Löst Renault mit dem 400 km ZOE den Tipping Point aus ?

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Re: Löst Renault mit dem 400 km ZOE den Tipping Point aus ?

Beitragvon Schneemann » Fr 30. Sep 2016, 10:27

Ich denke, durch die größere Reichweite werden die Elektroautos einer breiteren Masse als Option auffallen. Der kühle Rechner wird sich dann überlegen, ob er nicht auch mit der Reichweite des kleineren Akkus auskommt. Und schon haben wir bezahlbare Fahrzeuge.

Von daher sehe ich die Entwicklung für die Verbreitung der Elektromobilität als großen Schritt an. Dann gilt es aber auch, ein Umdenken bei den Menschen über ihre eigenen Mobilitätsansprüche anzuregen. Jetzt wird der aktuelle Zoe vielleicht noch als Spielzeug angesehen. Aber über die größere Reichweite der Spitzenmodelle werden auch die aktuellen Zoes mehr in den Blickpunkt gerückt.
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Re: Löst Renault mit dem 400 km ZOE den Tipping Point aus ?

Beitragvon Solarstromer » Fr 30. Sep 2016, 10:47

Der größere Akku hat das Problem mit der Reichweite verbessert, aber das Problem mit dem Preis verschlimmbessert.

Da halte ich persönlich den Weg beim Stadtauto Smart für besser. Die höheren Akku-Energiedichten zu nutzen um den Kaufpreis zu reduzieren und die Akkukapazität dafür gleich zu lassen. Da werden jetzt natürlich die schimpfen, die sich beim Smart eine höhere Reichweite erhofft haben. Aber der Smart ist halt nicht nur per Definition ein Stadtauto, sondern auch von den Abmessungen her.

Ich bin gespannt, wie sich die Verkaufszahlen vom Smart ED4 entwickeln werden. Insbesondere auch im Verhältnis zu den Verbrenner Smarts.
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Re: Löst Renault mit dem 400 km ZOE den Tipping Point aus ?

Beitragvon TeeKay » Fr 30. Sep 2016, 10:55

Die meisten Fahrzeuge kaufen Flottenkunden und nicht preisbewusste oder Edelkäufer. Eine 400km Zoe kann man auch einem Mitarbeiter nach Hause mitgeben, der nicht zuhause laden kann oder will.

Die Betrachtung der Fahrzeugpreise darf nicht auf EV beschränkt bleiben. Es sind zwei Entwicklungen. Auf der einen Seite werden Verbrenner teurer, da Abgasreinigung immer komplexer wird und weil die Stückzahlen vielleicht auch mal sinken, wenn mehr EV gekauft werden. Auf der anderen Seite zeigt die Preiskurve bei EV eindeutig nach unten, auch wenn die Zoe jetzt erstmal 2.500 Euro teurer wird mit der großen Batterie.

Zum aktuellen Zeitpunkt kann ich die Ladeinfrastruktur in weiten Teilen Deutschlands auch nicht mehr als unzureichend bezeichnen. Auf meiner 2200km Tour habe ich mit einer Ausnahme ausschließlich schnell und direkt an Autobahnen geladen. Ich musste nirgends warten, keine Falschparker verscheuchen und nur einmal einen VW Golf GTE Fahrer ansprechen, damit der seine Ladung abbricht. Das alles sah vor 12 oder gar 24 Monaten noch komplett anders aus.

Natürlich ist die Infrastruktur nicht für 5 Mio EV ausgelegt. Aber die haben wir nicht von heute auf morgen. Die Zahl der Lademöglichkeiten steigt seit Jahren kontinuierlich an. Das Beispiel Norwegen zeigt, dass bei starker Nachfrage auch problemlos exponentielles Schnelllader-Wachstum mit 2-4 DC-Ladern pro Standort möglich ist.

Ich meine also: Ja, die neue Zoe und Ampera E können den Tipping Point markieren. Nicht allein. Denn das ganze geht einher mit dem Dieselskandal und sich anbahnenden Fahrverboten. Insofern stellen EV für Flottenkunden auch eine gewisse Sicherheit dar. Die Dinger kommen auch in 2 Jahren noch garantiert in die Städte.
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Re: Löst Renault mit dem 400 km ZOE den Tipping Point aus ?

Beitragvon Pitterausdemtal » Fr 30. Sep 2016, 11:25

In Deutschland habe Renault „in den ersten sieben, acht Monaten so viele Elektrofahrzeuge verkauft wie im gesamten letzten Jahr“ und es sei „das am schnellsten wachsende Segment“. Es gehe „aufwärts“, das sei „deutlich zu sehen“.

Der Tippingpoint kommt wahrscheinlich in ca. 2 Jahren - wenn die Ladeinfrastruktur noch einmal deutlich weiter ist als bisher und es mehr Modelle für niedrigere Preise gibt. Schaut euch den Hyundai Ionic an. Wenn der in der elektrischen Version einen ähnlichen Preis hat wie die Hybridversion, dann ist der Tippingpoint da.
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Re: Löst Renault mit dem 400 km ZOE den Tipping Point aus ?

