Wieviel Akku braucht das Auto?

Alles zum Energiespeicher eines Elektroautos

Re: Wieviel Akku braucht das Auto?

Beitragvon drilling » Fr 30. Sep 2016, 15:54

Helfried hat geschrieben:
Es geht mir da mehr um die kalendarische Alterung. Wenn man einen Akku bei gleichbleibender Kapazität kleiner baut, hat er meist schlechtere Haltbarkeit bei der Lagerung.


Es sind aber eher die neuen großen Akkus (mit vielen KWh) die kompakter gebaut werden, nicht die bisherigen mit kleiner Kapazität.
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Re: Wieviel Akku braucht das Auto?

Beitragvon graefe » Fr 30. Sep 2016, 18:04

Eine Besteuerung auf der Basis der jeweiligen Akkukapazität hätte sicherlich einen starken steuernden Effekt hin zu einer effizienzorientierten Fahrzeugentwicklung. Finden Tesla-Fahrer vermutlich aber nicht so gut... ;)

Die Chance auf einen Paradigmenwechsel im Automobilbau wurde leider versäumt: es gibt immer noch keine hyper-effizienten stromgetriebenen Kabinenroller - und das wird auch in Zukunft nicht kommen. Dank immer günstigerer Akkukapazitäten baut man einfach aktuelle SUVs à la X5 und Q7 auf Strom um. Was die Straßenpanzer mehr fressen, wird einfach ein fetterer Akku druntergeschraubt. Tesla hat's mit dem Model X ja vorgemacht. Schade.
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Re: Wieviel Akku braucht das Auto?

Beitragvon Karlsson » Fr 30. Sep 2016, 18:10

Greenhorn hat geschrieben:
Begrenzung auf 100 kWh ist mein Vorschlag.

Pfui, aus! :lol: Ne ne, so wollen wir ja mal gar nicht anfangen.

Die Frage lässt sich aber auch nicht pauschal beantworten ohne dazu zu sagen, um was für ein Fahrzeug es geht, bzw wie das genutzt werden soll.

Ich hab Bedarf an 2 Autos:
1x >60kWh mit großem Kofferraum, AHK, 3 Phasen Lader, CCS 100kW
1x 30kWh mit 4 Sitzen

Im ersten Fall würde ein noch größerer Akku einen Vorteil bedeuten, beim zweiten Fall wäre er nett, würde aber nicht unbedingt gebraucht. Allerdings würde sas kleinere Auto dem größeren dann vielleicht hin und wieder mitellange Strecken abnehmen und billiger fahren.

graefe hat geschrieben:
Eine Besteuerung auf der Basis der jeweiligen Akkukapazität hätte sicherlich einen starken steuernden Effekt hin zu einer effizienzorientierten Fahrzeugentwicklung. Finden Tesla-Fahrer vermutlich aber nicht so gut... ;)

Wollt ihr mich rausekeln und den Verbrenner wieder schmackhaft machen?
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Re: Wieviel Akku braucht das Auto?

Beitragvon Schneemann » Fr 30. Sep 2016, 18:10

graefe hat geschrieben:
Eine Besteuerung auf der Basis der jeweiligen Akkukapazität hätte sicherlich einen starken steuernden Effekt hin zu einer effizienzorientierten Fahrzeugentwicklung. Finden Tesla-Fahrer vermutlich aber nicht so gut... ;)


Diese Idee gefällt mir. Aber die Idee der Höchstkapazität finde ich auch nicht schlecht. Beides hat etwas von sozialer Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit. Wichtig ist aber, dass man sich vom Umweltschutz und der Nachhaltigkeit nicht freikaufen kann.
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Re: Wieviel Akku braucht das Auto?

Beitragvon Karlsson » Fr 30. Sep 2016, 18:12

Boah, das nimmt hier ja kranke Züge an...ich glaube ich geh mal runter auf die Straße einen Passanten niederschlagen, um mich abzuregen...
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Re: Wieviel Akku braucht das Auto?

