Kommt die europaweite Elektroautoquote?

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Im Rahmen des Gesetzespakets zur CO2-armen Mobilität, könnte Brüssel eine Mindestquote für Elektroautos einführen. So will man Hersteller dazu bringen, mehr Elektrofahrzeuge zu verkaufen.

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Dagmara Koska, aus dem Kabinett des für die Energieunion zuständigen EU-Kommissars Maros Sefcovic, sprach mit dem Magazin „energate“ über eine mögliche europaweite Elektroautoquote und bestätigte, dass die EU-Kommission durchaus mit Gedanke spiele, diese in ihrem Gesetzespaket zu verankern. Die Autoindustrie nimmt die Nachricht gelassen. Bert Witkamp, Generalsekretär des europäischen Verbands für Elektromobilität Avere, begrüßte das Vorhaben und zitierte an dieser Stelle einen VW-Vertreter: „Wenn wir es machen müssen, dann tun wir es.“

Es ist erfreulich (auch wenn man es nur schwer glauben kann), dass sich Autobauer in Europa nicht mit Händen und Füßen zu wehren scheinen. Oder vielleicht warten sie noch ab, wie hoch bzw. wie verbindlich die Quote am Ende ausfallen wird. Und schließlich gibt es ja immer noch Norwegen, an die man viele Stromer verkaufen kann.

In China gibt es eine solche Absatzquote bereits. Wenig überraschend, sind internationale Hersteller kaum begeistert, da es ihre Verkaufsstrategien im weltweit größten Automarkt deutlich hindert.

Im deutschen Bundesumweltministerium liebäugelt man derweil auch mit einer Elektroautoquote. So könne man z.B. „den Übergang [zur Elektromobilität] ohne Brüche“ besser organisieren, sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendriks gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“.

Egal ob in Deutschland oder in ganz Europa: Ziel einer Elektroautoquote ist es, mehr Stromer auf die Straße zu bringen und Hersteller zu „überreden“, die Produktion dieser anzukurbeln. Wenn mehr E-Mobile vom Band laufen, sinken die Produktionskosten und Autobauer werden Zeit und Mittel investieren, um diese noch weiter nach unten zu drücken. Das wiederum wirkt sich auf den Verkaufspreis aus, der bekanntlich für viele potentielle Käufer immer noch eine Hürde darstellt.

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15 Gedanken zu “Kommt die europaweite Elektroautoquote?

  1. Ich würde so was wie die CARB California Air Research Board einführen. Autohersteller die kein E-Auto im Programm haben dürfen ab 2020 keine Autos mehr in Europa Verkaufen. Warum gibt es von Alfa , Mazda , Suzuki , keine E-Autos? Ganz einfach ..keine E-Autos , kein Verkauf von Verbrenner. Deshalb gibt es den Fiat 500e nur in USA und nicht in Europa ( Leider auch nur geringen Stückzahl )

  2. Ich denke die Autobauer reagieren nur deswegen so gelassen, weil sie sich ihrer Lobby in Brüssel sicher sind. Sie werden schon dafür sorgen, dass die Quoten so spät kommen und so gering sind, dass sie diese ohnehin einhalten mit den paar Autos die sie jetzt verkaufen.

  3. wieder ein sinnfreier Ansatz. Wenn die CO2 Steuer endlich kommt geht das bald von alleine los… erst wenn es hinten rechts wehtut passiert etwas… Wer soll denn die Qoutenautos kaufen? Sollen die Autofahrer Mitleid haben und dann ein E-Auto kaufen?

  4. Oder die Autohersteller sagen sich,“ Vorschläge kosten uns nichts und diskutieren bringt Zeit…im schlimmsten Fall haben wir unsere korrupten Politiker im Griff.“

  5. Diese Regelung gibt es bereits in vielen Ländern – nennt sich limitierter Flottenverbrauch. Aber die EU muss natürlich noch was zusätzlich regeln #kopfschüttel#

    Ganz wichtig – wir brauchen unbedingt noch mehr Bürokratie! Ja, nee, is klar…

  6. Find ich eine prima Idee !
    Dann gehören auch die Tricksereien mit den „gemessenen“ Schadstoffwerten auf,
    da die Hersteller sich nicht mehr überlegen müssen, wie sie die Werte
    mit 100 % Verbrennern erreichen können 🙂
    Die Quote sollte aber konsequent nur reine Elektroautos berücksichtigen.

  7. Dass geht noch schneller – kauft E-Autos von den Herstellern, die auf dem Markt sind – Renault, Nissan, Tesla oder BYD. Wenn hier erstmal die Million erreicht wird und diesen den deutschen Herstellern fehlen geht denen die Hosentasche ähem ein Licht auf. Vorher tut sich hier gar nichts!!

  8. @Whizzler: Sie haben BMW, Citroen, Hyundai, Kia, Mercedes, Opel, Peugeot und VW vergesen. Ford und Mitsubishi hab ich jetzt mal weggelassen ich möchte Sie nicht überfordern.

  9. Alles, was E-Auto-Verkäufe ankurbelt, begrüße ich.
    Noch zielführender fände ich – da man ja CO2-Ausstoß senken möchte – eine Verbrenner-Abwrackprämie. Denn es bringt weniger als gedacht, wenn der Markt von günstigen E-Autos überschwemmt wird (zugespitzt gesagt). Was machen die Leute mit ihrem alten Verbrenner?
    Genau, sie verkaufen es! Insgesamt steigt das Angebot am Markt und die Preise fallen. Das führt dazu, dass immer mehr Leute, vor allem in ärmeren Ländern, sich erstmals ein Auto leisten können.
    Meinen verunfallten Opel Vectra habe ich nach Mazedonien für 250€ verkauft.

    Grundsätzlich kann es so sagen: Solange ein Verbrennungsmotor existiert, wird er CO2 ausstoßen. Deswegen sollte versucht werden, einfach die Anzahl an Verbrennungsmotoren zu reduzieren.
    Dass das Verschrotten Geldwerte zerstört, muss man für den guten Zweck in Kauf nehmen – hat man 2009 bei der Abwrackprämie auch gemacht.

  10. Nach dem teilweisen Fall des California Clean Act. in den 1990er Jahren wurde das erste Elektroauto von General Motors vom Markt zurückgenommen und die Fahrzeuge zerstört.
    Auch Mercedes hat die „alte A-Klasse“ wegen den Vorgaben aus Kalifornien ursprünglich als Elektroauto konstruiert und dann eingestellt.
    Es ist die Gewinnmaximierung bei Autoindustrie und Ölkonzernen die Elektromobilität bisher verhindert.
    Fällt den niemand auf, dass auch heute keine grössere Werbung für reine Elektro-Autos zu sehen ist?
    https://www.youtube.com/watch?v=wq0Rc1EHruU&list=PLckOLDoh9LHPvoCvZEcoiOBiEpHBHOT7J

  11. Die Autolobby wird eine Elektroautoquote in Europa verhindern, so wie sie damals den „California Clean Act“ zusammen mit der Ölindustrie zu Fall gebracht hat.

  12. Wir reagieren schon
    Ein E Wagen steht schon in der Garage
    Der nächste ist schon reserviert (ist ja klar welcher das ist)

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