Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

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Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon MineCooky » Mo 7. Nov 2016, 10:26

Hallo Forum,

letztens hatte ich eine Diskussion/These die ich hier zur Debatte stellen möchte:

Hat ein schwereres Auto denn wirklich auch einen so viel höheren Verbrauch als das es Sinn mach Geld in einen Leichtbau zu investieren?


Ich denke, das es das nicht hat, und begründe das mit folgendem Gedankengang:

Der Schluss liegt nahe, da das bei Verbrenner so ist. Wo geht aber die Energie verloren?
In der Ebene macht sich das nur an dem leicht höheren Rollwiederstand bemerkbar, der ist auch definitiv höher, in meinen Augen aber zu vernachlässigen.
Viel Energie geht allerdings verloren, weil man nach einem Anstieg auf einen Berg, da wieder runter muss. Den Berg hoch hat das Auto mehr Energie gebraucht, weil es nicht nur nach vorne, sondern auch den Berg hoch und damit gegen die Schwerkraft Arbeiten musste. Oben auf dem Berg ist diese mehr eingesetzte Energie nicht mehr im Akku, aber dafür in der Lage des Autos gelagert.
Den Berg runter verheizt der Verbrenner die Energie mit den Bremsen und sie ist einfach weg. Unsere Stromer aber, holen sie wieder zurück in den Akku. (Voraussetzung hier ist natürlich, das der Motor genug Leistung hat)
Selbstverständlich holt er nicht wieder 100% der eingesetzten Energie zurück, das wäre ja ein Perpetuum Mobile, aber eban fast alles.
Der größte, mir bekannte Stromfresser beim Auto fahren bleibt also der Luftwiederstand, der verändert sich ja aber nicht, nur weil der Kofferraum voll ist, das Auto voll besetzt oder eben der Rahmen aus Stahl statt Alu oder Karbon.

Was diese mich in dem oben erklärte bestätigt, ist das ich, wenn ich mit dem Smart von der Schwarzwaldhochstraße wieder runter fahre, die 10% die ich hoch mehr gebraucht habe, wieder im Akku habe. Ich starte da dann zb. oben mit 50% und habe unten wieder 60%.
Eben so bestätigt mich unser Verbrauch den wir mit dem Model S diesen Sommer an das Nordkap hatten, da hatten wir letztendlich eine halbe Tonne zugeladen. Da hatten wir einen Verbrauch von Durchschnittlich 20,4kWh über 8216km. Wenn ich den Verbrauch mit den jetzt letzten 10.000km (Da ist das Nordkap nicht mehr dabei) vergleiche fällt auf, das er geringer ist als ans Nordkap und wieder zurück.
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon Poolcrack » Mo 7. Nov 2016, 10:34

Das Gewicht kommt besonders beim Beschleunigen zum Tragen. Gerade in der Stadt mit viel Ampeln hat man das ja oft und kann nicht immer nur rekuperiren, manchmal muss man auch bremsen. In der Stadt dominiert auch der Rollwiderstand den Luftwiderstand. Somit hängt es also vom Fahrprofil ab, ob sich Leichtbauweise lohnt. Leichtbauweise muss auch nicht einen schlechten Luftwiderstand nach sich ziehen, wie man z.B. am Ioniq sieht.
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon MineCooky » Mo 7. Nov 2016, 10:40

Poolcrack hat geschrieben:
Das Gewicht kommt besonders beim Beschleunigen zum Tragen. Gerade in der Stadt mit viel Ampeln hat man das ja oft und kann nicht immer nur rekuperiren, manchmal muss man auch bremsen.


Eben dieses bremsen fällt weg, wenn der Motor genug Leistung hat und auch dementsprechend rekuperiert. Unser Model S mit seinen 428PS bremst schon richtig hart, wenn man da ganz vom Gas geht. Da brauchst Du das Bremspedal eigentlich nur noch für eine Notbremsung.

Klar, wenn ich in meinen Smart verältnismäßig zu lade wie das Model S, rekuperiert der Smart (75PS) nicht besonders viel, der hat ja auch weniger als ein Viertel an PS und dem entsprechend Rekuperationsleistung.
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon Mei » Mo 7. Nov 2016, 10:54

Verschwendung ist Verschwendung.

Nicht ans Gewicht zu denken ist das gleiche Denken wie Öl zu verbrennen, weil es ja aus dem Boden kommt und genug davon da ist.

Also bitte nicht in alte Muster verfallen, weil es ja geht.

Und alles bekommst du durch Reku auch nicht zurück. Jede Umwandlung hat ihren Preis.
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon MineCooky » Mo 7. Nov 2016, 10:57

Mei hat geschrieben:
Und alles bekommst du durch Reku auch nicht zurück. Jede Umwandlung hat ihren Preis.


MineCooky hat geschrieben:
Selbstverständlich holt er nicht wieder 100% der eingesetzten Energie zurück, das wäre ja ein Perpetuum Mobile, aber eban fast alles.
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon Helfried » Mo 7. Nov 2016, 11:04

Also bei einem typischen Elektroauto ist das Gewicht nicht sonderlich relevant. Ich würde mal vermuten, hätte der BMW i3 200 Kilogramm mehr Masse, würde das im Verbrauch nicht sonderlich relevant sein.
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon Poolcrack » Mo 7. Nov 2016, 11:10

MineCooky hat geschrieben:
Eben dieses bremsen fällt weg, wenn der Motor genug Leistung hat und auch dementsprechend rekuperiert. Unser Model S mit seinen 428PS bremst schon richtig hart, wenn man da ganz vom Gas geht. Da brauchst Du das Bremspedal eigentlich nur noch für eine Notbremsung.

