Kommt der Umstieg auf Elektro schneller als gedacht ?

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Re: Kommt der Umstieg auf Elektro schneller als gedacht ?

Beitragvon Jarod » Di 4. Okt 2016, 18:40

Verbote sind ja immer gerne genommen wenn man sonst nicht weiter weiss. Aber warum nur kleckern und ein bisschen regulieren. Lieber gleich das Thema richtig angehen und Zweitwagen verbieten. Pro Haushalt ist nur noch ein PKW erlaubt, eine 2te Zulassung gibt es nur per Sondererlaubnis wenn andere Möglichkeiten (Fahrgemeinschaft, Laufen, Fahrrad, ÖPNV) nachgewiesen nicht zumutbar sind. Letzteres entscheidet der Sachbearbeiter.

Hört sich absurd an. Klar ist das nicht ganz ernst gemeint, was ich damit aber verdruetlichen möchte: Verbote sind immer schnell gefordert solange man selbst nicht betroffen ist. Und da under Haushalt und der des Nachbarn prima mit einem Auto auskommt, werden das ja wohl alle schaffen (Ironie, bevor sich jemand bemüssigt fühlt darauf zu antworten).

Schlussendlich wird sich ein BEV in meinen Augen nur durch eines durchsetzen: Der Preis. Selbst wenn die Reichweite nicht steigt, die Anschaffung aber deutlich günstiger ist, dann wird das einige zur Kaufentscheidung treiben.

Wie aber jemand anderes bereits schrieb, wenn der Preis höher, die Reichweite niedriger und das Laden umständlich ist, no way. Auch mit Verboten nicht.
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Beitragvon iOnier » Di 4. Okt 2016, 19:45

Schneemann hat geschrieben:
Ich lade meinen Q210 derzeit nur am Supermarkt um die Ecke auf. Zwei- bis dreimal pro Woche einkaufen und dann immer eine halbe Stunde an den Schnelllader. Ich könnte zuhause auch laden, aber von der Bequemlichkeit her gibt sich das für mich nichts.

Ja. Für Dich. Und auch nur solange da nicht zwanzig andere gleichzeitig laden wollen. Wenn das passiert, was wir wollen, kommt das aber so. Jedenfalls wenn die Leute nicht zu Hause laden können. Da wo sie sich mit ihrem Autoe eh die meiste Zeit aufhalten :P
Ich bleibe dabei, mit der Einführung der Elektromobilität sollte man die Menschen auch zum Umdenken anregen. Mobilität verändert sich. Ich lade dort Energie auf, wo ich mich mit meinem Auto eh aufhalte.

Dazu muss die Energie dort erstmal verfügbar sein.
Und dann haben wir auch keine Reichweitenangst mehr.

Nein, aber ohne ausreichende Lademöglichkeiten gibt's dann vielleicht "Ladeangst". Dem sollte man zuvorkommen, sonst gibt's nach einer möglichen "Welle" erst mal wieder einen Rückschlag. Ein einigermaßen kontinuierliches, gleichmäßiges Wachstum sowohl der Zahl an E-Autos als auch der Lademöglichkeiten wäre aber gesünder und daher anzustreben.
Gruß
Werner
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Re: Kommt der Umstieg auf Elektro schneller als gedacht ?

Beitragvon iOnier » Di 4. Okt 2016, 19:59

Jarod hat geschrieben:
Schlussendlich wird sich ein BEV in meinen Augen nur durch eines durchsetzen: Der Preis. Selbst wenn die Reichweite nicht steigt, die Anschaffung aber deutlich günstiger ist, dann wird das einige zur Kaufentscheidung treiben.