Beitragvon Karlsson » Fr 30. Sep 2016, 12:26

Super-E hat geschrieben:
Ich gebe AbRiNgOi da vollkommen recht. Die erhöhte Reichweite reduziert für einige ein NoGo auf der Liste, aber viele der E-Interessenten in meinem Bekanntenkreis haben auch die bisherige Reichweite als "erträglich" empfunden. Bei nahezu allen war der Preis ausschlaggebend.

Jein, es ist die Kombi aus beidem. Den höheren Preis würde man ohne das Reichweitenmanko vielleicht noch hinnehmen. Oder die reduzierte Reichweite wenn der Preis nicht höher ist.
Aber reduzierte Reichweite und höherer Preis bringt das Fass dann zum überlaufen.
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Re: Löst Renault mit dem 400 km ZOE den Tipping Point aus ?

Beitragvon Super-E » Fr 30. Sep 2016, 12:35

In diesem Forum geht es immer und immer wieder um Akkukappa (Reichweite), Ladeleistung und Ladeinfrastruktur. Das sind Themen, die bei einem Verbrenner niemand interessiert hat. Auf dem Gebiet ist ein Lada nicht schlechter als ein Q7. Und das war nie kaufentscheidend.

Aus unserer Sicht ist das ein großes Handicap und wir feiern natürlich zurecht jeden Fortschritt auf dem Gebiet. Für die meisten Autokäufer ist genügend Reichweite, schnelles Laden und vorhandene Infrastruktur aber einfach eine Grundvoraussetzung.

Daher ist es nicht damit getan und ein Auto automatisch der Renner, wenn nur diese "blocking points" mehr oder weniger beseitigt sind. Für großen Erfolg benötigt man mehr. Und die Autoindustrie scheut sich noch sehr die Vorzüge der EVs zu nutzen. Bei Autos ist die Leistung so ein bischen wie die Taktfrequenz bei Rechnern in den 00er Jahren. Da erzeigt man Emotionen. Der Ampera-E mit seinen 200PS geht da schon in die richtige Richtung (ich brauche das übrigens nicht). Und natürlich muss zu einem 30k+ Auto auch die Qualität stimmen.

Des Weiteren müsste man sich als Autoindustrie die Vorteile zu nutze machen. Wenn es weniger Reparaturen und Wartungskosten gibt, dann kann ich das als Hersteller auch selber ernten. Ich biete zum Beispiel einen günstigen Wartungsflatratetarif an, der deutlich unter den normalen Wartungskosten eines Verbrenners liegt, aber trotzdem mir Kohle einbringt. Die Flottenbetreiber kennen auch ihre Wartungskosten sehr gut...

TESLA nutzt ja sogar den billigeren Karaftstoff zur positiven Wahrnehmung. Obwohl bei Weitem nicht alle km in SCs getankt werden sprechen fast alle immer davon, dass man nach dem Kauf nie wieder was für "Sprit" zahlen muss...
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Re: Löst Renault mit dem 400 km ZOE den Tipping Point aus ?

Beitragvon drilling » Fr 30. Sep 2016, 12:59

Opel ist auch keine Premium-Marke, der Ampera-e wird sich zwar für ein EAuto relativ gut verkaufen aber um den Tipping Point zu erreichen müßte er 20.000-25.000 Euro (nach Abzug des Bonus) kosten, und davon sind wir noch weit entfernt.
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Re: Löst Renault mit dem 400 km ZOE den Tipping Point aus ?

Beitragvon Hachtl » Fr 30. Sep 2016, 19:25

Ich würde sagen: Tipping-Point ab dem ersten Fahrverbot für Diesel.
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Re: Löst Renault mit dem 400 km ZOE den Tipping Point aus ?

Beitragvon Karlsson » Fr 30. Sep 2016, 22:37

Hachtl hat geschrieben:
Ich würde sagen: Tipping-Point ab dem ersten Fahrverbot für Diesel.

Herbst 2017 in Düsseldorf?

Ich bin trotz allem etwas enttäuscht. Der 41kWh ist sicher nett, aber ohne 43kW Ladung (in D) nur mit Einschränkungen Langstrecken tauglich. An das Auto gehört 43kW AC + 60kW CCS (gern mehr). Dazu ist der Kofferraum für die Familie etwas klein und die AHK fehlt weiterhin.

Auch der Ampera-e enttäuscht mit einphasiger Ladung und einem mit 381 Liter "großem" Kofferraum. Für Singles oder Paare ok, für die Familie wieder zu klein. AHK? Ich hab da eine Prognose...

