Der Osten ist tot.

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Der Osten ist tot.

Beitragvon Thorsten » Do 15. Mai 2014, 09:48

Schon vor zwei Jahren, als ich mir den Twizy zugelegt habe,
wurde schnell klar, dass der Osten kein Twizyland ist.
Bis jetzt sind in ganz Mac-Pom zwei Twizyfahrer auf der Twizy-Fahrer-Map gelistet.
Und von einem davon weiß ich ganz genau, dass er aus Hessen emigriert ist.

Und jetzt Das.
http://www.foederal-erneuerbar.de/ueber ... /#goto_443

1,6 Millionen Mac-Pommer haben nur 76 (in Worten: sechundsiebzig) E-Autos angemeldet.
Aber nur 994000 Saarländer besitzen immerhin 108 E-Autos.
Und während in Niedersachsen der E-Auto Bestand von 2013 bis 2014 von
705 auf 1699 Fahrzeuge zugelegt hat gab es im selben Zeitraum in Mecklenburg nur
einen Zuwachs von 10 Fahrzeugen. Ein ähnliches Bild in Sachsen-Anhalt und Thüringen

Also, woran liegt's, dass der Osten tot ist. :shock:

Thorsten
Und im Übrigen glaube ich an das reine E-Auto. Hybride sind eine vorübergehende Erscheinung.
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Re: Der Osten ist tot.

Beitragvon HED » Do 15. Mai 2014, 09:54

Ist das nicht das ärmste Bundesland Deutschlands, von dem du schreibst?

Könnte vielleicht daran liegen...
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Re: Der Osten ist tot.

Beitragvon mlie » Do 15. Mai 2014, 10:01

Da gibt es vielleicht einfach keinen Strom, aber ganz viel Gegend (also keine Nachlademöglichkeit und lange Strecken ausserhalb der Komfortzone).

Ketzerisch: Es sind halt blühende Landschaften - ist ja auch nix mehr da (Gewerbe/Industrie/Bevölkerung), was den Blick auf die Landschaft trüben könnte. Von einzelnen Windkraftwerken mal abgesehen, die wenigstens keinen stören.

Zumal die meisten Regionen dort wirtschaftlich nicht auf dem besten Level sind.
Schau doch mal in die Stromtankstellenkarte rein, zwischen Wittingen und Berlin ist NIX, von drei Säulen in Salzwedel von einem belanglosen Kleinstanbieter mal abgesehen. Selbst wenn man also sich extra für die Fahrt bei Ladefox registriert - danach geht es überhaupt nicht mehr weiter. Und solange man in der Region nicht verlässlich von a nach B kommt, wird sich keiner ein Elektroauto kaufen. Das wird in den anderen von dir angesprochenen Regionen nicht groß anders sein.

Nur - was kann man dagegen machen? :?:
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Re: Der Osten ist tot.

Beitragvon liftboy » Do 15. Mai 2014, 10:01

Thorsten hat geschrieben:
Schon vor zwei Jahren, als ich mir den Twizy zugelegt habe,
wurde schnell klar, dass der Osten kein Twizyland ist.
Bis jetzt sind in ganz Mac-Pom zwei Twizyfahrer auf der Twizy-Fahrer-Map gelistet.
Und von einem davon weiß ich ganz genau, dass er aus Hessen emigriert ist.

Und jetzt Das.
http://www.foederal-erneuerbar.de/ueber ... /#goto_443

1,6 Millionen Mac-Pommer haben nur 76 (in Worten: sechundsiebzig) E-Autos angemeldet.
Aber nur 994000 Saarländer besitzen immerhin 108 E-Autos.
Und während in Niedersachsen der E-Auto Bestand von 2013 bis 2014 von
705 auf 1699 Fahrzeuge zugelegt hat gab es im selben Zeitraum in Mecklenburg nur
einen Zuwachs von 10 Fahrzeugen. Ein ähnliches Bild in Sachsen-Anhalt und Thüringen

Also, woran liegt's, dass der Osten tot ist. :shock:

Thorsten


An mir liegts nicht, weil ich bin einer von den 76 ! ;)
Und vielleicht kommt durch mich noch ein 77er dazu.
Aber zugegeben: ein echter Macpommer bin ich nicht, aber ein bischen frisches Blut aus Ostwestfalen kann doch nicht schaden, oder? ;)
Gruß Uli
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Re: Der Osten ist tot.

Beitragvon liftboy » Do 15. Mai 2014, 10:06

mlie hat geschrieben:
Da gibt es vielleicht einfach keinen Strom, aber ganz viel Gegend (also keine Nachlademöglichkeit und lange Strecken ausserhalb der Komfortzone).

