Dt. Hersteller legen Entwicklung von Elektromotoren auf Eis

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Re: Dt. Hersteller legen Entwicklung von Elektromotoren auf

Beitragvon TeeKay » Fr 21. Nov 2014, 17:33

JoySpell hat geschrieben:
Du weißt schon wie viel Rücklagen an Kapital VW hat? Davon kann Tesla nur träumen. VW könnte Tesla einfach so aufkaufen, rein von der Kapitalmenge. Rein politisch würde das aber nicht gehen, weil die V.Staaten das nicht erlauben würden.

VW verdient an jedem ausgelieferten Fahrzeug nur 626,49 Euro. Da ist nicht viel Puffer, sollte der Markt für Verbrenner mal unter Druck geraten. Und deshalb ist die Aussage auch richtig, dass auch ein Megakonzern wie VW schnell die Grätsche machen kann. 626 Euro Rabatt sind schnell gegeben, wenn es die Konkurrenz vormacht. Frag mal die Manager, die 2007 bei US-Herstellern über die Preise wachten.

Schon heute kann VW die Zulassungszahlen nur deshalb halten, weil sie sehr viel selbst (subventioniert) finanzieren. Binnen einen Jahres stiegen die Verbindlichkeiten um 9,4%. Damit wurden weder Patente noch Fabriken finanziert, sondern verleaste und von Kunden über VW finanzierte Fahrzeuge. Der Lagerbestand wuchs um 11,5% - nominal baute VW Lagerbestände im Wert eines Tesla Jahresumsatzes auf. Diese Lagerbestände sind es dann letztendlich auch, die die oben genannten 626,49 Euro Gewinn pro Fahrzeug bedrohen.

VW könnte Tesla nicht einfach so kaufen. Erstens bezweifle ich, dass Musk bereit wäre, seine Aktienmehrheit an VW zu verkaufen. Und zweitens scheiterts an den freien Mitteln bei VW. Sie haben im 3. Quartal 31,25 Mrd Euro Cash und Wertpapiere gehabt. Denen standen blöderweise 110,1 Mrd Euro kurzfristig fällige Verbindlichkeiten gegenüber.
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Re: Dt. Hersteller legen Entwicklung von Elektromotoren auf

Beitragvon Greg68 » Fr 21. Nov 2014, 18:50

Also, ich denke, dass es folgende Gründe gibt, warum sich unsere hiesige Industrie so schwer tut
- Trägheit (das Bessere ist der Feind des Guten, Bewährten), auch die der Konsumenten!
- kurzfristiges Denken (Quartalsergebnisse vor Innovationen)
- Shareholder Value muss befriedigt werden, verhindert langfristige Strategien zu verfolgen
- Ggf. Einflüsse von der Öl-Industrie und Zulieferern
- politische Halbherzigkeit bei der E-Mobilität im Vergleich zu NL, N, sogar USA (zum. Kalifornien)
- ...?

Da hat es Elon Musk einfacher: er hat noch kein anderes Auto produziert, dass er durch den Model S kannibalisiert, höchstens den Roadster, aber der war ein Versuchsfahrzeug und wird nicht mehr produziert. Obwohl auch er Aktionäre hat, schafft er es irgendwie, die bei Laune zu halten und zu einem langen Atem zu annimieren :) , den es bei der Einführung neuer Techniken immer braucht!!! Zu diesem langen Atem sind dt. Autobauer trotz viel größeren Kapitals offenbar nicht fähig/willig :( .

Renault kriegt es doch auch irgendwie hin, ok, mit Unterstützung des Staates. Die fahren offenbar eine Doppelstrategie, in dem sie Geld mit herkömmlichen Autos verdienen, solange die für den Konsumenten interessant sind, aber gleichzeitig schon für early-Adaptors und für die eigene Entwicklung auf längere Sicht auf die neue Technik setzen :). Ich war nie ein Fan der Marke und hatte auch noch nie einen Renault, muss aber sagen: Hut ab, Carlos :D !

