VW, Audi, BMW und Mercedes starten elektrisch durch

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Re: VW, Audi, BMW und Mercedes starten elektrisch durch

Beitragvon umberto » Di 24. Nov 2015, 20:34

Klebaer hat geschrieben:
Ein Unternehmen das Vorsätzlich die Gesundheit der Mitmenschen beeinträchtig ist für mich Asozial!


Du machst Dich der Heuchelei verdächtig.

Heizt Du etwa mit Öl? Hast Du mal geraucht? Oder mal mit offenem Fenster die Anlage aufgedreht (auch Lärm macht krank).

Wir alle machen der Kohle wegen Dinge, die andere beeinträchtigen. Deswegen ist das Verhalten von VW in der Abgas- und CO2-Affäre natürlich nicht richtig. Aber mit dem Finger auf andere zeigen, muß man sich schon leisten können.

Rudi L. hat geschrieben:
Hinzu kommt, es macht keinen Sinn mit so einer geringen Marge zu operieren.


Sollen wir jetzt mal gemeinsam durchgehen, welche Branchen wegen Sinnlosigkeit zu machen sollten? Fangen wir mal bei einem Teil des Einzelhandels an...

Gruss
Umbi
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Beitragvon Klebaer » Mi 25. Nov 2015, 11:36

Geheizt wird ausschließlich mit Holz. Mitlerweile bin ich an einer kleinen Biogasanlage (100% Mist) angeschlossen.

Geraucht hab ich noch nie. Lauten Musik hören hab ich ebenfalls noch nie.
Einzigste Tätigkeit mit der ich Mitmenschen direkt negativ beeintächtig, ist eventuell mein Astra Diesel. Den möchte ich aber demnächst gegen Leaf austauschen.


Wir alle machen der Kohle wegen Dinge, die andere beeinträchtigen. ...


Wen meinst den du mit "wir alle". Keiner aus meinem Bekanntenkreis, verdient Geld weil er seine Mitmenschen schädigt.


... Aber mit dem Finger auf andere zeigen, muß man sich schon leisten können.


Es gibt doch einen himmelweiten Unterschied zwischen beeinträchtig im Alltag der Mitmenschen durch Musik und co und vorsätzliche Schädigung (Körperverletzung?) durch Großkonzerne die nur auf Gier beruht.
Nach deiner Logik sollen wir also solche Unglücke wie zB die Ölkatastrophen von BP nicht kritisieren?


Ich weiß nicht zu wie viel % an der Luftverschmutzung in deutschen Städten die Manipulationen von VW schult ist, wenn es natürlich nur maginal ist (was ich mir nicht vorstellen kann), dann ist meine Äußerung wirklich etwas übertrieben.
Andersfall ist doch eigendlich der Tatbestand von vorsätzlicher Körperverletzung gegeben.

PS: Sorry für Offtopic
Nissan Leaf Acenta Baujahr 2014 :!:
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Re: VW, Audi, BMW und Mercedes starten elektrisch durch