Ketzerisch: Es sind halt blühende Landschaften - ist ja auch nix mehr da (Gewerbe/Industrie/Bevölkerung), was den Blick auf die Landschaft trüben könnte. Von einzelnen Windkraftwerken mal abgesehen, die wenigstens keinen stören.

Zumal die meisten Regionen dort wirtschaftlich nicht auf dem besten Level sind.
Schau doch mal in die Stromtankstellenkarte rein, zwischen Wittingen und Berlin ist NIX, von drei Säulen in Salzwedel von einem belanglosen Kleinstanbieter mal abgesehen. Selbst wenn man also sich extra für die Fahrt bei Ladefox registriert - danach geht es überhaupt nicht mehr weiter. Und solange man in der Region nicht verlässlich von a nach B kommt, wird sich keiner ein Elektroauto kaufen. Das wird in den anderen von dir angesprochenen Regionen nicht groß anders sein.

Nur - was kann man dagegen machen? :?:


Du hast vollkommen recht: es gibt zu wenig Säulen und das, obwohl hier die Arbeitswege i. d. R. weiter sind.
Gruß Uli
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Re: Der Osten ist tot.

Beitragvon Thorsten » Do 15. Mai 2014, 10:21

Vor zwei Jahren gab es innerhalb der Twizyreichweite genau eine Ladesäule.
Und auch mit dem Zoe lade ich mehr als 95% Zuhause. Ich denke, ich bin nicht der
Einzige mit einem solchen Ladeprofil.

Zudem sieht es, abgesehen von Berlin, ja überall in den neuen Bundesländern ähnlich schlecht aus.
Also, die genannten Gründe der Vorredner mögen mit zum E-Automangel im Osten beitragen.
Ursächlich erscheinen sie mir nicht.

Thorsten
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Re: Der Osten ist tot.

Beitragvon TeeKay » Do 15. Mai 2014, 10:39

Dazu muss man aber mal die Frage stellen, wie viele der im Westen zugelassenen Autos denn aus Förderprojekten stammen. Ich vermute, das ist ein ganz beträchtlicher Anteil der EVs. Praktisch alle EVs sind gewerblich zugelassen - und kaufkräftiges Gewerbe gibts im Osten weniger als im Westen. Die Kaufkraft ist hier allgemein viel geringer. Und ladetechnisch vernachlässigt wird der Osten dann auch noch.

Auf meine Frage auf der Hauptstadtkonferenz, wie es denn mit Lademöglichkeiten außerhalb Berlins aussähe, damit man mit der Karre auch mal Freizeitziele erreichen kann, gabs keine Antwort. Bzw. es gab eine Antwort: Man müsse sich nunmal regional konzentrieren... Dass das Schaufensterprojekt aber Berlin/Brandenburg heißt und sich die Ladesäulen ausschließlich auf Berlin konzentrieren, scheint man bei der Emo Berlin noch nicht gesehen zu haben.

Welcher Privatnutzer kauft sich ein Elektroauto, mit dem er mangels Ladeinfrastruktur im Umland an der Stadtgrenze umkehren muss? Keiner. In Berlin ist der Anteil der privat zugelassenen EV nahe Null - laut Vortrag auf der Hauptstadtkonferenz.
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Re: Der Osten ist tot.

Beitragvon Elektrolurch » Do 15. Mai 2014, 10:42

Aber jetzt könnte sich ja mal eine Tourismusregion wie der Ostharz z.B. sagen: Hey, lass uns hier 'ne Schnellladestation hinsetzen, dann locken wir die ganzen Besserwessies mit ihren Angeberautos an und können ihnen das Geld aus der Tasche ziehen. Umverteilung! ;)
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Re: Der Osten ist tot.

Beitragvon TeeKay » Do 15. Mai 2014, 11:04

Ich habe gerade vorgestern über die Tourismusfördergesellschaft Schwarzwald gelesen. Die will (Normallade)-Stationen aufbauen und spricht bzw. sprach dazu die einzelnen Gemeinden an. Eine Gemeinde sprach sich dagegen aus, das Ding zu bauen. Denn der Bedarf sei unklar. Außerdem würden davon hauptsächlich Externe profitieren, nicht die eigenen Bewohner. Kein bisschen "Wie können wir Wettbewerbsvorteile schaffen?"-Denke.
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Re: Der Osten ist tot.

Beitragvon Thorsten » Do 15. Mai 2014, 11:13

TeeKay hat geschrieben:
... Außerdem würden davon hauptsächlich Externe profitieren, nicht die eigenen Bewohner. ...


Die gleiche "Denke" wie in meiner Heimatstadt. Bei der Einrichtung von Wanderwegen wird aber
genau andersrum argumentiert. "Damit wir damit überregional werben können." Seltsam :shock:

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