Jain. Wenn es nur der Preis wäre: dann hätte IMO die Kaufprämie deutlich mehr Anklang finden müssen. Aber solange das Problem der "jederzeit ausreichenden Ladung" nicht gelöst ist bleibt ein E-Auto für sehr viele ein no-go. Viele Menschen kaufen sich Autos, die sie (in der Form) gar nicht benötigen, aber kein Mensch kauft sich (bewusst) ein Auto, das er für seinen Zweck gar nicht nutzen kann. Wenn ich weder zu Hause noch auf der Arbeit (oder wenigstens dazwischen mit einer Schnellladestation) verlässlich genug Energie laden könnte, um den Arbeitsweg hin und zurück bewältigen, dann käme für mich auch dann ein E-Auto nicht in Frage, wenn Vater Staat mir 90% davon finanzieren würde. Es hätte für mich genau keinen Gebrauchswert. Also würde ich auch genau nichts dafür ausgeben.
Wie aber jemand anderes bereits schrieb, wenn der Preis höher, die Reichweite niedriger und das Laden umständlich ist, no way. Auch mit Verboten nicht.

+1
Man muss halt mehrere Wege beschreiten, teils gleichzeitig, und in kleinen Schritten. Und eine große Masse Mensch ist genau so träge wie eine große Masse Materie. Wenn man - um im Bild zu bleiben - einfach etwas in den Weg stellt (z.B. eben ein Verbot), dann passiert zwar schnell etwas: aber nicht das Gewünschte. Dann knallt's.
Gruß
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Re: Kommt der Umstieg auf Elektro schneller als gedacht ?

Beitragvon Karlsson » Di 4. Okt 2016, 21:50

iOnier hat geschrieben:
Nein, aber ohne ausreichende Lademöglichkeiten gibt's dann vielleicht "Ladeangst".

Das ist doch heute schon längst der Fall. Reichweitenangst hab ich weniger. Ich weiß ja, wie weit ich in der Realität komme und ich plane meist sehr konservativ.

Jarod hat geschrieben:
Pro Haushalt ist nur noch ein PKW erlaubt,

WGs bestrafen, weil sie Wohnraum effizient nutzen? => uncool!

iOnier hat geschrieben:
Durchschnitt von 63 Prozent in Deutschland.

Ich denke halt, dass das ein Selbstläufer wird mit hinreichender Verbreitung von E-Autos. Dann gibt es auch irgendwann genug öffentliche Lademöglichkeiten. Den Anfang machen halt die Leute mit Lademöglichkeit zuhause oder bei der Arbeit.

iOnier hat geschrieben:
"Säulen" klingt so nach "groß". Viele kleine "Pfosten" am Straßenrand mit je 2 Typ2-Anschlüsssen. Authentifizierung mit RFID. Jeder Anwohner (um die geht es ja) bekommt auf Anforderung unbürokratisch eine Ladekarte (und für Besucher könnte man das System auch noch an einen Roamingpartner anbinden).

Ja, verstanden. Aber das Problem ist nicht nur der Typ2 Anschluss, sondern vor allem auch der fehlende Parkplatz.
Das Geld ist rausgeworfen, wenn der Ladeplatz immer von Verbrennern belegt wird. Und das wäre bei mir auf jeden Fall so.

iOnier hat geschrieben:
Deswegen muss man ja such viele kleine Ladepunkte errichten.

Das ist aber nicht sinnvoll, 20 Ladepunkte zu errichten, damit dann vielleicht einer nicht zugeparkt ist. Und dann kauft sich mein Nachbar auch ein E-Auto und der hat die eine freie Dose dann immer vor mir belegt.
Damit ich mir ein E-Auto zulege ohne eine eigene Lademöglichkeit zu haben, brauche ich schon Sicherheit, dass ich auch wirklich immer an meinen Strom komme. Oder zumindest einen Range Extender.

iOnier hat geschrieben:
Mittelfristig brauchen wir aber verteilte Ladepunkte mit kleiner Ladeleistung. Das macht kleine (und billige, siehe Drillinge) elektrische Pendlerfahrzeuge für eine große Menge Menschen nutzbar.