Die Brennstofftechnik halte ich, bei dem heutigen Stand, für einen Irrweg, der aber die zu Beginn des Threads genannten Vorteile für die aktuelle Infrastruktur sowie Konsumentengewohnheiten bietet und weshalb auch ich befürchte, dass der Staat auf dieses "Tote Pferd" massiv setzen wird, wenn es die Industrie so wünscht... :cry: Außerdem gibt es diesen Karotteneffekt, der suggeriert: "Lieber Kunde, vergiß' das olle E-Auto und warte doch noch ein bißchen, dann bekommst du das tolle Wasserstoffauto mit 500 km Reichweite, dass du in 5 Minuten nachtanken kannst, ganz so, wie du es heute schon gewohnt bist. Bis es soweit ist, haben wir hier einen supereffizienten BlueEfficiency Golf für dich...". Das dieser W-Golf dann min. 70.000 Eus kostet, davon redet er nicht...
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Re: Dt. Hersteller legen Entwicklung von Elektromotoren auf

Beitragvon JoySpell » Fr 21. Nov 2014, 19:02

TeeKay: Antwort auf Troll-Offtopic-Gerede gelöscht

@ TeaKay

VW verkauft 10 Millionen Autos im Jahr. VW hat Audi, Porsche, Lamborghini und Bentley. :D $ $$$$$$$ $ :D

Der Gewinn betrug 2012 fast 17 Milliarden Euro! Das ist mehr als BMW und Mercedes erwirtschaftet haben. :roll:

Alleine VW hat 25 Milliarden Bargeldreserven, ohne die anderen Marken.
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Re: Dt. Hersteller legen Entwicklung von Elektromotoren auf

Beitragvon eDEVIL » Fr 21. Nov 2014, 19:39

Rudi, entschuldige bitte. Ich habe leider die Angewohnheit Falsches richtig stellen zu wollen.

Wenn man sich anschaut, wie Audi den Leasing-Kunden die größeren Fahrzeuge "nach wirft", kann man erahnen, wie dünn der Puffer ist. Da wird dann schon mal Quadro und größerer Motor geordert, weil es nur unwesentlich mehr kostet.
Gerade bei A6 wird massiv rabattiert. Wenn Model III verfügbar ist, geht es munter mit A3/A4 weiter...
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Re: Dt. Hersteller legen Entwicklung von Elektromotoren auf

Beitragvon TeeKay » Fr 21. Nov 2014, 19:44

@Joy: Dann schau dir mal bitte die Bilanz vom 3. Quartal 2014 und nicht die von 2012 an. Wenn ich beim Kredithai 50.000 Euro Kredit aufnehme, 10.000 davon in der Spielhalle verjubele und 40.000 aufs Konto packe. Dann habe ich nach deiner Lesart 40.000 Euro Bargeldreserven, die ich zum Aufkauf von Tesla Aktien nutzen könnte. Nach meiner Lesart bin ich mit 10.000 Euro überschuldet, pfeife aus dem letzten Loch und versuche mich damit über Wasser zu halten, Autos mit 626,49 Euro Gewinn pro Stück zu verkaufen.
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Re: Dt. Hersteller legen Entwicklung von Elektromotoren auf

Beitragvon JoySpell » Sa 22. Nov 2014, 00:11

Was schreibst du da?

VW hat Porsche aufgekauft, aber sie pfeifen ja auf den letzten Loch. Ist klar.
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Re: Dt. Hersteller legen Entwicklung von Elektromotoren auf

Beitragvon meta96 » Sa 22. Nov 2014, 09:06

JoySpell hat geschrieben:
Was schreibst du da?

VW hat Porsche aufgekauft, aber sie pfeifen ja auf den letzten Loch. Ist klar.


