Aktionismus...

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Re: Aktionismus...

Beitragvon Elektrolurch » So 29. Mai 2016, 07:32

umberto hat geschrieben:
TeeKay hat geschrieben:
Exporte sind nur im Umfang der Importe volkswirtschaftlich sinnvoll.

Mit der Logik machst Du in Deuschland das Licht aus, Herr Morgenthau.

Unsinn, Umbi. Das ist Angstmacherei, die immer dann herhalten muss, wenn vom Verteilungsproblem abgelenkt werden soll. Es ist genug da für alle. Und es ist auch gar nicht einzusehen (jedenfalls für mich nicht), warum wir eigentlich Wirtschaftswachstum brauchen. Wer redet uns nur immer sowas ein? Warum reicht es nicht, im kommenden Jahr einfach nur genau so viel zu produzieren wie im vergangenen Jahr?
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Re: Aktionismus...

Beitragvon TeeKay » So 29. Mai 2016, 09:18

Weil du dann deine Kapitalkosten alias Zins nicht bezahlen kannst.

ImÜbrigen ginge nirgendwo ein Licht aus. Eine über niedrige Wechselkurse und Lohnzurückhaltung Dumping betreibende Volkswirtschaft würde bei fairen Wechselkursen und Löhnen deutlich stärkere Binnennachfrage aufweisen.

Arbeitsplätze, die durch Wohlstandstransfer erhalten werden, sind sinnlos. Exportüberschuss heisst, dass der deutsche Arbeiter einen Porsche baut, der Kapitalbesitzer selbigen in die USA liefert, dafür bunte Dollar erhält, die er in US-Anleihen "investiert", die in letzter Konsequenz nie zurückgezahlt werden. Und das soll sinnvoll sein?

Und zum Thyssen-Beispiel: warum gibts denn auf die chinesischen Fertigwaren nicht noch einen höheren Zoll. Verarbeitung = noch mehr Umweltverschmutzung und missachtete Arbeitnehmerrechte in China
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Re: Aktionismus...

Beitragvon Elektrolurch » So 29. Mai 2016, 12:24

TeeKay hat geschrieben:
Weil du dann deine Kapitalkosten alias Zins nicht bezahlen kannst.

Leider total OT, aber das verstehe ich nicht. Steigen die denn jährlich? Wenn ja, warum?
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Re: Aktionismus...

Beitragvon umberto » So 29. Mai 2016, 18:33

Elektrolurch hat geschrieben:
Unsinn, Umbi. Das ist Angstmacherei, die immer dann herhalten muss, wenn vom Verteilungsproblem abgelenkt werden soll. Es ist genug da für alle.


Natürlich. Deswegen wird es trotzdem nicht gleich verteilt werden. Das hat bisher noch nie funktioniert. Du kannst der erste sein, der das schafft. :-)

Und es ist auch gar nicht einzusehen (jedenfalls für mich nicht), warum wir eigentlich Wirtschaftswachstum brauchen. Wer redet uns nur immer sowas ein? Warum reicht es nicht, im kommenden Jahr einfach nur genau so viel zu produzieren wie im vergangenen Jahr?


Weil die Produktion in der Regel effzienter wird. D.h. Du brauchst dann jedes Jahr weniger Ressourcen, um die gleiche Menge zu produzieren. Was machst Du mit den Menschen, die dann übrig sind?
Und wenn Du sagst, wir steigern die Effizienz der Produktion nicht, landest Du bei den Technikfossilien, die am Schluß das Ende des Kommunismus herbeigeführt haben. Und wenn Du es nicht machst, macht es ein anderer und sticht Dich aus.

Diesen Stillstand willst Du nicht haben, schon gar nicht bei wachsender Bevölkerung.

Und nochmal: ihr müßt viel globaler denken. Deutschland ist keine Insel. Wenn unser Weg nicht zum Rest der Welt paßt, geht das Licht aus. Das kannst Du jetzt als neoliberales Mantra verunglimpfen, aber so ist die Welt gerade aufgebaut. Mag sein, daß sich das in Zukunft wieder ändert (vor 100 Jahren sah es anders aus).

Gruss
Umbi
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Re: Aktionismus...

Beitragvon bm3 » So 29. Mai 2016, 19:58

Gut umberto, dann auch noch etwas von mir dazu, OT.
Für die Menschen die übrig bleiben gibt es mehr als genug Arbeit im sozialen Bereich. Wenn die Produktion effizienter wird ist das schön, es wir immer noch gleichviel produziert, kann also gleichviel konsumiert werden, die Güter sind in gleicher Höhe da. Es fehlt nur noch der Einsatz der freigewordenen Arbeitskräfte dort wo es der Gesellschaft etwas nützt. Beispielsweise im Gesundheitswesen oder Altenheimen oder wo auch immer zuviel am Personal gespart wird / gespart werden muss und die Leute darunter leiden....Und da scheint aber genau das Problem bei uns zu liegen, in der Verteilung der freigewordenen Arbeitszeit.
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Re: Aktionismus...

Beitragvon umberto » So 29. Mai 2016, 20:22

bm3 hat geschrieben:
.Und da scheint aber genau das Problem bei uns zu liegen, in der Verteilung der freigewordenen Arbeitszeit.