Fahrzeuge mit kleinen Akkus würde ich für Nutzer ohne eigene Steckdose komplett ausschließen. Wenn ich schon regelmäßig öffentlich Strom suchen muss, muss der zumindest 1-2 Wochen reichen.

iOnier hat geschrieben:
Für das an Treibstoff- und Wartungskosten gesparte Geld kann man dann ja gelegentlich einen Verbrenenr mieten. Wenn man nicht eh mit Bahn oder Flugzeug in den Urlaub reist.

Das wäre mir zu doof und ich kenne überwiegend Menschen, die das genauso sehen.

iOnier hat geschrieben:
Wie viele solcher Ladestelen sollen die Supermarktketten denn aufstellen? Wenn E-Mobilität wirklich in die "Breite" geht kriegst Du da glaube ich ein Problem.

Da ist Lastmanagement der richtige Ansatz. Ich dachte an 10x22kW bei einem mittelgroßen Supermarkt. Die maximale Last könnte man auf 100kW begrenzen und das bei Bedarf zur Netzstabilisierung noch weiter runter fahren.

iOnier hat geschrieben:
Ja, jetzt, solange da noch kaum mal jemand anders dran will.

Darum geht es nicht, die Säulen sind ja skalierbar. Mir geht es darum, dass man mit dieser Leistung schon während eines Einkaufes nennenswert Kilometer in den Akku kriegt.

iOnier hat geschrieben:
Meine Ansicht dazu: "Brückentechnologien" sind fast immer der falsche Weg. Sie sollen dazu dienen, einen Übergang zu erleichtern, was erreicht wird ist aber meist die Verlängerung des status quo. Wenn Du den Kunden damit zufriedenstellen kannst, ein paar km elektrisch zu fahren und dann den Verbrenner zu nutzen, wo soll dann der Entwicklungsdruck für bessere, leichtere Akkus mit mehr Reichweite für reine BEV herkommen?

Aus der Nachfrage von den PHEV. Akkus werden durch Massenproduktion besser und billiger, nicht durch abwarten.

iOnier hat geschrieben:
Daher sollten meiner Meinung nach PHEV gar nicht gefördert werden.

Mein Ansatz: Förderung nur wenn >50km Reichweite und der Verbrenner hat weniger Leistung als der E-Motor.
Ab 2018 mindestens 75km Reichweite
ab 2019 mindestens 125km Reichweite
2020 Entfall der Förderung

iOnier hat geschrieben:
Der Ottonormalbürger kann jetzt 41kWh netto im Zoe ordern und damit geht schon sehr viel wenn alle 50km direkt an der Autobahn zuverlässige Schnelllademöglichkeiten wären.

Sind es aber nicht, und das Problem mit der Lademöglichkeit zu Hause bleibt auch. Letzteres ist für die meisten im Alltag aber schwerer wiegend.

Von Hannover nach Düsseldorf kommste inzwischen mit dem Zoe Q210 schon mit 2 kurzen Ladepausen mit 43kW direkt an der Autobahn, mit dem Q90 kannste auch durchfahren.
Während eines Schwimmbadbesuches, Sportstudioaufenthalt oder Innenstadtbummels ist der leere Akku wieder voll geladen und reicht für >1 Woche. Mit 3 Phasen Lader geht viel!

iOnier hat geschrieben:
Deine Leidensfähigkeit in allen Ehren, aber das kannst Du Otto Normalverbraucher nicht schmackhaft machen.

Mit besserer Infrastruktur und größeren Akkus muss man nicht mehr sehr leidenfähig sein und durch den steigenden Absatz bei Kunden mit eigener Lademöglichkeit, wird das langsam zum Selbstläufer.


Zoeteaser hat geschrieben:
So sehe ich das auch. Eine neue Zoé mit 41 kW-Akku für schlanke 25.000 Euro plus 700 Euro Überführungskosten plus Akkumiete von 119 Euro monatlich (7.140 Euro für 5 Jahre) macht eine Anschaffung für Viele nicht mehr finanzierbar.

