Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon Schneemann » Mo 29. Aug 2016, 06:56

Herrlich, wie wir bei einer emotionalen, aber auch technisch so vielschichtigen Geschichte wie der E-Mobilität immer wieder so weit vom Thema abkommen und schon bei der Drohne gelandet sind. Finde ich aber gar nicht schlimm. Es ist halt ein super spannendes Thema.

Ich konnte für mich nach nicht mal einem Tag hier schon wichtige Erkenntnisse sammeln, was ich in meinem Bericht alles zumindest noch ansprechen sollte, um dem Leser ein vernünftiges Bild zu liefern. Dafür danke ich euch schon mal.

Ich werde die Verbrauchszahlen nochmal korrigieren und freue mich für die E-Mobilität, dass am Ende ein gar nicht so verzerrtes Bild bei einem Vergleich herauskommt, der das berücksichtigt, was der Käufer für sein Geld erhält. Es tendiert bei meiner Rechnung zu Mehrkosten von rund 10 Euro pro Monat.

Klar wird es welche geben, die sich sagen, was für ein schräger Vergleich ist das denn. Und dieser Vergleich wird auch immer anfechtbar sein. Und es wird auch nie möglich sein, eine en detail korrekte Rechnung aufzustellen. Aber ich hebe das Sparpotential des E-Autos hervor, das weiß Gott nicht jeder auf der Rechnung hat, die er vielleicht aufmacht, wenn er den Produktkatalog zum Beispiel eines Zoes in der Hand hält. Und vor allem möchte ich das Thema Miet-Akku einmal in eine vernünftige Relation stellen. Denn was haben wir hier: Eine Versicherung in ein Produkt, das noch keinem bewertbaren Langzeittest standgehalten hat und die in etwa den Kaufpreis für dieses Produkt wiedergibt.
Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität auf Kennzeichen E

In the year 5555
Your arms hanging limp at your sides
Your legs got nothing to do
Some machine’s doing that for you
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon daedalus » Mo 29. Aug 2016, 07:31

meikel66 hat geschrieben:
Gesamt (6 Jahre): 9.102,50 Euro

Gesamt (jährliche Ausgaben): 1.517,09 Euro
Kosten pro Kilometer: 15,2 Cent




Hm, mein Taschenrechner sagt, dass es 18,2 Cent sind, wenn man in diesen 6 Jahren, wie oben erwähnt 50000km fährt.

MfG
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon Taxi-Stromer » Mo 29. Aug 2016, 09:08

Schneemann hat geschrieben:
Und vor allem möchte ich das Thema Miet-Akku einmal in eine vernünftige Relation stellen. Denn was haben wir hier: Eine Versicherung in ein Produkt, das noch keinem bewertbaren Langzeittest standgehalten hat und die in etwa den Kaufpreis für dieses Produkt wiedergibt.


Langzeit-Test über xx Jahre gibt es noch keinen, aber zumindest Firmen-Angaben über die zu erwartende Lebensdauer:

"(BYD E6) Batterielebensdauer von 1,4 Millionen Kilometern!
Als weltgrößter Hersteller von Lithium-Eisenphosphatbatterien verfügt der Hersteller BYD über eine lange Erfahrung mit dieser Technologie, die unter anderem auch in stationären Stromspeichersystemen zum Einsatz kommt. Das Unternehmen garantiert deshalb auch 4.000 Ladezyklen bis zu einer Restkapazität von 75 Prozent für die Batterien seiner Elektroautos. Rein rechnerisch würde dies eine Garantie für eine Fahrleistung von bis zu 1,4 Millionen Kilometer bedeuten. Die Garantie auf das Fahrzeug selbst liegt bei zwei Jahren oder 150.000 Kilometern."

Quelle: http://www.grueneautos.com/2016/02/byd- ... haeltlich/

und:

"The BYD e6 has been in use in Shenzhen taxi fleets for more than a year; the first fleet of 50 e6 taxis have now surpassed 2.5 million cumulative fleet miles (4 million km) without energy or range degradation and while being fast-charged daily the entire length of service, according to BYD."

Quelle: http://www.greencarcongress.com/2011/08 ... 10826.html
Seit 11.11.2015 Leaf Tekna (EZ 3/2015), bis zum Jahrestag (11.11.2016) 22.300 selbst gefahrene (und jeden Einzelnen davon genossenen!) Kilometer! 8-)
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon Herr Fröhlich » Mo 29. Aug 2016, 09:30

Meine aktuelle Rechnung sieht auch schon wieder anders aus, da ich den Strom zu 100% kostenfrei erhalte.
Sei es durch Tanken am Arbeitsplatz - dafür Werbung auf dem Wagen - oder mannigfaltige Angebote der Stadtwerke Troisdorf, TankE im Umkreis von Köln. Also Tanken beim Joggen, beim Einkaufen, beim Wandern u.v.m
In die Rechnung einbeziehen kann man durch aus den Kauf der mobilen Wallbox und die Instalation der Strakstromdose in der Garage. diese 1500€ werden sich erst in vielen Jahren amortisieren.

