Wann floppen die Verbrenner weil die Technik überholt ist?

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Re: Wann floppen die Verbrenner weil die Technik überholt is

Beitragvon AbRiNgOi » Do 3. Dez 2015, 10:21

Lars Thomsen hat es ganz einfach auf den Punkt gebracht: "Wenn eine neue Technologie besser und billiger ist wird sie gekauft." Mehr ist eigentlich nicht zu sagen, oder?

Das Problem an dieser etwas einfachen Aussage ist aber, dass ein Auto eine (auf österreichisch) "Eierlegendewollmilchsau" ist, und die "Abschaffung" wird daher Schritt für Schritt gehen, Anwendung für Anwendung. Als erstes gehen die Pendlerfahrzeuge aus den Speckgürtel der großen Städte elektrisch über den Ladentisch. Generell wird dann der Zweitwagen ersetzt werden. Und ja, bis jetzt haben wir die finanzielle Oberschicht im Boot, weil nur die leben im Speckgürtel oder/und haben einen Zweitwagen. Das Thema MCV (Mega City Vehicle) war wohl eine Totgeburt, weil genau in der Stadt ersetze ich den Verbrenner nicht mit eine e Fahrzeug sondern mit der Bahn oder Bus.
Bis es zur Urlaubskutsche, Familienfahrzeug kommt, braucht es noch. Weil alle können sich eine Familienkutsche leisten, nur ein Familie nicht. Und bis große Fahrzeuge mit großer Reichweite am Gebrauchtwagenmarkt auftauchen wird es noch dauern, vor allem wenn die Neuwagenkäufer dieser großen Fahrzeuge nicht umsteigen, wird es auch keinen Gebrauchtwagenmarkt geben.

Und bis der private PKW auch als Lastenesel elektrisch wird, (Stichwort: Wohnwagen) wird es noch viel länger dauern. Und jetzt zählen wir eins und eins zusammen, bevor die Eierlegendewollmilchsau nicht elektrisch wird, kann der Europäer nicht mit, weil es ist doch möglich, dass ich in drei Jahren mal schnell nach Paris fahren muss, da muss das Fahrzeug das heute doch schon abhaben, oder?

Daher ist es sehr schwierig zu sagen wann das Elektrofahrzeug besser ist, weil es viel zu viele Funktionen hat. Bevor es nicht besser ist, bei der Kurzstrecke in der Stadt und der Sieger beim 24h Rennen in Le Mans gibt es immer jemanden, dem eine Funktion abgeht.
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Re: Wann floppen die Verbrenner weil die Technik überholt is

Beitragvon Rudi L. » Do 3. Dez 2015, 11:04

Prinzipiell teile ich die Ansichten von Lars Thomsen, allerdings nicht seinen Optimismus.

Es vollzieht sich aber aus meiner Sicht schon ein Wandel, wenn auch sehr langsam.

Die Ladestationen sind sehr viel mehr geworden. Die Gefahr länger als die Ladezeit zu stehen, weil besetzt womöglich noch stundenlang, ist damit geringer geworden, dies war für mich ein Hauptkriterium wenn ich Elektromobilität ernst nehmen will. Damit ist das Elektroauto endgültig aus dem Stadium raus, daß es nur eingefleischte Fans fahren sollten. Was es nun in die Breite zu tragen gilt um die Autos populärer zu machen.

Die Preise geben auch nach, zumindest bei Renault läuft gerade eine Aktion mit sattem Nachlaß. Damit ist es schlagartig auf Augenhöhe mit einem Verbrenner. Noch dazu taugt das Auto, trotz kastriertem Lader, für den alltäglichen Einsatz. Also alles gut. An die anderen Hersteller, bitte nachmachen! An Renault, bitte größer bauen.

Es muß nur noch in die Köpfe rein, man lädt oder "tankt" keinen Strom sondern Kilometer. Warum soll ich daher den Akku volladen und damit Zeit verlieren wenn ich z.B. nur noch 20km oder auch 50km bis zum Ziel habe? Da reicht ein kurzes zuladen.

Oft habe ich ob mit Zoe oder Tesla tatsächlich nur 5- 10Minuten irgendwo geladen. Um am Zielort dann eben das Auto vollzumachen. Damit habe ich praktisch eine Reichweite wie sich sie brauche und muß weder Windschatten fahren noch sonst groß auf den Verbrauch achten.

