Ab 2030 in DE keine Neuzulassung von Diesel- und Benzinern

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Re: Ab 2030 in DE keine Neuzulassung von Diesel- und Benzine

Beitragvon Derpostler » So 9. Okt 2016, 11:57

Die effektivste Maßnahme wäre nicht ein Verbot der Verbrenner, sondern Zwangs-Probefahrten von Elektroautos für alle Führerscheinbesitzer. Alle, die ich bisher mit meinem e-Golf habe fahren lassen, hatten vorher keine Ahnung, nicht die geringste Vorstellung davon, was ein EV ist. Und alle waren nach wenigen Minuten total begeistert. Wenn erst einmal alle die EVs kennen, verlieren sie ihre Angst davor. ( Meines Erachtens sogar wichtiger als der Abbau der Reichweitenangst.) Und dann würde der technische Fortschritt ein übriges tun, dass sie sich "automatisch" durchsetzen.
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Re: Ab 2030 in DE keine Neuzulassung von Diesel- und Benzine

Beitragvon HubertB » So 9. Okt 2016, 12:02

- Arbeitsplätze in der Mineralöl- und in der Autozuliefererindustrie.

Die Faustkeilindustrie war auch nicht mehr zu retten als die Bronzezeit anbrach 8-)
Es gibt immer noch genug zuzuliefern, es ändert sich nur. Es wird also Verlierer, aber auch Gewinner geben.
- Ressourcen: Beschaffung und Einsatz für die Herstellung ausreichender Akkukapazitäten für 45 Mio Autos in Deutschland.

Das ist zu schaffen wenn man es will. Schafft übrigens auch wieder Arbeitsplätze 8-)
- Verdreifachung der Stromproduktion um den Verkehr komplett zu elektrifizieren.

Waren es nicht nur 20 Prozent die nötig sind?
- Kompletter Umstieg auf regenerative Energiequellen - wie und wann.

Sollte man so oder so anstreben.
- Exporteinbrüche in der Automobilindustrie, wenn nur ein paar Länder wie Deutschland, Schweden und Norwegen Vorreiter sind und komplett auf E-Autos umstellen.

Ich sehe nicht warum der Export davon berührt wird. Es gibt ja kein Exportverbot.
Es ist eher wahrscheinlich das der Export nach China einbricht weil dort Verbrenner verboten werden, wahrscheinlich eher als bei uns. Die Dreckschleudern werden dann nach Afrika geliefert, zusammen mit den Waffen, dufte.
- Staubildung an Ladestationen zur Massenreisezeit in Ferien z.B.

Das ist eine massive Infrastrukturaufgabe, allerding lösbar. Auch hier werden Arbeitsplätze geschaffen 8-)
- Bevormundung der Bürger durch ein Verbot von Verbrennermotoren.

Was schädlich ist wird halt irgendwann verboten. Siehe Rauchverbote in der Öffentlichkeit.
Manche Ziele sind nicht erreichbar wenn man dem Egoismus des einzelnen nachgibt.

Dieser Egoismus wird auch dafür sorgen das die Pläne so nicht umgesetzt werden. Alles andere würde mich sehr wundern.
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Re: Ab 2030 in DE keine Neuzulassung von Diesel- und Benzine

Beitragvon Vanellus » So 9. Okt 2016, 12:06

Klar müssen die E-Autos überzeugender werden als die jetzigen.
Problem Reichweite ist weitgehend entschärft.
Problem Ladeinfrastruktur ist ebenfalls weitgehend entschärft, wenn man ein Ladegerät im Auto hat, bei DC-Ladern nicht. Ist also ein von der (deutschen) Autoindustrie hausgemachtes Problem
Problem Preis ist so gut wie nicht gelöst.

Dennoch wird das nicht von selbst laufen. Es hält sich eine haarsträubende Unkenntnis bei den Kunden wie bei den Verkäufern: Man musst 5 Stunden an der Elektrotankstelle warten bis das Auto wieder voll ist.
Die Akkus halten nur 2-3 Jahre.
Man muss wieder viele Kohlekraftwerke bauen, um den Strombedarf zu decken.

