Wer hat Lust auf ein automobiles TV-Experiment?

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Re: Wer hat Lust auf ein automobiles TV-Experiment?

Beitragvon energieingenieur » Fr 25. Mär 2016, 23:20

Also grundsätzlich wäre es ja schon eine tolle Sache einen Nutzer eine Woche lang mit Elektroauto im TV zu zeigen.

Das Problem wird sein: Selbst wenn die Grundeinstellung für ein Elektroauto beim Tauschparnter positiv ist, so wird gerade die erste Woche Elektroauto erstmal voller neuer Erfahrungen sein. Und wenn genau das im TV gezeigt wird, könnte m.E. ein völlig falsches Bild entstehen. Nur als Beispiel dazu: Ein neuer Elektroautofahrer ohne jegliche Vorinformation hat absolut keine Ahnung, welcher Stecker zum Fahrzeug passt und wie er die Beschriftungen Ampere bzw. Kilowatt auf den Ladestationen zu deuten hat. Er weiß auch nicht, wo er die Ladestationen findet. Er hat die Apps dafür nicht auf dem Handy und weiß auch nicht, welche Ladekarten wo funktionieren. Dann sitzt ein TV-Team daneben, was die meisten vermutlich noch zusätzlich nervös macht bzw. zumindest das Verhalten ändert. Das wäre ungefähr so, als wenn man einen Fahrschüler in der 2. Fahrstunde filmt und sich anschließend wundert, warum es beim Schalten noch ruckelt und er sich an der Tankstelle fragt, welcher der 5 Zapfpistolen denn wohl die richtige ist. Elektrisch zu fahren ist nicht komplizierter, als "klassisch", aber man braucht ein bisschen Zeit um den Umgang zu erlernen. Und wenn man dieses "Lernen" im TV zeigt und die Zuschauer gehen davon aus, dass das der elektromobile Alltag wäre, dann geht der Bericht schlichtweg in die Hose.

Da ich die Firma FabulaFilm nicht kenne, möchte ich Ihnen nichts unterstellen, aber dennoch schwingt mit, dass über 80% der TV- und Presseberichte, die ich bisher zu dem Thema gesehen habe, das Thema Elektroauto stark verzerrt darstellen. Ein wenig überspitzt könnte man sogar sagen: Wenn das Auto nicht am Ende des Berichtes auf dem Abschlepper steht, wars kein toller Bericht. Häufig sind in solchen Berichten auch Erstfahrer zu sehen oder sogar Journalisten, die 1-2 Tage gefahren sind und nun glauben Erfahrung zu haben.

In einigen Modellregionen wurden ja bereits Autotauschaktionen Verbrenner gegen Elektroauto durchgeführt. Auch dazu gab es jedes Mal Presseberichte. Und auch hier wurden mangels ausreichender Erfahrung immer wieder Standard-Phrasen berichtet: "Zu wenig Reichweite, zu wenig Ladestationen, etc." Dabei haben die Teilnehmer teilweise ihre Heimatregion gar nicht verlassen bzw. gar nicht erst versucht, das Fahrzeug mal unterwegs zu laden. Und dennoch glauben anschließend alle Leser, da hätten Jemand ausgiebig getestet.

Wenn es um einen TV-Bericht ginge, bei denen die Erfahrungen von "echten" Elektroautofahrern dargstellt werden sollen, die 50.000km und mehr hinter sich haben, würden hier sicherlich dutzende die Hand heben, aber bei der Autotausch-Geschichte sehe ich das skeptisch.

Und ganz abgesehen davon: Wenn ich mein Elektroauto gegen einen Verbrenner tauschen müsste... Ich würde die Woche dann wohl lieber Fahrrad fahren... Außer mir stellt hier Jemand einen richtigen Oldtimer hin - aber obs sowas bei einem Autotausch gibt...?
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Beitragvon Eagle_86 » Fr 25. Mär 2016, 23:31

Naja, es gäbe schon auch Möglichkeiten, den Verbrenner doof aussehen zu lassen á la "Was brummt und rasselt hier nur so komisch die ganze Zeit?" oder "Wie viel kostet der Kilometer?! Da kann ich ja gleich Taxi fahren..."

Immerhin ist das, was du beschreibst Energieingenieur der beweis, dass Elektromobilität nicht massen+alltagstauglich ist. Denn die meisten möchten eben auch gar nicht über solche Sachen nachdenken. Welche App sie brauchen um nach sonstwohin zu fahren oder wieviel Kilo Watt sie in den Kofferraum laden können.
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Re: Wer hat Lust auf ein automobiles TV-Experiment?

