Fragen zur E-Mobilität

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Re: Fragen zur E-Mobilität

Beitragvon ammersee-wolf » Sa 9. Apr 2016, 19:18

RouvenE hat geschrieben:

Mein Plan wäre es nun, eine Tesla-Wall (?) an die noch zu erwerbende PV anzuschließen und den Tesla nachts daheim zu laden. Hier in der Nähe kann ich den Strom lediglich aus AKWs beziehen. Mir persönlich erscheint es als zumindest etwas heuchlerisch, die E-Mobilität als besonders umweltfreundlich zu bezeichnen, wenn der bezogene Strom "dreckig" ist. Aber nunja, viele scheinen den Ökotarif zu wählen oder PV-Anlagen in Mehrzahl zu besitzen, was zukunftsweisend scheint (... so denn die PV-Anlagen ordentlich Strom erzeugen).

Denke, die E-Mobile müssen die jetzigen Vorurteile abbauen. So kann ich es mir als absoluter Laie derzeit nicht vorstellen, was passiert, wenn plötzlich 50% der Fahrer auf E-Autos umsteigen. Woher kommt dann der ganze Strom, wenn wir doch AKWs abbauen ?



Servus RouvenE,
ich bin mir sicher, dass auch du einen Stromanbieter findest, der Dich mit Ökostrom beliefern wird. Außer, dein Hausanschluss ist direkt mit der Turbine im AKW mechanisch verbunden. Dann hast du Pech gehabt.

LG
Frank
10. Juli 2015, ZOE Intens Vorführer mit 700km auf der Uhr. Bis jetzt sind 56000 km dazu gekommen. :lol:
+23.09 Tesla MS 70D 84.000km bis jetzt.
+10.02.2016 Outlander PHEV TOP, Vorführer, Model 2015 akt: 27.000 km
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Beitragvon ammersee-wolf » Sa 9. Apr 2016, 19:22

Noch was RouvenE,
dein Schreibstil ist wirklich klasse. Um Welten besser als meiner.
Aber das, was du schreibst, passt einfach nicht zu dem, wie du es schreibst.

LG
Frank
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Re: Fragen zur E-Mobilität

Beitragvon JoDa » Sa 9. Apr 2016, 19:42

RouvenE hat geschrieben:
Etwas merkwürdig mutet dieses gegenseitige Feiern schon an, sollte doch eigentlich gar nicht nötig sein.

"Gefeiert" wird nur, dass sich noch jemand die Mühe macht Anfängerfragen zu beantworten.
RouvenE hat geschrieben:
Ich interessiere mich tatsächlich erst seit der Tesla Modell 3-Keynote verstärkt für das Thema E-Mobilität und wurde sogleich beim Showroom vorstellig. Leider konnte man mir nicht detailliertere Fragen beantworten. Obige Fragen wurden eher umgangen, Fragen zur Crashsicherheit der Akkuzellen wurden eher marketingtechnisch mit "Sicherstes Auto, weil 5 Sterne" abgehandelt.

Früher wurde in diversen Medien Stimmung gegen Elektroautos gemacht indem von brennenden Akkus berichtet wurde. Bei den vorgeschriebenen NCAP Crashtests zeigte sich jedoch, dass keine Gefahr besteht. Im Gegenteil, die Akkus sind sicherer als ein Benzintank. Das Elektroautos sicherer sind als Verbrenner haben die Medien jedoch vergessen zu berichten. "Only bad news, are good news"
RouvenE hat geschrieben:
Von einem Wissenschaftler hatte ich kürzlich vernommen, die Akkutechnik entwickle sich unterproportional zum sonstigen Entwicklungszyklus. Man wolle schneller laden können bei weniger Gewicht und höherer Kapazität und Sicherheit - bei weniger Temperaturempfindlichkeit. All diese Forschungsziele seien derzeit nicht mit großen Fortschritten gesegnet. Die Akkutechnik entwickle sich also im Autobereich eher langsam, die Stückkosten sinken daher eher aufgrund der produzierten Masse. Vielleicht ist ja Tesla eine kleine Revolution mit der Gigafactory gelungen ?

Stimme zu, dass wahrscheinlich die Akkus der Gigafactory kaum besser sind. Aber die derzeitigen Akkus sind eh schon gut genug, und mit Hilfe des geringeren Preises aufgrund der höheren Stückzahlen sollte die Gigafactory mithelfen dem Elektroauto zum Durchbruch zu verhelfen. :)
RouvenE hat geschrieben:
Dass ein E-Motor nun aber - im Gegensatz zum Verbrenner (und der Diesel arbeitet sicherlich sehr effizient) - kaum bis keinem Verschleiß unterliegt und hier nicht getauscht werden muss, ist m. E. nicht der Fall.

