Unmut über EV-Förderung

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Re: Unmut über EV-Förderung

Beitragvon Schneemann » So 5. Jun 2016, 09:03

Moinsen,

ich bin so einer, der durch die Medienberichte über den Beschluss der Bezuschussung von E-Mobilen erst auf diesen Pfad und so auf den Weg in dieses Forum gebracht wurde.

Ich habe mich über die Produktionsweisen und vorallem die Recycling-Methoden wie auch second life der Bestandteile eines solchen Fahrzeugs informiert. Außerdem bin ich schon zu einem 100% Emissionsfrei-Stromanbieter gewechselt, obwohl ich noch gar kein E-Auto besitze.

Sicher ist es noch Pionierarbeit, sich derzeit ein E-Auto zu "leisten". Aber ich denke mal, die breite Masse kann sich gar nicht auf einen Schlag emissionsfrei fortbewegen, da es die Infrastruktur dafür noch gar nicht gibt. Es ist wie bei so vielem ein anfangs schleichender, dann sich beschleunigender Prozess. Leute wir ihr und hoffentlich bald auch ich leisten da ideelle Vorarbeit und das ist auch wichtig so.

Die Masse wird auf ihren Vorurteilen weiter herumreiten, bis sie nicht mehr anders kann, als zu wechseln, weil entweder die bekannten Ressourcen versiegt sind oder das per Gesetz geregelt ist.

Bis dahin wird sich aber auch die Spirale Anteil von E-Autos - Lade-Infrastruktur - Recyclingmöglichkeiten - Erzeugung emisssionsfreier Energie weiter drehen und langsam aber sicher massentauglich werden.

Die Polemiker stören mich wenig. Ich kenne diesen Schlag Mensch. Als EDV-Dienstleister lese ich täglich aufgebauschte, der Situation nicht gerechtfertige Beschwerden von diesem Schlag Zeitgenosse. Wir müssen uns jetzt auf die Gruppe der Interessierten, aber noch nicht überzeugten stürzen, die sich nicht auf - entschuldigung - Scheißhausparolen und bierseliges Stammtischgeseier verlegen. Denn diese sind die nächsten 1-5 Prozent, die in absehbarer Zeit auf alternative Antriebsformen umsteigen und so der breiten Masse für die Zukunft den Weg ebnen.

Ich habe mit meinen Arbeitskollegen über meine Umstiegs-Pläne gesprochen und ich habe viele nachdenkliche Gesichter gesehen. Überzeugen werde ich jetzt noch keinen, aber ich kann ein Beispiel sein, dass es geht. Und je mehr solcher Beispiele es gibt, desto größer ist der Schmetterlingseffekt, den wir damit erzielen und desto mehr wird die Welle erreichen, die wir erzeugen.

Von heute auf morgen auf null Emission umzusteigen ist ja heute schon möglich, muss aber aus meiner Sicht noch nicht einmal das Ziel sein. Auch wenn man mal an der Ladestation lädt, die noch nicht 100% öko ist, verbessert man doch trotzdem seine Energiebilanz.

Es ist ein Prozess der kleinen Schritte. Aber wenn man sieht, was in den letzten 5 Jahren erreicht wurde und dass das Thema derzeit wieder in aller Munde ist, kann das doch nur ein guter und der richtige Weg sein.
Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität auf Kennzeichen E

In the year 5555
Your arms hanging limp at your sides
Your legs got nothing to do
Some machine’s doing that for you
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Re: Unmut über EV-Förderung

Beitragvon Eifel-Thomas » So 5. Jun 2016, 14:57

@Schneemann:
100 Prozent richtig, 100 Prozent realistisch, 100 Prozent sachlich, 100 Prozent deiner Meinung. Danke für diese klare Zusammenfassung.
Wir sind Brüder im Geiste.
Viele Grüße aus der nassen Eifel vom Eifel-Thomas
Benzin ist für mich persönlich uninteressant.
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Re: Unmut über EV-Förderung

Beitragvon tommy_z » So 5. Jun 2016, 17:40

Schneemann hat geschrieben:
Denn diese sind die nächsten 1-5 Prozent, die in absehbarer Zeit auf alternative Antriebsformen umsteigen und so der breiten Masse für die Zukunft den Weg ebnen

Sehr gut!