Den wenigsten mit denen ich mich drüber unterhalte geht das in den Kopf. Die denken wenn sie schon stehen, dann machen sie "voll". Mit einem Verbrenner ist das auch richtig, weil ich sowieso an der Tankstelle stehe und der Tankvorgang nicht lange dauert, egal ob 10 Liter oder 80Liter. Ist aber Denke für die Technik von gestern.

So wie es für die Verbrenner einen Gebrauchtwagenmarkt gibt wird sich auch ein Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos bilden. Damit wird so ein Auto auch für Leute geringerem Budget interessant. Dieser Wandel vollzieht sich natürlich zeitversetzt.

Grüße
Rudi
Rudi L.
 

Re: Wann floppen die Verbrenner weil die Technik überholt is

Beitragvon E-Fan » Do 3. Dez 2015, 11:40

"Wann floppen die Verbrenner weil die Technik überholt is" ?

Zeitgleich mit dem Zusammenbruch des Turbowachstums-Kapitalismus.
Also 2 Dienstage nach Fertigstellung des Berliner Flughafens, nachmittags.

Am Wochenende vorher entdeckt einer die kalte Fusion, sie funktioniert schon die ganze Zeit in Toilettenspülkästen, man braucht nur das Stromnetz dort anzuschließen.
Außerdem kommt eine Tictac-Sorte auf den Markt, die Krebs heilt, und man kann sich inzwischen teleportieren, indem man auf einem Topflappen steht und sich den anderen auf den Kopf legt, das Häkelmotiv bestimmt den Zielort (sehr begehrt: Hawaii-Dekor).

Mal ernsthaft: wann "floppten" die letzten Dampfloks?
Als ihr Betrieb zu aufwendig wurde....
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Re: Wann floppen die Verbrenner weil die Technik überholt is

Beitragvon DCKA » Do 3. Dez 2015, 11:56

Was viele auch immer vergessen, es gibt nicht genug Auswahl an Elektrofahrzeugen! Es gibt nur Kleinwagen, Golfklasse, Van und Oberklasse/SUV(voraussichtlich ab 2016) sonst nichts! Wenn man in die Übersicht für nächstes Jahr guckt gibt es in allen Klassen 70-100 neue Verbrenner. Neue Elektrofahrzeuge sind (m.W.n) Nissan Leaf 30 kW/h Update und Model X (beide dieses Jahr vorgestellt). Dazu kommen die Vorstellung des Bolt (wer weiß wann, überhaupt und in welcher Form er nach Europa/DACH kommt), des Smart, des Model 3 und des i3 Facelifts (Auslieferung aller hoffentlich 2017). Warum gibt es nicht (gesetzlich vorgeschrieben mit Quote) in jedem Model ein BEV? Die Hersteller haben max. 2 Elektrofahrzeuge im Programm und manche sogar gar keines oder nur ein schlechtes bzw. nicht mehr Zeitgemäßes. So wird das leider in naher Zukunft nichts mit der Elektromobilität in der Masse!
„Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“

Hermann Hesse
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Re: Wann floppen die Verbrenner weil die Technik überholt is

Beitragvon Rudi L. » Do 3. Dez 2015, 14:17

Ganz so mau ist es nicht mehr,

BMW
beim i3 scheint es kein Gerücht zu sein, daß er eine größere Batterie bekommt.

VW
Der e-Golf soll angeblich auch mehr Reichweite bekommen. (Okay, bei dem Konzern bin ich mir nicht sicher, ob die nicht wieder einen Rückzieher machen wie beim E-Phaeton)

Renault
beim Zoe tut sich grade preislich vorübergehend was. Von größeren Akkus hat man gehört, wissen tut man nichts.

Tesla
stellt den Model 3 vermutlich im Frühjahr vor.

GM
der Bolt wird kommen, dazu wurde schon viel zu viel getrommelt.

BYD
der e6 läuft bereits als Taxi, auch in Europa. Da ist es eine Frage der Zeit

Denza,
das B-Klasse Derivat, auch da ist es meiner Einschätzung nach nur noch eine Frage der Zeit.

Da sind schon ganz brauchbare Autos mit guten Reichweiten drunter.
Rudi L.
 

Re: Wann floppen die Verbrenner weil die Technik überholt is

Beitragvon AbRiNgOi » Do 3. Dez 2015, 14:22

die sind doch alle irgendwie gleich, oder?
Ich meine alle irgendwo Golf Klasse. In den Abmaßen, in der Reichweite, ohne AHK.

