Elektroautos sind zu teuer?

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Re: Elektroautos sind zu teuer?

Beitragvon Alex1 » Do 22. Okt 2015, 17:09

Klebaer hat geschrieben:
Es gibt bestimmt auch andere Möglichkeiten auf erneuerbare Energien umzuschwenken (Biogas von Biogasanlagen).
Aber als Ergänzung halte ich es für sinnvoll! Vorort anbauen, selber pressen und direkt verfahren. Dezentralisierung vom feinsten. Da was man wo der Treibstoff herkommt und kann sich 100% sicher sein dass dafür kein Dschungel gerodet wird.
Nein! Brot gehört nicht in den Tank! Das Land, das Du nützt für Deinen Sprit, steht nicht mehr für Nahrungsmittel zur Verfügung. Egal, ob das hier oder sonst woanders ist.
Ich find es zu einfach zu behaupten, dass Biodiesel, Bioethanol schuld am Welthunger, Dschungelrodung seien.
Es sind geldgierig, skrupellose Unternehmen die den Dschungel verbrennen. Wenn nicht für Biodiesel dann halt für Soja (Fleischproduktion).
Es stimmt aber. Biokraftstoffe sind definitiv schuld an drastisch gestiegenen Weltmarktpreisen für Nahrungsmittel. Zwei einfache Fakten:

1) Die gesamte Agrafläche Deutschlands würde nicht ausreichen, um unsere Autos zu betreiben. Und da gibt es kein "bisschen schwanger".

2) Solarzellen auf der selben Fläche ergeben den mindestens 20-fachen Energieertrag. Und da eAutos etwa den 4-fachen Wirkungsgrad haben, kann von der Fläche Außerdem muss dann die Fläche nicht gedüngt und gespritzt werden wie sonstige Monokulturen.

Dass für die Fleischproduktion auch riesige Flächen abgeholzt werden, kommt dazu. Es ist aber keine Entschuldigung für unnötigen Sprit zusätzliche Flächen zu roden.

Der Welthunger hat viele Gründe. Und sie sind sogut wie immer auf kapitalistische Gründe zurückzuführen.
Wenn man Afrika nicht plündern sondern Unterstützungen würde, wäre das Thema Welthunger vom Tisch.
Natürlich. Aber jeder Liter "Bio"treibstoff, den ich kaufe, verschärft die Situation. Das ist meine Verantwortung.
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Elektroautos sind zu teuer?

Beitragvon ChrisZero » Do 22. Okt 2015, 17:25

Klebaer hat geschrieben:
Bei reinen Zugmaschinen gebe ich dir recht. Die könnte man elektrisch Betreiben.
Aber Arbeitsmaschienene (Bodenbearbeitung, Mähdrescher ect. ) brauchen zu viel Leistung um effektiv mit Strom betrieben zu werden.

Die 20 000l aus deinem Beispiel könnten wohl mit 20-30 Hektar Raps selber hergestellt werden.


Bevor wir nun in unserer Familie endlich beim EV angekommen sind, haben wir die Phasen mit Pflanzenöl-Beimengungen, 2-Tank-Systemen, frittenöl vom Gasthaus holen und auch das selbst Zuhause pressen durchlaufen.

Gegenüber dem fahren mit EV kannst du das alles in die Tonne kippen. Wir haben auch alle PV am Dach und kämen heute niemals auf die Idee wieder mit Öl oder dergleichen rumzupantschen. Das hatte vielleicht noch seine Berechtigung, als es keine Alternativen gab...aber jetzt definitiv nicht mehr.

Gruß Chris
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Re: Elektroautos sind zu teuer?

Beitragvon Deef » Do 22. Okt 2015, 17:47

Schließ mich an, meine alten VWs wurden teilweise mit 100Pöl gefahren. Der Aufwand - und das war ja noch wenig - steht in keinem Verhältnis zum heutigen Gleiten. War mir damals schon klar - aber Alternativen gabs für mich nicht.
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Re: Elektroautos sind zu teuer?

