entwickelnden Batterietechnik hätte ich von BMW gerne eine verlässliche Aussage über ein künftiges Batterieupgrade. In der jetzigen Situation überlege ich mir halt schon, ob man nicht lieber den Kauf in die Zukunft verschiebt um auf die größere Batterie zu warten.

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Re: 10'000 km im i3 - meine Erfahrungen

Beitragvon Solarstromer » Fr 5. Jun 2015, 09:26

beemercroft hat geschrieben:
Mein Fahrzeug hat den schlüssellosen Zugang. Der nützt mir leider wenig, weil ich, um das Ladekabel abzuziehen, trotzdem den Schlüssel hervorkramen muss, um die Entriegelung zu lösen. Das ist dämlich gelöst, das Fahrzeug erkennt ja, dass ich in der Nähe stehe, und die Software könnte in diesem Fall die Verriegelung des Ladekabels lösen.


Wenn er die Verriegelung lösen würde, dann müsste kurz zuvor auch der Ladevorgang anhalten werden. Das würde jedes mal passieren, wenn du in die Nähe des Autos kommst. Das willst du nicht wirklich.

Übrigens eine schöner Beitrag von dir. Hat mir gefallen ihn zu lesen.
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