Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

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Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon Schneemann » So 28. Aug 2016, 11:36

Moin ihrs,

für meinen nächsten Erfahrungsbericht E-Mobilität im Hamburger Abendblatt möchte ich eine Wirtschaftlichkeitsberechnung in Sachen E-Mobilität aufstellen. Ziel ist es, dem Leser anhand von realen mir vorliegenden Zahlen die finanziellen Vor- und Nachteile eines E-Autos aufzuzeigen.

Dafür nehme ich die beiden hier im Haushalt vorhandenen Fahrzeuge Renault Zoe und Renault Wind (100PS) in der Grundausstattung über einen Zeitraum von 6 Jahren und einer Laufleistung von 15000km pro Jahr. Der Wind mag eine Fahrzeugklasse unter dem Zoe spielen, darauf weise ich hin. Der Zoe hat mehr technische Ausstattung, dafür ist der Wind in Sachen Mechanik, Interieur und Bereifung vorne. Daher lasse ich das außer Acht.

Und so sieht meine Rechnung dann aus:

Wirtschaftlichkeit.jpg


Den Wertverlust habe ich vernachlässigt, da dieser sich durch das Akku-Mietmodell an dem eines Verbrenners orientieren sollte. Beim Kaufakku kann die Sache natürlich schon ganz anders aussehen, hier ist der Kapazitätsverlust des Akkus entscheidend.

Optional kommen die Kosten für die Installation einer heimischen Lademöglichkeit hinzu. Auf beides werde ich hinweisen. Fakt ist, dass ich mit realen Zahlen arbeite und dem Leser so die Möglichkeit gebe, diese mit seinen eigenen individuellen Kosten zu vergleichen.

Für Hinweise, ob ich etwas entscheidendes vergessen habe, wäre ich euch sehr dankbar.

Gruß

Martin
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon electricity » So 28. Aug 2016, 11:51

Hallo,

was ist mit 0,30€/100km gemeint ?
Ist das ev. der Prei je kWh ?
In der Regel kann man bereits ohne Probleme für 0,24€/kWh Strom bekommen.
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon Schneemann » So 28. Aug 2016, 12:37

Du hast Recht, das muss natürlich 0,30€/kWh heißen. Ich bekomme auch Super für 1,15€ oder 1,20€. Aber irgendeinen Wert muss ich ja angeben. Und ich denke, an öffentlichen Ladesäulen werden wir im Durchschnitt nicht unter 0,30€ landen.
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon Nordlicht » So 28. Aug 2016, 13:45

Pro ZOE:
Für mich fehlt erst einmal die 12 Monate freie Akkumiete (oder gibt es die Aktion nicht mehr?).
Einen Wertverlust ist in meinen Augen beim Elektrofahrzeug kaum gegeben, da ein Elektromotor fast verschleißfrei ist und der Akku durch die Miete ja nie auf eigene Kosten ausgetauscht oder erneuert werden muss. Der Verbrenner verliert in dieser Zeit durch Abnutzung seinen Wert.
Auch hat nach 6 Jahren bzw. 90.000km ein Verbrenner schon mal (mindestens) einen Satz Bremsbeläge durch, welches durchs rekubieren bei Elektrofahrzeugen nicht der Fall ist.

Pro Wind:
Sorry, hierzu fällt mir leider nichts zu ein...


FAZIT:
In Deiner Rechnung kommt der gewaltigste Vorteil eines EV's nicht richtig zur Geltung. Ein EV ist in der Anschaffung etwas teurer als ein vergleichbarer Verbrenner, aber er hat kaum Unterhaltungkosten - trotz Akkumiete!!!
Außerdem vergleichst Du Äpfel mit Birnen. Wenn Du die ZOE "VERGLEICHEN" möchtest, dann bitte aber mit dem Twingo...
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon GcAsk » So 28. Aug 2016, 14:02

@Nordlicht

Nein, diese Aktion gibt es nicht mehr.
Klar, bremst man weniger bei einem Elektroauto, dadurch verschleißen die Bremsen aber mit Rost- durch die Nicht-Nutzung (Stichwort: Opabremse).
Außerdem weiß ich ja nicht, welcher Verbrenner so viele Bremsen braucht. Wir haben jetzt nach 7 Jahren die Mal gewechselt vorne, einfach so, weil wir dachten, die könnten nicht mehr so gut sein. Wirklich verschlissen waren die nicht und das AUto hatte knapp 100.000km damals auf der Uhr.

