EV, Berge, Effizienz

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Re: EV, Berge, Effizienz

Beitragvon energieingenieur » Mi 9. Jul 2014, 16:45

Beim Rollen hast du Verluste durch Reibung der Reifen.
Beim Rekuperieren hast du Verluste durch Reibung der Reifen und durch den Umwandlungsprozess des Generators von Bewegungsenergie in elektrische Energie.

Rollen ist in jedem Fall effizienter, als rekuperieren.
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Re: EV, Berge, Effizienz

Beitragvon Elektrolurch » Mi 9. Jul 2014, 16:50

:doof: Aber aber aber... wieso wird dann überhaupt rekuperiert? Nur für die Fälle, wo man bremsen muss?
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Re: EV, Berge, Effizienz

Beitragvon Sebastian » Mi 9. Jul 2014, 17:34

So ist es.
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Re: AW: EV, Berge, Effizienz

Beitragvon smart_ninja » Mi 9. Jul 2014, 18:19

Elektrolurch hat geschrieben:
:doof: Aber aber aber... wieso wird dann überhaupt rekuperiert? Nur für die Fälle, wo man bremsen muss?

Also wir waren vor ein paar Wochen im Hochschwarzwald, das Hotel lag auf dem Belchen in 1.100m Höhe. Dort geht es 10...15km stramme Steigung bergauf und auch wieder hinunter.
Das bringt die Restreichweiten-Anzeige des Leaf natürlich völlig aus dem Tritt. Extreme hier, Extreme da...
Also oben am Hotel geladen, wurden nie mehr als 78km Reichweite angezeigt. Sind wir den Belchen herabgerollt z.B. nach Staufen im Breisgau (ca. 26km) hatten wir dann 207km auf der Anzeige.
Nach einer Woche Hochschwarzwald kann ich sagen, es gleicht sich alles mehr oder weniger aus, wenn man sein Fahrzeug kennt, weiss man wie weit man üblicherweise kommt. Genau das passte auch hier sehr gut.

Bist du oben, nie ganz vollladen, sonst musst du kilometerlang bremsen!

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Re: EV, Berge, Effizienz

Beitragvon Frank » Mi 9. Jul 2014, 18:27

energieingenieur hat geschrieben:
Beim Rollen hast du Verluste durch Reibung der Reifen.
Beim Rekuperieren hast du Verluste durch Reibung der Reifen und durch den Umwandlungsprozess des Generators von Bewegungsenergie in elektrische Energie.

Rollen ist in jedem Fall effizienter, als rekuperieren.


Der erste Teil ist richtig, aber beim letzten Satz kann ich nicht zustimmen.

Angenommen Zeit spielt keine Rolle.
Du lässt Dein Auto einen Berg herabrollen. Der Berg hat soviel Gefälle das Dein Auto mit 100km/h rollt. (Reibung, Reifen,Luftwiderstand.
Jetzt fahre den gleichen Berg mit 70 km/h herab. Du musst rekuperieren damit Du nicht zu schnell wirst. Also gewinnst Du in diesem Fall Energie. Jetzt ist rekuperiern effizienter als rollen.

Gruß Frank
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Re: EV, Berge, Effizienz

Beitragvon LX84 » Mi 9. Jul 2014, 19:56

Frank hat geschrieben:
Angenommen Zeit spielt keine Rolle.
Du lässt Dein Auto einen Berg herabrollen. Der Berg hat soviel Gefälle das Dein Auto mit 100km/h rollt. (Reibung, Reifen,Luftwiderstand.
Jetzt fahre den gleichen Berg mit 70 km/h herab. Du musst rekuperieren damit Du nicht zu schnell wirst. Also gewinnst Du in diesem Fall Energie. Jetzt ist rekuperiern effizienter als rollen.
Gruß Frank

Da gehst du aber davon aus, dass du unten am Fuße des Berges dann abrupt stehen bleibst.
Wenn du ihn "ausrollen" lässt, kannst du ja bei 100km/h noch viel weiter ausrollen, bekommst du mit 70km/h unten an, wirst du nich tmehr soweit rollen..