Du hast vollkommen Recht und genau deswegen gibt es die Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen, um den Menchen den Freiraum zu geben, das zu machen, was sie machen wollen und was - ich denke, die meisten wollen ja nützliche Mitglieder der Gemeinschaft sein - ihnen Sinn stiftet.

Die Diskussion über die Sinnfälligkeit und Finanzierbarkeit darüber hatten wir hier ja im Forum schon, brauchen wir nicht noch mal starten.

Das alles nützt aber VW nichts. Sie werden für die E-Mobilität ganz massiv was tun müssen. Wenn Sie aber übers Ziel hinausschießen und sich Dinge aufhalsen, die sie besser günstig eingekauft hätten, wird es ganzen Regionen an der (finanziellen) Substanz fehlen, aus dem aktuellen Trott auszubrechen.

Gruss
Umbi
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Re: Aktionismus...

Beitragvon Elektrolurch » Mo 30. Mai 2016, 06:57

umberto hat geschrieben:
Was machst Du mit den Menschen, die dann übrig sind?

Alle Leute haben eine Nähmaschine, ein Radio, einen Eisschrank und ein Telefon.
Was machen wir nun? fragte der Fabrikbesitzer.
Bomben, sagte der Erfinder.
Krieg, sagte der General.
Wenn es denn gar nicht anders geht, sagte der Fabrikbesitzer.

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Re: Aktionismus...

Beitragvon fpk » Mo 30. Mai 2016, 07:29

bm3 hat geschrieben:
Gut umberto, dann auch noch etwas von mir dazu, OT.
Für die Menschen die übrig bleiben gibt es mehr als genug Arbeit im sozialen Bereich.


Dir ist aber schon klar, dass ein wachsender sozialer Sektor (also Dienstleistungen) auch Wirtschaftswachstum ist? Willst das Wachstum bei den Dienstleistungen auf den Rückgang bei der Produktion (und Landwirtschaft) begrenzen?
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Re: Aktionismus...

Beitragvon fpk » Mo 30. Mai 2016, 07:34

graefe hat geschrieben:
Warum ein Automobilkonzern, der fast alles von Zulieferern kauft und dabei auf jeden Cent guckt, ausgerechnet die Zellen selber produzieren will, ist mir ein Rätsel.
Graefe


VW ist übrigens von den deutschen Autobauern derjenige mit der höchsten Fertigungstiefe, das heißt sie produzieren einen deutlich höheren Anteil an Komponenten selbst, als z.B. BMW, die die geringste Fertigungstiefe haben.
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Re: Aktionismus...

Beitragvon zitic » Mi 1. Jun 2016, 21:00

Bzgl. der Zellen bin ich skeptisch. Dass ist ja auch nicht Teslas Ansatz mit der Factory. Die Zellen werden da ja nur inhouse vom Zulieferer(Panasonic) produziert und quasi ohne Bandwechsel in die eigene Batterieproduktion integriert und zusätzliche Logistik für den Zellproduzenten übernommen. So habe ich das jedenfalls verstanden. Gibt ja aktuell wieder Gerüchte, dass man mit LG und Samsung um zusätzliche Zellkapazitäten verhandelt um die eigenen Batterieproduktion voll auszulasten. Panasonic wiederum bietet seine Zellen auch anderen an. Beide Seiten sehen das Risiko der Abhängigkeit.

Sehe entsprechend auch nicht, dass es für ein Autohersteller Sinn ergibt die Zellfertigung selbst zu übernehmen. Da setzt man auf eine Technologie und verbaut sich da einiges für die Zukunft. Dass ist eigentlich prädestiniert als Zuliefereraufgabe. Daimler ist damit ja auch auf die Schnauze gefallen. Andere Autohersteller haben deren Zellen gemieden wie der Teufel das Weihwasser, weil sie von einem direkten Konkurrenten kommen etc. Dann kommt irgendwann Zellfertiger x um die Ecke mit entscheidenden Patenten für den nächsten Step.... Andersherum kann man zwar schon ein eigenes Patentportfolio aufbauen beim Zellknowhow und es entsprechend strategisch nutzen. Das machen viele Autohersteller ja wohl auch. Aber das bedeutet ja dann doch nicht gleich, dass man zum originären Zellfertiger wird.

Entsprechend habe ich die Aufrufe auch nicht verstanden, dass die deutschen Autohersteller doch bitte eine eigene Zellfertigung für Deutschland aufbauen. Da sind andere gefragt. Bosch soll ja in ernstzunehmenden Dimensionen denken. An die drei, vier großen ranzukommen, die da so für IP haben, wird sowieso für jeden schwer.

Also gehe ich bei der Überlegung auch von einer Idee aus, die der Gigafactory ähnelt.

Ggf. kommt da noch eine Lizenzproduktion in Frage. LG z.B. teilt die Chemie + X und VW kümmert sich um die konkrete Produktion. Das Produktions-KnowHow für Elektrodenbeschichtung etc. kommt ja dann auch zu einem guten Teil von den Maschinenbauern bzw. da geht das ja auch erst richtig los mit der Fokussierung(die letzten Tage kamen ja auch einige Nachrichten zu neuen Beschichtungsanlagen etc.). Wie weit sich da die Zellfertigerherrschaften darauf einlassen(wohl schon fraglich) mag ich letztendlich nicht beurteilen. Andererseits sieht man bei Panasonic(mit Tesla) ja doch irgendwie so eine Chimäre bzw. auch eine extreme Abhängigkeit.
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