Beitragvon Taxi-Stromer » Fr 30. Sep 2016, 18:39

Nachdem Karlsson ja gerade im Freien seine gewalttätige Ader auslebt, trau ich mich auch:

ich könnte der Idee "Besteuerung nach Kapazität" auch etwas abgewinnen!
8-)

Kapazitätsbegrenzung?
weiß nicht so recht....
wenn jemand unbedingt 250kWh zu brauchen glaubt und dafür entsprechend hohe Steuern zahlt - warum nicht? :twisted:

Ist so ähnlich wie beim Freund von Xado1, dessen Yacht pro Tag 6000(?) Liter Diesel säuft - der zahlt ja auch dafür.... :|

Daß früher oder später irgend eine Form der Besteuerung der E-Fahrzeuge kommen wird ist ja wohl klar!
Woher soll der Staat denn sonst das Geld nehmen das ihm durch den Ausfall der Mineralölsteuer durch die Lappen geht, wenn einmal nennenswerte Stückzahlen an Verbrennern durch E-Fahrzeuge ersetzt worden sind?
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Re: Wieviel Akku braucht das Auto?

Beitragvon Schneemann » Fr 30. Sep 2016, 18:56

Naja Karlosson, schau dir doch mal an, was gerade passiert. Tesla protzt mit Reichweite rum, die Zoe-Fahrer jammern rum, dass sie zu wenig haben. Ein neuer Zoe wird vorgestellt mit 400 km Reichweite. Was machen die deutschen Hersteller? Zaubern Studien mit noch mehr Reichweite aus dem Hut. Reichweiten, die am Ende die Hälfte der Menschheit nicht braucht, aber haben muss, weil man das ja immer hatte.

Und dann werden die Rohstoffe für die Akkus knapp, weil mal wieder keiner sich selbst hinterfragt hat und die Marktwirtschaft mit dem Wettrüsten um Reichweite um die Kundschaft gebuhlt hat. Wir begehen dieselben Fehler, die wir schon im Verbrennerzeitalter begangen haben, erneut. Draus gelernt? Nichts! Einige verbraten die Rohstoffe für ihre Mobilität. Wieso wachsen die Anforderungen an Mobilität eigentlich im Zeitalter der Vernetzung immer stetig weiter? Und die anderen verhungern, weil sie nichts zu kauen kriegen. Die haben das Wort Elektromobilität wahrscheinlich noch nie gehört.

Ich habe in meiner ersten Firma anfang des Jahrtausends mal ein Videokonferenzsystem installiert. Hat wunderbar funktioniert, war damals noch keine Selbstverständlichkeit. Trotzdem musste der Geschäftsführer jede Woche von Hamburg nach München und zurück fliegen. Habe ich damals schon nicht verstanden.

Die Elektromobilität ist doch das Konzept der Zukunft. Aber für alle. Nur so ist dem Planeten geholfen. Für alle geht es aber doch nur, wenn alle auch ein wenig maßhalten und sich selbst mal fragen, was sie unbedingt haben müssen. Ich bin selbst überrascht, wie gut ich mit dem Zoe auskomme, als Erstwagen. Zugegeben, ich habe keine Kinder, wir sind nur zu zweit. Aber am Wochenende sind wir zu dritt im Zoe mit Gepäck für alle inkl. Zelt, Isomatten und Schlafsäcken durch halb Deutschland gereist. Wir hatten sogar noch einen Hauklotz dabei. Frag nicht. Aber es geht.

Wenn du mir sagst, dass wir in 50 Jahren alle Menschen auf der Welt nach ihren Wünschen und Bedürfnissen elektrifiziert bekommen, dann bin ich bei dir. Hau rein an Akku, was geht. Aber wenn wir das nicht können, und das wissen wir noch nicht, haben wir jetzt die große Chance, mit dem Umstieg auf die E-Mobilität unsere eigene Mobilität auf den Prüfstand zu stellen und die nächste Generation etwas maßvoller und nachhaltiger zu erziehen.
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Re: Wieviel Akku braucht das Auto?

Beitragvon Karlsson » Fr 30. Sep 2016, 19:22

Ich hätte einen anderen Ansatz: Weil die Akkus den Flaschenhals darstellen und teuer sind nur eine erhöhte Produktion sie billiger macht, sollte man in einer Übergangszeit die Akkus von der Mehrwertsteuer befreien.

Geht mal in Euch - was genau stört Euch denn an großen Kapazitäten? Ist es Neid?
Wenn nicht....Gewicht und Ressourcen? Ok - aber da sehen wir ja nun bei Zoe, Leaf und i3, dass der Akku gleich groß bleiben kann bei deutlich mehr Kapazität.
Ist es dann also böser, wenn in ein paar Jahren ein 80kWh Akku 200kg wiegt als wenn ein 25kWh Akku heute 250kg wiegt?
Wohl kaum...
Wenn Euch Gewicht und Ressoucen stören, dann solltet ihr darüber diskutieren, das auch zu besteuern oder begrenzen, aber nicht die Kapazität.