Beitragvon Karlsson » Do 22. Okt 2015, 19:32

Auch wenn wir sicherlich nicht Bioenergie zur Deckung von Grundlast verwenden sollten, halte ich sie für nötig, um Lastspitzen auszugleichen. Also zb eine 3 wöchige Periode mit großer Kälte.
Und ob ich nun mit Pellets heize oder mit Pöl fahre - ist da sooo ein großer Unterschied?
Im Winter eine Wärmepumpe etwas durch Holz zu entlasten, halte ich aber für sinnvoll.
Und für bestimmte Anwendungen wie den Luftverkehr braucht man halt auch eine hohe Energiedichte. Wenn wir von den Fossilien komplett weg wollen, bleibt dann ja wohl fast nur noch Bioenergie übrig. Oder halt Windgas, bzw man kann aus Strom, CO2 und Wasser ja auch am Ende Treibstoffe herstellen. Wahnsinnig verlustreich unterm Strich, aber es ginge.

War jetzt OT. aber wollte ich mal los werden.
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Re: Elektroautos sind zu teuer?

Beitragvon Alex1 » Do 22. Okt 2015, 19:43

Du hast völlig Recht, Karlsson, Holzfeuerung, egal ob Pellets oder Scheite, ist auch nicht besser als andere BioKraftStoffe. Man nimmt die Holz-Monokulturen nur nicht als solche wahr, weil sie optisch einem richtigen Wals ähneln. Die Klimabilanz ist genauso schlecht.

Würde man alle Energie, die man aus Holz gewinnt, solar abdecken, könnten 95% der dafür notwendigen Wirtschaftswälder in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden, also in viel wertvollere artenreichere Biotope.

Das ist aber eine extrem unangenehme Wahrheit für die Meisten.

Sinnvoll ist nur die Verwendung von organischen Abfällen, Klärschlamm, Schreinereiabfällen etc. Aber dann bitte über Thermolyse Kohlenstoff herstellen und diesen vergraben, am besten als Terra Preta.

Hast aber Recht, das gehört eher in den von soho zerschossenen Fred "wie grün sind eAutos" oder so. :mrgreen:
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Re: Elektroautos sind zu teuer?

Beitragvon me68 » Fr 23. Okt 2015, 09:53

Hallo!
Karlsson hat geschrieben:
me68 hat geschrieben:
Ich lade Dich aber gerne ein mir ein paar Zahlen zu nennen, um einen ganz individuellen Vergleich zu rechnen.

Muss ich erst aufbereiten.

Ich dachte eigentlich an einen konkreten Vergleich für meine Excel-Tabelle mit der grafischen Aufbereitung der Gesamtkostenrechnung. Corsa vs. Zoe oder so.
Karlsson hat geschrieben:
Ich schreibe halt jeden Cent auf und gebe dabei auch Kategorie und Unterkategorie an. Wenn ich dann in der Jahresbilanz danach filtere, ist unter der Unterkategorie "Auto/Reparatur" eben nicht nur die Jahreswartung, sondern auch noch sämtlicher Klöterkram.
Wollte das demnächst aber noch mal ordnen und dann schauen.

Würde mich interessieren auf welche km-Kosten Du mit dem Corsa gekommen bist. Ich hab das mal für einen 85er Honda Prelude gemacht - könnte ich auch noch ausgraben.

Karlsson hat geschrieben:
Beim Drilling kann ich mich aber halt auch einfach nicht mit der Optik anfreunden und mir war der 3-Phasen Lader wichtig.

Ja an der Optik hatte ich ab und zu auch zu kiffeln - ist aber alles Einstellungssache. Mich juckt es mittlerweile nicht mehr wenn mich ein SUV-Fahrer mit seinem Clean-Diesel an der Kreuzung etwas mitleidig/müde von oben belächelt.

Vergiss die ollen 3-Phasen Lader - CHAdeMO rules :-)

Der Zoe haut halt kräftig rein mit der Akkumiete, aber da erzähle ich Dir nichts neues. Wird halt im Laufe der Jahre immer schwieriger das gut zu finden, wenn die Kiste mal etwas älter ist und mann immer noch volle Kanne blecht für den Akku.

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Re: Elektroautos sind zu teuer?

Beitragvon AbRiNgOi » Fr 23. Okt 2015, 10:13

Alex1 hat geschrieben:
2) Solarzellen auf der selben Fläche ergeben den mindestens 20-fachen Energieertrag. Und da eAutos etwa den 4-fachen Wirkungsgrad haben, kann von der Fläche Außerdem muss dann die Fläche nicht gedüngt und gespritzt werden wie sonstige Monokulturen[...]
.... Natürlich. Aber jeder Liter "Bio"treibstoff, den ich kaufe, verschärft die Situation. Das ist meine Verantwortung.