Der Diesel arbeitet möglicherweise sehr Effektiv aber sicher nicht Effizient (Wirkungsgrad Verbrenner ca. 25%, Wirkungsgrad Elektroauto ca. 90%)
Die Elektrische Maschine (Umrichter und Drehstrommaschine) sind innerhalb der zu erwartenden Betriebsdauer des Autos vollkommen Verschleiß- und Wartungsfrei. Hersteller sind davon überzeugt. So gibt Tesla z.B. 8 Jahre Garantie bei unbegrenzter Laufleistung auf den Antriebsstrang.

Um herauszufinden das ein Elektoauto keinen Ölkreisklauf zur Motorschmierung braucht,
und das ein Vierradantrieb über zwei getrennte el. Maschinen besser ist als über einen Verbrennungsmotor braucht man kein Internetforum sondern nur zu Googeln.

Schätze du wirst deinen Tesla 3 frühestens 2019 bekommen. Hast also noch genug Zeit um dich zu informieren ;)
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Re: Fragen zur E-Mobilität

Beitragvon Cavaron » Sa 9. Apr 2016, 20:02

RouvenE hat geschrieben:
Von einem Wissenschaftler hatte ich kürzlich vernommen, die Akkutechnik entwickle sich unterproportional zum sonstigen Entwicklungszyklus.

Faustformel für Akkus ist etwa 7% Verbesserung pro Jahr. Wenn man mal bedenkt, wie "langsam" sich Verbrenner früher entwickelt haben, als sie gerade dabei waren den Mobilitäts-Sektor zu erobern:
Das Ford Model A von 1903 hatte 6 PS, fuhr 45 km/h und wurde 1750 mal verkauft. 5 Jahre später kam das Model T mit 20 PS, 72 km/h - erscheint jetzt nicht wie eine gigantische Umwälzung, oder? Hat aber in weiteren 5 Jahren, also bis 1913 gefühlt 90% der Pferdemobilität ersetzt und sich millionen mal verkauft:
https://twitter.com/fastned_eu/status/5 ... 4193164288

RouvenE hat geschrieben:
Dass ein E-Motor nun aber - im Gegensatz zum Verbrenner (und der Diesel arbeitet sicherlich sehr effizient) - kaum bis keinem Verschleiß unterliegt und hier nicht getauscht werden muss, ist m. E. nicht der Fall.

Je nach Bauart gibt es beim E-Motor meist keinen reibenden Kontakt (Magnetfeld 1 drückt Magnetfeld 2 weg), daher auch kaum Verschleiß. E-Motoren werden überall dort eingesetzt, wo du Strom hast, eben weil sie extrem effizient und verschleißarm sind. Überleg mal, wo überall E-Motoren stecken - z.B. in Fahrstühlen. Geh mal in ein altes Gebäude und frag den Hausmeister, ob der Fahrstuhlmotor schon mal getauscht wurde. Oder frag mal die Bahn, nach wievielen km die E-Motoren der ICEs getauscht werden müssen.
Beim Diesel spricht man von 30-40% Effizienz, E-Motor so 80-95%. Rechne mal um wieviel Energie in einem Liter Diesel steckt (in kWh) und wie weit ein E-Auto damit kommt.

RouvenE hat geschrieben:
Mein Plan wäre es nun, eine Tesla-Wall (?) an die noch zu erwerbende PV anzuschließen und den Tesla nachts daheim zu laden.

Finanziell rechnen wird sich das vorerst nicht. Kommt außerdem darauf an, wie viel du täglich fährst. Die Powerwall fasst etwa 7 kWh, der Tesla 3 so um die 65 kWh (schätzen die Profis). Du kannst also etwa 35 km aus einer Powerwall-Ladung ziehen. Wenn du mich fragst wird es zukünftig eher anders herum funktionieren. E-Autos füllen den heimischen Speicher mit Strom, wenn es im Winter mit der Solarstrom-Ernte mal knapp wird. Wir brauchen bei ausreichend Heimspeichern eigentlich nur noch das Hoch- und Mittelspannungsnetz zu erhalten.

RouvenE hat geschrieben:
Hier in der Nähe kann ich den Strom lediglich aus AKWs beziehen. Mir persönlich erscheint es als zumindest etwas heuchlerisch, die E-Mobilität als besonders umweltfreundlich zu bezeichnen, wenn der bezogene Strom "dreckig" ist.

