Umbau Peugeot NiCD auf Lithium

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Umbau Peugeot NiCD auf Lithium

Beitragvon Tho » Fr 15. Jan 2016, 14:34

Hallo zusammen,

hat evtl. jemand Erfahrung mit dem Umbau von Fahrzeugen mit Nickel-Cadmium Akku auf Lithium?
Im konkreten Fall geht es um einen Peugeot Partner eines unserer Crowdfunding Standortpartner, der möglichst kostengünstig selbst auf Li umgerüstet werden soll. Die Lithium Akkus sind schon vorhanden...

Grüße
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Re: Umbau Peugeot NiCD auf Lithium

Beitragvon rolandp » Fr 15. Jan 2016, 14:44

Frag mal Kelomat...der ist bei Sowas Spitzenklasse !


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Re: Umbau Peugeot NiCD auf Lithium

Beitragvon bm3 » Fr 15. Jan 2016, 15:03

Umbauten fahren schon einige herum, wer auch schon einige auf Li umgebaut hat ist Gero Kleinertz aus der Eifel. der hat sogar eine eigenes BMS dazu. Aber der ist immer sehr beschäftigt. :)
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Re: Umbau Peugeot NiCD auf Lithium

Beitragvon PowerTower » Fr 15. Jan 2016, 16:20

Stefan_M und ich hatten auch auf auf Lithium umgerüstet NiCd Autos. Im Prinzip ist es nicht so kompliziert, da außer der Gesamtspannung und den Temperaturen vom Auto nichts abgefragt wird. Allerdings ist das Ladeverhalten von NiCd Akkus stark abweichend zu Lithium, weshalb es hier etwas mehr zu beachten gilt.

Der Peugeot Partner ist baugleich dem Citroen Berlingo und hat 27 NiCd Blöcke mit je 6 V und 100 Ah. Nennspannung 162 V, Ladespannung bis ungefähr 210 V oder sogar leicht darüber. Prinzipiell könnte man also 60 LiFePO4 Akkus einbauen und hätte keine Probleme, dass die Akkus im Fehlerfall überladen werden könnten. Aber die Nennspannung würde 192 V betragen und damit 30 V mehr als üblich. Hier wird sehr wahrscheinlich die Sagembox einen Fehler ausgeben, weil das nicht schlüssig erscheint. Und für den Gleichstrommotor ist das auch nicht unbedingt gut.

Man muss also ein wenig experimentieren. Mit 51 Zellen hätte man ziemlich genau die originale Nennspannung, man kann aber sicher problemlos auf 54 Zellen gehen. Zu beachten ist hierbei, dass die Ladeschlussspannung der Akkus deutlich geringer ist, als das was das Ladegerät im Fahrzeug hergeben kann. Hier muss also vom nachgerüsteten Lithium-BMS entweder direkt ein Abschaltsignal an den Lader erfolgen, oder wenn es nicht anders geht auch eine harte Abschaltung durchgeführt werden. So wurde das bei mir umgesetzt, das ist allerdings nicht sehr elegant.

Bei NiCd wird ab und zu automatisch eine Ausgleichsladung durchgeführt. Es sollte aber kein Problem sein diese durch ein netzseitiges Schütz bzw. Bus-Relais zu unterbinden, denn das entspricht so ziemlich genau dem Ziehen des Schukosteckers.

Da der Peugeot Partner relativ viele Zellen benötigt, sollte die Auswahl des BMS gut bedacht sein. Es gibt da ganz verschiedene, ich war mit dem BMS vom Gero eigentlich recht zufrieden (Details in meiner Umrüstaktion siehe Signatur), aber wie schon erwähnt hat er immer viel zu tun. Andere Bastler setzen auf das BMS von EMUS, bei CitySax kannst du das Axxellon System bekommen. Ist auch eine Kostenfrage, um die 1.000 Euro muss man allein für das BMS einplanen.

EMUS BMS: http://www.faktor.de/batterie-managemen ... /emus-bms/
Gero BMS (unter anderem Namen?): http://www.faktor.de/batterie-managemen ... ms-system/

Die originalen Temperaturfühler haben wir bei mir damals durch Festwiderstände ersetzt, damit die Ladelogik des Fahrzeugs keine temperaturabhängigen Experimente durchführt. Sie verhält sich nämlich bei -20°C anders als bei +40°C, aber dieses unterschiedliche Verhalten ist bei Lithium unerwünscht. Zudem werden teilweise Komponenten des Wasserkreislaufs eingebunden, die nach der Umrüstung gar keine Funktion mehr haben. Zeigten die Temperaturfühler 30°C, gingen bei mir immer die extrem lauten Lüfter für den Wasserkreislauf an, die aber aufgrund der Umrüstung auf Luftkühlung gar keine Funktion mehr hatten. Also wurden die Temperaturfühler eben fest auf 25°C eingestellt und dann war Ruhe.

Möglicherweise ist es empfehlenswert ein Diagnosegerät zu besorgen, um evtl. auftretende Fehler zu löschen: http://www.elektro-auto.net/index.php/b ... elight2010
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