Alex1 hat geschrieben:
...Würde man alle Energie, die man aus Holz gewinnt, solar abdecken, könnten 95% der dafür notwendigen Wirtschaftswälder in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden, also in viel wertvollere artenreichere Biotope.


Erste Aussage ja, zweite nein. Warum? Weil es wichtig ist zu sehen mit welchen Wirkungsgrad wird hier weitergearbeitet. Das Verbrennen von was auch immer geht mit einem sehr guten Wirkungsgrad. Man muss halt schauen ob der Transport und trocknen nicht zu viel von dem guten Wirkungsgrad weg nimmt. Im Ende läuft es immer darauf hinaus, dass wir nur eine einzige Energiequelle haben (lassen wir die Atomkraft einmal weg, die würde hier den ohne hin schon OffTopic Rahmen völlig sprengen): Die Sonne. Jetzt geht es darum, diese Energie, welche sich auf der Erdoberfläche entfaltet effektiv zu nutzen. Also so wenig Fläche für die Nutzenergie zu verwenden wie möglich. Wenn man den Biotreibstoff nimmt um die Sonnenenergie auf die Räder zu bekommen, ist der Wirkungsgrad sau schlecht, und daher reine Verschwendung. Auch weil die Fläche gut für zum Beispiel Lebensmittel geeignet ist (Richtige Tempertatur, Wasser, Infrasturktur usw). Das Holz aber verbrennen mit einem guten Wirkungsgrad und der Wald ist notwendig, wegen Lawinen, Feuchtigkeitshaushalt, Muren etz. Die Fläche also nicht anders nutzbar. (Nachhaltigkeit unbedingt beachten, also richtiges Aufforsten). Die PV ist nun genial, weil Flächen verwendet werden können, welche nicht für die Landwirtschaft gebraucht werden (Fasaden, Dächer, Wüstengebiete...) und weil es einen guten Wirkungsgrad hat. Daher habe ich mich für ein Elektroauto entschieden. Holzheizung ist mir noch zu umständlich. Eher etwas Elektrisches mit Wärmepumpe, mal sehen. (Natürlich müsste man das Holz mit dem Elektrofahrzeug aus dem Wald holen und die BOSCH Akku Kettensäge verwenden... Blöd das es keine AHK für dei EVs gibt :evil: )
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Re: Elektroautos sind zu teuer?

Beitragvon villus » Fr 23. Okt 2015, 10:29

AbRiNgOi hat geschrieben:
(Natürlich müsste man das Holz mit dem Elektrofahrzeug aus dem Wald holen und die BOSCH Akku Kettensäge verwenden... Blöd das es keine AHK für dei EVs gibt :evil: )


Irgendwie lustig - bin ich ja schon nah dran... Bosch Akkusäge (glump) hab ich schon. AHK=Kangoo!
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Re: Elektroautos sind zu teuer?

Beitragvon Klebaer » Fr 23. Okt 2015, 10:49

Nach deiner Herangehensweise müsste man einfach in den Wüsten der Welt Solaranlagen bauen. Damit könnte man 100% der Energiebedarfs der Erde abdecken. Wäre überhaupt kein Problem. Mit einpaar Milliärden wäre das wahrscheinlich möglich. Wahrscheinlich würde bereits 1-2 Jahresbudgets des US-Verteidiungsministerium bereits dafür ausreichen.

Damit hätte man 100% der Landwirtschaftlichen Fläche für Wälder/Lebensmittel/Naturschutzprojekte. Leider interessiert es niemand was das beste für Umwelt/Zukunft ist. Wir leben in einer kapitalistischen Gesellschaft und sind somit nicht besser als ein Parasit.

PS: Ein Wald für die Holzproduktion kann man mit Maismonokulturen gleichsetzten!!!!! Nur weil da Bäume rumstehen, bedeutet es nicht das es dort der Natur gut geht.
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Re: Elektroautos sind zu teuer?

Beitragvon Cooper » Fr 23. Okt 2015, 11:07

So einfach ist es leider nicht.

http://www.welt.de/wirtschaft/article39 ... ringt.html

VG und schönes We.
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