Ich bin für Elektroautos ganz klar, allerdings stimmt Deine Rechnung nicht Nordlicht in meinen AUgen. Ein Elektroauto wie die Zoe ist nicht günstiger als ein Verbrenner in dieser Klasse, das ist einfach so. Der derzetige Kleinwagen von meiner Mutter kostet 40€/Monat Versicherung (durch mich als Fahranfänger hat sich dieser Wert jetzt leider verdoppelt) und verbraucht sagen wir mal, wenn es wirklich hoch kommt, 6l auf 100km. Das sind knapp 7€. Bei unserer derzeitigen Fahrleistung würden wir über 80€ im Monat nur für die Batterie zahlen müssen - hinzu kommen ja noch die normalen "Stromkosten" dann bei der Zoe. Mit der Batteriemiete allerdings sind unsere Tankkosten nahezu vollständig gedeckt.

Auch bezüglich Reperaturen:
Unser Mazda 2 hat neu knapp 11.000€ gekostet. BIs jetztr haben wir vielleicht insgesamt 1.000€ reingesteckt. Das sind 12.000€ - plus die Tankkosten, sagen wir mal 1.250€ pro Jahr, sind wir immer noch weit unter dem eines E-Autos.
Dieser Aspekt trifft (derzeit!) bei E-Autos halt wirklich nicht zu!
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon Helfried » So 28. Aug 2016, 14:33

Danke GcAsk! Ich kann leider auch keinerlei großartigen Kostenvorteile beim E-Auto erkennen.
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon Schneemann » So 28. Aug 2016, 15:25

Ich vergleiche Zoe mit Wind, weil beide Fahrzeuge hier vor der Tür stehen und ich alle realen Zahlen vorliegen habe. Beim Wind wurden die kompletten Bremsen nach 60000 gewechselt. Laut Renault-Serviceleiter nichts ungewöhnliches durch ESP. Daher hat der Wind auch jährliche Inspektionskosten von 333 Euro im Gegensatz zum Zoe mit rund 100 Euro. Hier konnte ich natürlich nur auf die bisherigen Erfahrungswerte im Netz zurückgreifen. ich gehe aber davon aus, dass beim Zoe nach 90000km keine Bremsen fällig sind.

Nochmal, es geht mir nicht darum, ob ich Äpfel mit Birnen oder sonstwas vergleiche, sondern ob ich etwas vergessen oder etwas grob falsch eingetragen habe. Wie gesagt, im Endeffekt muss jeder Leser seine eigenen Zahlen mit meinen vergleichen. Und so tue ich es mit den beiden Fahrzeugen in unserem Haushalt.

Wahrscheinlich ist es auch so, dass man beim Listenpreis eines Verbrenners noch mehr runter handeln kann, als bei einem schon geförderten E-Auto. Es wird nie eine exakte Rechnung dabei herauskommen. Aber ich weise auf die Unterschiede hin. Und das mit konkreten Zahlen.
Zuletzt geändert von Schneemann am So 28. Aug 2016, 19:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon Karlsson » So 28. Aug 2016, 16:17

Hast Du echte Zahlen? Alle Ausgaben aufgeschrieben?

Ich schreibe halt alle Ausgaben auf und ordne sie Kategorien zu. Dadurch sehe ich dann sehr fix, was mit dem Zoe irgendwie in Verbindung steht.
Liege dieses Jahr schon deutlich über 2000€ und er war im Einkauf auch 4000€ teurer als mein letzter Diesel.
Die Rechnung kommt natürlich immer zum Schluss und ich hab den Zoe erst 14 Monate, da ist das wenig aussagekräftig (Zahlen vom Verbrenner im Vergleich über 8 Jahre).
Durch die hohen Grundkosten würde ich mich aber wundern, wenn der Zoe besser da stünde. Obwohl ich im ersten Jahr zu 95% gratis geladen habe. Aber die Akkumiete ist halt teuer, Versicherung ist bei mir auch etwas teurer und der Wagen war teurer, so dass ein höherer Wertverlust zu erwarten ist.