Die meisten Leute die ich frage, habe sich ein E-Auto geholt weil es Spaß macht (Beschleunigung, Laufruhe usw.). Umweltfreaks werben derzeit eher für besseren ÖPNV und mehr Radwege, nicht unbedingt für E-Autos. Von daher verstehe ich das Bedürfnis nicht, hier auf dem Umweltaspekt herum zu reiten und E-Auto-Fahrer als Umweltfreaks zu brandmarken. Aber wie ich schon schrieb, man nutzt die eingesetzte Energie (aus welchen Quellen auch immer) mit einem E-Auto um einiges effizienter.

Ob die AKWs jetzt in deiner Nähe sind oder nicht (ich wette, es haben auch viele deiner Nachbarn PV-Anlagen die ins Netz einspeisen) - das Stromnetz funktioniert saldierend. Beim Geldabheben ist es ja auch wurscht wer den speziellen Geldschein vorher eingezahlt hat, den du bekommst (womöglich ein Handtaschendieb? ist es jetzt ein böser Geldschein?). Wichtig ist doch, dass du das Geld auf deinem Konto ehrlich verdient hast, dann kann dir moralisch auch keiner was. Bei einem Ökostromvertrag ist es eben auch so, dass die Menge an Strom die deren Kunden aus dem Netz entnommen haben, auch als EE-Strom ins Netz gespeist werden muss.

RouvenE hat geschrieben:
Denke, die E-Mobile müssen die jetzigen Vorurteile abbauen. So kann ich es mir als absoluter Laie derzeit nicht vorstellen, was passiert, wenn plötzlich 50% der Fahrer auf E-Autos umsteigen. Woher kommt dann der ganze Strom, wenn wir doch AKWs abbauen ?

Ich denke, die Leute müssen sich einfach informieren und nicht ihre unbegründeten Vorurteile immer wieder untereinander austauschen und so gefühlt bestätigen. Zum Strombedarf - rechne doch mal nach, was für einen Strombedarf ein E-Auto pro Jahr hat (Verbrauch pro 100 km * Jahreslaufleistung/100 = x). Dann nimmst du x mal eine Million E-Autos (Ziel der Bundesregierung bis 2020) oder eben mal 20 Millionen (für 50% aller Autos in Deutschland). Und dann vergleichst du das Ergebnis mit der deutschen Stromproduktion bzw. mit dem, was wir in den letzten zwei Jahren an Strom ZUSÄTZLICH ins Ausland exportiert haben. Und nicht vergessen beim Strombedarf von 20 Millionen E-Autos den Strombedarf von 50% aller Raffinerien und Tankstellen in Deutschland abzuziehen. Das Ergebnis wird dich überraschen.

RouvenE hat geschrieben:
Um das nochmal hervorzuheben: Selten gehe ich unvorbereitet an ein Thema heran, hier nun trifft es aber zu.

Um das nochmal hervorzuheben: Ich gebe hier nur Tipps für jemanden, der sich ehrlich eine Meinung bilden möchte.

RouvenE hat geschrieben:
Ein paar Fragen vom Diesel-Fahrer vielleicht noch:
Ein E-Motor muss doch nie warmgefahren werden ? Es gibt keinen Ölkreislauf, der erwärmt werden muss, bevor die Schmierfähigkeit der Komponenten gewährleistet ist ?

Ehrlich gesagt finde ich die Frage fast niedlich :) Wie gesagt, in den E-Motoren gibt es nicht diese Art von Kontakt wie zwischen Kolben und Brennkammerwand. Ich glaube, manche Getriebe (meist Direktübersetzungen, nichts mit Gängen) haben intern Schmiermittel, aber dieses verdreckt ja nicht. Evtl. wird es chemisch irgendwann schlecht? Weiss das jemand genau?

RouvenE hat geschrieben:
Wie wartungsintensiv ist das E-Auto allgemein (Ölwechsel etc dürfte ja entfallen) ?

Reifen wechseln, Pollenfilter tauschen, Bremshydraulikflüssigkeit überprüfen, Scheibenwischblätter wechseln. Bremsscheiben halten wegen der Motorbremse/Rekuperation ca. zwei bis drei mal so lange wie beim Verbrenner. Ansonsten die normalen Dinge wie Achsschenkel oder Elektronik-Teile - genauso oft oder selten wie bei Verbrennern.

RouvenE hat geschrieben:
Erfolgt ggf. eine datenbasierte Überwachung ?

Wie bei den modernen Verbrennern auch - es gibt allgemein immer mehr Sensoren in Autos und die lassen sich auch über die OBD-Schnittstelle oder auch mobile Datenverbindungen auslesen. Tesla ist da ganz weit vorne. Updates werden über Nacht eingespielt, bei Problemen ruft dich auch schon mal die Tesla-Hotline an (wir haben gesehen, dass in ihrem Auto eine Fehlermeldung erscheint...).