Beitragvon AbRiNgOi » Mi 25. Nov 2015, 12:21

Es ist nun mal so, dass weder Zigaretten noch der Verbrennungsmotor in der heutigen Zeit eine Erstzulassung bekommen würden. Beide verursachen Schädigungen an Menschen. Aber es ist in beiden Fällen eine Abhängigkeit der Menschheit aufgebaut worden und außerdem hängen an beiden viele Arbeitsplätze. Wie nun die Politik aussieht um das Problem zu beseitigen ist die Diskussion, nicht das warum oder ob überhaupt.
Und um den Threat wieder aufzugreifen: bei den Plänen der Politik, die Schadstoffe schrittweise zu verringern, bis es unmöglich wird die Technologie ein zu setzen, haben die Fahrzeughersteller geschummelt. Sie haben so getan, wie wenn der Fahrplan der Politiker eingehalten wird. Die Tabak Industrie hat bis jetzt noch nicht geschummelt, ist daher an der Stelle das falsche Beispiel, wenn es auch nach meiner Meinung schneller gehen könnte.
Das die Grenzwerte nur Elektrisch oder Teil-elektrisch ein zu halten sind wird nun langsam allen klar. Mal sehen, wie gut alle ihre Hausaufgaben gemacht haben und ob diese nun wirklich "elektrisch durchstarten".
Die einzige Chance die ich sehe ist, den Verbrennungsmotor wieder auf realen Verbrauch an zu heben und dadurch die Schadstoffe zu reduzieren, welche in ppm angegeben sind und daher nicht durch elektrische Fahrstrecken verringert werden kann. Der Verbrauch muss dann durch elektrisches Fahren verringert werden oder aber wie in einem REX durch optimalem Betriebspunkt, also statisch und keinerlei Dynamik in den Betriebspunkten.
Und dann dreht sich alles plötzlich um: Der Kleinstwagen wird als Stadtfahrzeug einen reinen Verbrenner haben können, weil der Verbrauch da gering und die Dynamik unerheblich. (3 Zylinder Benziner etz.) und die Großen werden Elektrisch oder Teil-elektrisch um Verbrauch und Abgaswerte in den Griff zu kriegen.
Und dann benötigen wir unterwegs ein noch viel größeres Ladenetz. Aber wo Nachfrage, da bekanntlich auch Angebot.
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Re: VW, Audi, BMW und Mercedes starten elektrisch durch

Beitragvon Rudi L. » Mi 25. Nov 2015, 13:54

umberto hat geschrieben:

Rudi L. hat geschrieben:
Hinzu kommt, es macht keinen Sinn mit so einer geringen Marge zu operieren.


Sollen wir jetzt mal gemeinsam durchgehen, welche Branchen wegen Sinnlosigkeit zu machen sollten? Fangen wir mal bei einem Teil des Einzelhandels an...

Gruss
Umbi


Hallo Umbi,

die Tatsache, daß andere Branchen genauso schlechte oder noch schlechtere Bilanzen haben rechtfertigt nicht die geringe Umsatzrendite von VW.

Das kann denen jetzt genau auf die Füße fallen, falls die Absatzzahlen zurückgehen. Bei so einer geringen Marge in Verbindung mit so einem großen Unternehmen kann das eine Existenzfrage werden.

Abgesehen davon, vermutlich werden wir VW eh mit Steuergeldern retten müssen. Je nachdem wie sich der Skandal noch auswächst. Das Unternehmen ist zu bedeutend für den Standort Deutschland, als daß man eine Pleite zulässt.

Grüße
Rudi
Rudi L.
 

Re: VW, Audi, BMW und Mercedes starten elektrisch durch

Beitragvon umberto » Mi 25. Nov 2015, 22:24

Wen meinst den du mit "wir alle". Keiner aus meinem Bekanntenkreis, verdient Geld weil er seine Mitmenschen schädigt.


Mal davon abgesehen, daß niemand erklären kann, wen VW wirklich "geschädigt" hat (betrogen haben sie viele), muß man keine Kohle damit machen. Einfach nur das falsche Verhalten reicht.


Es gibt doch einen himmelweiten Unterschied zwischen beeinträchtig im Alltag der Mitmenschen durch Musik und co und vorsätzliche Schädigung (Körperverletzung?) durch Großkonzerne die nur auf Gier beruht.
Nach deiner Logik sollen wir also solche Unglücke wie zB die Ölkatastrophen von BP nicht kritisieren?


Unzulässiger Umkehrschluss. Und zwischen Gier und Egoismus würde ich nicht unterscheiden.

Deine Wortwahl mit "asozial" finde ich jedenfalls fehl am Platz. Hier haben sich einige Leute komplett falsch verhalten. Willst Du das Unternehmen VW, das vielen Menschen, die nichts verbrochen haben, Lohn und Brot gibt und eine ganze Region am Leben erhält, auf ein paar skrupellose Manager reduzieren?

