Aktionismus...

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Aktionismus...

Beitragvon umberto » Do 26. Mai 2016, 21:21

http://www.t-online.de/wirtschaft/unter ... abrik.html

Vermutlich geht es um eigene Zellen, nicht um Akkuintegration, aber ich bin da bei Journalisten nicht mehr so sicher, daß sie das richtig verstanden haben.

Gruss
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Re: Aktionismus...

Beitragvon harlem24 » Do 26. Mai 2016, 21:44

Im Artikel geht es um die Zellfertigung.
Alles andere ergibt ja auch keinen Sinn, denn Akkuassemblierung machen die Hersteller ja überwiegend selber...
Gruß

CHris

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Re: Aktionismus...

Beitragvon Taxi-Stromer » Do 26. Mai 2016, 21:53

Sehe ich auch so!

Bei (Zitat):
"Ein solches Werk könnte bis zu zehn Milliarden Euro kosten"

wäre alles Andere als eine Zellfertigung undenkbar!
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Re: Aktionismus...

Beitragvon TeeKay » Do 26. Mai 2016, 23:57

Wieso Aktionismus? Wenn die das durchziehen, glaube ich ab dem Moment auch Ankündigungen aus der Audi E-Tron Sektion.
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Re: Aktionismus...

Beitragvon Guin » Fr 27. Mai 2016, 04:50

Li-Tec wurde gerade erst geschlossen und nun soll eine neue Fabrik aufgebaut werden. VW kann vielleicht noch die Reste von Daimler kaufen :) Wäre dann ein bisschen günstiger.
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Re: Aktionismus...

Beitragvon graefe » Fr 27. Mai 2016, 06:06

Die massenhafte Zellproduktion scheint mir ein extrem preissensibles und konkurrentes Geschäft zu sein, das für Dumping anfällig ist. Für so etwas gilt das gleiche wie für Solarzellen oder LED-Panels: das ist etwas für Billiglohnländer. Darum baut Samsung seine neuen Fabriken auch nicht in Korea, sondern in China. Ohne massive (staatliche) Subvention würde das in einem Hochlohnland wie D nicht funktionieren (und vermutlich ist es genau das, worauf VW schielt). Aus gleichem Grund sehe ich auch die "Gigafactory" kritisch. Am ehesten könnte man die Entwicklung und Forschung in D positionieren. Warum ein Automobilkonzern, der fast alles von Zulieferern kauft und dabei auf jeden Cent guckt, ausgerechnet die Zellen selber produzieren will, ist mir ein Rätsel.

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Re: Aktionismus...

Beitragvon tilli11 » Fr 27. Mai 2016, 06:20

So sehe ich das auch - wahrscheinlich werden die Fördertöpfe des Bundes und der EU kräftig angezapft um dann später festzustellen das es andere Länder mindestens genau so gut aber wesentlich billiger können. Siehe den damaligen Hype um die Solarzellenproduktion in Deutschland. Wie viele Milliarden Fördergelder hier versenkt wurden, möchte ich gar nicht wissen.

Grüße

Gunnar
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Re: Aktionismus...

Beitragvon AndiH » Fr 27. Mai 2016, 08:21

Ich könnte mir schon vorstellen das es um Zellen geht. Es wird ausdrücklich die Abhängigkeit erwähnt die man umgehen will, nicht die Herstellungskosten. Bisher halten die Autohersteller auch die zentrale Komponente mit dem höchsten know-how Anteil zumindest im eigenen Haus, in Zukunft wird das eben anstatt dem Motor eher der Akku sein. Subventionen sind natürlich auch ein gutes Argument, da viele Zulieferer (Getriebe, Motorbestandteile etc.) Schwierigkeiten bekommen werden und damit wieder einmal eine Verschiebung von Arbeitsplätzen droht.

Forschung dazu gibt es wohl schon eine Weile : https://www.zsw-bw.de/slider/startseite ... tform.html

Ob das reicht wird sich zeigen, aber strategisch wäre es natürlich sinnvoll.

Gruß

Andi
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Re: Aktionismus...

Beitragvon TeeKay » Fr 27. Mai 2016, 11:08

Guin hat geschrieben:
Li-Tec wurde gerade erst geschlossen und nun soll eine neue Fabrik aufgebaut werden. VW kann vielleicht noch die Reste von Daimler kaufen :) Wäre dann ein bisschen günstiger.

Die Zellfabrik hat wieviele Zellen produziert? Ausreichend für 10.000 Smart ED im Jahr? Was will VW damit, wenn sie angeblich 10 Mrd Euro (= 2 Gigafactory) investieren wollen? Die paar Zellen von Litec sind dann nichtmal ausreichend, um die zahllosen für die 2 Gigafactories nötigen Transportroboter mit Batterien zu bestücken.

@graefe: Dumping bekämpft man mit Zöllen. Man muss sie nur einsetzen und nicht wie bei Solarzellen warten, bis alle zu schützenden Unternehmen pleite gedumpt wurden. Eigentlich müssten grundsätzlich alle Produkte aus Asien mit hohen Zöllen belegt werden, um die fehlenden Arbeits- und Umweltschutzvorschriften, die Demokratiedefizite und die staatlichen Subventionen dort auszugleichen. Ziel des Zolls muss es sein, die unterschiedlichen Schutzstandards auszugleichen.
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Re: Aktionismus...

Beitragvon umberto » Fr 27. Mai 2016, 12:08

TeeKay hat geschrieben:
@graefe: Dumping bekämpft man mit Zöllen.


Das ist aber eine Denke aus der Wirtschaftssteinzeit, mit der kommt ein exportorientiertes Land wie Deutschland nicht weit. Für viele dt. Firmen ist der chinesische Markt wegen der dort möglichen Wachstumsschancen wichtig, die würden uns was husten, wenn wir deren Produkte mit Strafzöllen belegen würden.

Ich glaube halt, daß selbst VW nicht soviele Zellen braucht, wie man in einer wirtschaftlichen Zellfertigung herstellen muss.

Das ist so wie mit den Kolbem im Motor. Obwohl jeder VW 3-6 Kolben braucht, reicht es nicht, um die selber wirtschaftlich herzustellen. Das läßt man einen Zulieferer machen, der auch noch viele andere OEMs beliefert. Erst der Motor im Zusammenbau ist dann wettbewerbsrelevant.

Beim E-Auto ist das das Akkupaket (mit Anordnung der Zellen, Kühlung, BMS usw.) - das macht den Wettbewerbsunterschied.

Und deswegen schreibe ich auch Aktionismus oben drüber. Die Gewerkschaft hofft auf ein paar Stellen bei der Zellfertigung, aber wirtschaftlich ist auch das nur höchstautomatisiert. Aber eigentlich wissen wir alle, daß sich das für VW auf lange Sicht nicht rechnen wird. Und mit Zöllen schon gar nicht.

Unser Wirtschaftssystem ist auf globales Vorgehen mit geringen Handelsschranken ausgerichtet. Um da zu bestehen, muß man besser sein und keine Mauern hochziehen. Und man muß jeden das machen lassen, was er am besten kann oder die offenen Nischen besetzen.

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