Wahrheit zur Reichweite gefordert - endlich

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Re: Wahrheit zur Reichweite gefordert - endlich

Beitragvon graefe » Mo 11. Jul 2016, 16:29

e-mike hat geschrieben:
Reichweite Sommer 130-150 km
Reichweite Winter 100-110 km

Warum? Weil das die Werte sind die ich aus meiner Erfahrung und mit meinem Fahrstil erreiche.

Hm, viel entscheidender als die Temperaturabhängigkeit (was für einen Elektroauto-Neuling zugegebenerweise etwas ganz neues ist) sehe ich die Geschwindigkeitsabhängigkeit. Der exponentielle Anstieg des Verbrauchs mit der Geschwindigkeit ist doch die entscheidende Info, die ein Interessent braucht, um später nicht enttäuscht zu werden, also BAB mit maximal 110km/h. Wer ≥130km/h fahren will, wird auch mit EPA-Angaben bei keinem Elektroauto hinkommen.
BMW i3 (94Ah), Smart (451) ED Cabrio mit 22kW-Bordlader
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Re: Wahrheit zur Reichweite gefordert - endlich

Beitragvon novalek » Mo 11. Jul 2016, 17:26

e-mike hat geschrieben:
Um bei den Kleinwagen zu bleiben. Wenn hier berücksichtigt wird, dass viele dieser Autos für Kurzstrecken oder nur als Zweitwagen für Pendler genutzt werden

Das wäre eigentlich der Punkt, an dem man arbeiten sollte - der BEV-Interessierte will doch nur wissen, wie weit er garantiert kommt.
Ob zur Arbeitsstelle, zur Kita, zum Discounter, zum Brötchen holen, zum Zeitung holen, zum Arzt, zur Klinik in die nächste größere Stadt.
Wer in der Mittel-Großstadt wohnt, den betrifft das so gut wie garnicht.
Auf dem Land ist man tag-täglich in Kurzstrecken unterwegs mit Einzelstrecken von 2 - 25 km, - es gibt in ländlichen Regionen mit Städten unter ca. 20.000 Einwohnern sogut wie keine Transport-Infra.
Jener Interessent will wissen, wo, womit, wie oft er wie lange laden muß - und zwar genau, nicht etwa "in D gibt 2000 Ladepunkte" - sondern per Schuhanzieher ! Der kann und will nicht in diesem Forum sich die 100 diversen Hinweise durchhächeln, das sollte der Hersteller / Verkäufer leisten wollen.
Allerdings will der Interessent auch nicht 80 km zur nächsten Werkstatt für eine Jahres-Inspektion fahren müssen !
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Re: Wahrheit zur Reichweite gefordert - endlich

Beitragvon pjw » Di 12. Jul 2016, 12:05

Reichweite sollte man anders definieren.
Z.B. wie weit kann man an einem Tag Reisen?
Zürich - Hamburg in 12 Stunden mit dem Tesla S85.
Genauer :
987.3km in 12h12m 
9h52m Fahrzeit
2h20m Ladezeit-Pausen an 4 SuC 

Noch mehr Details dazu im TFF Forum.
Seit 3/2016 mit dem Tesla Model S 85 (EZ 5/2015) mit 100% erneuerbarer Energie unterwegs.
Winner of eTourEurope 2016.
Tesla Model ≡ am 31.03.2016 reserviert: RN1074801XX
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Re: Wahrheit zur Reichweite gefordert - endlich

Beitragvon e-mike » Di 12. Jul 2016, 12:28

novalek hat geschrieben:
Ob zur Arbeitsstelle, zur Kita, zum Discounter, zum Brötchen holen, zum Zeitung holen, zum Arzt, zur Klinik in die nächste größere Stadt.
Wer in der Mittel-Großstadt wohnt, den betrifft das so gut wie garnicht.
Auf dem Land ist man tag-täglich in Kurzstrecken unterwegs mit Einzelstrecken von 2 - 25 km, - es gibt in ländlichen Regionen mit Städten unter ca. 20.000 Einwohnern sogut wie keine Transport-Infra.!


Ja genau das ist in meinen Augen auch einer der Hauptpunkte. Die Hersteller zielen in ihrer Werbung aber kurioserweise auf eine Zielgruppe (Hippster, Urban, Trendy), die sich in meinen Augen heute nicht für ein E-Auto interessiert. Außer für Tesla, aber das ist ein anderes Thema.

Die typischen E-Auto Fahrer heute leben im ländlichen Raum, haben meist ein eigenes Haus und nutzen das E-Auto zunächst als Zweitwagen. Und dafür sind die ganzen Zoe, Leaf, E-Up etc. auch super geeignet. Ich sehe das als ein softer Einstieg/Umstieg hin zu einer Zukunft mit E-Autos. Und das ist auch voll ok so wie es ist. Oft entwickelt sich dann das Zweitauto (E) zum Thema für die nächsten Gespräche mit Verwandten und Nachbarn. Gefolgt von meist hitzigen Diskussionen was nun besser ist. Oft kommt dann auch eine technischen Aufrüstung in der Familie und Nachbarschaft :twisted:
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Re: Wahrheit zur Reichweite gefordert - endlich

Beitragvon iOnier » Di 12. Jul 2016, 15:09

e-mike hat geschrieben:
Die typischen E-Auto Fahrer heute leben im ländlichen Raum, haben meist ein eigenes Haus und nutzen das E-Auto zunächst als Zweitwagen.
Kein Wunder. Wer hat in der Stadt einen eigenen Stellplatz? Mit Stromanschluss? Ja, diese Menschen gibt es. Nein, es ist nicht die Masse. Die Masse sind Laternenparker. Und hat da keine Lademöglichkeit für "über Nacht".