Auch wenn es im Moment sogar mehr kosten sollte, in der Rechnung fehlt deutlich der Genuss des eCar fahrens, das gute Gewissen, die nach wie vor begeisteren Rückmeldungen wenn jemand zum ersten Mal mit der ZOE fahren darf und die Freude daran, an Tankstellen vorbei zu fahren. Jeden Tag werfen wir der Mineralölindustrie noch mehr Geld in den Rachen,während der bezogene Strom der örtlichen Infrastrucktur, also den Stadtwerken zu Gute kommt, die in Troisdorf mit ihrem Enegagement für alternative Energien vorbildlich sind.
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon Ruhr_Atoll » Mo 29. Aug 2016, 09:42

30cent/kWh als Richtwert für die Ladekosten finde ich diskutabel.

Es macht wohl einen Unterschied, ob man zu hause lädt oder an öffentlichen Stationen - letztere sind teurer, bieten dafür aber auch 22kw/43kw-Ladung... dann wiederum gibt es nicht wenige öffentliche Lader, die kostenlos sind, und wohl auch kostenlos bleiben.

Ich hätte hier aber keinen Vorschlag, welche Kosten man statt den 30cent veranschlagen sollte. Hängt wohl sehr davon ab, ob/wieviele kostenlose Lademöglichkeiten man in seinem Umfeld hat.

Praxis-Beispiel: Ich lade ausschließlich an öffentlichen Ladestationen. Mein ZOE hat laut Board-Computer 618kWh verfahren, seitdem ich ihn habe (hatte ihn anfangs einmalig zurückgesetzt). Durch die Abrechnungen, die ich habe + Schätzungen für die Ladespenden, die ich abgegeben habe, behaupte ich mal, dass ich etwa 80 Euro für Strom ausgegeben habe. Das ergibt ca. 13cent/kWh. Wenn ich an zahlungspflichtigen Stationen lade, kostet mich das 30-35cent/kWh (wobei ich hier ja auch für die Ladeverluste mitzahlen würde). Meistens suche ich mir jedoch halt kostenlose Stationen in der Umgebung.
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon Nordlicht » Mo 29. Aug 2016, 10:00

Ich finde die Rechnung müsste mit mehreren Varianten erfolgen. Die Zahlen vom Renault Wind sollten für beide Motorenarten angegeben werden (Diesel/Benzin).
...also einmal ZOE mit (vollen) Energiekosten, einmal ohne und einmal mit derzeitigen Spritpreisen für Diesel UND Benzin, einmal mit den hohen Spritpreisen der näheren Vergangenheit.
09/2009: 29kw Holzpelletheitzanlage für 2 Wohnhäuser
06/2013: 5 kwp PV-Anlage mit S10 Speicher von e3/dc im Keller
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03/2016: CF-Box Standort
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon Super-E » Mo 29. Aug 2016, 10:04

@Taxistromer. Ja, aber BYD setzt auf Lithium-Eisenphosphat Akkus. Die haben zwar eine geringe Energiedichte sind aber extrem robust. Bringt einem aber nix, wenn man nicht so einen Akkutyp hat. Je nach Typ sind die bei 1600 Zyklen Normalbelastung schon durch. Belastung (Schnelldaung), Umweltbedingungen (Temperatur) und Alterseinflüsse kommen auch je nach Typ mehr oder weniger hinzu. Da sind die Eisenphosphat Akkus auch sehr robust und andere weniger.
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon meikel66 » Mo 29. Aug 2016, 17:10

@ daedalus
Hm, mein Taschenrechner sagt, dass es 18,2 Cent sind, wenn man in diesen 6 Jahren, wie oben erwähnt 50000km fährt.

Du hast natürlich recht, ich hatte dummerweise durch 60.000 km geteilt.


@ Super-E
Ja, aber BYD setzt auf Lithium-Eisenphosphat Akkus. Die haben zwar eine geringe Energiedichte sind aber extrem robust.

