Im Falle, daß was brennt - was tun ?

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Im Falle, daß was brennt - was tun ?

Beitragvon novalek » So 21. Aug 2016, 17:52

Man will nicht dran denken wollen.
Gesetzt den Fall, daß aus irgend einem Grund das Elektro-Fahrzeug raucht (z.B. schwarzer Rauch) oder gar brennt, was tut man da ?
Mein interner unwissender Arbeitsplan:
1. Alle Personen raus und Warnweste an
2. Warndreieck schnappen und weit weg gegen den Wind laufen und aufstellen
3. mit allen Personen weiter gegen den Wind laufen und Feuerwehr rufen.

Warum ?
1) die mit dem Wind fahrenden Kfz sollen nicht mitten im Rauch stehen bleiben - die anderen bleiben bei entgegenkommendem Qualm stehen oder drehen um (die würden das Warndreieck auch nicht sehen)
2) Kühlmittel R1234 und alle PVC-Komponenten sind bei Hitze hochtoxisch. Leichtmetalle, wie Alu/Magnesium brennen wie der Teufel. Brennt gar der Fahrakku evtl. im ALU-Trägergehäuse, kann der anscheinend mit keinem Mittel gelöscht werden; die Dämpfe und Hitze sind übelst.

Wäre interessiert, ob die Berufsfeuerwehren bzw. das THW über bessere Sicherungs-/Löschpläne verfügen.

Das die Freiwillige Feuerwehr auch mal eine Schaumspritze auf einen Hybrid oder BEV richtet, mag es geben.
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Beitragvon TeeKay » So 21. Aug 2016, 17:59

Wenn die Batteriezellen brennen, ist das Fahrzeug abgebrannt, bevor die Feuerwehr kommt. Da braucht es keine Löschpläne.

THW kommt erst, wenn auch die anderen 100 hinter dir stehenden Fahrzeuge abgebrannt sind. THW ist ein reiner Freiwilligenverband, der von der Feuerwehr in Notlagen angefordert wird, die die Feuerwehren überfordern. Wenn also freiwillige Feuerwehr freiwilliges THW anfordert, kannst du dir ausrechnen, wie lange es dauert, bis die da sind. Bis die THW-Leute von der Arbeit auf die Dienststelle gefahren sind, sich umzogen und ausrückten, liefert dir der nächste Renault-Händler schon den Ersatzwagen zur Unfallstelle. Zu meiner THW-Zeit hätte ich von zuhause bis zur Dienststelle tagsüber 45min Minimum gebraucht. Und dann steh ich erst in Jeans und T-Shirt vor der Tür.
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Re: Im Falle, daß was brennt - was tun ?

Beitragvon Helfried » So 21. Aug 2016, 18:10

Brennende E-Autos sind immer unrettbar verloren, vermute ich nach meiner Beobachtung. Das was brennt, ist erstens nicht zugänglich und kann zweitens nicht wirklich gelöscht werden. Man müsste das Fahrzeug schon in Sand einbuddeln, dass die Flammen eine Ruhe geben.

Eine gute Versicherung kann daher nicht schaden.

Übrigens ist mir auch nicht klar, wie die Feuerwehr überhaupt erkennen soll, dass es sich um ein E-Auto handelt. Selbst Polizisten haben oft noch nie ein E-Auto registriert, wenn man die zahlreichen Anekdoten dazu hier im Forum glauben darf.
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Re: Im Falle, daß was brennt - was tun ?

Beitragvon novalek » So 21. Aug 2016, 18:13

TeeKay hat geschrieben:
Wenn die Batteriezellen brennen, ist das Fahrzeug abgebrannt, bevor die Feuerwehr kommt. Da braucht es keine Löschpläne.

...klar - 10-15 Minuten sind's immer.
Na ja, 5 Minuten braucht's für den Umformprozeß zu einigen Eimern Chemie und Asche.

In Ö hat sich schon jemand nen Kopf gemacht - zu lesen war viel Wasser (mit jeder Menge Relativierung), was ich eigentlich bezweifle, zumal durch das Löschwasser erst Wasserstoff entsteht.

http://www.bundesfeuerwehrverband.at/up ... nstein.pdf

-> Helfried: die extreme Hitze erzeugt ja auch passable Nebenschäden - daher "Versicherung" ist der richtige Zeigefinger.
Zuletzt geändert von novalek am So 21. Aug 2016, 18:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Im Falle, daß was brennt - was tun ?

Beitragvon TeeKay » So 21. Aug 2016, 18:32

Wegen der Nebenschäden soll man mit viel Wasser draufhalten. Damit kann die Batterie nicht gelöscht, aber die Kollateralschäden minimiert werden.
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Re: Im Falle, daß was brennt - was tun ?

Beitragvon Spüli » So 21. Aug 2016, 18:38

Wer schon einmal brennenden Kunststoff gerochen hat, möchte so etwas bestimmt nicht im Auto haben.

Ein Ex-Kollege konnte einen Schwelbrand recht schnell bei seinem Wagen löschen. Er wurde günstig repariert. Danach hat er im Sommer aber immer wieder bestialisch nach verbranntem gerochen. Er hat den Wagen dann im Winter verkauft.

Ich würde daher ein brennendes Auto gar nicht erst versuchen zu löschen. Menschen raus und ggf. noch wichtige Sachen. Dann geordnet den Rückzug antreten.
Gruß Ingo
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Re: Im Falle, daß was brennt - was tun ?

Beitragvon Helfried » So 21. Aug 2016, 18:40

Mit viel Wasser könnte man die noch nicht brennenden Teile der Batterie gut kühlen, wenn man rankommen würde.
Die beliebtesten Autos (etwa BMW i3) haben ja beispielsweise knapp 100 Zellen, die niemals gleichzeitig Feuer fangen. Bösartigerweise zünden sich die Zellen gegenseitig und nacheinander an. Ein schnelles Einschreiten könnte daher einen Gutteil der Zellen retten, allerdings ist das Auto trotzdem ein Totalschaden, wenn von 96 Zellen 83 übrig bleiben.

Da wird noch einiges auf uns zukommen. Ich denke da an Schäden in Tunnels oder in Tiefgaragen. Die Versicherten werden es - indirekt - zahlen.
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Re: Im Falle, daß was brennt - was tun ?

Beitragvon novalek » So 21. Aug 2016, 18:46

Nun sag man mir, wie man in das geschlossene, mit 4 bis 8 Schrauben an der Karosse verbundene "Case" rankommen soll - anheben, abschrauben und durch die entstandenen geschmolzenen Lucken Wasser reinpusten, Wasserstoff erzeugen gucken, was passiert ?
Das wird der Einsatzführer schon unterbinden.
Zuletzt geändert von novalek am So 21. Aug 2016, 18:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Im Falle, daß was brennt - was tun ?

Beitragvon Helfried » So 21. Aug 2016, 18:47

novalek hat geschrieben:
Nun sag man mir, wie man in das geschlossene, mit 4 bis 8 Schrauben an der Karosse verbundene "Case" rankommen soll - anheben, abschrauben und durch die entstandenen geschmolzenen Lucken Wasser reinpusten, Wasserstoff erzeugen gucken was passiert ?


Eben, darum ist jedes E-Auto unweigerlich ein Totalschaden. Irgendwann wird man das bezahlen müssen.
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Re: Im Falle, daß was brennt - was tun ?

Beitragvon novalek » So 21. Aug 2016, 18:51

Na denn hab ich nen Bild, fehlt nur, daß man aus Verantwortung dem Feuerwehr-Einsatzleiter das Wissen noch ggf. verklickert.
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