Da hast Du sicherlich recht. Na immerhin kommt noch die Förderung dazu.

Zoeteaser hat geschrieben:
Erst, wenn man für ein Fahrzeug der "Zoé-Klasse" bei 15.000 Euro mit Akku liegt, wird die Sache für den Otto-Normalverbraucher interessant.

Ich glaube es darf auch noch etwas mehr sein. Wenn ich den Zoe neben einem Golf sehe, scheint mir der Unterschied nicht so groß zu sein. Da das E-Auto bei bei Betriebskosten niedriger liegt als ein Verbrenner, darf es auch etwas teurer sein, um bei TCO dann wieder gleich zu ziehen. Wobei >30.000€ zur Zeit wohl noch zu hoch ist. Aber wenn das so in den Bereich 18k€ ginge, wird es über die Jahre sicher nicht teurer werden als ein vergleichbar großer Verbrenner.
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Re: Kommt der Umstieg auf Elektro schneller als gedacht ?

Beitragvon Jarod » Mi 5. Okt 2016, 00:13

Karlsson hat geschrieben:

Jarod hat geschrieben:
Pro Haushalt ist nur noch ein PKW erlaubt,

WGs bestrafen, weil sie Wohnraum effizient nutzen? => uncool!



Genau das wollte ich mit meiner, wie ich nochmal betonen möchte provokanten und nicht ganz ernst gemeinten These, zum Ausdruck bringen.

Irgend jemand hat immer (gute) Gründe warum ein Verbot eine Bestrafung ist. Daher ist es ganz easy wenn man selbst mit dem BEV klar kommt Verbote in den Raum zu werfen. Oder in meinem Fall ohne Zweitwagen im Haushalt zu sagen es wäre ja alles ganz super wenn einfach Zweitwagen verboten werden.
Mit ist auch bewusst, dass du nicht derjenige warst der die Verbote ins Spiel gebracht hat :)

Wie auch immer sind Verbote meiner Meinung nach immer der schlechteste Weg etwas zu erreichen.
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Re: Kommt der Umstieg auf Elektro schneller als gedacht ?

Beitragvon Schneemann » Mi 5. Okt 2016, 07:30

iOnier hat geschrieben:
Ja. Für Dich. Und auch nur solange da nicht zwanzig andere gleichzeitig laden wollen. Wenn das passiert, was wir wollen, kommt das aber so. Jedenfalls wenn die Leute nicht zu Hause laden können. Da wo sie sich mit ihrem Autoe eh die meiste Zeit aufhalten :P

Dazu muss die Energie dort erstmal verfügbar sein.

Nein, aber ohne ausreichende Lademöglichkeiten gibt's dann vielleicht "Ladeangst". Dem sollte man zuvorkommen, sonst gibt's nach einer möglichen "Welle" erst mal wieder einen Rückschlag. Ein einigermaßen kontinuierliches, gleichmäßiges Wachstum sowohl der Zahl an E-Autos als auch der Lademöglichkeiten wäre aber gesünder und daher anzustreben.


Deshalb denke ich nicht über das hier und jetzt nach sondern über das Ziel, das wir mal erreichen wollen. Denn nur so kann man vernünftige Zwischenschritte einbauen. Ich kann jetzt und hier beim Einkaufen laden, weil das Verhältnis E-Auto - Ladesäule dort stimmt. Wenn das nicht mehr stimmt, muss auf Seiten der Ladesäule nachgebessert werden. Deshalb wäre es jetzt clever, beim Netzausbau auch infrastrukturell mit zukünftigen Erweiterungen zu planen.
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Re: Kommt der Umstieg auf Elektro schneller als gedacht ?