Schneemann hat geschrieben:
Von heute auf morgen auf null Emission umzusteigen ist ja heute schon möglich, muss aber aus meiner Sicht noch nicht einmal das Ziel sein.

Aus dem Blickwinkel der Elektromobilität vielleicht nicht; überlege Dir mal, was Du als Einwohner von Simbach, Hamminkeln oder Braunsbach vom Thema weitere Subventionierung der fossilen Energiewirtschaft halten würdest. Ich denke, die Verwässerer, Abwiegler und Verzögerer werden immer versuchen, oberfaule Kompromisse zu erzwingen, so dass - realistisch - eine Zukunftsvision nur 100% erneuerbare Energieversorgung so schnell wie möglich lauten kann.
ZuSchnell.jpg
Viel zu schnell (Karikatur Copyright: sfv / mester)
Vergiss nicht, Dein Auto in die Garage zu stellen, wenn Du ein Elektromobil angeschafft hast!
Beste Grüße, Thomas
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Re: Unmut über EV-Förderung

Beitragvon Vanellus » So 5. Jun 2016, 18:41

Hallo Schneemann,
guter Beitrag :thumb:

Interessant sind die Leute, die noch schwankend sind, sich aber schon mit dem Gedanken tragen.
Es gibt immer noch etliche Einsatzbereiche, in denen auch die heute auf dem Markt befindlichen E-Autos sehr gut passen. Die Zweitwagen, mit denen in der Regel die Partnerin kurze Strecken fährt, können fast alle durch E-Autos ersetzt werden. Und das wären sicher mehrere Hunderttausend.

Zum anderen müssen wir einsehen, dass in erster Linie die Reichweite, nicht aus technischer Notwendigkeit (man sieht ja, es geht auch anders), sondern weil die Hersteller es so wollen, eine heftige Spaßbremse ist weil sie auf 100-150 km beschränkt wird. Es gibt nur einen sehr begrenzten Nutzerkreis, der damit als Alleinauto zufrieden ist. Ich hoffe, das wird sich ab 2017 mit dem Ampera e ändern. Es stocken ja auch BMW, VW, Nissan und Renault ihre Akkus auf (Mercedes hat wohl überhaupt keine Lust mehr).

Der immer noch hohe Preis für E-Autos spielt nach meiner Vermutung eher eine zweitrangige Rolle, wenn ich sehe, wieviele 40/50 und 60.000 €-Autos umherfahren. Wenn das E-Auto attraktiv ist, werden diese Preise auch gezahlt werden. Das Tesla Model S wird ja auch sehr gut verkauft, trotz des Faktors 2, den der Preis darüber liegt. Auch die sensationellen Reservierungen für das Model 3 sagen klar: wenn das Auto attraktiv ist, geben die Leute das Geld aus.
Es gibt eben nicht viele Leute, die 45.000 € für einen i3 ausgeben, wofür man schon einen 5-er bekommt, um dann bei BMW-typischer Fahrweise alle 100 km an die entsetzlich langsame AC-Säule zu müssen, sofern man nicht das Glück hat, eine CCS-Säule anzutreffen.
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Re: Unmut über EV-Förderung

Beitragvon drilling » So 5. Jun 2016, 18:51

Vanellus hat geschrieben:
Es gibt immer noch etliche Einsatzbereiche, in denen auch die heute auf dem Markt befindlichen E-Autos sehr gut passen. Die Zweitwagen, mit denen in der Regel die Partnerin kurze Strecken fährt, können fast alle durch E-Autos ersetzt werden. Und das wären sicher mehrere Hunderttausend.


Genau so sehe ich das auch und gerade dafür sind die Drillinge (auch vom Preis her) ideal.