Was fehlt ist die leistbare Familienkutsche (Kombi) und die AHK. Von oben runter schaut's sehr gut aus, von unten rauf eher nur gut. Und dazwischen vieeeeel Platz. Und genau da ist der Massenmarkt. Aber, wird schon werden :)
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Re: Wann floppen die Verbrenner weil die Technik überholt is

Beitragvon volker » Do 3. Dez 2015, 15:06

umberto hat geschrieben:
Rumfahren werden die Verbrenner noch lange (bis Verbote politisch durchsetzbar sind). Oder meinst Du ein Busfahrer mit Familie und 2 Kindern und 2400 brutto kauft sich einen Neuwagen?


Naja schau mal an wie heute Autos gekauft werden. Zwei Drittel aller Autokäufe sind KEINE Neuwagen. Bei den Neuwagen-Zulassungen findet man 50% Privatkäufer im Segment Kleinwagen bis Mittelklasse. In den oberen Fahrzeugklassen dominieren die gewerblichen Halter.

Was sind die Hindernisse?

In Deutschland sind E-Mobile in der Oberklasse und gehobenen Mittelklasse für gewerbliche Halter nicht attraktiv genug. Die steuerlichen Regelungen favorisieren niedrige Anschaffungskosten (über die 1% Regelung) und hohe laufende Kosten, wo die Firma die Tankkarte und die Wartung bezahlt. Das E-Auto kann seine niedrigen laufenden Kosten nicht ausspielen. Außerdem fehlt es an elektrischen Alternativen für Oktavia/Passat/Audi A4.
Obendrein haben manche Flottenmanager so ihre liebe Not, das E-Auto durch zu buchstabieren, und bleiben lieber beim gewohnten.

In den kleineren Fahrzeugklassen werden Neuwagen hauptsächlich über den Preis verkauft. Wieder Nachteil für das E-Auto, weil neue Technik erst mal teurer ist.

Es braucht ein Tesla Model 3, einen Chevy Bolt, einen BMW i5, einen neu aufgelegten Renault Fluence etc erst dann geht hier was.
Autos und Häuser brauchen keinen Auspuff.
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Re: Wann floppen die Verbrenner weil die Technik überholt is

Beitragvon umberto » Do 3. Dez 2015, 19:32

volker hat geschrieben:
In Deutschland sind E-Mobile in der Oberklasse und gehobenen Mittelklasse für gewerbliche Halter nicht attraktiv genug. Die steuerlichen Regelungen favorisieren niedrige Anschaffungskosten (über die 1% Regelung) und hohe laufende Kosten, wo die Firma die Tankkarte und die Wartung bezahlt. Das E-Auto kann seine niedrigen laufenden Kosten nicht ausspielen.


Interessant, ich kann das nicht einschätzen. Wiegen die Steuervorteile die niedrigen Betriebskosten wirklich auf?
Bei den aktuellen Spritpreisen dürfte es sowieso schwer sein, Alternativen über den Preis zu diskutieren.

Außerdem fehlt es an elektrischen Alternativen für Oktavia/Passat/Audi A4.


Ja, das wird sich in den nächsten 5 Jahren ja ändern, dann sehen wir nochmal.

Es braucht ein Tesla Model 3, einen Chevy Bolt, einen BMW i5, einen neu aufgelegten Renault Fluence etc erst dann geht hier was.


Der Bolt ist auch kein typisches Dienstfahrzeug. Bei den anderen muß man mal sehen, wie sie rauskommen. Das Thema Restwert ist auch so eine spannende Sache. Tesla hat viel Geld ins Risiko gestellt, um dem Model S einen ordentlichen Restwert zu verschaffen, das ist aber auf Dauer nicht leistbar.

Gruss
Umbi
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Re: Wann floppen die Verbrenner weil die Technik überholt is

Beitragvon twizyfan » Fr 4. Dez 2015, 10:09

Hier wurde Nissan Leaf und Kia vergessen...

Nach meiner Auffassung ist die Verbrenner Technik überholt und teurer, wie die Elektrofahrzeuge. Jede kleine Verbrennergurke liefert zwar 500km Reichweite, aber wenn man Tanken, Ölwechsel und aufwendige Wartung sowie teure Reparaturen berücksichsowiet das E-Auto im Unterhalt und Wartung sowie Reparatur mindestens die Hälfte günstiger. Unser Notfallverbrenner bekam wieder neue Antriebswelle, fast jedes Jahr Ölwechsel und Zahnriehmen ist nötig
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Re: Wann floppen die Verbrenner weil die Technik überholt is

Beitragvon Majaleia » Sa 5. Dez 2015, 11:02

Ein Busfahrer in Norwegen verdient ca. 400.000 NOK im Jahr.
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