Beitragvon EVduck » Mi 5. Okt 2016, 08:36

Schneemann hat geschrieben:
iOnier hat geschrieben:
Dazu muss die Energie dort erstmal verfügbar sein.

Deshalb wäre es jetzt clever, beim Netzausbau auch infrastrukturell mit zukünftigen Erweiterungen zu planen.

Wisst ihr, was das schöne am Stromnetz ist? Es ist flexibel, einfach erweiterbar und quasi überall vorhanden. Der so genannte 'Stau' beim Netzausbau liegt doch auschließlich im Übertragungsnetz (aka Fernverteilung), schon im Verteilnetz gibt es quasi keine Probleme mehr. Und die 15% Mehrverbrauch durch die vollständige Elekrifizierung des PKW Bestandes entstehen, sollte über die nächsten 20 Jahre abzudecken sein. Deutschland ist doch kein Entwicklungsland...
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Re: Kommt der Umstieg auf Elektro schneller als gedacht ?

Beitragvon iOnier » Mi 5. Okt 2016, 08:40

Völlig richtig. Bei den Worten " ... muss die Energie dort erstmal verfügbar sein." dachte ich auch mehr an das verfügbar machen vermittels der Einrichtung von Ladepunkten. Was nützt mir das Stromkabel in der Erde, wenn ich oben drüber mit leerem Akku stehe :-)
Gruß
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Re: Kommt der Umstieg auf Elektro schneller als gedacht ?

Beitragvon eDEVIL » Mi 5. Okt 2016, 08:41

Karlsson hat geschrieben:
iOnier hat geschrieben:
Wie viele solcher Ladestellen sollen die Supermarktketten denn aufstellen? Wenn E-Mobilität wirklich in die "Breite" geht kriegst Du da glaube ich ein Problem.

Da ist Lastmanagement der richtige Ansatz. Ich dachte an 10x22kW bei einem mittelgroßen Supermarkt. Die maximale Last könnte man auf 100kW begrenzen und das bei Bedarf zur Netzstabilisierung noch weiter runter fahren.

Von den Kosten je "glücklichen eAuto-Fahrer" ist so eine Supermarktlösung optimal.
Die Nebenkosten bei der Installation am normalen Straßenrand sind extrem.
Wenn man da einfach mal für 5 Doppelsäulen 22KW an die Wand nagelt, kostet das pro Ladepunkt weniger als die hälfte, als wenn man 3,7kW an den Straßenrand stellt.

Sowas könnte man dann auch großzügig Fördern, wenn man als Bedingung das kostenlose Laden und barrierfreier Start vor gibt.
Beispielweise 90% der Kosten der Ladesäule werden gefördert und Standortinhaber übernimmt kosten der Zuleitung und Strom.

Idealer Weise kombiniert man dann an einem größeren Einkaufscenter gleich 2 Tripple mit 10x Typ2 22KW und entsprechende Ausbaureserve.
Von den 22KW Säulen kann man dann eine Doppel als priorisiert kennzeichnen, wo dann nur Fahrzeuge laden dürfen, die 22KW auch nutzen können und die Parkdauer auf 2h begrenzt ist.
303,8km Q210 ZOE ohne Nachladen oder schieben 8-)
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
"Online" heißt es nicht, das ich auch hier im Forum bin, sondern nur das einer meiner PCs oder mobilgeräte online ist.
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Re: Kommt der Umstieg auf Elektro schneller als gedacht ?

Beitragvon iOnier » Mi 5. Okt 2016, 09:35

Karlsson hat geschrieben:
[zu "Ladeangst"]
Das ist doch heute schon längst der Fall. Reichweitenangst hab ich weniger. Ich weiß ja, wie weit ich in der Realität komme und ich plane meist sehr konservativ.