Alles leicht widerlegbar. Da muss Öffentlichkeitsarbeit gemacht und zwar in großem Stil.
Die Händler haben, von den wenigen bekannten Ausnahmen abgesehen, kein Interesse und die Verkäufer werden Interesse noch Ahnung. Wenn jemand sich von einem Autoverkäufer beraten lassen will, ob ein E-Auto in Frage kommt/ausgereift ist/empfehlenswert ist, wird ihm/ihr in 95% der Fälle sehr deutlich abgeraten werden, so einen neumodischen Quatsch zu kaufen. Das höre ich im Bekanntenkreis immer wieder.
Und das bittere ist: so ganz unrecht haben sie nicht. Wer von Otto und Susi Normalverbraucher ist willens, sich in Typ 1 oder 2/CCS/CHAdeMO, Tesla SC, ein- oder dreiphasig, Vertrag mit App, mit und ohne Grundgebühr, oder RFID-Karte, oder CEE mit NRGKick oder Juice Booster 2 einzuarbeiten? Ohne Internet kann man ein E-Auto nur eingeschränkt betreiben. Wir Fomis sind da nicht repräsentativ!
Ohne erhebliche Vereinfachungen und mehr Modelle ist E-Mobilität noch nicht massentauglich.

Ergänzende Antwort zu DerPostler: Und wenn sie dann nach der sie begeisternden Probefahrt in e-Golf zum VW-Autoverkäufer gehen und mal fragen, wird ihnen sehr deutlich abgeraten. Ein E-Auto bekommt man nur, wenn man dem Verkäufer klare Anweisungen gibt und nicht nach seiner Meinung fragt.
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Re: Ab 2030 in DE keine Neuzulassung von Diesel- und Benzine

Beitragvon Derpostler » So 9. Okt 2016, 12:15

Die Antwort aller Tester meines e-Golf war die gleiche: Geil, aber zu teuer.
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Re: Ab 2030 in DE keine Neuzulassung von Diesel- und Benzine

Beitragvon Vanellus » So 9. Okt 2016, 12:20

Niemand von denen ist also zum VW-Händler gegangen wegen des hohen Preises?
Entspricht ja meiner Einschätzung, dass der Preis als Haupthindernis bleibt.
Ich sage den Leuten in solchen Fällen beim Laden z.B.: diesen Wagen kriegen Sie zur Zeit für unter 20.000 € plus Akkumiete.
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Re: Ab 2030 in DE keine Neuzulassung von Diesel- und Benzine

Beitragvon DonDonaldi » So 9. Okt 2016, 12:42

HubertB hat geschrieben:
Was schädlich ist wird halt irgendwann verboten. Siehe Rauchverbote in der Öffentlichkeit.
Manche Ziele sind nicht erreichbar wenn man dem Egoismus des einzelnen nachgibt.

Dieser Egoismus wird auch dafür sorgen das die Pläne so nicht umgesetzt werden. Alles andere würde mich sehr wundern.


Ich finde dieser Vergleich passt. Die Raucher können weiter rauchen und es wird nicht erwartet das sie viel Geld verlieren. Das Rauchverbot war zwar auch ein schwieriges Thema ist aber vergleichsweise deutlich harmloser als das Auto.
Und es geht eben nicht um DEN Einzelnen, sondern um die weitaus überwältigende Mehrheit plus eine mächtige Lobby on top.
Wenn man diese Massen nicht mitnimmt, oder sozial verträgliche Lösungen findet und anbietet wird sich deren Ansicht nicht ändern und nahezu kein Politiker wird bereit sein etwas zu verändern schon weil man wieder gewählt werden will.
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Re: Ab 2030 in DE keine Neuzulassung von Diesel- und Benzine

Beitragvon DonDonaldi » So 9. Okt 2016, 12:45

Vanellus hat geschrieben:
Klar müssen die E-Autos überzeugender werden als die jetzigen.
Problem Reichweite ist weitgehend entschärft.
Problem Ladeinfrastruktur ist ebenfalls weitgehend entschärft, wenn man ein Ladegerät im Auto hat, bei DC-Ladern nicht. Ist also ein von der (deutschen) Autoindustrie hausgemachtes Problem
Problem Preis ist so gut wie nicht gelöst.

Dennoch wird das nicht von selbst laufen. Es hält sich eine haarsträubende Unkenntnis bei den Kunden wie bei den Verkäufern: Man musst 5 Stunden an der Elektrotankstelle warten bis das Auto wieder voll ist.
Die Akkus halten nur 2-3 Jahre.
Man muss wieder viele Kohlekraftwerke bauen, um den Strombedarf zu decken.