RouvenE hat geschrieben:
Lässt sich bei einem 4WD-Tesla der 4WD-Strang zuschalten oder laufen beide E-Motoren und werden damit alle 4 Räder permanent angetrieben ? Wie vergleichbar ist diese 4WD-Technik mit einem Quattro-Antrieb oder einer eher soffen Lösung wie bei BMW ?

E-Motoren haben viel Kraft, darum gibt es auch kaum Gangschaltungen in E-Autos. Die müssten viel aushalten und entsprechend gebaut werden. Es ist effizienter einen zweiten E-Motor einzubauen, der für einen anderen Geschwindigkeitsbereich optimiert ist. So macht Tesla das mit dem Dual-Motor - das Fahrzeug erkennt automatisch wie welcher Motor am Besten angesteuert werden muss, damit die Fahrleistung und der Verbrauch optimal sind.
Zuletzt geändert von Cavaron am Sa 9. Apr 2016, 20:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fragen zur E-Mobilität

Beitragvon tainnok » Sa 9. Apr 2016, 20:06

Evt. zu 4x4 noch:
Beim verbrenner ist man gewohnt das 4x4 gleich Mehrverbrauch ist.
Bei Tesla ist die 4x4 Version hingegen die Effizientere!
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Re: Fragen zur E-Mobilität

Beitragvon Cavaron » Sa 9. Apr 2016, 20:39

Ach so - zum Thema aufwärmen. Wenn die Akkus im Winter kalt sind, performen sie etwas schlechter und laden relativ langsam bis sie sich aufgeheizt haben. Nach etwa 50-100 km Fahrt am Stück sind sie aber auf Betriebstemperatur. Tesla temperiert die Akkus für gewöhnlich.

Wenn du dich für Tesla-Fahrzeuge interessierst, empfehle ich dir die Videos von Bjoern Nyland auf Youtube. Er hat sich recht früh einen Tesla geholt und von anfang an darüber berichtet. Inklusive aller möglichen Tests wie Performance und Handling im Schnee usw. (er wohnt in Norwegen). Er berichtet auch ungeschönt über alle Kinderkrankheiten die sein Fahrzeug hatte:
https://www.youtube.com/user/bjornnyland/videos
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Re: Fragen zur E-Mobilität

Beitragvon Robert » Sa 9. Apr 2016, 20:42

Theoretisch sollte man irgendwann mal die Ölfüllung des "Getriebes" wechseln.

Allerdings darf man beim Elektroauto von einer echten Lebensfüllung sprechen weil keine Schaltvorgänge stattfinden; findet eine Verbrenner 9 Gang Automatik nicht so toll wenn 200.000 km kein Öl gewechselt wird. :?
Wie viel Spass macht dein Auto ?
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Re: Fragen zur E-Mobilität

Beitragvon kramrle » Sa 9. Apr 2016, 23:26

RouvenE hat geschrieben:
Etwas merkwürdig mutet dieses gegenseitige Feiern schon an, sollte doch eigentlich gar nicht nötig sein.

Ich interessiere mich tatsächlich erst seit der Tesla Modell 3-Keynote verstärkt für das Thema E-Mobilität und wurde sogleich beim Showroom vorstellig. Leider konnte man mir nicht detailliertere Fragen beantworten. Obige Fragen wurden eher umgangen, Fragen zur Crashsicherheit der Akkuzellen wurden eher marketingtechnisch mit "Sicherstes Auto, weil 5 Sterne" abgehandelt.

Da ich bisher zumeist Gebrauchtwagen erwarb, interessiert mich tatsächlich die Langlebigkeit der Komponenten. Kaufe ich einen Alpina mit 50tkm Laufleistung und einem 3-Liter-Biturbo auf Basis eines N57, so weiß ich um dessen Lebenserwartung. Und so meine ich, dass die Frage nach der zu erwartenden Batterieleistung sicherlich eine wichtige Rolle spielt. Zum einen wird geantwortet, sie halte wahrscheinlich ein "Auto-Leben" lang (so wie die PCCB von Porsche)... Dann wird aber eben geäußert, niemand wisse es genau, was sicherlich die seriöseste Antwort darstellt.

Dass die Batterien ein Vor- und Nachleben haben, war mir nicht bewusst und ist sicherlich eine gute Information, die man mehr kommunizieren sollte.