Der Hyundai Ioniq ist vielleicht etwas größer, aber hat eine sehr eingeschränkte Reichweite und ist auch ein einphasiger Schnarchschieflader. Wieder nichts für die Familie.

Das Portfolio für einen Zweitwagen erfüllen sie alle locker über, aber das kann auch ein Zoe Q210 bestens.

Hoffnung macht sowas wie der Mercedes EQC. Aber ist nicht verfügbar und selbst wenn er es wäre, wäre er nicht bezahlbar.
Auch der VW ID klingt gut...heißt neues Raumkonzept dann endlich mal vernünftiger Kofferraum? Aber kommt ja auch erst anno irgendwann.

Ich fasse für mich zusammen: die Zweitwagen werden immer netter (hab ich aber schon elektrisch) und bei den Erstwagen weiter nichts in Aussicht.
Also ich glaube ich kaufe dann nächstes Jahr nen jungen gebrauchten Benziner, die es mit brauchbarem Kofferraum wie Sand am Meer gibt für kleines Geld. Der kommt auch nach nächstem Herbst nach Düsseldorf rein und hält mit Glück ja so lang, bis sich elektrisch was im Bereich der Erstwagen für Normalsterbliche tut.

Schade schade, auf den ersten Blick waren es ja schon Innovationen, aber unterm Strich für mich kein Nutzen.
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Re: Löst Renault mit dem 400 km ZOE den Tipping Point aus ?

Beitragvon JuergenII » Fr 30. Sep 2016, 22:52

AbRiNgOi hat geschrieben:
Erst wenn der kleine billige Benziner den gleichen Preis hat, erst wenn jedes Fahrzeug um diesen kleinen Preis (unter 15.000€) einen 100kWh Akku hat und wenn die 4C Ladung (=15min, 400kW) an jeder Tankstelle mehrfach möglich ist, dann ist die Prognose erfüllt, dann ist es besser und billiger.

Das ist gelinde gesagt Quatsch!
Die wenigsten brauchen einen 100 kWh Akku. Mit der Hälfte bzw. der Bolt Kapazität im Kleinwagenbereich ist man mehr als genug ausgestattet. Das laden ist für Millionen von Haushalten auch kein Problem, weil sie das entweder zu Hause, auf P&R Parkplätzen oder auf der Arbeit erledigen können. Da spielt die Ladezeit nur eine untergeordnete Rolle. Und mir soll mal einer erklären, wie denn die 4C Lader mit Strom versorgt werden, wenn da nicht nur einer, sonder 5 oder 8 in einem Ladeort stehen.

Ich verstehe auch nie dieses Preisgerede. Fuhr bzw. fahre immer Fahrzeuge der Ø 4 m Klasse, aber vernünftig ausgestattet und mit entsprechender Motorisierung knabberten die fast alle an der 20.000 Euromarke.
Ein neuer Zoe Live mit Quickcharger und Kaufakku liegt nach Abzug der Förderung bei 28.5090 Euro (NL Preisliste). Nimmt man jetzt die 9.000 Euro Differenz und geht von rund 20.000 Jahreskilometer aus - das entspricht einer normalen Pendlerstrecke von 25 bis 30 km einfach und noch jeder menge Ausflugsfahrten - spart man mit dem Zoe mindestens rund 2.000 Euro nur an normalen Unterhaltskosten pro Jahr gegenüber einem ähnlich motorisierten und ausgestatteten Wagen. Damit hat man die Preisdifferenz nach 5 Jahren eingefahren. Und kommt mir hier keiner damit, dass der Akku nach 100.000 km ausgetauscht werden muss. Bei der Größe dürften da locker weit über 200.000 km Laufleistung drin sein. Und die neue Reichweite in dieser Fahrzeugklasse, kombiniert mit dem 3-phasen Lader dürfte auch in Zukunft ausreichen, selbst wenn ab und an mal eine Fernstrecke gefahren wird.

Warum es nach wie vor noch nicht zum Tipping Point kommt, liegt an zwei Gründen:

1) Jahrelang wurde die E-Mobilität schlecht geredet. Das sitzt mittlerweile in den Köpfen der Leute drin. Dazu kommt noch die teutonische Sichtweise, dass jeder Wagen mindestens mit 200 km/h durchgängig von Flensburg zum Bodensee rasen muss - natürlich nonstop.

2) - und das ist wirklich ein Problem - es gibt einfach nicht genügend Akkus damit Renault oder Opel mit dem neuen Ampera genügend Fahrzeuge auf den Markt werfen können. Es werden zwar weltweit Kapazitäten aufgebaut, aber so richtig starten wird das alles erst Richtung Ende des Jahrzehnts.

Nicht desto Trotz wird sich das negative Bild deutlich wandeln, zumal ja jetzt ein "deutscher Hersteller" ein praxistaugliches Fahrzeug auf den Markt bringt. Nur kaufen werden es die wenigsten Interessenten können, weil es schlicht nicht lieferbar sein wird.

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