Ich weiß nicht zu wie viel % an der Luftverschmutzung in deutschen Städten die Manipulationen von VW schult ist, wenn es natürlich nur maginal ist (was ich mir nicht vorstellen kann), dann ist meine Äußerung wirklich etwas übertrieben.


Dann laß uns doch mal überschlagen.

VW hat einen Anteil an den Neuzulassungen von ca. 13%. Von 50 Millionen PKW in D sind ca. 32% Diesel (alle Zahlen von Statista). Ein EU5-Diesel darf 180 mg/km ausstossen. Sagen wir mal, die Diesel-Autos wären alle EU5. Dann wären 2880 Tonnen NOx/km legal.
Lass die VW 2000 mg/km ausstossen. Dann haben die ca. 2.4 Millionen betroffenen VW-Diesel den Gesamtausstoss auf 7200 Tonnen NOx/km ansteigen lassen. Das wäre eine Verdreifachung.

Ein Euro V LKW darf 2000 mg/kWh ausstossen. Auf einen km braucht ein LKW ca. 0,4 l Diesel, das entspricht 4 kWh (1l hat ziemlich genau 10 kWh). D.h. der LKW haut ca. 8000 mg/km raus. Es gibt ca. 3 Millionen LKW in D. D.h. die LKW stossen ca. 24 000 Tonnen NOx/km raus. Das ist pro km mehr als 10mal soviel wie die legalen PKW und mehr als 3mal soviel mit den Schummel-Dieseln. Aber die LKW fahren meistens deutlich mehr km.

Ich hoffe, die Zahlen haben halbwegs Hand und Fuss.

Ich will das nicht kleinreden, es ist und bleibt Betrug. Und ich will nicht ausschließen, daß es Leute gibt die sensibler als andere sind (ein Freund von mir kann Diesel wirklich riechen, ich weiß nicht, wie er das macht). Beeinträchtigt ja, aber im juristischen Sinne geschädigt? Da müßte man die LKWs eigentlich zuerst anzählen. Zumal der Verkehrssektor nur für ca. 40% der NOx-Emmissionen verantwortlich ist.

Ich will hier auch keine Nebelkerze zünden. Ich will nur die Verhältnismäßigkeit wahren. Wir müßten eigentlich soviele Verhaltensweisen und Unternehmen an den Pranger stellen. Wir als Gesellschaft stürzen uns immer auf ein Thema, lamentieren rum, aber die eigentlich Verbesserung (Autos sind deutlich sauberer und sparsamer als früher, Heizungen auch) wird nicht durch das Geschrei erzeugt, sondern durch sachliche und konsequente Arbeit.

PS: Sorry für Offtopic


Nö, ist doch ok, wenn wir das sachlich klären.

Gruss
Umbi (nein, ich arbeite nicht bei VW, aber dieses undifferenzierte Feindbild ärgert mich)
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Re: VW, Audi, BMW und Mercedes starten elektrisch durch

Beitragvon umberto » Mi 25. Nov 2015, 22:27

Rudi L. hat geschrieben:
die Tatsache, daß andere Branchen genauso schlechte oder noch schlechtere Bilanzen haben rechtfertigt nicht die geringe Umsatzrendite von VW.


Wieviel Abschlag gestehst Du einem Unternehmen zu, das zu 20% dem Staat gehört?

Das kann denen jetzt genau auf die Füße fallen, falls die Absatzzahlen zurückgehen. Bei so einer geringen Marge in Verbindung mit so einem großen Unternehmen kann das eine Existenzfrage werden.


Das kann ihnen immer auf die Füße fallen. Natürlich ist es aus rein unternehmerischer Sich das beste, bei fast keinen Fixkosten ein Produkt extrem billig herzustellen und teuer zu verkaufen. Aber ist das der einzige erlaubte Blickwinkel? Wenn VW 100 000 Leute weniger beschäftigen würde, die dann alle irgendwann Hartz IV beziehen, würden die Sozialkosten die höheren Steuereinnahmen des profitableren Unternehmens dann auffressen? Würde die geringere Kaufkraft negativ durchschlagen? Das ist alles nicht so einfach.

