Continental AllCharge: universelles Ladesystem für Elektroautos

Bild: Screenshot/Continental

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Continental will das Laden von Elektroautos vereinfachen und dabei das Maximum aus dem Ladevorgang herausholen. Mit dem neuen System AllCharge soll es dabei egal sein, ob man an einer AC- oder DC-Ladesäule Halt macht.

Anstelle eines separaten Onboard-Ladegeräts, das Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt, setzt Continental auf Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs und macht aus Elektromotor und Inverter ein komplettes Ladesystem. Da auch innerhalb des elektrischen Antriebsstrangs immer wieder zwischen Gleich- und Wechselstrom hin und her gewandelt wird, besitzen die Komponenten bereits die nötigen Fähigkeiten. Und so bleibt weniger Energie auf der Strecke und der Ladevorgang wird deutlich beschleunigt.

Als einzige Zusatzkomponente verbaut Continental einen DC/DC-Wandler, um die Spannung der Batterie auf einem optimalen Niveau zu halten.

„Heute steht der Fahrer eines Elektroautos oft vor der falschen Ladesäule und kann nicht so schnell laden, wie er möchte“, sagt Dr. Oliver Maiwald, Leiter Technology & Innovation Division Powertrain bei Continental. „Mit dem AllCharge-Antrieb von Continental muss sich der Fahrer um die Ladetechnik keine Gedanken mehr machen. Sein Fahrzeug ist auf alles vorbereitet, von einphasigem über das dreiphasige AC-Laden bis zum schnellen DC-Laden.“

Zudem ist AllCharge ein bidirektionales Ladesystem und kann somit Wechselstrom auch wieder zur Verfügung stellen. Das ist einerseits für den Campingurlaub recht komfortabel, wenn das Handy oder ein kleiner Kühlschrank mit Strom aus der Fahrzeugbatterie versorgt werden kann. Andererseits wird das Elektroauto so selbst zum Akku auf vier Rädern und kann dabei helfen, das Stromnetz zu stabilisieren.

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20 Gedanken zu “Continental AllCharge: universelles Ladesystem für Elektroautos

  1. Interessant.
    Sieht ein bißchen wie die Weiterentwicklung des Chamäleon Laders von Renault in der Zoe aus.
    War die eigentlich eine Entwicklung von Renault oder von Conti? die haben ja schließlich auch die ersten Motoren gebaut bzw. bauen immer noch die Q-Motoren der Zoe.

  2. AllCharge ist nichts anderes als die Weiterentwicklung des Continental Chamäleon Laders in der Zoe, der in Zukunft eben nicht nur AC sondern auch DC kann.

  3. Das ist genau das was ich mir wünsche. Und nicht nur als Akku zum Rückspeisen ins Netz, sondern auch unterwegs für mobilen Netzstrom für Elektrogeräte wie Kettensäge, Elektromultitool (Hochentaster, Freischneider, Heckenschere), mobiles Sägewerk und und und … und mit dem Antriebsakku hat man auch für stundenlanges arbeiten oder laufen lassen der Geräte im Nirgendwo genug Power. Und am Ende des Tages fährt man zum nächsten Schnelllader und hat alles ruck zuck wieder drin.
    Ich komm echt ins Grübeln ob ich nicht auf das warten soll beim Elektroautokauf. Das wäre echt die eierlegende Wollmilchsau. Und im Gegensatz zu den derzeit üblichen vollmundigen Ankündigungen nehm ich das Continental voll ab, dass die das auf die Reihe kriegen und das alles absolut realistisch ist und das auch zu einem annehmbaren Aufpreis, denn sie sparen sich weiterhin eine extra teure Ladetechnik und brauchen im Wesentlichen „nur“ einen DC/DC-Bypass für den Gleichstomlader.
    Ob das allerdings in der ZOE als Kleinwagen kommt … mit der geänderten Zellchemie beim großen Akku wird es ja jetzt schon schwierig höhere Ladeströme über einen längeren Zeitraum zu halten … ich tippe daher eher auf ein größeres Modell.

  4. Jetzt muss es nur noch auf den Markt kommen.
    Das Video macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

  5. ich sag mal abwarten, wurde schon viel gezeigt in der Vergangenheit und nichts ist passiert bis heute leider.

  6. Na bitte, da geht was ! Das wär genau das was beim Thema Laden gefehlt hat. Jetzt noch rein in ein E-Auto eines Herstellers, der auch wirklich welche baut und nicht nur ankündigt. Dazu dann noch den israelischen Wunder-Akku, dann kannst Du für den Verbrenner kein einziges Argument mehr vorbringen. Hurra. Ich bin ganz in euphorischer Vorfreude.

  7. Ganz klar eine Weiterentwicklung der Zoe-Ladetechnik. Damit kann man dann jede verfügbare Säule ausreizen. Begrenzt evt. nur noch durch den maximalen Ladestrom der Batterie. Schnarchladen wäre damit dann auch erledigt. Jetzt muss die Technik nur noch eingebaut werden, da bin ich dann mal gespannt.

