Bessere Akkus - wer kommt neben Tesla als erstes damit?

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Bessere Akkus - wer kommt neben Tesla als erstes damit?

Beitragvon Zoeteaser » Di 8. Mär 2016, 13:13

Hallo,

Ich könnte mir vorstellen, das selbst Renault und Nissan als "Pioniere" der modernen Elektroautos zu viel Rücksicht auf ihre Verbrennerfahrzeuge nehmen müssen, um bereits in 2016 mit mehr Akkukapazität auf den Markt zu kommen. Das gleiche gilt für BMW, VW und alle anderen etablierten Autohersteller. Schließlich wollen sie weiter ihr Kerngeschäft - den Verkauf alter Technik - weiter betreiben und die Innovationen im E-bereich nur sehr langsam voran treiben.

Meines Erachtens gibt es auch für den Renault Zoé und den Nissan Leaf - die ich hier nur als Beispiel nennen möchte - bereits jetzt 40 KW- Akkus, die man SOFORT auf den Markt bringen könnte.

Deshalb glaube ich das eher Apple, Google oder Tesla mit besseren Akkus und einem Fahrzeug der 15.000 Euro - Klasse und 40 bis 50 KW kommen werden - ohne erhebliches Mehrgewicht. Solange es nicht mehr Konkurrenz und deutlich höhere Spritpreise gibt, wird die Entwicklung unnötigerweise gebremst.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, das Unternehmen scharf darauf sind, Verluste einzufahren. Sie machen schon jetzt genug Gewinn - auch mit E-Autos. Man will uns immer weismachen, das alles zu teuer ist und die Technik noch nicht weit genug ist. Was meint ihr? Wer kommt zuerst mit einem erschwinglichen Elektroauto der 15.000 Euro - Klasse? Ein Autohersteller alter Schule oder eine relativ "neuer" Anbieter?
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Beitragvon xado1 » Di 8. Mär 2016, 14:01

die stärkeren akkus gibts sicher.
wie wars bei der internetgeschwindigkeit,wen einer schneller wurde,wurde der ander auch etwas schneller.
so sehe ich das momentan bei den e-autos
Lebenskunst ist die Fähigkeit, auf etwas Notwendiges zu verzichten, um sich etwas Überflüssiges zu leisten.
Dieselfrei,d.h. frei ,weil ich wieder einen Diesel fahre
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Re: Bessere Akkus - wer kommt neben Tesla als erstes damit?

Beitragvon E03 » Di 8. Mär 2016, 14:20

Tiefgreifende Innovationen wurden in der Vergangenheit eher nicht von den etablierten Platzhirschen der jeweiligen Branche hervorgebracht und vorangetrieben, sondern regelmäßig von Newcomern. Ich kann mich beispielsweise noch gut an das Geschrei in den Büros der achtziger Jahre erinnern, als erste kleine PCs Einzug hielten und die dort Beschäftigten "Computer lernen" mußten. 10 Jahre später war das Standard und Büromaschinenhersteller hießen dann nicht mehr Olympia, Adler oder Triumph, sondern IBM, OKI oder NEC.

Der Autoindustrie wird das ähnlich gehen, wird das Denken dort durch jahrzehntealten geistigen Ballast blockiert, und Innovatoren in diesen Unternehmen, falls überhaupt vorhanden, werden regelmäßig durch genau diesen Ballast niedergemobbt. Ich erinnere nur an den Vorstoß von Herrn Diess bei VW, Kompetenzen zur immerhin sehr wertschöpfungsintensiven Akkuzellenherstellung in Deutschland herstellerübergreifend zu bündeln. Jeder kann nachlesen, wie Herr Diess in grenzenloser Ignoranz abgebügelt wurde.

Die derzeitig erkennbare Strategie der etablierten Hersteller geht eindeutig hin zu Hybriden mit Alibi-Elektroantrieben, da man hier an der vorherrschenden Denkweise nicht allzuviel ändern muß. Die Büromaschinenhersteller haben es auch mit einem Transistor hier und einem Briefmarkendisplay da versucht, ohne den Trend selbst zu verstehen und entsprechend zu handeln.

Der Trend zu vollwertigen Verbrennern mit entsprechend hochkomplexer Technik und einem aufgesattelten Elektroantrieb ohne wirkliche Brauchbarkeit erinnert mich doch stark an die o.g. Büromaschinenhersteller und ist daher als Irrweg zu bezeichnen.

Wesentlich besser ist da für eine gewisse Übergangszeit das vollwertige EV mit kleinem und effizientem Verbrennergenerator, das gibt es aber derzeit nur von einem einzigen Hersteller.

Weiterhin gibt es aber bereits für jeden kaufbare alltags- und fernfahrttaugliche EVs mit brauchbarer Infrastruktur. Dadurch ist die Meßlatte festgelegt, bei etablierten Herstellern ist jedoch nichts in diese Richtung hin sichtbar, weder im Hinblick auf Infrastruktur noch auf Fahrzeuge.

Das Rennen werden daher sehr wahrscheinlich Quereinsteiger wie Tesla und branchenfremde Hersteller wie z.B. BYD, Panasonic, Samsung, Google usw. machen
:) 2014er e-Golf seit Oktober 2015 :)
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Re: Bessere Akkus - wer kommt neben Tesla als erstes damit?

