Forschungsbericht INEES (netzdienliches Laden)

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Forschungsbericht INEES (netzdienliches Laden)

Beitragvon ev4all » Fr 17. Jun 2016, 19:20

Seit ich elektrisch unterwegs bin, interessiere ich mich auch für die Möglichkeit des bidirektionalen Ladens. Mein primäres Ziel ist die Nutzung der Fahrbatterie zur PV-Eigenverbrauchsoptimierung inklusive Rückspeisemöglichkeit (Vehicle2Home). Darüberhinaus wäre ich auch bereit, bei entsprechender Gegenleistung an von außen gesteuertem netzdienlichen Laden teilzunehmen (Vehicle2Grid). Ich halte die Nutzung von E-Fahrzeugen zur Netzstabilisierung für einen wichtigen Baustein der Energiewende. Mehrere Forschungsprojekte dazu sind mir bekannt, eine bezahlbare käufliche Lösung für V2H scheint es allerdings noch nicht zu geben. Es geistert immer eine schwammige Aussage herum, dass das aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei. Genaues konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen.

Heute bin ich auf den Link zum Ergebnis des Projekte INEES („Intelligente Netzanbindung von Elektrofahrzeugen zur Erbringung von Systemdienstleistungen“) gestoßen, das von VW, Fraunhofer, Lichtblick und SMA durchgeführt wurde. Eine Flotte von 20 eUPs wurde per CCS über eine von SMA entwickelte Wallbox an den Lichtblick Schwarmdirigenten gekoppelt und so netzdienlich geladen und entladen. Unter https://www.lichtblick.de/privatkunden/ ... mobilitaet ist das Projekt beschrieben und der sehr interessante komplette 105-seitige Forschungsbericht verlinkt. Ich habe ihn bisher nur überflogen. So weit ich es bisher gesehen habe, sind da auch die Rechtshindernisse und empfohlene Anpassungen beschrieben.

Direkter Link zum Forschungsbericht INEES
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Re: Forschungsbericht INEES (netzdienliches Laden)

Beitragvon TeeKay » Sa 18. Jun 2016, 17:31

ev4all hat geschrieben:
eine bezahlbare käufliche Lösung für V2H scheint es allerdings noch nicht zu geben. Es geistert immer eine schwammige Aussage herum, dass das aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei. Genaues konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen.[/url]

e8energy DIVA gibt es seit 2014. Was bezahlbar ist, liegt im Auge des Betrachters. Angeboten wird sie jedenfalls, also kann es keine rechtlichen Probleme geben.
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Re: Forschungsbericht INEES (netzdienliches Laden)

Beitragvon ev4all » Sa 18. Jun 2016, 18:52

TeeKay hat geschrieben:
e8energy DIVA gibt es seit 2014. Was bezahlbar ist, liegt im Auge des Betrachters. Angeboten wird sie jedenfalls, also kann es keine rechtlichen Probleme geben.

Die DIVA kenne ich. Dass sie angeboten wird, heißt m.E. nicht, dass es keine rechtlichen oder regulatorischen Probleme geben kann. Es heißt noch nicht mal, dass sie überhaupt schon jemand im Einsatz hat.

Der Studie habe ich bisher entnommen, dass es prinzipiell möglich ist, aus der Fahrzeugbatterie ins Netz einzuspeisen. Die regulatorischen Rahmenbedingungen stellen allerdings derzeit ein wirtschaftliches Hindernis dar. Auf diversen Messen in den letzten Jahren habe ich auf den Ständen von Nissan und Mitsubishi schon V2H-Geräte gesehen. Warum gibt es die noch nicht zu kaufen?

Dazu kommt noch die Frage nach der Garantie auf die Fahrzeugbatterie, die nun zusätzliche Zyklen macht und vielleicht nicht mehr die garantierten xx000 km oder Jahre hält.
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Re: Forschungsbericht INEES (netzdienliches Laden)

Beitragvon TeeKay » Sa 18. Jun 2016, 21:11

Jeder Heimspeicher speist ins Netz ein - du nimmst nur zeitgleich die gleiche Menge Energie in deinem Haus ab, so dass bilanziell dann nichts ins Netz kommt. Welchen Unterschied sollte es machen, ob die speisende Batterie in einem Auto oder in einem Plastikgehäuse im Keller sitzt? Theoretisch kannst du aber auch deinen Batteriespeicher über den Solarwechselrichter ins Netz entladen und dafür die Einspeisevergütung kassieren => V2G.

Dass Nissan das V2H-Gerät in Europa nicht anbietet, könnte daran liegen, dass Nissan jetzt selbst einen Heimspeicher vertreibt. Den würde man sich ja kannibalisieren. Der Heimspeicher kostet ähnlich viel wie das V2H-Gerät (4800$), hat aber nur 4,2kWh.

Die e8energy DIVA ist übrigens auch nur ein umgelabeltes Produkt von IKS Japan. Die hatten da bis 2015 ein Förderprojekt in Höhe von 1 Mrd US-Dollar für Ladeinfrastruktur, wozu auch V2H-Geräte zählten.
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Elektrofahrzeuge als Stütze der Netzstabilisierung

Beitragvon Sombrero361 » Mi 24. Aug 2016, 10:35

Der Absatz von Elektroautos geht in Deutschland nur langsam nach oben. Dabei hätten die Fahrzeuge das große Potential, auch die Energiewende voranzubringen. Eine Untersuchung von Volkswagen, Lichtblick, SMA und dem Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik hat ergeben, dass es technisch möglich ist, die Batterien von Elektrofahrzeugen ins Stromnetz einzubinden und so Netzschwankungen auszugleichen.

Fahrer von Elektroautos mussten für den Test allerdings gewisse Einschränkungen in Kauf nehmen. Unter den jetzigen Rahmenbedingungen ist ein solches Modell zudem nicht rentabel, heißt es im jetzt vorgelegten Abschlussbericht.

http://energyload.eu/stromspeicher/elek ... lisierung/
Zuletzt geändert von TeeKay am Fr 26. Aug 2016, 09:48, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Mit einem der Bestandsthreads vereinigt
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Re: Elektrofahrzeuge als Stütze der Netzstabilisierung

Beitragvon Elektrolurch » Mi 24. Aug 2016, 18:30

Woran erinnert mich das doch gleich... Demand Response. Schön, diese Parallelforschung.
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