Dagegen die Situation auf dem Land: es sind eh 2 PKW nötig, einer für den Hauptverdiener der Familie um damit zur Arbeit zu pendeln, der andere zum Einkaufen, als Taxi für die Kinder, ...

Ergo: das Pendlerfahrzeug kann problemlos ein EV sein, der Verbrenner bleibt (noch) als Lastesel, "Mamataxi", für Urlaubs- und andere Langstreckenfahrten. "Noch", weil reichweitenstärkere E-Autos mit massentauglicher Preisgestaltung absehbar kommen werden ... ich hoffe, dass es schon so weit ist, wenn unser Diesel den Geist aufgibt.

Der Begriff "Zweitwagen" passt hier übrigens nicht ganz. Im Grunde sind es "zwei Erstwagen". In den Volvo meiner Frau steige ich nur noch ein, wenn ich muss ;-)
Gruß
Werner
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Re: Wahrheit zur Reichweite gefordert - endlich

Beitragvon campr » Sa 16. Jul 2016, 18:51

e-mike hat geschrieben:
Die typischen E-Auto Fahrer heute leben im ländlichen Raum, haben meist ein eigenes Haus und nutzen das E-Auto zunächst als Zweitwagen. Und dafür sind die ganzen Zoe, Leaf, E-Up etc. auch super geeignet. Ich sehe das als ein softer Einstieg/Umstieg hin zu einer Zukunft mit E-Autos.

Seh ich absolut genau so. Hier auf dem Land hat jedes Haus mindestens 2 Autos. Eins davon wird praktisch nur für die relativ kurzen Wege zur Arbeit oder zum Einkaufen, Baden, etc. genutzt - das andere auch für den Urlaub. Alles Dinge, die schon von heutigen Reichweiten von Elektroautos zu meistern wäre. Das Problem: den Leuten sind die Elektroautos noch zu teuer, denn die wenigsten kaufen sich einen Zweitwagen neu. Bei meinen Nachbarn liegt der Preisrahmen von Zweitwagen geschätzt bei ca. 7-8k€. Da sind die Elektroautos einfach noch nicht. Und ob sie dann das Rennen gegen einen gleichteuren Verbrenner machen würden, erfordert auch viel Gottvertrauen in die noch neue Technik, insbesondere wo der Akku dann schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und weniger SOC hätte. So experimentierfreudig sind nicht viele.

Ich hatte mir ein Preislimit von maximal 20k€ gesetzt (nicht, weil ich nicht mehr kann, sondern weil ich nicht mehr will), aber dafür gab es noch keinen vernünftigen Neuwagen als Elektroversion (nein, die Zoe ist durch Akkumiete teurer). Auch wäre ich nicht sonderlich tolerant gegen Lade- oder Antriebsmätzchen, weshalb ich bei einem sparsamen, ähnlich ruckfrei fahrenden Toyota-Hybrid gelandet bin. Der trainiert mich sicherlich schon ganz gut auf ein irgendwann mal kommendes Elektroauto. Auf großes Verständnis bin ich damit aber bei nur sehr wenigen Nachbarn gestoßen - dort zählt größtenteils immer noch die Größe eines Autos. Mit einem elendigen Schleicher-Kleinwagen kann man da nichts reißen.
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Re: Wahrheit zur Reichweite gefordert - endlich

Beitragvon ederl65 » So 24. Jul 2016, 08:47

Das "Problem" ist der hervorragende Wirkungsgrad der E-Autos bei optimalen Bedingungen.

Achtung! Milchmädchenrechnung!

Elektroauto: 11KWh/100km entspricht ca. 1 Liter fossilem Treibstoff
Verbrenner: 4 Liter /100km
4 mal besserer Wirkungsgrad!

Im Winter oder bei "sportlicher Fahrweise":
Elektroauto: 17KWh/100km = plus 50% oder 0,5 Liter fossilem Treibstoff
Verbrenner: 4,5 Liter / 100 km = plus 12,5% oder 0,5 Liter
3 mal besserer Wirkungsgrad!

Die Reichweite ist also beim Elektroauto, prozentuell, viel mehr von der Fahrweise, den Umwelteinflüssen und dem Streckenprofil abhängig als beim Verbrenner. Im absoluten Energiemehrverbrauch abseits der optimalen Bedingungen gibts keinen Unterschied zum Verbrenner.
Zuviel ist nicht genug. ;)
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Re: Wahrheit zur Reichweite gefordert - endlich

Beitragvon campr » So 24. Jul 2016, 17:54

Ja, hat halt damit zu tun, dass beim Verbrenner die Abwärme (= ineffiziente Verbrennung) genutzt werden kann zum Aufwärmen des Innenraums, während beim Elektroauto halt extra etwas vom Akku abgezweigt werden muss und nicht kostenfrei als Abfallprodukt abfällt.
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Re: Wahrheit zur Reichweite gefordert - endlich

Beitragvon novalek » So 24. Jul 2016, 18:16

So plausibel die Effizienzrechnung auch sein mag. So was interessiert den Verbraucher nicht, sondern die Beschränkung der Freiheit durch Reichweite, den Zwang zu laden (aus monatlichem Tanken wird tägliches Laden),das Warten beim Laden und schließlich der finanzielle Aufwand. Allein eine heftige Besteuerung der Kraftstoffe per Verbrauch und Anpassung der Kfz-Steuer könnte regulierend wirken.
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Re: Wahrheit zur Reichweite gefordert - endlich

Beitragvon ederl65 » So 24. Jul 2016, 18:35

@So was interessiert den Verbraucher nicht


Richtig! Der Verbraucher MUSS soviel wie möglich verbrauchen. Das hat man uns jahrzehntelang erfolgreich "eingetrichtert".
Dagegen helfen keine Argumente.
Zuviel ist nicht genug. ;)
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