Abgesehen davon, vermutlich werden wir VW eh mit Steuergeldern retten müssen. Je nachdem wie sich der Skandal noch auswächst. Das Unternehmen ist zu bedeutend für den Standort Deutschland, als daß man eine Pleite zulässt.


Zumal der Staat eh Anteilseigner ist.

Gruss
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Re: VW, Audi, BMW und Mercedes starten elektrisch durch

Beitragvon eDEVIL » Mi 25. Nov 2015, 22:44

Das Problem bei Umweltgiften ist, das man die direkte Schaedigung eines einzelnen nur sehr schwer nachweisen kann.

LKWs und Stadtbusse sin im Stadtverkehr echte Dreckschleudern, aber leider legal.
In Berlin fahre ich mieluchst nur auf Umluft, da mich duese Straßenverkehrmief nur noch annervt
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Re: VW, Audi, BMW und Mercedes starten elektrisch durch

Beitragvon e-future » Mo 28. Mär 2016, 23:17

Ausgesprochen reizvoll fand ich übrigens den Vorstoss von Musk und Kollegen Ende letzten Jahres im Hinblick auf die Abgasaffäre von VW:Elon Musk und 44 weitere Investoren und Unternehmer sehen es als Geldverschwendung an, wenn VW zu einem teuren Rückrufprogramm gezwungen würde. Besser sei es, in emissionsfreie Fahrzeuge zu investieren.

Das ist genau das, was passieren müsste, aber wahrscheinlich nicht passieren wird. Im übrigen ist das wieder mal einer der "genialen Einfälle" von Musk, sich nicht mit der Sache gemein zu machen, sondern selbst die Strafe ins hehre Ziel einer uneingeschränkten Elektromobilität zu rücken. Wie blass und kleinkariert wirkt da doch ein VW-Müller!

Wenn man sich die im Titelthread genannten Konzerne anschaut, kann allenfalls noch BMW halbwegs mithalten, bei VW herrscht derzeit eher Chaos und die Glaubwürdigkeitskrise ist einfach da, auch dem jetzigen Vorstand kann man da nicht viel zutrauen, das sind alles Figuren in Interimsposition. Schrecklich wie dieser Konzern zugerichtet wurde, aber leider selbstverschuldet.
Viele kleine Menschen, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde verändern.
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Re: VW, Audi, BMW und Mercedes starten elektrisch durch

Beitragvon umberto » Di 29. Mär 2016, 20:10

e-future hat geschrieben:
Das ist genau das, was passieren müsste, aber wahrscheinlich nicht passieren wird.


Richtig so, einem Unternehmen vorzuschreiben, was es zu produzieren hat, ist doch blanker Kommunismus.

Setzt die Grenzwerte für die Gifte runter, macht die Tests realistisch und schaut genau drauf, wie es die Unternehmen hinbekommen. Den Rest regelt die Ingenieurskunst.

Wenn die EU in Europa ab 2025 wirklich 65g CO2/km durchsetzt und Hybride korrekt berechnet, sind reine Verbrenner eh Geschichte.

Gruss
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Re: VW, Audi, BMW und Mercedes starten elektrisch durch

Beitragvon e-future » Di 29. Mär 2016, 21:46

umberto hat geschrieben:

Richtig so, einem Unternehmen vorzuschreiben, was es zu produzieren hat, ist doch blanker Kommunismus.


Kommunismus ist es eher wenn man seine Umwelt völlig verdreckt und verrotten lässt, siehe China und auch Russland.

umberto hat geschrieben:
Setzt die Grenzwerte für die Gifte runter, macht die Tests realistisch und schaut genau drauf, wie es die Unternehmen hinbekommen. Den Rest regelt die Ingenieurskunst.



Beim "schaut genau drauf" hat die EU bisher versagt, stimme dir in allen anderen Punkten zu, aber bei der Kontrolle bin ich (auch in Zukunft) eher pessimistisch.
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