Alles leicht widerlegbar. Da muss Öffentlichkeitsarbeit gemacht und zwar in großem Stil.
Die Händler haben, von den wenigen bekannten Ausnahmen abgesehen, kein Interesse und die Verkäufer werden Interesse noch Ahnung. Wenn jemand sich von einem Autoverkäufer beraten lassen will, ob ein E-Auto in Frage kommt/ausgereift ist/empfehlenswert ist, wird ihm/ihr in 95% der Fälle sehr deutlich abgeraten werden, so einen neumodischen Quatsch zu kaufen. Das höre ich im Bekanntenkreis immer wieder.
Und das bittere ist: so ganz unrecht haben sie nicht. Wer von Otto und Susi Normalverbraucher ist willens, sich in Typ 1 oder 2/CCS/CHAdeMO, Tesla SC, ein- oder dreiphasig, Vertrag mit App, mit und ohne Grundgebühr, oder RFID-Karte, oder CEE mit NRGKick oder Juice Booster 2 einzuarbeiten? Ohne Internet kann man ein E-Auto nur eingeschränkt betreiben. Wir Fomis sind da nicht repräsentativ!
Ohne erhebliche Vereinfachungen und mehr Modelle ist E-Mobilität noch nicht massentauglich.

Ergänzende Antwort zu DerPostler: Und wenn sie dann nach der sie begeisternden Probefahrt in e-Golf zum VW-Autoverkäufer gehen und mal fragen, wird ihnen sehr deutlich abgeraten. Ein E-Auto bekommt man nur, wenn man dem Verkäufer klare Anweisungen gibt und nicht nach seiner Meinung fragt.



Das sehe ich genauso. Möchte nur ergänzen das auch sehr viel über den Preis geht bzw. gehen wird.
Statt Verboten, Drohungen und Verordnungen wäre es besser auf die potenziellen Kunden öffentlich zuzugehen. Privat tun wir das selbst und räumen immer wieder und trotzdem nach wie vor gerne die schon genannten Vorurteile aus dem Weg. Und das immer ohne Streit :D
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Re: Ab 2030 in DE keine Neuzulassung von Diesel- und Benzine

Beitragvon DonDonaldi » So 9. Okt 2016, 12:47

Elektro-Erft hat geschrieben:
DonDonaldi hat geschrieben:
Mal sehen ob der Ampera da jetzt was verändert.



Bei 33000 € bis 38000 € fehlt mir der glaube. Ich bezeichne mich mal als Ottonormal und habe bis jetzt fast immer Neuwagen gekauft und die lagen alle zwischen 17000€ und 22000€. Wenn also die Elektroautos in der Preisklasse mit Akku sind dann wird es ein Erfolg. Vorher nicht und erst recht kein Opel, Renault oder Hyundai.


Da hast Du natürlich Recht. Auch wir hatten diesen Bereich sind jetzt aber bereit für den Ampera bis zu 15k€ drauf zu packen. Dennoch haben wir auch eine Grenze und niemand sollte sich deshalb verschulden.
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Re: Ab 2030 in DE keine Neuzulassung von Diesel- und Benzine

Beitragvon eDEVIL » So 9. Okt 2016, 12:49

Sozialverträglich kann man das dadurch gestalten, dass wie in einigen Ländern üblich die Steuerbelastung auf den Kaufpreis nach Motorleistung und/oder Anbgasemission gestaltet.
Wäre 100k EUR für ein Auto ausgeben kann, kann auch 120k ausgeben oder kauft eben eins für weniger. Von den 20k zusatzsteuer kann man dann 4 eAutos a 5k EUR fördern.
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Re: Ab 2030 in DE keine Neuzulassung von Diesel- und Benzine

Beitragvon DonDonaldi » So 9. Okt 2016, 13:03

eDEVIL hat geschrieben:
Sozialverträglich kann man das dadurch gestalten, dass wie in einigen Ländern üblich die Steuerbelastung auf den Kaufpreis nach Motorleistung und/oder Anbgasemission gestaltet.
Wäre 100k EUR für ein Auto ausgeben kann, kann auch 120k ausgeben oder kauft eben eins für weniger. Von den 20k zusatzsteuer kann man dann 4 eAutos a 5k EUR fördern.


Besser vernünftige E-Autos gibt es schon für kleineres Geld sagen wir so ca. 15-25k€. Reichweite real 250km so wie gute Ladeoption plus entsprechende Ladeinfrastruktur. Da könnte man schon viele mit einfangen. Dann sollten die Akkus möglichst 200.000km + ohne zu große Verluste durch Degradation haben, oder man erhöht die Ausgangsreichweite auf real 300-350km.
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