Ist für mich aber OK. Ich werde deswegen nicht pleite gehen hab sehr viel Spaß am elektrischen Fahren und soooo viel teurer ist das nun auch nicht.
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon Nordlicht » So 28. Aug 2016, 16:54

Das mit dem Rabatt trifft sicherlich zu! Ich wollte auch die ZOE nicht "schönrechnen", also bitte nicht falsch verstehen Leute. Es gibt auch Nachteile eines EV...
Auch ich bin noch vor 18 Monaten meinen Diesel gefahren... :o
Da jetzt so viel Gegenwund kommt, habe ich den Renault Wind erst einmal gegoogelt. Da er auf der Plattform des Twingo basiert, ist der Vergleich auch okay. Ich hatte den Wind als "Kleinstfahrzeug" im Gedächtnis.

Unstrittig ist, dass ein EV in der Anschaffung teurer ist als der Vergleichsverbrenner. Die Ausnahme ist halt der Mietakku. Hier sind die Preise ja nicht soooo weit auseinander..
Versicherungstechnisch gibt es glaube ich keine Nennenswerte Unterschiede (zumindest bei den von mir angefragten Angeboten).
Steuertechnisch spart das EV 100%.
Verbrauchstechnisch spart das EV gute 50%.
Werkstatttechnisch spart das EV auch garantiert. Wieviel, das kann keiner so genau sagen. Ich gehe hier aber von min. 50% aus.
Der Wertverlust beinhaltet ja nicht nur das "Blechkleid", sondern viel mehr das Innenleben. Beim EV, gerade beim Mietakku, ist der Verlust nicht mit Verbrennern vergleichbar. Wie hoch der %-Satz hier anzugeben ist, weiß ich nicht. Ich würde ihn auch mit 50% des "normalen" Verlustes angeben. Hier würde ich mich auch eines besseren belehren lassen... ;)

Die "Ersparnis" von der ich sprach, kommt somit aus dem langfristigen Betrieb...

Natürlich müssen auch nichtmonetäre Aspekte mit einem "Wert" hinterlegt werden. Wie hoch dieser ist, ist bei jedem anders. Bei mir ist dieser Wert so hoch, wie die Differenz aus der obigen Rechnung und den tatsächlichen Kosten.
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon Karlsson » So 28. Aug 2016, 17:07

Twingo-Zoe hinkt aber gewaltig. Bin neulich vom Zoe in einen aktuellen Polo gestiegen, der war deutlich enger vorne und hatte auch weniger Kofferraum. Ich würde den Zoe inzwischen eher beim Golf als beim Polo sehen.
Ganz bestimmt zwar nicht im Punkt Verarbeitung und Wertanmutung, aber von Größe für die Passagiere vorne und das Gepäck schon.

Nordlicht hat geschrieben:
Verbrauchstechnisch spart das EV gute 50%.

Schon, aber dafür kommen wieder 130% durch die Akkumiete drauf drauf. Und 50% kommen bei mir auch nicht so richtig hin. Es sind mehr so 5,80€ zu 3,80€. Dabei hab ich eher günstige 23Cent/kWh gerechnet und ca 16kWh/100km inklusive Ladeverlusten. Der Winter trieb bei mir den Verbrauch halt schon im Schnitt weit nach oben. Mein Diesel verbrauchte ca 5,2 l im langjährigen Mittel.

Neben den Kosten ist da leider noch das Angebot. Wir möchten wohl in einem Jahr einen Kombi kaufen und da gibts höchstens noch nen Hybrid, aber nichts rein elektrisches. Die Kiste juckeln wir dann solange, bis es elektrischen Ersatz gibt.
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