Redakteur fährt ahnungslos Elektroauto

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Redakteur fährt ahnungslos Elektroauto

Beitragvon novalek » Mi 18. Mai 2016, 07:55

Na schau - ein Redakteur der Thüringer Allgemeine (am 18.5.2016 eine ganze Seite) macht sich in einem gesponserten VW E-Golf auf, um dessen Nutzen im Alltag zu testen. Im Hinterkopf der Vergleich mit seinem Diesel-Kfz.
Wohlwollend - garnicht böse macht er sich an das Projekt - fahren von Erfurt nach hier und da.
Leider ist der Herr ahnungslos und kennt nur die Werbesprüche der Schuko-Steckerchen mit der berauschenden Ladezeit von 1/4 bis 1/2 Tag. Leider.
Dementsprechend kommen die Klagelaute, wobei sein Feigenblatt, eine Stromladekarte von Goingelectric ist, die alle 22kW-Ladesäulen im Freistaat auflistet.
Warum klärt denn niemand solch einen Nutzer auf ? Er kann per Gleichspannung laden und zwar in kurzer Zeit.
Dann kommt seine Kostenrechnung - 42.000 Euro Investition für 100 km Reichweite und über 7 Stunden Ladezeit und Fußweg zur Ladesäule und 1,3 € / 100km Ersparnis.
In der Tat mag die Gleichstrom-Infrastruktur derzeit mangelhaft sei, sie ist aber vorhanden. Den Schukostecker mit Verlängerungskabel bildlich hochzuhalten und die 22kW, von denen der VW E-Golf eh nur etwa 3,7kW nutzt, als Standard zu deklarieren, sind schon ein Witz.
Ein bewußtes Reiten eines bestimmten Pferdes sei hier nicht unterstellt.
Kann man nur Zusammenfassen: Unkenntnis, keine Aufklärung durch Organisator, unpassendes Fahrzeug, Eigentor des Organisators Innoman.
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Re: Redakteur fährt ahnungslos Elektroauto

Beitragvon geko » Mi 18. Mai 2016, 07:59

Sachlichen Leserbrief schreiben. Einziger Trost: Die Reichweite dieser Zeitung ist klein und wird immer kleiner.
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Re: Redakteur fährt ahnungslos Elektroauto

Beitragvon DELHA » Mi 18. Mai 2016, 08:07

geko hat geschrieben:
Sachlichen Leserbrief schreiben. Einziger Trost: Die Reichweite dieser Zeitung ist klein und wird immer kleiner.


mit dem Titel: " Wer braucht eine Zeitung mit einer so kleinen Reichweite?" 8-)
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Re: Redakteur fährt ahnungslos Elektroauto

Beitragvon mirkoelectric » Mi 18. Mai 2016, 09:35

novalek hat geschrieben:
In der Tat mag die Gleichstrom-Infrastruktur derzeit mangelhaft sei, sie ist aber vorhanden. Den Schukostecker mit [u]Verlängerungskabel bildlich hochzuhalten und die 22kW, von denen der VW E-Golf eh nur etwa 3,7kW nutzt, als Standard zu deklarieren, sind schon ein Witz.

CCS ist in Thüringen (bis auf eine einzige öffentliche Ladesäule in Hermsdorf) nicht vorhanden. Zwei weitere CCS Ladesäulen sind in Autohäusern und nur während der Öffnungszeiten nutzbar. Also bleiben die Typ2 Ladesäulen als "Standard". Das beschriebene Testergebnis kann man somit als "objektiv" bezeichnen. Elektromobilität steckt noch in den Kinderschuhen - insbesondere in Thüringen ... leider!
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Re: Redakteur fährt ahnungslos Elektroauto

Beitragvon Fluencemobil » Mi 18. Mai 2016, 09:42

So schlimm find ich den Artikel gar nicht. Es fehlt natürlich der Hinweis auf die Schnellladefunktion. Wenn die genutzt wird, dann hätte er aber auch schreiben müssen, das es in Thüringen nur 1 (eine) CCS Ladesäule gibt, die jeder 24/7 benutzen darf. :(
Und die kostet dann so viel, das es wahrscheinlich wieder günstiger (Kosten pro 100km) wäre einen Diesel zu fahren.
Wenn die A9 nicht Thüringen tangieren würde, hätten wir wahrscheinlich selbst diese nicht.
Das die Politik der Hauptschuldige ist, das Deutschland so hinterherhinkt, steht übrigens auch nicht drin.
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Re: Redakteur fährt ahnungslos Elektroauto

Beitragvon novalek » Mi 18. Mai 2016, 09:50

mirkoelectric hat geschrieben:
Also bleiben die Typ2 Ladesäulen als "Standard". Das beschriebene Testergebnis kann man somit als "objektiv" bezeichnen.

Dann würde ich einfach sagen: im aktuellem Umfeld und für das Nutzungsvorhaben war das das falsche Elektro-Fahrzeug.
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Re: Redakteur fährt ahnungslos Elektroauto

Beitragvon TeeKay » Mi 18. Mai 2016, 09:52

mirkoelectric hat geschrieben:
CCS ist in Thüringen (bis auf eine einzige öffentliche Ladesäule in Hermsdorf) nicht vorhanden. Zwei weitere CCS Ladesäulen sind in Autohäusern und nur während der Öffnungszeiten nutzbar. Also bleiben die Typ2 Ladesäulen als "Standard". Das beschriebene Testergebnis kann man somit als "objektiv" bezeichnen. Elektromobilität steckt noch in den Kinderschuhen - insbesondere in Thüringen ... leider!

Wenn das so ist und man auf schnelle Ladung wert legt, darf man sich eben nicht einen e-Golf besorgen und den als stellvertretend für Elektroautos ansehen. Mit einem AC-Schnelllader hätte er auch mit Typ2 Infrastruktur keine 8h warten müssen.
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Re: Redakteur fährt ahnungslos Elektroauto

Beitragvon TeeKay » Mi 18. Mai 2016, 09:54

Fluencemobil hat geschrieben:
Und die kostet dann so viel, das es wahrscheinlich wieder günstiger (Kosten pro 100km) wäre einen Diesel zu fahren.

Und? Ein V6 Diesel ist auch billiger pro 100km als ein V6 Benziner, trotzdem werden V6 Benziner gekauft.
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Re: Redakteur fährt ahnungslos Elektroauto

Beitragvon novalek » Mi 18. Mai 2016, 09:57

TeeKay hat geschrieben:
Mit einem AC-Schnelllader hätte er auch mit Typ2 Infrastruktur keine 8h warten müssen.

So sieht's aus - schließlich ist die Ladeinfra (daheim und unterwegs) die Frage mit höchster Priorität, die sich ein Käufer stellen MUSS.
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Re: Redakteur fährt ahnungslos Elektroauto

Beitragvon mirkoelectric » Mi 18. Mai 2016, 10:13

novalek hat geschrieben:
So sieht's aus - schließlich ist die Ladeinfra (daheim und unterwegs) die Frage mit höchster Priorität, die sich ein Käufer stellen MUSS.

Richtig. Aber das schränkt die Auswahl der in Frage kommenden E-Fahrzeugen stark ein.

Fahrzeuge mit 22 kW AC:
- Renault ZOE R240

Fahrzeuge mit 11 kW AC:
- Mercedes B-Klasse electric drive
- Tesla Model S/X (Standard-Lader)
- BMW i3 (ab Herbst 2016)
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