Beitragvon m.k » Fr 25. Mär 2016, 23:37

Da ich ja Verbrennerfahrer bin, würde schon mitmachen wenn ich ein EV bekomme für ne Woche. Wenn ihr wollt, dass das EV blöd dasteht müsstet ihr euch halt im Schnitt schon etwas bemühen, kann ja eine nette Challenge sein :)

Wenn man als EV Fahrer halt die ganze Zeit übern Verbrenner meckert wird man von den Zuschauern sofort gehasst/als unfähig abgeschrieben, von daher kann man vermutlich nicht gewinnen (sodass unterm Strich ein positiver Beitrag für das EV dabei rauskommt)...
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Re: Wer hat Lust auf ein automobiles TV-Experiment?

Beitragvon mlie » Fr 25. Mär 2016, 23:50

Ich wüsste nach über 85.000km elektrisch fahren seit 2013 jetzt nicht, wieso ich wieder in so ein Museumsstück einsteigen sollte und mich dann auch noch filmen lassen soll.
Alleine schon dieses nicht praxistaugliche Konzept, das Fahrzeug für horrendes Geld an speziellen Orten wieder aufzufüllen statt über Nacht zu Hause ist ja ein NoGo.

Aber vielleicht findet der Produzent ja noch jemanden, der auf Retro steht. Das Ziel de Reportage ist mir noch nicht ganz klar.
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Lasst euch nicht mit überteuerten DC-Lademöglichkeiten verarschen und abzocken, 22kW Boardlader muss als Zulassungsvoraussetzung kommen.
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Re: Wer hat Lust auf ein automobiles TV-Experiment?

Beitragvon energieingenieur » Sa 26. Mär 2016, 00:16

Eagle_86 hat geschrieben:
Immerhin ist das, was du beschreibst Energieingenieur der beweis, dass Elektromobilität nicht massen+alltagstauglich ist. Denn die meisten möchten eben auch gar nicht über solche Sachen nachdenken. Welche App sie brauchen um nach sonstwohin zu fahren oder wieviel Kilo Watt sie in den Kofferraum laden können.


Das sehe ich anders. Für mich ist das eher ein Beweis, das Elektromobilität anders funktioniert als Benzinmobilität und das ein Umstieg 1:1 ohne jegliches Nachdenken vll. erstmal verwirrend ist. Das hat m.E. absolut gar nichts damit zu tun, dass es nicht Massen- oder Alltagstauglich wäre. Selbst die Umstiege zwischen Benzin und Diesel bzw. zwischen Automatik und Schaltgetriebe erfordern bei vielen Fahrern gewisse Lernkurven.
Wenn ich mir den umgekehrten Weg vorstelle... Ich würde nur das Elektroauto kennen und müssten dann zum erten Mal im Leben einen Benziner mit Schaltgetriebe und Kupplung fahren. Da hätte ich sicherlich einiges neu zu erlernen: z.B. dass man da auf Drehzahlen achten muss, dass man da mal den Ölstand prüfen muss, dass man NICHT zu Hause "tanken" kann. Dass man während des Tankens keine anderen Dinge tun kann und dass man meistens vor Ort bezahlen muss... Oder auch, dass man bei kaltem Motor keine hohen Drehzahlen fahren sollte. Und ich müsste plötzlich auf Firmenlogos (ARAL, Shell, AGIP, etc.) achten, die irgendwo am Straßenrand stehen. Eine ganz neue Erfahrung wäre auch: "Absaufen lassen". Das gibts beim Elektroauto einfach nicht. Und ich müsste mich im Winter daran gewöhnen, meine Jacke beim Einsteigen nicht auszuziehen, weil ein Benziner halt deutlich länger zum warm werden braucht, als ein Elektroauto...
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Re: Wer hat Lust auf ein automobiles TV-Experiment?

Beitragvon EV_de » Sa 26. Mär 2016, 00:25

Ich kenne eine Ehepaar, die haben 2 Kinder , die Kinder sind mit Tesla & Co aufgewachsen .... für die ist ein Verbrenner ein unbekanntes Ding...

Hier oder im TFF Forum steht auch was schönes: "Autos und Häuser brauchen keinen Auspuff " .. . Amen

Kürzlich war was in Fernsehen , da haben die einen BMW 5er oder 6er Besitzer ein i3 gegeben .... was soll das ?