Ich denke aber das sind schon Milionen, nicht nur mehrere Hunderttausend, die in diese Kategorie fallen.
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Re: Unmut über EV-Förderung

Beitragvon iOnier » So 5. Jun 2016, 19:12

Wenn Millionen, dann aber im untersten einstelligen Bereich. Nicht vergessen: die Drillinge haben einen 1-Phasen-Schnarchlader (maximal ganze 3,3 kW @ 14 A, also 5-6 Std. von 0 auf 100% mit Balancing; normal bei 1,8 kW @ 8 A, also bis 9 h mit Balancing) onboard und einen CHAdeMO-Anschluss. Sie möchten also zu Hause an der Steckdose, unterwegs am CHAdeMO geladen werden, so das Konzept. Mieter verfügen oft nicht mal über einen Stellplatz, geschweige denn mit Stromanschluss. Schuko-Ladung über Nacht irgendwo im Freien bietet sich nicht so an. Mit Adapterkabel an Typ 2 auch nicht unbedingt. Und CHAdeMO ist nicht überall wohnortnah verfügbar. Außerdem sollte gelegentlich eine "Normalladung" zum Balancing durchgeführt werden.

Ich denke, eine größere Zahl wäre mit einem Fahrzeug wie der Zoe besser bedient. Das soll jetzt nichts gegen einen Drilling sein, ich fahre selber einen und liebe ihn, aber er "braucht" halt die Möglichkeit, zu Hause (oder sehr wohnungsnah) schnarchladen zu können.
Gruß
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Re: Unmut über EV-Förderung

Beitragvon drilling » So 5. Jun 2016, 19:25

iOnier hat geschrieben:
Sie möchten also zu Hause an der Steckdose, unterwegs am CHAdeMO geladen werden, so das Konzept. Mieter verfügen oft nicht mal über einen Stellplatz, geschweige denn mit Stromanschluss.

Ich meinte primär Eigenheimbesitzer mit Garage, wieviele gibt es davon in Deutschland?
Wohl sicher einige Millionen, und die allermeisten Eigenheimbesitzer haben eh schon zwei Autos, der Drilling ware der ideale Ersatz für den Zweitstinker.

Ich denke, eine größere Zahl wäre mit einem Fahrzeug wie der Zoe besser bedient. Das soll jetzt nichts gegen einen Drilling sein, ich fahre selber einen und liebe ihn, aber er "braucht" halt die Möglichkeit, zu Hause (oder sehr wohnungsnah) schnarchladen zu können.

Ja, hast recht, für Laternenparker ist die Zoe besser geeignet.
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Re: Unmut über EV-Förderung

Beitragvon k-siegi » So 5. Jun 2016, 19:47

Servus zusammen ! Ich Denke zum Langsamladen mit Balancing bietet sich das Laden am Arbeitsplatz hervorragend an.
Für viele reicht es Wochentags sogar als einzige Lademöglichkeit und da jetzt auch der Geldwerte Vorteil wegfällt sollte das eigentlich zum Standard werden .
Das würde dann auch die PV Spitzen im Stromnetz etwas glätten . Gruß Siegi
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Re: Unmut über EV-Förderung

Beitragvon iOnier » So 5. Jun 2016, 20:26

drilling hat geschrieben:
Ich meinte primär Eigenheimbesitzer mit Garage, wieviele gibt es davon in Deutschland?
Sehr viele, gewiss.
Wohl sicher einige Millionen,
Millionen möglich, hunderttausende ganz sicher.
und die allermeisten Eigenheimbesitzer haben eh schon zwei Autos,
Mit den "allermeisten" wäre ich mir da schon nicht mehr so sicher ... auch aus den u.g. Gründen.
der Drilling ware der ideale Ersatz für den Zweitstinker.
Ja, für diese Klientel und unter passenden Randbedingungen (nochmal: s.u.) sicher. Inhaltlich sind wir da glaube ich ganz beieinander, die Zahlenverhältnisse sind halt unklar.
Ja, hast recht, für Laternenparker ist die Zoe besser geeignet.
Ja, und auch für Leute die (egal warum) auch mal etwas flotter laden müssen. Oder die >50/100 km (ohne / mit Zwischenlademöglichkeit) Pendeldistanz haben (Pendler mit so großen Strecken haben wir ja bislang aus den Augen gelassen). Und so weiter. Ein Leaf oder ein vergleichbares Auto käme natürlich auch in Frage. Oder nach Bedarf auch ein E-NV200. Oder, oder, ... alle Ansprüche kann ein Drilling halt nicht erfüllen, auch wenn er auf meine perfekt passt.
Gruß
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