Schneemann hat geschrieben:
Zaubern Studien mit noch mehr Reichweite aus dem Hut. Reichweiten, die am Ende die Hälfte der Menschheit nicht braucht, aber haben muss, weil man das ja immer hatte.

Es steht Dir frei, Dich einer Askese zu unterwerfen, aber fordere das nicht von anderen. Zumal ich nicht einen Grund erkennen kann, warum man das tun sollte.

Schneemann hat geschrieben:
Wieso wachsen die Anforderungen an Mobilität eigentlich im Zeitalter der Vernetzung immer stetig weiter?

Tun sie das? Ich fahre 60% weniger als vor ein paar Jahren noch.

Schneemann hat geschrieben:
Ich bin selbst überrascht, wie gut ich mit dem Zoe auskomme, als Erstwagen.

Schön für Dich. Und ich sehe mich voll bestätigt, dass der mir als alleiniges Auto nicht reicht.
Und jetzt gibt es einen, der nicht nenenswert mehr Ressourcen zur Herstellung braucht, der aber fast doppelt so weit kommt - SUPER!!!

Schneemann hat geschrieben:
haben wir jetzt die große Chance, mit dem Umstieg auf die E-Mobilität unsere eigene Mobilität auf den Prüfstand zu stellen und die nächste Generation etwas maßvoller und nachhaltiger zu erziehen.

So ist es! Und dafür braucht es überzeugende Autos und keine rollenden Verzichtserklärungen, die nur für uns Freaks taugen.

Wir brauchen MEHR AKKUPRODUKTION, weil nur so die Preise runter gehen und die Akkus auch besser werden. Sie werden dann mit weniger Ressourcen auskommen oder auch andere Ressoucen benötigen. Auch es es nicht so, dass es nicht genug Ressourcen gäbe, es gab bislang nur nicht genug Nachfrage für mehr Produktion.
Und es ist auch mitnichten so, dass man Akkus nicht recyceln könne. Es gab bisher nur zu wenig, als dass sich das gelohnt hätte.

Natürlich ist immer MEHR MEHR MEHR kein dauerhafter Weg. Aber man muss auch sehen, dass dem gegenüber ein WENIGER bei konventionellen Energien steht, so dass wir unterm Strich umweltverträglicher werden können.
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Re: Wieviel Akku braucht das Auto?

Beitragvon Schneemann » Fr 30. Sep 2016, 20:01

Die Reaktion auf den Vorwurf der Verschwenderei ist meist die Neiddebatte. Nein, das ist es aber nicht. Und es geht auch nicht darum, dass die Akkus nicht größer werden. Sondern es geht einzig um den Ressourceneinsatz. Wir leben alle auf demselben Planeten und atmen die selbe verschmutzte Luft. Und wenn wir die Möglichkeit haben, den Zustand der Verschmutzung so schnell wie möglich komplett abzustellen und trotzdem jedem einzelnen weiterhin die Möglichkeit der individuellen Mobilität bieten können, dann kann auch jeder einzelne Forderungen aufstellen. Denn wir sind alle füreinander verantwortlich und sollten uns auch so verhalten. Und dazu gehört für mich auch der maßvolle Einsatz der Ressourcen und keine Akkuprotzerei um die Produktion anzukurbeln.

Ich rede auch weiß Gott nicht davon, dass sich jeder jetzt extrem einschränken muss. Es geht mir aber darum, dass das neue Mobilitätskonzept nicht wieder unter dem Aspekt "alles geht" kommuniziert wird, sondern vielmehr an die wirklichen Bedürfnisse angepasst ist. Und ich habe gerade die Befürchtung, dass es wieder in diese Richtung gehen könnte.

Bitte versteh mich nicht falsch. Die aktuelle Vergrößerung der Kapazitäten ist sicherlich ein gutes Zeichen. Es muss nicht jeder mit einem Q210 rumeimern. Aber es könnten sehr viele tun. Und denen sollte man auch zeigen, dass das geht. Und ich weiß wirklich nicht, wofür wir Autos mit mehr als 500 km Reichweite in einem bald gut ausgebauten Ladenetz brauchen.
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Re: Wieviel Akku braucht das Auto?

Beitragvon drilling » Fr 30. Sep 2016, 20:24

KWh Akku Begrenzungen sind Unsinn. Wenn man einen 2 Tonnen Anhänger zieht (möglicherweise dann noch im tiefsten Winter) braucht man z.B. pro km deutlich mehr KWh als wenn man leer herumfährt. Da ist man dann froh um jede extra KWh die man im Akku hat.
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