Hätten die Ihm einen Tesla gegeben währe er höchstwahrscheinlich nicht mehr in seine Rumpelkiste eingestiegen ...
Bild ... ZOE #47 ... Team Sieger eRUDA 2014+2015
Bild Model S P85+ - seit 05.12.14 / Model X EU P9 - reserviert ...
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Re: Wer hat Lust auf ein automobiles TV-Experiment?

Beitragvon twiker01 » Sa 26. Mär 2016, 00:35

Gerne verleihe ich eines meiner Elektrofahrzeuge. Aber ganz bestimmt tausche ich nicht mehr mit einem lärmenden Stinker.
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Re: Wer hat Lust auf ein automobiles TV-Experiment?

Beitragvon Majaleia » Sa 26. Mär 2016, 07:13

1. Ich werde bestimmt nicht meinen Leaf gegen einen Verbrenner tauschen. *lol*
2. Ihr könnt doch Urlaub in Norwegen machen, nehmt einfach die Fähre von Kiel nach Oslo, es gibt sogar die Möglichkeit auf der Colorline sein E-Auto über Nacht zu laden (vorher dort anrufen und Platz reservieren!). In Oslo gibts dann zig Lademöglichkeiten. den Schlüssel für die "normalen" aber abgeschlossenen Ladestationen gibts dann bei der Verwaltung in Oslo oder vorher bei der elbilforeningen besorgen. Viel Spass!
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Re: Wer hat Lust auf ein automobiles TV-Experiment?

Beitragvon Gausi » Sa 26. Mär 2016, 08:47

Selbst meinen 19 Jahre alten Saxo würde ich nicht wechseln wollen ..... in 11 Monaten 32.000km runtergespult ...

Ich finde man müsste den potentiellen Verbrennerfahrer der tauschwillig ist erst eine eintägige Einweisung mit anschließender schriftlicher Prüfung geben ( Kapazität, AC 1phasig/3phasig Typ2, DC Chademo,CCS und Supercharger ) den Umgang mit RFID Ladekarten, div Apps, und eventuell mit BEW-Vertragsdaten ausstatten.

Mich wundert immer wieder, wie unwissend die Verbrennerfahrer über die Verteilung der Lademöglichkeiten(-Geschwindigkeiten ) sind. Nach der Frage, wie lange ich denn noch warten müsse, bis das Auto aufgeladen ist, antworte ich immer mit der Angabe der Ladegeschwindigkeit. Wenn ich dann mein Amperemeter betrachte antworte ich :

Jetzt in diesen Moment 100km/h :-)

Ich bleibe dabei ....E-Autos mit mindestens 22kW AC-Bordlader ..... verpflichtender nicht aufpreisgelisteten CCS(Chademo) Anschluss.

In meiner Fahrschulzeit mit einem Golf 2 Diesel musste ich auch an der Tankstelle anhalten und eigenständig den Zapfrüssel in die Tanköffnung führen .... wie wäre es, dass Fahrschüler verpflichtend prüfungsrelevant mal Typ2, CCS oder Chademo mal stecken müssen? Nichts wird danebengekleckert und ein stuntmäßiges heraussreissen der Zapf(Lade)säule ist auch nicht mehr möglich.

mfg

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Re: Wer hat Lust auf ein automobiles TV-Experiment?

Beitragvon Majaleia » Sa 26. Mär 2016, 09:06

Gausi hat geschrieben:

In meiner Fahrschulzeit mit einem Golf 2 Diesel musste ich auch an der Tankstelle anhalten und eigenständig den Zapfrüssel in die Tanköffnung führen .... wie wäre es, dass Fahrschüler verpflichtend prüfungsrelevant mal Typ2, CCS oder Chademo mal stecken müssen? Nichts wird danebengekleckert und ein stuntmäßiges heraussreissen der Zapf(Lade)säule ist auch nicht mehr möglich.

mfg

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Nicht nur das, ich finde ja, dass heutige FahrschülerInnen durchaus in der Fahrschule verpflichtend lernen dürfen, wie man ein E-Auto fährt und bedient. Also sollten zu den üblichen Fahrstunden noch 2-3 weitere Fahrstunden in einem E-Auto absolviert werden. Die Fahrlehrer bräuchten dann natürlich eine Fortbildung. Damit nicht jede Fahrschule ein E-Auto kaufen muss, kann man sich ja zusammentun und sich gemeinsam eins kaufen. ;)
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