TeeKay hat schon recht:

"Seine [Winterkorns] Worte gelten vor allem der Kernmarke VW - denn die ist derzeit eher schwach aufgestellt. Obwohl der Automarkt in Europa wieder anzieht, fiel das operative Ergebnis der Hauptmarke in den ersten neun Monaten auf 1,7 Milliarden Euro von 2,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Auch die Rendite sackte auf 2,3 Prozent von zuvor 2,9 Prozent ab."

Und schon kommen wir wieder zum Anfangsthema, auch wenn die Umsatzzahlen stimmen, die Imagewerte der "deutschen Autoindustrie" sind in Gefahr, wenn in diesem Sektor nur Modelle ohne Vorzeige-Qualität gebaut werden, auch weil die Entwicklung von Kernkomponenten ausgelagert werden ... gerade "Motoren" waren auch immer ein wichtiger Bestandteil der Kernkompetenz ... Bayrische Motoren Werke ...
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Re: Dt. Hersteller legen Entwicklung von Elektromotoren auf

Beitragvon umberto » Sa 22. Nov 2014, 21:37

Macht Euch nichts vor, VW ist too big to fail und hat derart ertragsstarke Firmen in der Familie. Dazu kommt eine relativ stringente Kontrolle durch eine Familie (das ist auch bei BMW ganz praktisch). Da quatschen keine renditiegeilen Investoren rein.

Das Verhalten der dt. Autoindustrie ist genau auf die Nachfrage unsubventionierter Märkte abgestimmt und so toll wir alle hier E-Mobilität finden, die breite Masse denkt anders und bringt den Autofirmen in den nächsten Jahren noch den Ertrag.

Spannend wird die Frage, was beim E-Auto den Wettbewerbsvorteil ausmacht.
Ob es wirklich die Zellchemie ist? Wenn da drei, vier große Firmen gute Zellen liefern, kauft man das ein.
Oder ist es eben doch der komplette integrierte Akku und die Ladeinfrastruktur, der die Kernkompetenz darstellt.

Nach 2020 werden die Karten durch die Politik neu gemischt und da sind dann mit Sicherheit alle dabei. Dann werden Teslas Ideen mal schnell kopiert (das wollen die ja nach der Patentfreigabe eh) und gut isses.

Gruss
Umbi
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Re: Dt. Hersteller legen Entwicklung von Elektromotoren auf

Beitragvon JoySpell » Sa 22. Nov 2014, 22:04

Richtig. Ich sehe die Gefahr höchstens in China. Wenn mal ein Handelskrieg" kommen sollte, würde ein Importstop für nicht umweltverträgliche Autos die Industrie schon gefährden.

Darum möchte jetzt aber VW in China! seine E-Modelle direkt produzieren.
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Re: Dt. Hersteller legen Entwicklung von Elektromotoren auf

Beitragvon April2015 » So 23. Nov 2014, 01:16

Ich habe den Verdacht dass einige deutschen Hersteller bewusst die E-Mobilität in Deutschland ausbremsen. Folgende Indizien:

- Den E-Golf gibt es in USA mit Drehstromlader (3-phasige Schnellladung) und in Deutschland nicht mal gegen Aufpreis. Warum ??
- Den BMW i3 gibt es auch nur mit 1-phasiger Lademöglichkeit. Warum ?
- Daimler baut in China größere Akkus in ihre Autos als in Deutschland. Warum ?
- BMW baut in China größere Akkus in ihre Autos als in Deutschland. Warum ?
- Die Ladestecker werden bewusst uneinheitlich gehalten. Da wird jahrelang blockiert mit dem Hinweis man müsse sich erst auf einen Ladestecker-Standard einigen und nachdem man sich endlich EU-Weit auf Typ 2 geeinigt hat macht jeder Hersteller wieder sein eigenes Süppchen (BMW/VW mit CCS).
- Die Ladeinfrastruktur wird nicht systematisch aufgebaut.

Derzeit nehme ich nur BMW ab, mit dem i3 wirklich Erfolg im bescheidenen Maße haben zu wollen. Die anderen machen kaum Werbung und wollen meines Erachtens nicht wirklich verkaufen.
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