  8. Bitte sofort einbauen in allen künftigen E-Autos! Ist wohl ein Wunschtraum…

  9. Es wird ja auch langsam Zeit, dass jemand mal die offensichtliche Lösung konsequent verfolgt.
    Mir ist schon klar, dass es sicher Aufwand bedeutet, das System so zu gestalten, dass möglichst geringe Störungen ins Netz eingeleitet werden. Aber dass ein Elektroauto bei der Rekuperation heute problemlos um die 40kW oder mehr über mehrere Phasen, bei variabler Frequenz und Spannung (und womöglich abenteuerlichen Wellenformen) verarbeiten kann, beim Laden aber nur 3,7kW auf einer Phase mit fester Frequenz und Spannung sowie optimaler Sinusschwingung verträgt, will mir einfach nicht in den Kopf.
    Da kann man nur hoffen, dass diese Lösung auch von den Autoherstellern verbaut wird. Mit dem Chamäleon Lader ist ja schon mal die Tauglichkeit für die Grundfunktionen bewiesen.

  10. durch Rückspeisen wird auch die Ära des kostenfreien e-Tankens beendet…
    Warum? nichts leichter als mit meiner „Batterie auf vier Räder“ zu einer 0€ Tankstelle fahren und dann zu Hause wieder einspeisen (und in der Zeit den Wäschetrockner zu betreiben)
    Die gesamtwirtschaftliche Problematik ist nicht zu unterschätzen.
    Jemand der zur zeit kostenfreies Tanken zulässt, wird diese Technik nicht anbieten oder dafür abkassieren.

  11. Das Video finde ich sowohl optisch ansprechend (ist aber Geschmackssache) als auch für einen Verbrenner-Hersteller und Käufer anschaulich erklärt und es hat keinen Fehler (auch nicht so selten).

    Eigentlich wäre das AllCharge-System DER Anwärter auf den Innovations-Preis 2017, so es denn einen gibt. Wahrscheinlich kostengünstiger als die bisherigen schlechten Lösungen der E-Auto Hersteller und durch die entsprechende Massenfertigung womöglich auch günstiger. Beim Ampera-E wäre endlich der Hauptkritikpunkt der grottigen Schnarchladung weg (dann müßte man ihn nur noch kaufen können) und die anderen hätten dadurch auch nur Vorteile.

    Einzig bei Tesla wäre es egal, er kann schon alles, was das AllCharge-System auch kann, bis auf das „Zur Verfügung stellen einer Steckdose im Auto“, was Tesla theoretisch könnte, da seine Lader ja schon immer in beide Richtungen gingen. Sie haben es bislang halt noch nicht programmiert/eine passende Buchse eingebaut. Diese Gedanken hat sich Tesla auch schon sehr früh gemacht und genau so einen Wandler/Lader bereits konstruiert. Der ist so universell, daß er sowohl in den Tesla-Autos als auch in den Superchargern eingesetzt wird.

  12. Hoffe das Teil hält länger als der von Continental entwickelte ZOE Motor oder die Leistungselektronik vom Ioniq.

  13. So wünschenswert die Neuerungen sind, so dürftig sind die Infos. Kein Wort zum Preis, kein Wort zur Verfügbarkeit, kein Wort zu Möglichkeiten zum Nachrüsten.
    Allerdings sehe ich Parallelen zu den Ankündigungen Bein Sion von Sono.
    Bin gespannt, ob es da Kooperationen gibt.

  14. Preis ist für uns „Normalsterbliche“ irrelevant, weil das ein System ist, welches der Hersteller (hoffentlich) einbauen wird. Nachrüsten wird damit logischerweise auch nicht gehen, da es sehr tief in die Leistungselektronik eingebunden werden und bereits bei der Konstruktion dieses Bereichs berücksichtigt werden muß.

    Aber wäre schön, wenn dies sich durchsetzen würde, dann wären viele Nachteile heutiger E-Autos schon mal weg (Thema: Schnarchladung)

  15. @jber62: das ist nicht wirklich ein gutes Geschäftsmodell… aktuell bekomme ich in meine Leaf in 30 min Schnelladen maximal 12kWh geschenkt, also 3,12€.
    Das ist noch nicht mal der Mindestlohn 😉

  16. Ich habe mich schon lange gefragt warum man nicht den ohnehin verbauten Inverter auch zum Laden nutzt. Schließlich erzeugt er ja auch den Rekuperationsstrom vom Motorgenerator für den Akku. Und das oft mit 40KW und mehr.

  17. Damit der Umrichter das kann muss er über eine Drossel ans Netz angeschlossen sein. Renault nimmt dafür die Motorwicklungen. Aber gut scheint das nicht zu gehen, sonst wäre die Leistung nicht so beschränkt. Hat vielleicht zu wenig Induktivität. Und eine extra Netzdrossel ist groß und schwer.
    Will dann auch niemand bezahlen.
    Die Leistungselektronik ist kein Problem, die kann die Leistung in beide Richtungen. Da ist eher der Ladestrom des Akkus die Beschränkung.

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