Der i3 rekuperiert auch sehr stark, aber wenn in der Stadt (50 km/h) 45m vor der Ampel diese rot wird, muss man zumindest teilweise bremsen. Das ist auch beim Tesla so. Oder wenn es bergab geht. Du kennst das ja als Stuttgarter. Außerdem darf der Akku nicht fast voll sein, denn sonst sinkt auch die Rekuperationsleistung. Was man vorher nicht an Energie rein stecken musste, kann man auch beim Rückgewinnungsversuch nicht verlieren. Manchmal bleibt es eben beim Versuch. Deswegen ist Segeln ja auch nochmal viel effizienter.

Helfried hat geschrieben:
Also bei einem typischen Elektroauto ist das Gewicht nicht sonderlich relevant. Ich würde mal vermuten, hätte der BMW i3 200 Kilogramm mehr Masse, würde das im Verbrauch nicht sonderlich relevant sein.

Wenn das so wäre, dann wäre der Verbrauch vom i3 REX ja kaum höher (+120 kg), bzw. die Reichweite kaum geringer. Die Frage: sind 20 km (NEFZ) weniger relevant? Ich denke bei NEFZ < 200 km : ja.
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon MineCooky » Mo 7. Nov 2016, 11:33

Poolcrack hat geschrieben:
Der i3 rekuperiert auch sehr stark, aber wenn in der Stadt (50 km/h) 45m vor der Ampel diese rot wird, muss man zumindest teilweise bremsen. Das ist auch beim Tesla so. Oder wenn es bergab geht.


Der Tesla ist nochmal deutlich härter als der i3, das ist aber nebensächlich hier. Der Punkt ist, das Du in der Stadt keine Kilometer machst und dem entsprechend auch den Akku nicht leer bekommst. In diesem speziellen Fall verlierst Du Energie, das ist richtig. Ich würde diesen Fall aber aus zu selten sehen, das die Ampel im falschen Moment auf rot springt und ich eine Vollbremsung hinlegen muss.
Vorausschauend bekommt man das alles rekuperiert.


Poolcrack hat geschrieben:
Du kennst das ja als Stuttgarter.


Ganz dünnes Eis, ich bin Badner, kein Schwabe und komme und wohne auch nicht aus Stuttgart. ;)

Poolcrack hat geschrieben:
Außerdem darf der Akku nicht fast voll sein, denn sonst sinkt auch die Rekuperationsleistung.


Während 95% der Fahrt ist der Akku nicht so voll.

Helfried hat geschrieben:
Also bei einem typischen Elektroauto ist das Gewicht nicht sonderlich relevant. Ich würde mal vermuten, hätte der BMW i3 200 Kilogramm mehr Masse, würde das im Verbrauch nicht sonderlich relevant sein.

Poolcrack hat geschrieben:
Wenn das so wäre, dann wäre der Verbrauch vom i3 REX ja kaum höher (+120 kg), bzw. die Reichweite kaum geringer. Die Frage: sind 20 km (NEFZ) weniger relevant? Ich denke bei NEFZ < 200 km : ja.


Auf 200km machen 20km den Braten auch nicht Fett.... Vorallem weil der NFZ ja immer mehr ist als die Realität, tatsächlich sprechen wir dann von 10-15km.



Sollten wir im Karlsruher/Stuttgarter Raum zwei gleiche Autos finden, könnte man da mal eine Vergleichsfahrt machen, einer voll beladen mit Sandsäcken oder so was und der andere leer.
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon eDEVIL » Mo 7. Nov 2016, 11:52

[quote="Mei"]Nicht ans Gewicht zu denken ist das gleiche Denken wie Öl zu verbrennen, weil es ja aus dem Boden kommt und genug davon da ist./quote]
Nö, stinkt trotzdem nicht :mrgreen:

Die Reku vom i3 hätte ich auch gern bei ZOE. ist aber auch ne Softwaresache. ZOE kann ja mit >40 KW rekuperieren, aber im Stadtbetrieb eben deutlich weniger. Auch Reku bis zum Stand und dafür kein kriechen wäre nett.
303,8km Q210 ZOE ohne Nachladen oder schieben 8-)
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Beitragvon futureA » Mo 7. Nov 2016, 13:16

MineCooky hat geschrieben:
Hat ein schwereres Auto denn wirklich auch einen so viel höheren Verbrauch als das es Sinn mach Geld in einen Leichtbau zu investieren?

Das Mehrgewicht wird natürlich nur mit dem Wirkungsgrad der Rekuperation, bzw. dem Wirkungsgrad von Batterie u.s.w. kompensiert. Es bleibt also noch Verlust übrig. Der rechtfertigt natürlich keinen Leichtbau, da der Energiebedarf von Karbon gegenüber hochfesten Stahlblechen gigantisch ist und das Recycling nur bei Stahl unbegrenzt zu neuem Primärstahl führt. Karbon kann man im Prinzip nur shreddern und verbrennen.
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