Dann weißt Du ja, wo Dich der Schuh drückt. Jetzt denke auch noch mal an andere Menschen in anderen Situationen.
Ich denke halt, dass das ein Selbstläufer wird mit hinreichender Verbreitung von E-Autos. Dann gibt es auch irgendwann genug öffentliche Lademöglichkeiten. Den Anfang machen halt die Leute mit Lademöglichkeit zuhause oder bei der Arbeit.

Die anderen ziehen aber nicht nach, solange es keine Lademöglichkeiten für sie gibt. Du bleibst im Henne-Ei-Problem gefangen.
Das Geld ist rausgeworfen, wenn der Ladeplatz immer von Verbrennern belegt wird. Und das wäre bei mir auf jeden Fall so.

Wenn 50% oder mehr der vorhandenen Parkplätze mit einer Lademöglichkeit ausgestattet wären? Und die Ladeplätze markiert, damit E-Autos Vorrang haben? Dann wäre Deine Chance, wenn Du überhaupt einen freien Parkplatz findest, >50%, dass es auch einer mit Lademöglichkeit ist. Und wenn Du ein besonders langes Ladekabel hast käme sie an 100%. Bei den meisten würde es ja auch selbst wenn sie wie ich einen Drilling führen reichen, jede 2. oder 3. Nacht zu laden. Wenn es dann mal nicht klappt weicht man halt an die nächste erreichbare andere (Schnell-) Ladesäule aus.
Das ist aber nicht sinnvoll, 20 Ladepunkte zu errichten, damit dann vielleicht einer nicht zugeparkt ist.

Doch, ganz genau das ist sinnvoll, damit die Leute problemlos an Ladestellen kommen und dies auch wahrnehmen. Bevor sie sich ein E-Auto kaufen wollen und müssen sie wissen: "das geht für mich!".
Und dann kauft sich mein Nachbar auch ein E-Auto

Genau das ist ja das angestrebte Ziel!
und der hat die eine freie Dose dann immer vor mir belegt.

Warum sollte das so sein? Also dass da nur eine ist? Genau deswegen schlage ich ja vor, in Wohngebieten viele kleine preisgünstige Ladepunkte zu installieren.
Damit ich mir ein E-Auto zulege ohne eine eigene Lademöglichkeit zu haben, brauche ich schon Sicherheit, dass ich auch wirklich immer an meinen Strom komme.

E b e n!
Fahrzeuge mit kleinen Akkus würde ich für Nutzer ohne eigene Steckdose komplett ausschließen. Wenn ich schon regelmäßig öffentlich Strom suchen muss, muss der zumindest 1-2 Wochen reichen.

Warum, wenn genug öffentliche Lademöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden? Fahrzeuge mit kleinem Akku sind am günstigsten (von daher: massentauglichsten) und auch ökologisch am sinnvollsten (geringstmöglicher Ressourcenverbrauch für den angestrebten Zweck).

[gelegentlich einen Verbrenner mieten]
Das wäre mir zu doof und ich kenne überwiegend Menschen, die das genauso sehen.

Umdenken. Und wirtschaftlicher denken. Bei wirklichen Langstrecken (also für mich z.B. Urlaubsfahrten ab 8-900, spätestens ab 1000 km) ist Bahn oder Flugzeug bequemer und sicherer. Für das Geld, das ich beim Kauf eines billigen Kleinwagens nur zum Pendeln gespart habe, kann ich einiges an Bahnfahrkarten kaufen. Oder Autos am Urlaubsort mieten. Oder notfalls ein Auto für einzelne Fahrten mieten.
Aber dennoch kannst Du das für Dich so sehen (und die anderen, die Du kennst, ebenso). Dann braucht man an diesem Punkt nicht weiter zu diskutieren. Für andere ist das ein praktikabler Lösungsansatz. Ich hab' selber einige Zeit in einer deutschen Gr0ßstadt gelebt und nicht verstanden, wie man da ein eigenes Auto haben wollen konnte. Es gab einen gut ausgebauten ÖPNV, der mich zuverlässig überall hin gebracht hat. Und wenn ich wirklich mal "jwd" hin musste zu ungünstiger Zeit (kam vielleicht 2x im Jahr vor): hab' ich halt mal ein Taxi bezahlt. Mir ist klar, dass ich dieses Umdenken nicht einfordern kann - will ich auch gar nicht. Aber ich weise gern auf diese Möglichkeiten hin :-)
Da ist Lastmanagement der richtige Ansatz. Ich dachte an 10x22kW bei einem mittelgroßen Supermarkt. Die maximale Last könnte man auf 100kW begrenzen und das bei Bedarf zur Netzstabilisierung noch weiter runter fahren.