:D Das ist witzig. Ich hatte einen Lithium-Eisenphosphat Akku, der war nach rund 80 Ladezyklen hin. :D :D :D


@ Karlsson
Das könntest Du auch bei einem Mitsubishi i-miev machen, der relativ günstig ist. Der Ersatzakku ist zwar extrem teuer, aber wer sich einzelne Zellen zu organisieren weiß und die selbst tauschen kann, kann hier möglicherweise auch sehr billig elektrisch fahren.

Jetzt muss sich doch mal nachhaken. Mitsubishi war der erste des Trios, der einzelne Module wechselte. Und Mitsubishi hatte mit Abstand den günstigsten Preis für einen Austauschakku. Vor 1,5 Jahre sollte der komplette Akku 16 kWh Akku (Li Mn2 O4) nur 10.000 Euro kosten. Der teuerste war Citroen, die 18.000 Euro (14,5 kWh) verlangten. Und bei Citroen und Peugeot konnte man nur einen kompletten Akku kaufen, keine Module. Diese Preispolitik hat mich damals von einem Kauf absehen lassen. Zur damaligen Zeit lag die kWh noch bei rund 220 US-Dollar. Für 14,5 kWh fielen also 3.190 US-Dollar an (2.850 Euro). Damit lag der Aufpreis bei rund 630%. Bei Peugeot war der Akku nur unwesentlich günstiger. Bei diesen horrenden Akku-Preisen fiel jede Wirtschaftlichkeitsrechnung gegenüber dem Verbrenner ungünstig aus. Einzige wirtschaftliche Möglichkeit, sich passende Module direkt von Yuasa aus Japan zu bestellen.
Wenn jemand weiß, was Mitsubishi, Citroen und Peugeot heute für einen neuen Akku (oder eines der insgesamt 88 Module) verlangt, bitte mal mitteilen.

Gruß
Meikel
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon Karlsson » Mo 29. Aug 2016, 17:42

meikel66 hat geschrieben:
Jetzt muss sich doch mal nachhaken.
...
Bei diesen horrenden Akku-Preisen fiel jede Wirtschaftlichkeitsrechnung gegenüber dem Verbrenner ungünstig aus. Einzige wirtschaftliche Möglichkeit, sich passende Module direkt von Yuasa aus Japan zu bestellen.

Da hast Du völlig recht. Das geht nur auf wenn Du
a) Glück hast und der Akku hält ewig oder Du
b) Dir billig Ersatzteile von verunfallten oder sonst wo besorgst und selbst schraubst.
Ich hab für a) zu wenig Mut und zu b) keine Lust, außerdem ist mir die Anmutung zu klapprig.

Günstige Tauschakkus hat vor allem Nissan. Möglicherweise ist da in einiger Zeit ein gebrauchter Leaf eine gute Möglichkeit, wirtschaftlich elektrisch zu fahren. Es gab hier und da mal gebrauchte Akkus aus nicht so alten Unfallfahrzeugen. Wenn man so was in Betracht zieht, könnte man da günstig weg kommen. Wobei der Akkuersatz wohl auch unter 5000€ Kosten soll und wenn man gut damit umgeht, kommt man damit vielleicht viele Jahre hin.

Ruhr_Atoll hat geschrieben:
30cent/kWh als Richtwert für die Ladekosten finde ich diskutabel.

Also ich liege jetzt unter 23 mit Ökostrom. Wenn wir bauen, kommt noch eine Solaranlage dazu und der selbst erzeugte Strom kostet.... Größenordnung 9 Cent/kWh?
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Re: Wirtschaftlichkeitsberechnung E-Mobilität

Beitragvon mcb » Mo 29. Aug 2016, 18:13

Eine kleine Anmerkung von mir dazu.
Ich habe "meinen" Soul gelaest. Da entstehen allein durch die, auf dem Restwert basierenden Raten, Kilometerkosten von 27Cent. Plus Versicherung, Durchsichten, Laden ...
Ich rechne mir die Sache "schön" da ich meist kostenlos laden kann.
Im Vergleich zum vorherigen Fahrzeug ist er trotzdem günstiger. Das war ein Dodge Ram Megacab V8. Da lagen die Kosten, inkl. Wertverlust..., auch bei ca. 15.000 € in vier Jahren,aber bei nur 30.000 km Gesamtfahrleistung. :mrgreen:
Den Platz im Innenraum und das Ladevolumen kann man aber nicht wirklich vergleichen. :mrgreen:
cu Marco
Seit 29.09.2015 mit Kia Soul im Titangraumet. und allen Extras :mrgreen:
Bestellt 30.7.15, zugelassen 29.9.15 mit ne'm E
Verbrauch: 14,6-22,1 kWh/100km laut BC
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