Von einem Wissenschaftler hatte ich kürzlich vernommen, die Akkutechnik entwickle sich unterproportional zum sonstigen Entwicklungszyklus. Man wolle schneller laden können bei weniger Gewicht und höherer Kapazität und Sicherheit - bei weniger Temperaturempfindlichkeit. All diese Forschungsziele seien derzeit nicht mit großen Fortschritten gesegnet. Die Akkutechnik entwickle sich also im Autobereich eher langsam, die Stückkosten sinken daher eher aufgrund der produzierten Masse. Vielleicht ist ja Tesla eine kleine Revolution mit der Gigafactory gelungen ?

Dass ein E-Motor nun aber - im Gegensatz zum Verbrenner (und der Diesel arbeitet sicherlich sehr effizient) - kaum bis keinem Verschleiß unterliegt und hier nicht getauscht werden muss, ist m. E. nicht der Fall.

Zum Umweltschutz ansonsten: Ich bin absolut bereit, auf das E-Modell 3 umzusteigen. Aber, erst jetzt bietet sich m. E. die Gelegenheit (nicht jeder Verbrenner-Fahrer hat den E-Trend "verpennt"), so man denn weiterhin sportlich die Familie mobil bewegen möchte - mit Tesla. Der jetzige Alpina ist meinem bisherigen Umweltgedanken durch Dieselpartikelfilter und Verbrauch <6,5l/100km entsprechend ein IMHO umweltfreundliches Familien-Auto.

Mein Plan wäre es nun, eine Tesla-Wall (?) an die noch zu erwerbende PV anzuschließen und den Tesla nachts daheim zu laden. Hier in der Nähe kann ich den Strom lediglich aus AKWs beziehen. Mir persönlich erscheint es als zumindest etwas heuchlerisch, die E-Mobilität als besonders umweltfreundlich zu bezeichnen, wenn der bezogene Strom "dreckig" ist. Aber nunja, viele scheinen den Ökotarif zu wählen oder PV-Anlagen in Mehrzahl zu besitzen, was zukunftsweisend scheint (... so denn die PV-Anlagen ordentlich Strom erzeugen).

Denke, die E-Mobile müssen die jetzigen Vorurteile abbauen. So kann ich es mir als absoluter Laie derzeit nicht vorstellen, was passiert, wenn plötzlich 50% der Fahrer auf E-Autos umsteigen. Woher kommt dann der ganze Strom, wenn wir doch AKWs abbauen ?

Um das nochmal hervorzuheben: Selten gehe ich unvorbereitet an ein Thema heran, hier nun trifft es aber zu. Ich informiere mich seit Stunden (nicht Jahren) um das E-Thema und bilde mir derzeit eine Meinung.

Ein paar Fragen vom Diesel-Fahrer vielleicht noch:
Ein E-Motor muss doch nie warmgefahren werden ? Es gibt keinen Ölkreislauf, der erwärmt werden muss, bevor die Schmierfähigkeit der Komponenten gewährleistet ist ?
Wie wartungsintensiv ist das E-Auto allgemein (Ölwechsel etc dürfte ja entfallen) ? Erfolgt ggf. eine datenbasierte Überwachung ?
Lässt sich bei einem 4WD-Tesla der 4WD-Strang zuschalten oder laufen beide E-Motoren und werden damit alle 4 Räder permanent angetrieben ? Wie vergleichbar ist diese 4WD-Technik mit einem Quattro-Antrieb oder einer eher soffen Lösung wie bei BMW ?

Schaut Euch mal das hier an.

https://youtu.be/Kxryv2XrnqM

Da werden einige der o.g. Fragen beantwortet.
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Re: Fragen zur E-Mobilität

Beitragvon Cavaron » So 10. Apr 2016, 08:34

Schönes Video! Spiegelt mein Aktiendepot wieder ;)
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Re: Fragen zur E-Mobilität

Beitragvon twiker01 » So 10. Apr 2016, 09:36

Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich schon begriffen wurde, wo die wirkliche Disruption stattfinden wird. Elektromobilität ist eher nur die Spitze des Eisbergs. Vielleicht für mich nach mehr als 8 Jahren auch einfach bereits ganz normal.

Nein, das disruptive Element geht weit darüber hinaus. Ich sehe in der beginnenden Energie -Selbstversorgung die Industrierevolution ähnlich einem umgekehrten Wandel vom selbstversorgten Pferd zum fremdversorgten Auto. Das Elektroauto ist in diesem größeren Kontext nur ein Speicher den man selbstbefüllt zur Mobilität nutzt. Das ist vorallem eine Herausforderung an die Energieversorger die sich zu Energiedispatchern wandeln müssen.
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