Wie willst Du die Marktbetreiber dazu animieren, 5 Wallboxen à 2 Typ2-Dosen aufzustellen zuzüglich der Investition ins Lastmanagement? Zur Zeit erschließen sie sich damit keinen nennenswerten Kundenkreis über das hinaus, was ihnen ein einfacher Anschluss schon bringt. Und in Zukunft? Wenn E-Mobilität so weit in der Gesellschaft angekommen ist, dass die 10 Ladestellen einigermaßen genutzt würden, dann hat sich eh jeder seine Lademöglichkeiten erschlossen und die 10 Ladepunkte am Supermarkt braucht keiner mehr wirklich.
Darum geht es nicht, die Säulen sind ja skalierbar. Mir geht es darum, dass man mit dieser Leistung schon während eines Einkaufes nennenswert Kilometer in den Akku kriegt.

Und mir darum, dass man dies während des Schlafs tut :-)
iOnier hat geschrieben:
... wo soll dann der Entwicklungsdruck für bessere, leichtere Akkus mit mehr Reichweite für reine BEV herkommen?

Aus der Nachfrage von den PHEV. Akkus werden durch Massenproduktion besser und billiger, nicht durch abwarten.
PHEVs brauchen weniger Kapazität, daher ist der Forschungsdruck IMO gering und die Effekte der Massenproduktion begrenzt.
Mein Ansatz: Förderung nur wenn >50km Reichweite und der Verbrenner hat weniger Leistung als der E-Motor.
Ab 2018 mindestens 75km Reichweite
ab 2019 mindestens 125km Reichweite
2020 Entfall der Förderung

IMO zu schnell (so man den Weg über die Brücke PHEV überhaupt gehen will). Wer würde sich heute ein PHEV mit 51 km el. Reichweite kaufen, wenn er weiß, dass ihm der Hersteller in gut einem Jahr eins mit wenigstens 76 und in gut 2 Jahren eins mit wenigstens 126 km anbieten muss? Der Markt wäre die nächsten 3 Jahre ziemlich tot.
Von Hannover nach Düsseldorf kommste inzwischen mit dem Zoe Q210 schon mit 2 kurzen Ladepausen mit 43kW direkt an der Autobahn, mit dem Q90 kannste auch durchfahren.
Während eines Schwimmbadbesuches, Sportstudioaufenthalt oder Innenstadtbummels ist der leere Akku wieder voll geladen und reicht für >1 Woche. Mit 3 Phasen Lader geht viel!

Stimmt, aber 3-Phasenlader sind teurer als z.B. ein Drilling. Mir geht es ja gerade um die große Menge der Pendler-Kurzstreckenfahrzeuge. Die man billig und ökologisch sinnvoll haben möchte.Was einen kleineren Akku und somit langsamere Ladung mit sich bringt.
Mit besserer Infrastruktur und größeren Akkus muss man nicht mehr sehr leidenfähig sein und durch den steigenden Absatz bei Kunden mit eigener Lademöglichkeit, wird das langsam zum Selbstläufer.

Ich sehe Deinen Punkt, aber nicht, wie Du "Schlechterverdienende" mit preisgünstigen E-Autos versorgen willst, die eben deswegen kleine Akkus haben und daher vor Ort geladen werden müssen.
Gruß
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