Die Frage ist - wohl ab welchem Geschwindigkeitsunteschied wird das Ausrollen durch den steigenden Luftwiderstand ineffizienter als das Rekuperieren?
Dazu müsste man wissen, um wieviel km/h das Auto durch den Luftwiderstand abgebremst wird....
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Re: EV, Berge, Effizienz

Beitragvon Derpostler » Mi 9. Jul 2014, 19:57

Fahre mal mit einem Fahrrad zum Beispiel 60 km im Flachland. Und dann einmal 60 km Berge rauf und runter. Während du bei der Flachetappe noch einigermaßen locker ankommst, bist Du nach der Bergetappe total fertig. Das sagt eigentlich alles. Das Runterrollen entschädigt nicht fürs Rauffahren. Vielleicht wäre die Bergetappe etwas angenehmer, wenn man beim Runterfahren rekuperieren könnte, für den nächsten Anstieg ...
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Re: EV, Berge, Effizienz

Beitragvon MarkusD » Mi 9. Jul 2014, 20:23

Derpostler hat geschrieben:
Fahre mal mit einem Fahrrad zum Beispiel 60 km im Flachland. Und dann einmal 60 km Berge rauf und runter. Während du bei der Flachetappe noch einigermaßen locker ankommst, bist Du nach der Bergetappe total fertig. Das sagt eigentlich alles. Das Runterrollen entschädigt nicht fürs Rauffahren.
Das liegt aber eher daran, daß beim Bergauffahren mit dem Fahrrad der Luftwiderstand praktisch keine Rolle spielt, beim Runterfahren aber sehr wohl.
Meine längste Radtour waren 164km in 8 Stunden (inkl. Pausen) und 1600 Höhenmeter (stellenweise 20% bergauf). Ja, ich war fertig - und aus diesen Erfahrungen heraus würde ich sagen, daß sich das nicht mit einem E-Fahrzeug vergleichen läßt.

Es kommt auch noch folgendes hinzu:
Bergauf ist ein E-Motor bei gemäßigter Fahrweise effizienter als ein Verbrenner.

Jemand hat mal mit dem Ampera einen Test gemacht. Alles erfolgte auf ebener gerader Strecke.
Akku auf 0% SOC und anfänglich den Motor mit Kühlwasser etc. auf Temperatur gebracht.
Dann 20km konstant mit 100km/h gefahren, es wurden 0.9l Sprit benötigt, der Akku war dann bei 1.5% SOC, was daran liegt, daß bei dieser Geschwindigkeit der Verbrenner bei diesen Drehzahlen (1800-2200) immer noch mehr Strom erzeugt als zum Fahren benötigt wird.
Dann in den Bergmodus (bedeutet aktives Laden des Akkus, 2500-3300 Touren) geschaltet und mit 100km/h gefahren, bis wieder 0.9l Sprit verbraucht waren. Der Akku war jetzt bei kanpp 20% SOC. Auf Normalbetrieb geschaltet, gefahren, bis Akku bei 1.5% SOC war. Die gefahrene Strecke war dann 22.5km.

Das bestätigt eigentlich die Annahme, daß ein Verbrenner bei höheren Drehzahlen effizienter ist.

Gruß
Markus
MarkusD
 

Re: EV, Berge, Effizienz

Beitragvon ganderpe » Mi 9. Jul 2014, 22:56

@MarkusD...
der typische Verbrenner hat den besten Wirkungsgrad bei rel. tiefen Drehzahlen und ca. 80% Last.

[IMG]https://www.dropbox.com/s/16ffnnzoivw93nq/ice_rpm_power.gif[IMG]


da in deinem Beispiel in beiden Tests rel. tiefe Drehzahlen gefahren wurden kònnte es sein, dass im ersten Fall die rel. Belastung zu klein, also weniger als 80% war...
Gruss
Peter
Zuletzt geändert von ganderpe am Mi 9. Jul 2014, 23:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EV, Berge, Effizienz

Beitragvon Hasi16 » Mi 9. Jul 2014, 22:58

MarkusD hat geschrieben:
Das bestätigt eigentlich die Annahme, daß ein Verbrenner bei höheren Drehzahlen effizienter ist.

Nö. Er kann bei einer höheren Leistungsabgabe aber effizienter sein - was nicht unbedingt was mit der höheren Drehzahl zu tun hat. Daher kann die Verbrauchsbeobachtung schon korrekt sein, die Drehzahlaussage hingegen nicht:
http://axel.berger-odenthal.de/work/Sudel/Motor.htm

Viele Grüße
Hasi16
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