Beitragvon Super-E » Di 8. Mär 2016, 15:02

Renault/Nissan sind deswegen Pioniere, weil es ihnen damals schlecht ging und sie ihren Aktionären eine Zukunftsvision bringen mussten. Die EV Entwicklung war eine Flucht nach vorn. In einer Ähnlichen Situation ist heute VW. Die müssen aufgrund von Dieselgate auch die Flucht nach vorne antreten. Dementsprechend könnte es durchaus sein, dass WEGEN Dieselgate VW 2020 zum Weltmarktführer für EVs wird. Wäre eine Ironie des Schicksals...

Ansonsten. Verbesserungen der Zellchemie kommen ausschließlich von den Akkuherstellern. Außer BYD (Und zeitweise Daimler) kenne ich keinen Fahrzeugbauer, der seine Zellen selber baut, obwohl viele daran forschen.
TESLA konnte nur Aufgrund des großen Akkus eine weniger robuste Zellchemie höherer Dichte wählen, die aber auch allen anderen Herstellern zugänglich gewesen wären. Hier tut sich aber im Moment sehr viel. Wird es LIS? Li Polymer? Li-Luft? Daher ist es auch durchaus verständlich wieso niemand in eine Zellfertigung investieren möchte (auch TESLA wollte es nicht - sie mussten). Bosch investiert viel in neue Feststoffakkus - Vielleicht wird das die Basis vom Budd-E? Wer weiß? Hoffentlich geht TESLAs Rechnung auf und sie investieren nicht in 2020 veraltetete Zellen. Wenn sie geschickt sind, gehört der teil aber Panasonic ;-)
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Re: Bessere Akkus - wer kommt neben Tesla als erstes damit?

Beitragvon JuergenII » Di 8. Mär 2016, 15:31

Zum Beispiel GM mit dem Bolt am Ende des Jahres.

Ich denke mit Rücksicht auf die Verbrenner hat das nicht allzu viel zu tun. Selbst ein Zoe oder Leaf oder wie sie alle heißen wäre selbst mit 60 kW Akku kein Verkaufsschlager, denn es bleiben dann immer noch gravierende Probleme gleich: Wo z.B. das Fahrzeug laden, wenn man nicht über eine eigene Ladestation verfügt. Und die sollte deutlich über den 16 (A) liegen, da sonst die Ladezeiten nicht mehr vernünftig darstellbar sind.

Leaf und i3 bekommen ja in diesem Jahr größere Akkus verpasst. Renault wird sicher auch nachziehen. Nur woher die Teile für den "Massenabsatz" nehmen und das zu bezahlbaren Preisen? Der Bolt wird mit Stückzahlen von max. 30.000 für das erste Produktionsjahr gehandelt. Warum wohl?

Bis Ende des Jahrzehnts wird sich die Akkukapazität nochmal deutlich erhöhen, dann werden wir wohl nur noch EV's mit echten Reichweiten > 200 Meilen bei den Herstellern sehen. Das ist der Wert, den Verbraucher - zumindest in den USA - als unterstes Limit für den Kauf von EV's sehen. Bis das soweit ist und die Akkupreise nicht an der 100 US$ Grenze knabbern, werden EV's - sofern sie real verkauft werden und nicht mit Verlust - die heutigen Preise von rund 35 bis 40.000 US$ netto kaum unterbieten. Das trifft auch für neue Konkurrenten zu. Wenn man den Gerüchten glauben schenken kann, verabschiedet sich gerade Apple vom EV.

Auch Tesla dürfte Schwierigkeiten bekommen, schaffen sie es nicht in ihrer GIGA-FAB die Akkus deutlich preiswerter zu produzieren.

Die Frage lautet da eher, wer schafft es leistungsstarke, günstige, sichere und langlebige Zellen als erstes für den Massenmarkt anzubieten ohne Verluste zu machen. Tesla mag da noch einen Vorsprung haben, aber für die Zellhersteller ist die normale Automobilindustrie der wahre Massenabnehmer. Und es ist in keiner Weise sicher, das zukünftige EV's weiter mit dicken Akkublöcken durch die Gegend fahren und damit meine ich noch nicht mal Wasserstoff.

E03 hat mit seinem Schreibmaschinenvergleich nicht ganz unrecht, die jetzt verstärkt auf den Markt einschlagenden Hybride sind eine weitere Fehlentwicklung der Hersteller. Aber, wie sollen denn die Quereinsteiger den Markt bedienen können? Ihnen fehlen einfach die Produktionsstätten dafür. Alleine in Europa wurden 2015 über 14 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen. China liegt so bei 20 Millionen und die USA dazwischen. Tesla kann max. 500.000 Fahrzeuge produzieren. Ohne Kooperationen mit traditionellen Herstellern wird das schwierig. Selbst wenn man 5 Neueinsteiger nimmt und die schaffen dann ähnliche Absätze wie die Telsa-FAB wären das gerade mal zwischen 2,5 und 3 Millionen Fahrzeuge.

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